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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.02.2019

Reise zu neuen Anfängen

Auf nach irgendwo!
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Jakob, um die 70, trauert seit 50 Jahren seiner großen Liebe Marie nach. Seine zweite Liebe gehört seinem VW Bus Bienchen und den Dampflokomotiven. Also begibt er sich auf eine Reise nach Prag um dort ...

Jakob, um die 70, trauert seit 50 Jahren seiner großen Liebe Marie nach. Seine zweite Liebe gehört seinem VW Bus Bienchen und den Dampflokomotiven. Also begibt er sich auf eine Reise nach Prag um dort Fotos von Lokomotiven zu schießen. Unterwegs gabelt er einen jungen Tramper Miro auf. Nur widerwillig nimmt er ihn mit, hört aber interessiert zu, als dieser von seiner Oma Erika erzählt und deren verlorener Liebe Stjepan.
Die beiden erleben eine tolle Reise, lernen neue Bekannte kennen und schließen ein Freundschaft, die sich wunderbar ergänzt. Der eine analog, der andere digital. Der eine mit viel Lebenserfahrung, der andere noch beugierig aufs Leben.
Anfangs hat mich der abgehackte Schreibstil mit den kurzen Sätzen gestört. Deshalb kam ich nur langsam in die Geschichte rein. Aber die beiden tollen Protagonisten und ihre Nenn-Opa und Enkel Geschichte hat mich dann doch in den Bann gezogen und die Seiten flogen nur so dahin.
Und das schöne Cover bringt ja schon Freude.
4* und Leseempfehlung von mir.

Veröffentlicht am 22.01.2019

Fehltritte

Doggerland. Fehltritt (Ein Doggerland-Krimi 1)
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Doggerland - Fehltritt von Maria Adolfsson ist ist der Beginn einer Trilogie, die auf einer Inselgruppe in der Nordsee spielt. Eigentlich gibt es Doggerland nicht mehr. Es ist vor ca 8000 Jahren versunken, ...

Doggerland - Fehltritt von Maria Adolfsson ist ist der Beginn einer Trilogie, die auf einer Inselgruppe in der Nordsee spielt. Eigentlich gibt es Doggerland nicht mehr. Es ist vor ca 8000 Jahren versunken, aber der Autorin gelingt es Doggerland wieder auferstehen zu lassen und mit ihrer detaillierten Beschreibung der drei Inseln gelingt es ihr fantastisch, sodass ich manchmal meinte bereits dort gewesen zu sein. Leider sind ihre Beschreibungen oft zu detailgetreu, man kann es auch als ausschweifend bezeichnen. Nicht nur bei Landschaftsbeschreibungen, sondern auch bei Familienabstammungen oder Einrichtungsbeschreibungen. Da der Schreibstil aber sehr flüssig und angenehm zu lesen ist, war man auch schnell wieder in der normalen Handlung.

Kommissarin Karen Eiken Hornby wacht total verkatert auf. Tags zuvor war das große Austernfest und mit Entsetzen stellt sie fest, dass sie die Nacht wohl mit ihrem unliebsamen Chef in einem Hotelzimmer verbracht hat. Sie fährt so gut es geht mit ihrem Auto nach Hause und sieht unterwegs noch die Ex-Frau ihres Chefs. Wenig später wird diese erschlagen aufgefunden.  Karen übernimmt die Leitung der Ermittlungen. Hatte ihr Chef Gelegenheit die Tat zu begehen? Karen will es nicht glauben, kann es aber auch nicht ganz ausschließen. Hartnäckig gehen sie und ihr Team jeder kleinsten Spur nach und  als ein Serieneinbrecher gefasst wird, wird von oberster Stelle der Fall als erledigt angesehen und weitere Ermittlungen verboten.
Die Handlung plätschert so vor sich hin. Die einzelnen Ermittlungsschritte werden detailliert erklärt,  auch Karens Privatleben wird gut geschildert. Zwischendurch gibt es immer wieder kleine Rückblicke auf eine Kommune, die vor fast 50 Jahren kurzzeitig auf Doggerland angesiedelt war. Man merkt bald, dass es Zusammenhänge gibt und die Ursache für den Totschlag vielleicht mit der Vergangenheit zu tun hat. Im letzten Drittel nimmt die Handlung kräftig an Fahrt auf und die einzelnen Rädchen greifen ineinander und ergeben ein überraschenden Ende.
Ein solider Kriminalroman, der allerdings teilweise etwas langatmig wirkt, durch die detaillierten, ausschweifenden Beschreibungen. Der flüssige Schreibstil läßt oft drüberwegsehen (lesen). Für mich ein guter Regiokrimi in angenehmer Umgebung mit gut herausgearbeiteten Protagonisten. Ich werde auf jeden Fall den zweiten Teil lesen.
4 von 5 Sternen

Veröffentlicht am 15.11.2018

Netter Roman

Guten Morgen, Genosse Elefant
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Juri hatte als Sechsjähriger einen sehr schweren Unfall. Er ist zwar genesen, hat aber einige Handicaps zurück behalten. Der mittlerweilen 12-jährige schildert uns seine Geschichte aus seiner Sicht. Er ...

Juri hatte als Sechsjähriger einen sehr schweren Unfall. Er ist zwar genesen, hat aber einige Handicaps zurück behalten. Der mittlerweilen 12-jährige schildert uns seine Geschichte aus seiner Sicht. Er weiß selbst, dass in seinem Kopf nicht alles in Ordnung ist. So hat er zum Beispiel keine Erinnerung an die ersten sechs Jahre aus seinem Leben und an seine Mutter. Viel Worte kennt er nicht, oder schmeißt sie durcheinander. Außerdem plappert er oft drauflos. Was gerade rauswill geht auch ungefiltert raus. Sein Vater versucht natürlich das Schlimmste zu verhindern.
Juri hat aber so ein liebes Gesicht, das den Mitmenschen so viel Vertrauen gibt, dass sie ihm auch ihr best gehütetes Geheimnis anvertrauen.
Sein Vater ist Zoodirektor und kennt sich perfekt mit Elefanten und deren Gehirnen aus. Er wird von Stalin engagiert und nimmt Juri als Assistenten mit. Und dieser wird persönlicher Vorkoster von Stalin und erfährt natürlich auch dessen Geheimnisse.
Romane sind zwar nicht meine bevorzugte Leserichtung, aber dieses Buch hat Freude gemacht. Denn der flüssige Schreibstil von Christopher Wilson ist toll zu lesen und Juri erzählte witzig und rührend seine Geschichte.

Veröffentlicht am 31.08.2018

Zum Schluß hin richtig spannend

Ein Teil von ihr
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Andrea Oliver, meist nur Andy gerufen, ist eine 31 jährige junge Frau die noch nicht richtig weißt, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Sie hat ihr Studium abgebrochen und wohnt wieder bei ihrer Mutter ...

Andrea Oliver, meist nur Andy gerufen, ist eine 31 jährige junge Frau die noch nicht richtig weißt, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Sie hat ihr Studium abgebrochen und wohnt wieder bei ihrer Mutter Laura in einer kleinen Wohnung über der Garage. Ihre Eltern, also ihr Stiefvater Gordon und ihre Mutter Laura, haben sich getrennt. Eines Tages verlangt ihre Mutter plötzlich das Andy auszieht und endlich auf eigenen Füßen steht und sich auch nicht an Gordon wendet. Andy versteht die Welt nicht mehr. Doch bevor es soweit kommt geraten die beiden in einem Lokal in einen Amoklauf. Entgeistert sieht Andy zu, wie ihre Mutter todesmutig den Angreifer abwehrt und tötet. Wer ist ihre Mutter? Hatte sie eine Nahkampfausbildung? Als die beiden kurz darauf auch noch in ihrem Haus überfallen werden und auch dieser Angreifer sterben muß, bekommt Andy von ihrer Mutter eine Kosmetiktasche mit Inhalt in die Hand gedrückt und ein Ziel genannt. Ganz verwirrt befolgt Andy zuerst die Anweisung ihrer Mutter, weicht allerdings später zu ihrem Ungunsten davon ab und gerät erneut in Lebensgefahr. Nur ihre Mutter kann sie retten..... schafft sie es?

Das über 500 Seiten dicke Buch beginnt sehr träge und anfangs auch etwas verwirrend. Es spielt in zwei Zeitebenen, einmal August 2018 und dann 1986, so erfährt man aus dem früheren Leben von Laura sehr viel und kommt nach und nach in die Geschichte, die immer mehr an Fahrt aufnimmt. Auch wenn noch mal ein zwei langatmige Stellen sind entwickelte sich das Buch doch zum pageturner.

Karin Slaughter einmal anders. Der Schreibstil ist wieder sehr flüssig. Die Handlung baut auf und gewinnt immer mehr an Spannung, da sich der Charakter von Andy stark entwickelt und man auch später die ganzen Zusammenhänge begreift und mitfiebert.

Veröffentlicht am 27.07.2018

gut zu lesen

Die Frauen vom Löwenhof - Agnetas Erbe (Die Löwenhof-Saga 1)
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Corina Bomanns Trilogie um die Frauen vom Löwenhof spielt auf dem gleichnamigen Gestüt in Schweden. Band eins: Agnetas Erbe spielt in der Zeit von 1913-1915, also in der Zeit von den ersten Frauenbewegungen, ...

Corina Bomanns Trilogie um die Frauen vom Löwenhof spielt auf dem gleichnamigen Gestüt in Schweden. Band eins: Agnetas Erbe spielt in der Zeit von 1913-1915, also in der Zeit von den ersten Frauenbewegungen, Automobilen und den Anfängen des ersten Weltkrieges. In dem 730 Seiten umfassenden Roman werden die Themen aufgegriffen, aber hauptsächlich geht es um Agneta und ihr unerwünschtes Erbe.

Agneta Lejongard hat sich mit 25 mündig sprechen lassen und ist zu einem Kunststudium nach Stockholm gegangen. Dort findet sie in Marit eine Freundin und beide wollen die Emanzipation nach vorne treiben, außerdem kümmern sie sich um gefallene Mädchen. Agneta liebt Michael und praktiziert mit ihm die freie Liebe, bis sie eines Tages durch ein Telegramm zum Löwenhof zurückbeordert wird. Das Gut lebt von einer riesigen Pferdezucht und bei einem Stallbrand versuchen ihr Vater und ihr Bruder die Pferde zu retten. Dabei kommen beide ums Leben. Plötzlich muss sie sich entscheiden weiterhin ihr freies Leben zu führen oder das Gut zu übernehmen. Ihr Pflichtbewusstsein siegt und sie fügt sich in das eigentlich ungeliebte Leben. Aber auch hier verfolgt sie ihr Ziel :die Gleichstellung der Frau. Nach vielen Irrungen und Wirrungen findet sie aber in eine glückliche Ehe und Zukunft.
Eigentlich sind Familienepen nicht meine Lieblingslektüre, aber Corina Bomann hat einen angenehmen, flüssigen und leichten Schreibstil, sodass mir dieser Roman angenehme Lesestunden beschert hat. Der Roman ist in heutigem Sprachduktus gehalten, so ist ein flüssiges Lesen gut möglich. Für Freunde solcher Familiengeschichten gebe ich gerne eine Leseempfehlung; ich selber muss jetzt nicht unbedingt die Fortsetzungen: Mathildas Geheimnis und Solveigs Versprechen lesen.