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Veröffentlicht am 08.01.2019

Mehr als gelungener Abschluss der Dilogie

Iron Flowers 2 – Die Kriegerinnen
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"Iron Flowers: Die Kriegerinnen" ist ein mehr als gelungener Abschluss der Dilogie. Die Geschichte ist beinahe durchgehend fesselnd, es gibt emotionale sowie beklemmende Momente und die Autorin hat es ...

"Iron Flowers: Die Kriegerinnen" ist ein mehr als gelungener Abschluss der Dilogie. Die Geschichte ist beinahe durchgehend fesselnd, es gibt emotionale sowie beklemmende Momente und die Autorin hat es definitiv geschafft, dass man um die Figuren bangt und mit ihnen leidet. Ihnen wird einiges zugemutet, ihre Lage wirkt oftmals aussichtslos und es müssen auch Opfer erbracht werden, was ihren Kampf um die Gleichberechtigung und das Ende der Unterdrückung realistischer gemacht hat - schließlich geht es darum, ein tief verwurzeltes System umzustoßen und einen grausamen Herrscher zu stürzen. Zudem lauern überall potentielle Bedrohungen, da der Regent große Macht besitzt und viele an der bestehenden Ordnung festhalten wollen.

Die Protagonistinnen und ihre Verbündeten müssen gegen schier unüberwindbare Hindernisse ankämpfen und die Gefahr, in der sie schweben, war immer präsent. Mir hat gefallen, dass es Fort-, aber auch Rückschritte gab und es völlig ungewiss war, ob ihre Bemühungen Erfolg haben oder sie scheitern würden; auf diese Art war das Buch unglaublich spannend und ich wollte unbedingt weiterlesen, um zu erfahren, wie alles ausgehen würde. Wie bereits erwähnt hat Banghart sich auch nicht gescheut, die harte Realität einer Rebellion zu schildern und die Charaktere an ihre Grenzen oder sogar darüber hinaus zu treiben. Es war zwar schwer zu lesen, welche Verhältnisse den Frauen zugemutet wurden, was sie durchstehen mussten und zu welchen Taten sie durch die Umstände gezwungen wurden, doch ihre Stärke und Entschlossenheit waren bewundernswert.

Obwohl ein paar männliche Figuren eine größere Rolle spielen und die Liebesgeschichten eine gewisse Bedeutung für die Handlung haben, liegt der Fokus klar auf den Frauen und ganz besonders auf Nomi und Serina, was ich gut fand, da es schließlich IHR Kampf ist und der Leser schon im ersten Band verfolgen konnte, wie die beiden sich weiterentwickelt und an ihre jeweilige Situation angepasst haben. Dabei hat mir ganz besonders gefallen, was aus Serina geworden ist, aber ich fand auch Nomi toll und mochte, wie sie sich verändert hat. Das Schicksal der anderen Charaktere war mir ebenfalls keineswegs gleichgültig, sodass es entsetzlich war, was einigen von ihnen zugestoßen ist. Ihr harter, qualvoller Weg hat dafür gesorgt, dass man mit ihnen fiebert und auf ein gutes Ende hofft - auch wenn man sich nicht vorstellen kann, wie das aussehen sollte. Das Ende, das die Autorin gewählt hat, fand ich dann sehr gelungen; es passt zu der Geschichte und den vorherigen Ereignissen, ist zugleich jedoch befriedigend und ein passender Abschluss der Erzählung.

Veröffentlicht am 27.12.2018

Fesselnd und spannend

Muttertag (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 9)
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In "Muttertag" werden die Ermittler mit einem Fall konfrontiert, der reine Routine zu sein scheint, doch dies stellt sich schon bald als Irrtum heraus. Ein Rentner stirbt in seiner Wohnung und wird erst ...

In "Muttertag" werden die Ermittler mit einem Fall konfrontiert, der reine Routine zu sein scheint, doch dies stellt sich schon bald als Irrtum heraus. Ein Rentner stirbt in seiner Wohnung und wird erst nach einigen Tagen entdeckt, aber Gewalteinwirkung von außen kann nicht ausgeschlossen werden und zudem werden auf dem Grundstück menschliche Knochen gefunden, die schon bald zu Überresten von mehr als einer Person führen. Dadurch wird die ganze Situation sehr brisant, vor allem, da sie mit alten Vermisstenfällen in Verbindung gebracht werden kann und zunächst unklar ist, wie viele Opfer es noch gibt.

Passend zum Titel spielen Mütter und mütterliche Beziehungen eine große Rolle für die Geschichte, aber die entsprechenden Figuren waren keineswegs immer sympathisch und es wurden auch Schattenseiten beleuchtet. Beim Lesen stellt man sich unwillkürlich die Frage, inwiefern die Morde hierdurch motiviert wurden und wie die einzelnen Handlungsstränge zusammenhängen, da Mutterschaft in jedem eine große Rolle spielt. Die Hinweise auf die tatsächlichen Vorkommnisse verdichten sich immer mehr, bis sich schließlich das vollständige Bild zusammensetzt, doch es war faszinierend zu spekulieren, was passiert sein könnte. Der Fall selbst war gut konstruiert und die Ermittlungen wurden interessant, aber realistisch dargestellt, da die Arbeit manchmal langwierig und nicht gerade aufregend war; dies wurde allerdings durch die Schilderungen der schrecklichen Funde und die Spannung, die sich im Lauf der Handlung steigert, mehr als ausgeglichen.

Da es sich um einen Serienmörder handelt, der regelmäßig zuschlägt, besteht eine gewisse Dringlichkeit und man hofft, dass sich alles schnell aufklären und es nicht noch weitere Opfer geben wird. Dabei gibt es natürlich falsche Fährten, die sehr überzeugend waren, doch ich fand auch die Umsetzung der Idee, dass der Hauptverdächtige vielleicht schon tot sein könnte, wirklich gelungen, da dies Auswirkungen darauf hatte, wie Sander, Bodenstein und ihre Kollegen vorgegangen sind. Mir hat zudem gefallen, dass die Ermittler menschlich sind und sich dies in ihrem Verhalten widerspiegelt; sie machen Fehler, werden von bisherigen Erfahrungen beeinflusst und die Geschehnisse lassen sie nicht unberührt zurück, was ich realistisch fand. Die Balance zwischen dem Privatleben und dem Beruf der Figuren ist ebenfalls gelungen und ich fand toll, dass diese Bereiche sich im Verlauf der Geschichte immer mehr vermischt haben..

"Muttertag" bekommt von mir 4 Sterne. Ich fand das Buch sehr fesselnd und der Fall war gerade gegen Ende sehr spannend, doch ich mochte auch die ruhigeren Momente, in denen der Fokus auf den Protagonisten und ihren persönlichen Problemen lag.

Veröffentlicht am 17.12.2018

Eine komplexe Liebesgeschichte mit gut ausgearbeiteten Charakteren

Scandal Love
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Ich war sehr auf "Scandal Love" gespannt, aber zugleich auch ein wenig skeptisch, was den Altersunterschied zwischen den Protagonisten betrifft. Edie ist erst achtzehn Jahre alt, während Trent als alleinerziehender ...

Ich war sehr auf "Scandal Love" gespannt, aber zugleich auch ein wenig skeptisch, was den Altersunterschied zwischen den Protagonisten betrifft. Edie ist erst achtzehn Jahre alt, während Trent als alleinerziehender Vater und erfolgreicher Geschäftsmann mitten im Leben steht und ich war mir nicht sicher, ob die Autorin mich mit diesem ungleichen Paar würde überzeugen können. Nach der Lektüre kann ich nun sagen, dass sie sehr gut mit der Situation umgegangen ist; es wäre leicht gewesen, Trent als lüsternen älteren Mann oder Edie als naives junges Mädchen darzustellen, was die Dynamik zwischen ihnen schwierig gemacht hätte, doch dies war keineswegs der Fall. Das liegt vor allem daran, dass die Protagonistin trotz ihres vermögenden Vaters kein leichtes Leben geführt hat und schon früh erwachsen werden musste. Es gab ein paar Momente, in denen man ihr ihre Jugend anmerkt, aber davon abgesehen hätte man diesen Umstand beinahe vergessen können, weil sie Trent gegenüber als ihm in jeder Hinsicht ebenbürtige, starke junge Frau auftritt. Der Altersunterschied wird allerdings nicht ignoriert, sondern direkt thematisiert und das hat mir gut gefallen, da alles andere nicht glaubwürdig gewesen wäre.

Zu Beginn ist es mir ein bisschen schwer gefallen, Edie wirklich sympathisch zu finden, da ich ihr Verhalten nicht immer gut fand, doch das hat sich schnell geändert. Sie ist - ebenso wie Trent - ein gut ausgearbeiteter Charakter und hat Ecken und Kanten, was sie greifbarer und interessanter macht. Zudem war es leicht, sich in sie hineinzuversetzen und mit ihr zu fühlen, selbst wenn ihr Handeln vielleicht manchmal fragwürdig war. Ihre Motivation ist sehr komplex und ich mochte, wie sich dies auf ihre Beziehung zu Trent ausgewirkt hat. Die beiden fühlen sich zweifelsohne sehr zueinander hingezogen und es scheint eine besondere Verbindung zwischen ihnen zu bestehen, aber zugleich gibt es Umstände, durch die sie einander nicht immer freundlich gesinnt sind. Die Situation war alles andere als einfach und das Gefühlschaos der Figuren wurde glaubwürdig dargestellt.

Neben der Liebesgeschichte spielt auch Trents Tochter Luna eine große Rolle. Im vorherigen Band wurde erwähnt, dass sie von ihrer Mutter verlassen wurde und seither nicht mehr spricht, was nach wie vor der Fall ist. Aus diesem Grund war es schön zu sehen, dass ihr Vater sie aufrichtig liebt und das beste für sie will, auch wenn es ihm schwer fällt, mit der Lage umzugehen. Mir hat gefallen, dass ihre Beziehung zu Edie sehr wichtig war und sie sich schnell gut verstanden haben, da es mir nicht gefallen hätte, wenn dieser Aspekt ignoriert worden wäre. Besonders toll fand ich jedoch, dass Luna sich zwar im Lauf der Handlung weiter entwickelt hat, aber nicht alles plötzlich wieder gut war; es ist ein langsamer Prozess und das war realistisch.

Alles in allem hat "Scandal Love" mir gut gefallen. Die ersten Kapitel konnten mich nicht hundertprozentig überzeugen, doch danach hat das Buch mich gefesselt. Ich mochte die Charaktere, ihre verschiedenen Probleme wurden angemessen behandelt und die Liebesgeschichte war sehr schön.

Veröffentlicht am 16.12.2018

Realistisch, aber emotional

Mein Herz gehört dir
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Ich hatte vor der Lektüre Bedenken, dass "Mein Herz gehört dir" eine Wiederholung der Liebesgeschichte von Cameron und Will sein könnte, da Lucy und Colton ja mit dem gleichen Dilemma - einer der beiden ...

Ich hatte vor der Lektüre Bedenken, dass "Mein Herz gehört dir" eine Wiederholung der Liebesgeschichte von Cameron und Will sein könnte, da Lucy und Colton ja mit dem gleichen Dilemma - einer der beiden wohnt in der Stadt, der andere eher abgeschieden - konfrontiert werden, doch ich wurde angenehm überrascht. Obwohl dieser Konflikt zweifellos ein wesentlicher Bestandteil der Handlung ist, unterscheiden Lucy und Colton sich in vielerlei Hinsicht von den Protagonisten des ersten Bandes, sodass auch andere Aspekte eine große Rolle spielen - beispielsweise, dass sie bisher keine längeren Beziehungen geführt haben und das Verhältnis zwischen ihnen um einiges ernster ist, als sie erwartet oder eingeplant hatten, wodurch sie sich nicht immer hundertprozentig wohl fühlen. Das war realistisch und mir hat gut gefallen, dass sie meistens offen kommuniziert haben und ihre Probleme nicht ignoriert, sondern thematisiert wurden, selbst wenn sie einander dadurch manchmal verletzt haben.

Die beiden waren mir sympathisch und ich mochte, wie sie sich (unter anderem durch den Einfluss des jeweils anderen) weiterentwickelt haben. Es war leicht, mit ihnen zu fühlen und auch wenn sie nicht einer Meinung waren, ist immer nachvollziehbar, wieso sie so denken und handeln. Weil man beide Seiten verstehen konnte, gewannen die Konflikte zwischen ihnen an Komplexität und zugleich war ich dadurch gespannt, wie sich am Ende alles auflösen würde, da es oft so schien, als seien ihre Positionen unvereinbar.

Auch in diesem Band sind die anderen Mitglieder der Familie Abbott sehr wichtig für den Fortgang der Handlung. Ich fand zwar manchmal, dass sie sich zu sehr eingemischt haben, aber das ist eben eine Konsequenz der engen Beziehungen zwischen den Charakteren und die Protagonisten haben durchaus geäußert, wenn ihnen etwas zu weit ging; durch die Kabbeleien und kleineren Auseinandersetzungen wirkte die Dynamik für mich zudem realistischer als wenn sich alle immer verstanden hätten. Davon abgesehen war es toll, Einblicke in die Beziehungen der Paare aus den ersten beiden Bänden zu bekommen und die Hinweise auf künftige Liebesgeschichten machen neugierig darauf, diese Bücher ebenfalls zu lesen. Mir gefällt, dass alle der Erzählungen irgendwie miteinander verwoben sind.

Veröffentlicht am 16.12.2018

Bewegend und sehr gefühlvoll

Alles, was du suchst
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"Alles, was du suchst" erzählt eine bewegende, sehr gefühlvolle Liebesgeschichte. Es geht um Cameron und Will, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten; die wichtigste Differenz zwischen ...

"Alles, was du suchst" erzählt eine bewegende, sehr gefühlvolle Liebesgeschichte. Es geht um Cameron und Will, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten; die wichtigste Differenz zwischen ihnen ist, dass sie aus einer Großstadt kommt, während er in einer Kleinstadt lebt, wo auch seine ganze Familie zuhause ist. Keiner der beiden ist bereit, sein bisheriges Leben und sein ganzes Umfeld aufzugeben, weshalb eine Beziehung zwischen ihnen unmöglich zu sein scheint... das ändert allerdings nichts daran, dass sie sich sehr zueinander hingezogen fühlen und spüren können, dass zwischen ihnen etwas bedeutsames passiert.

Es wurde sehr schön dargestellt, wie die Protagonisten sich näher gekommen sind und wieso sie gut zusammen passen würden. Die Chemie zwischen ihnen stimmt zweifelsfrei, doch als Leser sieht man sofort, dass es mehr als das ist und sie auch auf einer tieferen Ebene perfekt harmonieren, trotz der schwierigen äußeren Umstände. Sie ergänzen sich, verstehen einander einfach und können sich für die Interessen ihres Partners begeistern, was ein sehr wichtiger Faktor ist, ebenso wie die Tatsache, dass Cameron langsam beginnt, Gefallen an dem im Vergleich schlichten Leben zu finden, das Will führt. Man ist sich zwar die ganze Zeit bewusst, dass diese Situation sich zuspitzen muss und es deshalb zu einem Konflikt kommen wird, aber dennoch kann man genießen, wie die Beziehung der beiden sich entwickelt und wie ihre Nähe dargestellt wird. Ich fand zudem recht absehbar, was an Ende passieren würde, was ein bisschen schade war, mich jedoch nicht besonders gestört hat - im Gegensatz zu den Sexszenen, von denen es für meinen Geschmack zu viele gab, obwohl sie gut geschrieben waren.

Sehr gefallen hat mir dagegen, dass die familiären Bindungen eine so große Rolle für die Handlung gespielt haben, da die Abbotts sich sehr nahestehen. Will hat neun Geschwister, sodass viele neue Charaktere eingeführt werden, doch da Cameron sie ebenfalls alle erst kennen lernt, werden sie ihr und damit dem Leser ausgiebig vorgestellt, sodass es leicht ist, den Überblick zu bewahren. Es war schön zu sehen, wie die Protagonistin langsam in diesen Kreis integriert wurde und ich bin nun auf jeden Fall neugierig auf ihre jeweiligen Geschichten; es gibt in diesem Band schon ein paar vielversprechende Entwicklungen, durch die man wissen möchte, wie es mit den Figuren weiter gehen wird.