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Suzi

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.01.2019

Ein sehr tiefsinniges Buch mit (leider) wahrem Kern

Bewährungsprobe
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Dieses Buch war für mich eine sehr interessante Erfahrung, offenbart es doch die Schwierigkeiten im deutschen Rechtssystem.
Das Pärchen Marek und Philipp wird nachts überfallen und Marek verletzt dabei ...

Dieses Buch war für mich eine sehr interessante Erfahrung, offenbart es doch die Schwierigkeiten im deutschen Rechtssystem.
Das Pärchen Marek und Philipp wird nachts überfallen und Marek verletzt dabei in Notwehr einen Angreifer tödlich. Und als ob es für Marek nicht schon schlimm genug ist, mit diesem Umstand klar zu kommen, wird er in U-Haft genommen. Es soll juristisch geklärt werden, ob wirklich Notwehr vorlag. Im Gefängnis muss Marek neben der Einschränkung der persönlichen Freiheit noch Übergriffe eines abartigen Wärters über sich ergehen lassen. Und Philipp tröstet und vergnügt sich derweil nur mit minder schlechtem Gewissen mit einem Verflossenem.
Das Buch besticht durch die Sichtweisen der beiden Hauptpersonen, Philipp und Marek, und sehr schnell kristallisieren sich für mich die Charaktere beider heraus. Marek der tiefsinnigere – der dadurch im Knast noch mehr leidet – und Philipp, der Oberflächliche. Während Marek die Hölle durchlebt, flüchtet sich Philipp in Beschwichtigungen und Ablenkung, anstatt sich mit der Situation wirklich mal auseinander zu setzen. Dies zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch, und Philipps Charakter und Verhalten haben mich mehr als einmal erschüttert.
Dass es sich bei den Protagonisten um ein schwules Paar handelt, wird nicht fokussiert, obwohl an einigen Stellen durch diesen Umstand entstehende zusätzliche Probleme aufgrund Intoleranz durchaus anklingen. Die Geschichte an sich, kann jedoch Jeden, jedes Paar betreffen. Und damit natürlich auch die Veränderungen, die so ein Vorfall nach sich zieht. Kritische Situationen verändern und belasten die Menschen und eine Beziehung. Und erst da zeigt sich, auf wen man zählen kann – oder auch nicht. Wer daran zerbricht oder wächst.
Den Ausgang des Verfahrens lasse ich hier mal unkommentiert um nicht zu spoilern.
Wie sich allerdings Marek dann abschließend zu Philipp positioniert finde ich sehr enttäuschend.
Mich hat dieses tiefsinnige Buch sehr gefesselt und ich habe es rasch ausgelesen. Muss man dazu noch mehr sagen?

Veröffentlicht am 23.01.2019

Ausgeglichen leben - ein Ratgeber von der Natur

Vom Klang der Bäume
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Nachdem ich jetzt doch einige Zeit hatte mich mit diesem tollen Buch zu beschäftigen, möchte ich dazu noch meine Meinung darlegen.
Instinktiv suchen wir im Wald Erholung und Ruhe, hilft er uns in einer ...

Nachdem ich jetzt doch einige Zeit hatte mich mit diesem tollen Buch zu beschäftigen, möchte ich dazu noch meine Meinung darlegen.
Instinktiv suchen wir im Wald Erholung und Ruhe, hilft er uns in einer kleinen Auszeit „runter“ zu kommen, uns quasi zu erden.
Dieses Buch greift die (Heil)Kraft der verschiedenen Baumarten auf und es war und ist unglaublich spannend, anhand der spontanen Auswahl der Baumartenkarte viel Wahres und Unterstützendes für mich zu erfahren.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten mit diesem Buch zu arbeiten, welche alle sehr ausführlich erläutert werden.
Das Buch ist hochwertig verarbeitet und vermittelt auf verschiedenen Sinnesebenen (Klänge, Bilder, Texte) viel Wissenswertes zu der Wirkung und Symbolik der einzelnen Baumarten, ergänzt mit wertvollen Informationen beispielsweise zu Farben, Runen, Tieren und Mundras.
Mein absolutes Highlight ist die CD mit den verschiedenen Baumklängen. Entsprechend meiner jeweiligen Situation und Stimmung wähle ich die einzelnen Baumartenmelodien aus und lasse sie (auch mehrmals auf mich wirken). Ich bin sehr begeistert davon, wie es ihnen gelingt, mich zu erden und mir eine Ruhe und Entspannung vermitteln. Ich kann daraus unheimlich viel Kraft ziehen.
Wie mit Allem, muss man natürlich offen sein und sich auch darauf einlassen können, um das Ganze nicht als „Hokus-Pokus“ zu verurteilen. Wem dies gelingt, erhält mit diesem Buch ein Arbeitsmittel, durch welches sein Leben unglaublich bereichert werden kann.

Veröffentlicht am 23.01.2019

Eine fesselnde Geschichte über Freundschaft, Liebe, Verrat und Geheimnisse vor der Kulisse Ostpreußens und seiner (traurigen) Geschichte

Das Bernsteincollier
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Ingas Großvater liegt im Sterben und möchte noch mit einem Geheimnis in seinem Leben abschließen: er ist kein gebürtiger Schwede, sondern stammt aus Ostpreußen. Und er bittet Inga, eine Martha Sokolow ...

Ingas Großvater liegt im Sterben und möchte noch mit einem Geheimnis in seinem Leben abschließen: er ist kein gebürtiger Schwede, sondern stammt aus Ostpreußen. Und er bittet Inga, eine Martha Sokolow ausfindig zu machen. Zur Klärung kann eine Holzkiste beitragen, welche er auf dem Dachboden aufbewahrte und ihm sehr wichtig zu sein scheint. Darin finden sich alte Fotos und Briefe, mit denen Inga und ihre Familie vorerst nichts anfangen kann. Inga macht sich auf den Weg nach Königsberg/Kaliningrad und kann dort nicht nur ein trauriges Familiengeheimnis lösen, sondern findet auch die Liebe.
Die Schilderungen sind überaus spannend und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Sehr gelungen ist der geschichtlich zurückliegende Schwerpunkt in die Handlung der Gegenwart eingekleidet und immer wieder bauen Cliffhanger unwahrscheinlich Spannungsbögen auf.
Der historische Hintergrund und daraus resultierende Geschehnisse klingen immer wieder an und prägen das Geschick der Menschen. Der schwere Stand einer alleinerziehenden Mutter mit unehelichem Kind werden dabei ebenso eindringlich beleuchtet als auch das Schicksal der Juden. Viele tragische und furchtbare Ereignisse, welche dem Leser aus der Geschichte bekannt sind, wurden mit der Story über Liebe, Freundschaft, Verrat und Geheimnis sehr gelungen verwoben. Er begleitet somit die Familie von Bergen und die Menschen des Gut Cranz in Ostpreußen durch die großen geschichtlichen Veränderungen, bei denen die Prinzipien der „guten alten Zeit“ vor dem Großen Krieg durch das Chaos des Nationalsozialismus abgelöst werden, welches viele Opfer fordert. Eine falsche (?) Entscheidung führt zu zusätzlichem Leid und Vorurteilen, welche erst Jahrzehnte später geklärt werden können.
Ein gutes Buch ist ein Buch bei dem man wehmütig ist, wenn man die letzte Seite erreicht hat. Und so ging es mir hiermit. Dabei ist die Story stimmig, geschichtlich gut recherchiert und es bleiben zum Schluss keine Fragen offen. Deshalb gibt es von mir für dieses Buch eine klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 15.01.2019

Über Vorurteile und den Zusammenhalt im Ausnahmezustand

Kascha und der große Schnee
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Die Sinti-Familie Natzweiler hat sich Ende der 70er Jahre in einem Dorf im Norden Westdeutschlands sesshaft auf einem Hof niedergelassen. Die eingeschworene Dorfgemeinschaft gewährt Fremden keinen Zutritt, ...

Die Sinti-Familie Natzweiler hat sich Ende der 70er Jahre in einem Dorf im Norden Westdeutschlands sesshaft auf einem Hof niedergelassen. Die eingeschworene Dorfgemeinschaft gewährt Fremden keinen Zutritt, und schon gar nicht Zigeunern. Egal was passiert ist, diese sind schuld, ihnen ist nicht zu trauen und überhaupt geht man ihnen besser aus dem Weg. Und als ob es damit nicht genug wäre, hat die junge Kascha ganz alltägliche Sorgen: erster Liebeskummer, ihre große Schwester will ausziehen und ihr Opa liegt im Sterben.
Und dann kommt die große Schneekatastrophe (die es 1978/79 wirklich gegeben hat) und wirbelt alles durcheinander. Was noch recht harmlos mit einer etwas ungemütlichen Wetterlage beginnt, entwickelt sich dann doch über Nacht rasch zur Ausnahmesituation, als der Schnee bis an die Fenster reicht. Der Text und das Geschehen fesselten mich völlig. In Lesepausen kam es mir oft vor, als würde ich selbst aus den Schneemassen auftauchen – so bildlich ist die Schilderung.
Als Zigeuner das „einfache“ Leben gewohnt, kann das, was für alle anderen nun zum Problem wird, relativ einfach gelöst werden: der Ofen spendet Wärme und ermöglicht das Kochen, Kerzen spenden Licht. Dies bringt sie in die komfortable Situation den anderen aus dem Dorf damit, als auch mit praktischer Hilfe wie bei dem Versorgen des Viehs, Hilfe anzubieten, die zwar erst zögerlich, aber angenommen wird.
Dadurch werden sie endlich auch als Teil der Dorfgesellschaft akzeptiert.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und die Schilderungen, aus Kaschas‘ Sicht, mit sehr viel Schalk und Augenzwinkern gewürzt.
Und trotzdem bleibt genug Stoff zum Nachdenken, über Vorurteile anderen gegenüber und ob es immer erst einer Naturkatastrophe bedarf, um näher aneinander zu rücken und den Zusammenhalt und gegenseitige Hilfe sowie Unterstützung zu stärken. Damit ist das Buch auch in heutiger Zeit sehr aktuell.
Ich konnte dieses Buch kaum aus der Hand legen so gefesselt war ich von Schreibstil und Handlung und habe es dementsprechend auch in recht kurzer Zeit ausgelesen. Das spricht für das Buch und dafür gibt es von mir eine klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 15.01.2019

Los, auf die Suche nach Schätzen!

Der Schatzsucher
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Fabian Kahl, bekannt aus der Sendung „Bares für Rares“ berichtet in diesem Buch in mehreren Kapiteln über seinen Werdegang, Erlebnisse sowie positive als auch negative Erfahrungen. Dadurch wirkt das Buch ...

Fabian Kahl, bekannt aus der Sendung „Bares für Rares“ berichtet in diesem Buch in mehreren Kapiteln über seinen Werdegang, Erlebnisse sowie positive als auch negative Erfahrungen. Dadurch wirkt das Buch nicht beschönigt, sondern macht es sehr authentisch.
Die Liebe zum „Alten“ wurde ihn durch seine Eltern quasi in die Wiege gelegt und auch gefördert. Und dennoch ließen sie es ihm frei, eigenes Lehrgeld mit verschiedenen Projekten zu sammeln, bis er am Ende doch in die Fußstapfen des Vaters tritt.
Beeindruckt hat mich die Fairness mit der er die angebotenen Artikel beurteilt als auch den Anbietern gegenüber tritt. Selbst bei Fehlkäufen sucht er dabei die Schuld bei sich, anstatt dem Anbieter Betrug zu unterstellen. Dies mag naiv klingen, sorgt jedoch perspektivisch für breite Akzeptanz und eine gewisse Seriosität.
Experten-Tipps am Ende eines jeden Kapitels runden das Ganze ab. Sie geben dem Buch eine tolle Struktur und wie ich finde, wertvolle Hinweise. Auch wenn nicht jeder Gemälde etc. kaufen oder damit handeln möchte, schadet es nicht, diese Information mal gehört zu haben. Wer diese Passage nicht mag, kann sie ja überspringen.
Das Hörbuch hat mich sehr begeistert, was unter anderem auch daran liegt, das der Autor dieses Buch selbst spricht (wodurch dem ausgebildeten Sprecher gewöhnten Hörbuchhörer möglicherweise jedoch vielleicht einige akustische Abstriche entstehen). Oft kamen mir bei den Schilderungen eigene Erinnerungen hoch.
Ich kann dieses (Hör)Buch jedem an Trödel und alten Schätzen interessierten nur empfehlen.