Profilbild von Talisha

Talisha

Lesejury Star
offline

Talisha ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Talisha über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.12.2018

Emotional und humorvoll

Schlittschuhglück und Mandelduft
0

Dies ist der dritte Band der "The Comfort Food Café"-Reihe von Debbie Johnson.

Zoe, die Pflegemutter von Martha, einer rebellischen 16jährigen, weiss nicht mehr weiter. Deshalb gönnt sie sich und Martha ...

Dies ist der dritte Band der "The Comfort Food Café"-Reihe von Debbie Johnson.

Zoe, die Pflegemutter von Martha, einer rebellischen 16jährigen, weiss nicht mehr weiter. Deshalb gönnt sie sich und Martha einige Wochen Auszeit in Budbury und mietet ein Haus in Cheries Siedlung. Kaum steigen sie aus dem Auto sind sie schon mitten drin in der quirligen Gemeinschaft. Martha macht einen auf Einsiedler und geht nicht auf die netten Freundschaftsgesten ein, aber Zoe fühlt sich von Anfang an pudelwohl.

Doch da taucht Marthas Vater Cal auf - und Zoes Seelenleben gerät ins Chaos. Ob er wohl Martha mit nach Australien nimmt oder er sie hier bei ihr lässt? Beides hätte Vor- und Nachteile für Zoe. Sie, die ja unverhofft zur Ersatzmutter wurde. Zoes inneres Zerreissen, das Pro und Contra, hat Debbie Johnson sehr gut aufs Papier gemacht.

Mich fasziniert, wie die Autorin es jedes Mal schafft, sich in die doch sehr unterschiedlichen Protagonisten einzufühlen. So ist man jeweils ganz schnell in der Geschichte drin und kann kaum aufhören zu lesen. Auch hier in "Schlittschuhglück und Mandelglück". Als Leser fühlt man sich mittlerweile zuhause in Cherries Café und beobachtender Teil der bunt zusammengewürfelten Budbury-Truppe.

Der deutsche Titel macht nicht viel Sinn. Schlittschuhlaufen tut niemand. Es ist auch nicht ersichtlich, dass dies der dritte Band einer Serie ist. Der Originaltitel "Coming Home to the Comfort Food Café" passt da viel besser, er beschreibt Zoes und auch Marthas Wunschzustand: sich nicht nur daheim fühlen, sondern auch bei sich selbst ankommen und ein Leben jenseits der Trauer führen.

Fazit: Eine emotionale Story über eine Frau, die plötzlich zur Pflegemutter einer Teenietochter wird und gleichzeitig den Verlust ihrer besten Freundin zu überwinden hat.
5 Punkte.

Veröffentlicht am 14.12.2018

Charmant

Mollys Weihnachtswunder
0

Das Leben meinte es gut mit Molly in den letzten Monaten. Sie fand ein neues Zuhause in Stourton-on-the-Hill bei Debbie und Sophie, wurde Mutter von fünf Kätzchen und ist auch die Namensgeberin des neuen ...

Das Leben meinte es gut mit Molly in den letzten Monaten. Sie fand ein neues Zuhause in Stourton-on-the-Hill bei Debbie und Sophie, wurde Mutter von fünf Kätzchen und ist auch die Namensgeberin des neuen Namen von Debbies Café, das am Ende des ersten Bandes in ein Katzencafé - das erste in den Cotswolds - umgestaltet wurde. Es könnte alles so schön sein.

Bis an einem Abend im Herbst, als Linda, Debbies Schwester, vor der Türe steht. Ein paar Stunden später hat Linda sich bereits in der Wohnung eingenistet, erst noch mit ihrem Hund Beau, und bald bleibt auch das Café nicht vor ihr verschont. Natürlich bleibt es nicht nur bei Lindas Einquartierung, alle Fronten kommen ins Ungleichgewicht: einige der Kätzchen rebellieren, Sophie hat Kummer und Nachbarin sorgt sich um ihr Haushaltwarengeschäft und das ist längst nicht alles.

Die Fetzen fliegen - kein Wunder, denn Linda scheint alles kaputt zu machen, was Debbie sich aufgebaut hat. Linda ist äusserst unsympathisch, realitätsfern und bemitleidet nur sich selbst. Molly spürt das alles, aber sie hat auch eigene Sorgen. Wieder wird die Geschichte aus ihrer Sicht geschrieben, das macht die Lektüre erst recht interessant. Wäre Molly ein Mensch, sie wäre mir in diesem zweiten Band zu gewissen Zeiten zu nervig. Debbie ist viel zu nett und oft wünschte ich mir, dass Molly ihr mal ins Gewissen reden könnte. Doch Debbie bekommt noch zeitig die Kurve und wehrt sich.

Aber schlussendlich ist bald Weihnachten und einige Wunder geschehen. Auch diesen zweiten Band hab ich mit viel Vergnügen gelesen. Es passieren nicht nur fiese Dinge, auch viel Schönes und Überraschendes, so dass es nie langweilig wird und man auch nicht in Negativität versinkt.

Lest am besten beide Bände direkt nacheinander, dann fühlt es sich wie eine runde, stimmige Geschichte an.

Fazit: Charmante und heimelige Geschichte rund um ein Katzencafé.
5 Punkte.

Veröffentlicht am 14.12.2018

Herzerwärmend

Glücksbringer auf Samtpfoten
0

Ich bin ja eigentlich nicht so der Tiergeschichten-Fan. Doch diese hier hat mich neugierig gemacht.

Debbie ist frisch geschieden und mit ihrer Teenie-Tochter in ein Dorf in die englischen Cotswolds gezogen. ...

Ich bin ja eigentlich nicht so der Tiergeschichten-Fan. Doch diese hier hat mich neugierig gemacht.

Debbie ist frisch geschieden und mit ihrer Teenie-Tochter in ein Dorf in die englischen Cotswolds gezogen. Sie hofft, dass ihr kleines Café endlich Profit abwirft. Aber jeden Abend schmeisst sie Sandwiches weg - sehr zur Freude zweier Katzen, die in der Nähe des Cafés Unterschlupf gefunden haben. Molly ist eine davon. Eigentlich ist Molly die Katze von Margery. Doch die alte Dame wurde dement und daraufhin von ihrem kaltherzigen Sohn/Neffen ins Pflegeheim gesteckt. Molly, das blöde Vieh, gab er einem Bekannten. Da Molly sich dort nicht wohl fühlt, haut sie ab und landet irgendwann vor Debbies Café. Debbie wird auf Molly aufmerksam und nimmt sie zu sich.

Wer jetzt denkt, Ende gut alles gut, irrt. Denn jetzt lernt Molly Debbie, ihre Teenie-Tochter Sophie und einige mehr kennen. Molly hat es nun zwar wieder warm und gemütlich und genug zu essen, aber ums Café steht es nicht zum Besten. Ideen sind gefragt.

Die gesamte Geschichte wird aus Sicht von Molly erzählt. Diese Erzählperspektive ist der Autorin sehr gut gelungen. Es ist einfach mal was anderes, wenn die Katze riecht, das was faul ist, sich aber nicht mitteilen kann und nach Lösungen sucht, um dann doch irgendwie darauf hinzuweisen. Auch die Eigenheiten der Charaktere werden von Molly ganz schnell aufgedeckt.

Mir hat das Lesen dieser schönen Geschichte richtig Spass gemacht. Am besten liest man das Buch an einem freien Tag auf dem Sofa und beginnt gleich, nachdem man diesen ersten Band ausgelesen hat, den zweiten. Den kann man übrigens auch unter dem Jahr lesen, nicht nur zur Adventszeit.

Fazit: Herzerwärmende Story, die sich schnell weg lesen lässt.
5 Punkte.

Veröffentlicht am 16.11.2018

Intensiv und wunderbar zu lesen

Die Mondschwester
0

Der fünfte Band der Sieben Schwestern Serie führt uns Leser nach Schottland, Spanien, Südamerika und New York.

Tiggy hat gerade eine neue Stelle auf dem Kinnaird-Anwesen angenommen, sie ist zuständig ...

Der fünfte Band der Sieben Schwestern Serie führt uns Leser nach Schottland, Spanien, Südamerika und New York.

Tiggy hat gerade eine neue Stelle auf dem Kinnaird-Anwesen angenommen, sie ist zuständig für die Wildkatzen. Doch die Finanzen sehen nicht gut aus, wie es mit dem Anwesen weiter geht, steht in den Sternen. Tiggy gefällt ihre Arbeit, freundet sich mit Wildhüter Cal und Haushälterin Beryl an. Ihr Chef Charlie, Arzt in Inverness, bereitet ihr immer mehr ein Kribbeln im Bauch. Doch er ist mit Ulrika verheiratet und hat eine 16jährige Tochter, Zara. Für Zara wird Tiggy zur Vertrauten. Die renovierte Lodge wird von einer Gruppe Gutbetuchter gebucht, nach deren Abreise bleibt ein einzelner Gast zurück: Zed Eszu. Er ist hinter Tiggy her und bringt Unruhe aufs Anwesen. Wie auch Fraser, der überhaupt nicht willkommen ist.

Auf dem Anwesen lebt in einem kleinen Verschlag Chilly, ein Gitano. Alt und krank wird ihm Essen von der Lodge gebracht. Er scheint Tiggy zu kennen, was ihr erst unheimlich ist, bis sie erkennt, dass er ein Brujo, ein Weiser, ist. Er erzählt Tiggy ein wenig über Granada, von hier soll ihre Familie herkommen.

Die Vergangenheitsgeschichte beginnt auch dort, in Sacromonte, in Felshütten vis-à-vis der Alhambra. Hier leben Gitanos, die von den Payos ("Nicht-Zigeuner") unterdrückt werden. Viel Geld haben sie nicht, aber sie haben den Flamenco im Blut. José nimmt seine zehnjährige Tochter Lucia mit, um bei einem Wettbewerb zu tanzen. Das Schicksal nimmt seinen Lauf, Lucia wird bekannt und zieht umher. Ihre bodenständige Mutter Maria versteht das nicht, sie hängt sehr an Sacromonte. Dann beginnt der Krieg auch in Spanien und die Familie wird noch weiter auseinander gerissen als schon zuvor.

"Die Mondschwester" ist eine intensive Geschichte, ja ich würde sagen, die intensivste der Serie. Beide Erzählebenen sind faszinierend, in der Tiggy-Geschichte haben Maia und Ally einen kurzen Auftritt, zudem erfährt man noch mehr über den Sohn von Pa Salts Konkurrenten Kreeg Eszu und auch über Pa Salt selbst. Die Erzählungen verweben sich immer mehr ineinander und werden von Mal zu Mal spannender.

Da ich selbst einige Jahre lang Flamenco getanzt habe, kannte ich die Hintergründe der Gitano- und Flamencohistorie bereits. Ich kann mir vorstellen, dass einigen Leser dies alles ein wenig zu viel ist, weil man im Roman in eine komplett fremde Welt eintaucht. Dieses Mal ist es keine echte Person, die Lucinda Riley in die Geschichte eingeflochten hat, sondern sie bastelte aus historischen Vorbildern eine Familie, die es in dieser Art aber auf jeden Fall hätte geben können. Die Tanzszenen und der Duende hat die Autorin so wiedergegeben, dass man sie als Laie versteht und auch für Tänzer als echt durchgehen können.

Lucia - die sich als Grossmutter von Tiggy entpuppt - ist für mich die bisher unsympathischste Person der ganzen Reihe (mal abgesehen von Zed Ezsu). Sie lebt nur für den Tanz (und Geld), ist entweder zu Tode betrübt oder Himmelhoch jauchzend drauf. Lucias Charakter ist der Autorin extrem gut gelungen, auch wenn ich Lucia nicht mag. Dafür mochte ich Maria, Pepe und Angelina. Wie auch Fiona, Cal und Charlie.

Lucinda Riley enttäuscht auch mit dem fünften Teil der Serie nicht. Sie brachte uns Leser einen - für viele wohl eher unbekannten - Teil der europäischen Weltgeschichte näher: diesmal das Leben der Gitano in Spanien; vor, während und nach der Kriegszeit.

Wie immer toll recherchiert und wie immer würde man am liebsten gleich weiterlesen. Doch wir Leser sind ja sehr geduldig. Müssen es sein, erst 2019 geht es weiter mit Elektra, der sechsten Schwester.

Fazit: Die bisher intensivste Geschichte innerhalb der Sieben Schwestern-Reihe. Wunderbar zu lesen!
5 Punkte.

Veröffentlicht am 24.07.2018

Richtig gut und raffiniert!

Whisky mit Mord
0

Eine neue Krimiserie und dann spielt sie erst noch in Schottland? Klar war ich da sehr neugierig. Das eher düstere Cover liess mich aber ein wenig zweifeln. Zum Glück merkte ich beim Lesen ziemlich schnell, ...

Eine neue Krimiserie und dann spielt sie erst noch in Schottland? Klar war ich da sehr neugierig. Das eher düstere Cover liess mich aber ein wenig zweifeln. Zum Glück merkte ich beim Lesen ziemlich schnell, dass meine Zweifel unbegründet waren und einzig die Coverauswahl dem Verlag nicht ganz so geglückt ist, trotz den Fässern am unteren Bildrand.

Im Krimi geht es um die 34jährige Abi, die durch ihren Beruf als Fotojournalistin auf der ganzen Welt unterwegs ist und nur noch selten in London weilt. Abi wuchs bei ihrem Onkel und Ersatzvater Ben auf. Vor einigen Jahren verkaufte er sein Haus in der englischen Hauptstadt und zog nach Schottland. Dort, in Balfour, kaufte Ben vor 15 Jahren eine heruntergekommene Destillerie und baute sie mit viel Herzblut wieder auf. Abbey Glen ist mittlerweile bekannt für guten Single Malt Whisky. Als Ben stirbt und die Destillerie Abi vermacht, will jemand anscheinend um jeden Preis verhindern, dass Abi es dem falschen Anbieter verkauft. Abi erhielt bereits in London Drohbriefe, die sie aber erst ernst nimmt, als sie mit ihrem besten Freund Patrick in Balfour ankommt und man ihr von Vandalismus in der Destillerie erzählt. Die beiden werden hellhörig und ganz in Reporter-Manier wollen sie diesen Zwischenfällen - die leider nicht mit einem tragischen Mord aufhören - auf den Grund gehen. Ihre gemeinsamen Studienjahre sowie zwölf Jahre Recherchearbeit bei The London Gazette kommt den beiden zugute, und ihre Karteikarten mit Verdächtigen werden immer mehr.

Abi und Patrick fand ich beide sympathisch. Auch in Balfour gab es einige nette Menschen im Umfeld von Abbey Glen. Doch mir ging es wie ihr: ich war mir nicht sicher wem man trauen darf oder wem besser nicht. Zwischendrin hatte ich eine Vermutung wer der Bösewicht ist - ich behielt zwar schlussendlich recht, aber alle paar Seiten überlegte ich es mir nochmals und zweifelte an meiner Urteilskraft. Die Autorin zeichnet viele weitere tolle Charaktere, zu ihnen möchte ich nichts sagen um nicht zu spoilern. Vielleicht kann man als Einzige die über 90 Jahre alte toughe Fergie von den Verdächtigen ausschliessen, ansonsten könnte wirklich jeder der Täter sein. Die Autorin macht es enorm spannend!

In einem weiteren Punkt geht es mir wie Abi: wie sie weiss ich nichts über Whisky. Am Ende des Buches hat sich das geändert. Sämtliche Informationen über die Whiskyherstellung und was sonst noch wichtig ist im Whiskygeschäft webt die Autorin hervorragend und unauffällig in die Geschichte mit ein, so dass der Leser nebenbei viel rund um dieses kostbare Getränk erfährt.

Ausgeklügelt ist auch Melinda Mullets Idee, ihre Protagonistin mit einem "Tick" zu versehen: sie vergibt in Gedanken jeder Person, mit der sie zu tun hat, drei Eigenschaftswörter, die ihr im Umgang mit der fraglichen Person zuerst in den Sinn kommen. Mit dieser Eigenart und den zwei Adjektiven, die ich Abi gebe, hartnäckig und neugierig, konnte sie im Beruf bei vielen Fotoaufträgen Erfolge verbuchen und wird es ihr in Balfour helfen, den Übeltäter zu erwischen.

Ich mag Bücher, bei denen ich etwas lerne und gleichzeitig bestens unterhalten werde - "Whisky mit Mord" (oder im Original "Single Malt Murder") ist eins davon. Der Autorin ist damit ein toller Start in eine vielversprechende neue Serie gelungen. Zumindest zwei weitere Bände soll es geben - man darf gespannt sein.

Fazit: Richtig gut! Viel zu schnell hab ich diesen spannenden und raffinierten Scot-Crime ausgelesen.
5 Punkte.