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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.12.2018

Nein sagen will gelernt sein

Nein ist das neue Ja
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In ihrem neusten Ratgeber erzählt Desiree Nick, wie wichtig es ist nicht immer in allen Lebenssituationen Ja und Amen zu sagen. Viel mehr ist es wichtig Nein zu sagen, um nach seinen eigenen Wünschen und ...

In ihrem neusten Ratgeber erzählt Desiree Nick, wie wichtig es ist nicht immer in allen Lebenssituationen Ja und Amen zu sagen. Viel mehr ist es wichtig Nein zu sagen, um nach seinen eigenen Wünschen und Vorstellungen glücklich werden zu können.
Desiree Nick gibt dabei nicht nur Tipps, wie man es lernt mehr und überzeugender Nein zu sagen, sondern sie erzählt Anekdoten aus ihrem Leben wo sie ihre Tipps selber umsetzt. Es werden viele Alltagssituationen geschildert, die dem Leser nur zu bekannt vorkommen.
Natürlich kommt auch hier die bekannt spitze Zunge von Desiree Nick nicht zu kurz und auch über den ein oder anderen Möchtegern Promi lästert sie in bekannter Manier ab.

"Nein ist das neue Ja" ist kein typischer Ratgeber für ein selbstbestimmtes und glückliches Leben, sondern eine Mischung aus Sachbuch und teilweise Minibiografie von Desiree Nick. Der Schreibstil passt genau zu ihr, so dass ich beim Lesen manchmal fast ihre markante Stimme im Ohr hatte.
Auch wenn das Buch an manchen Stellen zum Nachdenken anregt, habe ich mich auch gut unterhalten gefühlt.

Veröffentlicht am 28.12.2018

Knastalltag

Gangsterblues
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Der Schauspieler und Gefängnisarzt Joe Bausch gewährt in seinem neusten Buch "Gangsterblues" Einblicke in den normalen Gefängnisalltag der JVA Werk. Als langjähriger Arzt der Einrichtung kam er mit unterschiedlichen ...

Der Schauspieler und Gefängnisarzt Joe Bausch gewährt in seinem neusten Buch "Gangsterblues" Einblicke in den normalen Gefängnisalltag der JVA Werk. Als langjähriger Arzt der Einrichtung kam er mit unterschiedlichen Gefangenen und ihren mehr oder weniger starken Wehwechen in Berührung.
Die Geschichte sind nicht die einzelnen Krankengeschichten von Insassen, sondern häufig ein Mix aus mehreren.

Joe Bausch erzählt leicht verständlich und ohne die Strafgefangenen bloßstellen. Es ist eine Mischung aus Realität und Fiktion, die einen guten Einblick in das Knastleben und insbesondere deren Krankenstation gibt. Die Hauptpersonen werden nicht bloss gestellt, sondern respektvoll dargestellt.

Auch wenn es keine typische True Crime Story ist, fühlte ich mich gut unterhalten und würde das Buch auch gerne weiter empfehlen.

Veröffentlicht am 18.11.2018

Liebesgeschichte in Irland

Der Klang eines Augenblicks
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Die junge Britt kommt nach fast 20 Jahren zurück auf die irische Insel Fanad, wo sie als Kind mit ihren Eltern häufig Urlaub gemacht hat. Allerdings kam ihr Vater bei einem tragischen Unfall ums Leben ...

Die junge Britt kommt nach fast 20 Jahren zurück auf die irische Insel Fanad, wo sie als Kind mit ihren Eltern häufig Urlaub gemacht hat. Allerdings kam ihr Vater bei einem tragischen Unfall ums Leben und seit dem sind sie und ihre Mutter nie mehr auf die Insel zurückgekehrt.

Nun glaubt Britt, dass ihr Vater nicht durch ein Unfall ums Leben kam, sondern einer Verschwörung um das nationale Heiligtum "Books of Kells" zum Opfer gefallen ist. Sie versucht nun Beweise für ihre These zu finden. Dabei trifft sie auf den sexy Declan, der ihr nach anfänglichen Zweifeln bei ihren Vorhaben hilft. Allerdings hat er mit seinen eigenen Dämonen der Vergangenheit zu kämpfen, den er fühlt sich noch immer schuldig an dem Unfall seiner Frau. Doch es bleibt nicht aus, dass sich Britt und Declan immer stärker zueinander hingezogen fühlen.
Wird Britt das Rätsel um den Tod ihres Vaters lösen können und ihr persönliches Glück in Irland finden?

Kate Dakotas Roman "Der Klang eines Augenblicks" war für mich der erste Roman der Autorin. Von der Grundidee fand ich die Geschichte sehr interessant, aber bei der Umsetzung gab es für mich einige Schwächen. Die Geschichte um den Tod ihres Vaters rückte für mich zu oft in den Hintergrund, denn es drehte sich zu viel um die beginnende Liebesgeschichte der beiden. Dadurch ging mir ein wenig die Spannung verloren, denn an manchen Stellen war es mir einfach zu viel. Auch das Declan mit seinen Schuldgefühlen zu kämpfen hat, stand zu stark im Vordergrund.

Es war ein netter durchschnittlicher Liebesroman für zwischendurch, der für mich aber keinen größeren bleibenden Eindruck hinterlassen wird.

Veröffentlicht am 20.10.2018

Lebenslüge und Neuanfang im einsamen Lappland

Helle Tage, helle Nächte
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In dem Roman "Helle Tage - helle Nächte" von Hiltrud Baier bekommt Frederike von ihrer krebskranken Tante Anna den Auftrag einen wichtigen Brief zu einem gewissen Petter Svakko persönlich zu bringen. Sie ...

In dem Roman "Helle Tage - helle Nächte" von Hiltrud Baier bekommt Frederike von ihrer krebskranken Tante Anna den Auftrag einen wichtigen Brief zu einem gewissen Petter Svakko persönlich zu bringen. Sie wundert sich zwar über den ungewöhnlichen Wunsch, aber macht sich doch auf den Weg in den einsamen Norden.

Der Roman wird abwechselnd aus Sicht von Anna und Frederike erzählt. So erfährt der Leser nach und nach die Lebensgeschichte von Anna, besonders an ihre Kindheit mit einer samischen Mutter erinnert sie sich sehr deutlich. Nach und nach erfährt man auch mehr über die Beziehung zu Petter und die Beweggründe für den Brief.

Auch über Frederike erfährt man so einiges. Als sie endlich in der Einsamkeit von Lappland ankommt, wird sie zunächst von Petter tagelang alleine in einer Berghütte gelassen. Er muss zu einem Notfall mit Tieren und so bekommt Frederike ungeplant ausführlich Gelegenheit und Zeit über ihr bisheriges Leben nachzudenken. Unbeabsichtigt kommen doch einige Gemeinsamkeiten der beiden Frauen zu Tage, die doch sehr unterschiedliche Lebenswege hatten.

Das Buch hat mir gut gefallen und regt auch bei so manchen Stellen an über sein eigenes Leben nachzudenken. Welche "Lebenslüge" trägt man selber mit sich rum und ist es nicht manchmal besser sich für andere zu öffnen, anstelle sich immer in sein Schneckenhaus zurückzuziehen?

Veröffentlicht am 29.09.2018

Echte Fälle aus der Praxis eines Strafverteidigers

Mörderinnen
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Der Strafverteidiger Veikko Bartel erzählt in seinem Buch "Mörderinnen" von 4 ganz unterschiedlichen Fällen, in denen Frauen zu Täterinnen wird. Die Beweggründe der Frauen sind jeweils sehr unterschiedlich ...

Der Strafverteidiger Veikko Bartel erzählt in seinem Buch "Mörderinnen" von 4 ganz unterschiedlichen Fällen, in denen Frauen zu Täterinnen wird. Die Beweggründe der Frauen sind jeweils sehr unterschiedlich - manche kann man gut nachvollziehen und man bekommt fast Mitleid, während andere Fälle nur eiskalt waren.

Das Hauptaugenmerk der Geschichten liegt nicht auf den juristischen Aspekte, sondern vielmehr stehen die Lebensgeschichten der Frauen im Vordergrund.

Allerdings ist dies genau ein Kritikpunkt an dem Buch von mir, denn das juristische kam für mich hier meist zu kurz. Dadurch blieben die Fälle häufig zu "oberflächlich". Man hätte vielleicht beides mehr miteinander kombinieren können, was die Fälle für mich runder gemacht hätte. Am besten ist dies noch im ersten Fall gelungen.

Gut gefallen hat mir dagegen, die Mischung der Fälle, denn diese waren alle sehr abwechslungsreich und zeigt eine ziemliche Bandbreite der Strafverteidigerpraxis. Erschreckend ist, das es sich um echte Fälle handelt. Wieder einmal zeigt sich, dass das Leben nicht nur schwarz oder weiß ist, sondern dass es viele Zwischentöne gibt. So kann wahrscheinlich jeder zum Mörder werden, wenn die Umstände zum Überschreiten einer "moralischen" Grenze führen.