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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.12.2018

Welch ein trauriges Leben

Die Rose des Herzogs
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Marita Spang ist eine Autorin, die bereits einige Bestseller schrieb. Die Leser ihrer historischen Romane schätzen in erster Linie, dass sie stets akribisch recherchierte und ihre Hauptpersonen keineswegs ...

Marita Spang ist eine Autorin, die bereits einige Bestseller schrieb. Die Leser ihrer historischen Romane schätzen in erster Linie, dass sie stets akribisch recherchierte und ihre Hauptpersonen keineswegs jedermann bekannt sind. In dem Buch Die Rose des Herzogs wird die Geschichte einer relativ unbekannten Frau erzählt. Sie lebte zu einer Zeit, wo gegen die Elite Frankreichs, also dem Adel inklusive König mit seiner Familie, aufbegehrt wurde.

Das Buch Die Rose des Herzogs wird in zwei Zeitebenen erzählt. Einmal die alte Frau, welche kurz vor dem Tod steht und dann ihr Leben, welches in Rückblicken berichtet wird. Charlotte Rohan - Rochfort erlebte hautnah mit, wie sich die Revolution in Frankreich entwickelte und sich der Hass der einfachen Bevölkerung entlud. Sie floh mit ihrem Onkel nach Ettenheim und lebte dort in seinem Palais. Hier waren etliche Emigranten aus Frankreich und Charlotte half, wo sie konnte. Zweimal war sie verliebt und beide Male wartete sie darauf, dass sie ihren Geliebten heiraten konnte. Das Leben Charlottes belegt eindrücklich, welchen Konventionen sich die damalige Gesellschaft beugen musste.

Mir gefiel das Buch sehr gut und es ist für mich ein weiteres Highlight im Lesejahr 2018. Das Palais in Ettenheim kann von Interessierten betrachtet werden und Marita Spang war stets auch auf den Spuren ihrer Protagonisten unterwegs. Napoleon und seine Josephine werden erwähnt und auch die Mutter Napoleons spielt eine kleine Rolle. Alle Charaktere sind so fein ausgearbeitet, dass ich mich in sie hineinversetzen konnte. Das gilt besonders für Charlotte, die Rose des Herzogs.

Die Autorin schrieb einen erklärenden Anhang, wo sie die historischen Fakten ganz genau darlegte. Der Leser erfährt ebenfalls, was sie erfand und warum sie das tat. Ein absolut lesenswerter und lehrreicher Roman, der selbst dem Anspruch des kritischsten Lesers gerecht werden wird.

Veröffentlicht am 22.12.2018

Sehr schön geschrieben

Lukas und die Meckerschweinchen
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Lukas hat ein Handicap und das unterscheidet ihn von anderen Jungen seines Alters. Er ist gehörlos, er trägt ein Hörgerät. Das stört ihn aber nicht so sehr, da er eine andere Gabe besitzt. Er kann sich ...

Lukas hat ein Handicap und das unterscheidet ihn von anderen Jungen seines Alters. Er ist gehörlos, er trägt ein Hörgerät. Das stört ihn aber nicht so sehr, da er eine andere Gabe besitzt. Er kann sich mit Tieren unterhalten. Diese Eigenschaft ist äußerst willkommen, als der Verlust eines Meerschweinchens bekannt wird. Es lebte im Tierpark und sein Name ist Lilli.

Dass Lukas so sehr mit Tieren verbunden ist, hat seinen Grund. Seine Mutter ist Tierärztin und sie ist über den Verlust Lillis bestürzt. Kein Problem für Lukas. Er begibt sich direkt auf die Suche. Das muss er nicht alleine. Seine Freunde stehen ihm zur Seite. Da ist Marie, seine beste Freundin, der Hund mit Namen Horst und Kater Millicent.

Das Buch gefiel mir ausgesprochen gut. Selbst unser lesefauler Enkel fand gefallen daran. Er meinte, dass die Schrift schön groß sei und die Bilder ihm sehr gut gefallen haben. Ich habe das Buch unserem jüngeren Enkel vorgelesen und war ebenfalls beeindruckt. Der schlichte aber keineswegs minderwertige Sprachstil zog mich in seinen Bann. Wichtig war für mich ebenfalls, dass hier ein Junge die Hauptperson spielt, der nicht vollkommen, sondern behindert ist. Es ist nicht selbstverständlich, dass alle Kinder gesund zur Welt kommen.

Veröffentlicht am 21.12.2018

Wie bitte? Schon seit drei Jahren auf dem Markt?

Altes Land
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Dörte Hansen kannte ich bisher nicht und auch dieses Hörbuch war mir neu. Da ich keine Rezensionen lese, konnte ich das Buch ohne Vorurteile hören. Hier wird ein Stück deutscher Geschichte beschrieben. ...


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Dörte Hansen kannte ich bisher nicht und auch dieses Hörbuch war mir neu. Da ich keine Rezensionen lese, konnte ich das Buch ohne Vorurteile hören. Hier wird ein Stück deutscher Geschichte beschrieben. Es kamen damals Fremde ins Land und die hier Geborenen taten sich schwer mit ihnen. Ja, der Name für die Fremden war rasch gefunden. Egal, woher sie kamen, es waren "Pollacken". Die kleine Vera findet in der Zeit nach dem fürchterlichen Krieg eine Heimat. Und das in einem alten Haus im "Alten Land". Ihre Mutter lernt einen Mann kennen und verlässt den Landstrich. Vera lebt in dem Haus und wird hier erst heimisch, als Anne in ihr Leben tritt. Die hat ein kleines Mädchen und das wiederum kann das "eisige Herz" Veras zum Schmelzen bringen.

Hannelore Hoger versteht es in einzigartiger Weise, das Buch zu lesen. Sie kennt die Eigenarten der Sprache und bringt diese ganz unaufgeregt auf die Ohren der Zuhörer. Das Hörbuch ist ein Muss für jeden, der die Zeit nach dem 2. Weltkrieg authentisch nacherzählt haben möchte.

Veröffentlicht am 08.12.2018

Das Buch lässt mich nicht los

Jeder stirbt für sich allein
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Jeder stirbt für sich allein wurde im Jahr 1947 veröffentlicht. Hans Fallada war der Autor und er hat bis heute nichts an seiner Popularität verloren. Der Name ist ein Pseudonym, da er tatsächlich Rudolf ...

Jeder stirbt für sich allein wurde im Jahr 1947 veröffentlicht. Hans Fallada war der Autor und er hat bis heute nichts an seiner Popularität verloren. Der Name ist ein Pseudonym, da er tatsächlich Rudolf Wilhelm Friedrich Ditzen hieß. Hans Fallada war und ist bis heute bei einigen Lesern umstritten. Das liegt wohl daran, dass er sowohl Morphium- als auch Alkoholabhängig war. Dennoch schrieb er Romane, die bis heute eine Vielzahl an Lesern unterhält.

Hans Fallada beschreibt in seinem Roman Jeder stirbt für sich allein die Situation während der Zeit des Nationalsozialismus sehr genau und anschaulich. Er berichtet von einem Ehepaar, deren Welt nach dem Tod des einzigen Sohnes zusammenbrach. Dieser kämpfte und wurde in Hitlers Krieg ermordet. Wie ihm erging es vielen jungen Männern und Otto sowie Elise Hampel wollten ihren Mitmenschen die Wahrheit über die Machenschaften des Feldherrn und seiner Anhänger mitteilen. Da dies niemals öffentlich geschehen durfte, schrieben sie ihre Ansichten auf Postkarten und verteilten diese in entfernt liegenden Stadtteilen Berlins.

Das Buch ist der letzte Roman Falladas und es gefiel mir sehr gut. Die Schilderungen sind genau und ich litt wirklich mit dem Ehepaar Hampel. Ja, auch Bücher, die im letzten Jahrhundert geschrieben wurden, sind keineswegs altbacken. Jeder stirbt für sich allein ist ein zeitloses Buch, was die damalige Situation erschreckend real wirken lässt. Die Sorge der Mutter bei der Einberufung des Sohnes und die Angst des Ehepaares, dass sie denunziert werden und ins Gefängnis müssen, hat mich mitgerissen. Spannender geht es kaum, zumal die Geschichte auf Tatsachen beruht und nicht der Phantasie einfallsreicher Schriftsteller entspringt.

Veröffentlicht am 06.12.2018

Eine Hommage an die Bienen

Bienenblues
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Jasmin Köchl ist die Autorin des Buches Bienenblues, Ein Buch über das Summen, Stechen und Sterben. Den Ausschlag zu diesem wunderschönen Werk gab ihr Vater, der sich erfolgreich als Hobbyimker versuchte. ...

Jasmin Köchl ist die Autorin des Buches Bienenblues, Ein Buch über das Summen, Stechen und Sterben. Den Ausschlag zu diesem wunderschönen Werk gab ihr Vater, der sich erfolgreich als Hobbyimker versuchte. Während der ersten Zeit wurde im Hause Köchl eifrig nach Fachlektüre gesucht. Schnell stellte sich heraus, dass diese nicht dem Anspruch von Jasmin genügte und sie selbst zur Tat schritt. So entstand dieses Buch. Die hier gezeigten Collagen gehören zur Bachelorarbeit Jasmins.

Das Buch ist in drei Hauptabschnitte unterteilt. Der Biene, dem Honig und dem Menschen. Die Biene wird nicht nur genau beschrieben, auch die unterschiedlichen Aufgaben im Stock klar erläutert. Das Kapitel zum Honig gibt unter anderem Aufschluss über die Besonderheit des Wald- gegenüber dem Blütenhonig. Auch die Konsistenz des Produkts lässt sich variieren und auch das steht im Bienenblues. Das letzte Kapitel widmet sich dem Zusammenleben von Mensch und Biene. Fragen zu Bienenpflanzen oder Vermeidung vom Bienensterben durch Pestizide im eigenen Garten werden präzise beantwortet.

Als ich das Buch zum ersten Mal in Händen hielt, war ich zunächst von der Haptik beeindruckt. Es schaut wertig aus, hat einen beeindruckenden Einband und wurde ohne Schutzumschlag kreiert. Das gefällt mir gut, da die Schutzumschläge bei so einzigartigen Büchern nicht nötig sind. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen. Falls Fachbegriffe genannt werden, so sind sie gut erklärt. Egal, ob Experte oder Laie, das Buch bietet für jeden etwas. Die Collagen sind einzigartig und die Bilder zu den Pflanzen ebenfalls. Alleine das Betrachten dieser Schätze war für mich ein ganz besonderes Erleben. Jetzt kann ich mitreden, wenn Fragen zu Bienen gestellt werden. Hätten Sie gewusst, wie oft eine Biene den Äquator umfliegen muss, um 500 g Honig produzieren zu können? Oder worin der Unterschied zwischen Honig- und Sammelbiene besteht oder welche Aufgaben der Königin zukommen? Ich nicht.

Das Buch ist ein Geschenk der Künstlerin an uns, die Leser. Es muss noch viel häufiger beachtet werden.