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Veröffentlicht am 27.07.2019

Das Loch

Das Loch
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Pamela wurde von einem ehemaligen Mitschüler in die kalifornische Wüste verschleppt, nachdem dieser ihren Mann getötet hat. Ein Busfahrer mit seltsamen Fahrgästen an Bord rettet ihr Leben und nimmt sie ...

Pamela wurde von einem ehemaligen Mitschüler in die kalifornische Wüste verschleppt, nachdem dieser ihren Mann getötet hat. Ein Busfahrer mit seltsamen Fahrgästen an Bord rettet ihr Leben und nimmt sie mit in das abgelegene Kaff Pits. Zur gleichen Zeit wird sich das Leben von Student Norman komplett ändern. Unfreiwillig nimmt er innerhalb kurzer Zeit zwei Anhalter mit und wird von ihnen in einen Rausch aus Blut und Sex gezogen. Ihre Reise führt sie auch irgendwann nach Pits. Die Einwohner dort haben Reisende zum Fressen gern.

Aufgrund des Klappentextes freute ich mich zu Beginn des Buches auf eine gute Horrorgeschichte über eine Stadt, die nicht jeden Besucher weiterziehen lässt. Aber ich wurde auf ganzer Linie enttäuscht. Dabei fing die Geschichte gut an. Die Entführung und Rettung von Pamela war heftig, aber realistisch. Wie Norman an seine Mitfahrer kam, war schon sehr konstruiert und unglaubwürdig.

Norman macht innerhalb von sehr kurzer Zeit eine Wandlung von einem schüchternen Studenten zu einem mordenden sexbesessenen Typen durch, der seinen beiden perversen Mitfahrern bald in nichts mehr nachstehen wird. Wem das Kama Sutra zu langweilig ist, dem bietet dieses Buch genug weitere Anregungen. Sex-and-Crime ist hier Programm, irgendwann ist man nur noch genervt und denkt „nicht schon wieder…“. Was ich jedoch erst nach dem Lesen erfahren habe, ist, dass der Autor für solche Szenen bekannt ist. Seinen Fans dürfte das Buch daher um Längen besser gefallen als mir.

Mit großen und überraschenden Wendungen darf der Leser nicht rechnen. Der Aufenthalt Pamelas in Pits wird auch immer kurioser und lächerlicher. Dafür erhält der Leser aber von beiden Strängen gute ausführliche Beschreibungen ihrer Tätigkeiten und der Geschehnisse.

Der gut gemachte Ekelfaktor und der flüssige Schreibstil können leider nicht viel retten. Wer jedoch „Hardcore“ lesen will, bekommt dies mit diesem Buch auch geliefert. Da ist ein Gehirn, welches vom Scheibenwischer über die Windschutzscheibe verteilt wird, ein kleiner, fast schon harmloser Teil der Geschichte. Dieses Buch ist definitiv Geschmackssache. Wer hier einen Horror in Form einer menschenfressenden Stadt erwartet, wird eindeutig enttäuscht werden, denn die Stadt ist nur ein Nebenschauplatz.

Veröffentlicht am 27.01.2019

Sterbe wohl… ADERLASS

Aderlass
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Ein Serienmörder bringt seine Opfer auf seine ganz spezielle Art und Weise um. Zudem lenkt er den Verdacht auf den reichen Thomas Mattern, der so schnell ins Visier der Polizei gerät. Der Zufall will es, ...

Ein Serienmörder bringt seine Opfer auf seine ganz spezielle Art und Weise um. Zudem lenkt er den Verdacht auf den reichen Thomas Mattern, der so schnell ins Visier der Polizei gerät. Der Zufall will es, dass ausgerechnet Matterns neue Liebe das nächste Opfer des Killers werden soll.

Was nach einer spannenden Geschichte klingt, stellt sich schon bald als eine langweilige heraus. Von Beginn an ist alles geklärt, und es bleibt kein Raum für eigene Spekulationen und Vermutungen. Der Lesefluss wird immer wieder mal unterbrochen.

Leider fehlt den Charakteren auch ein gewisser Tiefgang, was aber eher der Kürze des Buches geschuldet sein dürfte. Die Geschichte selbst verläuft ohne große Höhen oder Tiefen ab. Allein die „Jagd“ nach dem nächsten Opfer und die damit verbundenen Missgeschicke bringt eine leichte Würze in das Buch. Auch die etwas andere Art des Mordes ist interessant und eine Abwechslung zu den „üblichen“ Mordwaffen.

Wer einen gemütlichen und entspannenden Krimi lesen möchte, dem dürfte dieses Buch gefallen. Es ist der Auftakt einer Reihe, bei der die Geschichten unabhängig voneinander sind und jeder Roman für sich selbst gelesen werden kann.

Veröffentlicht am 18.11.2018

Montags könnt ich kotzen – Vom ganz normalen Bullshit

Montags könnt ich kotzen
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Lukas Frey ist neu im Marketing-Team der Firma Konzern AG. Der aktuelle Auftrag lautet, die Markteinführung eines neuen Produktes zu begleiten. Titel und Rückentext machen Lust auf ein Buch, welches der ...

Lukas Frey ist neu im Marketing-Team der Firma Konzern AG. Der aktuelle Auftrag lautet, die Markteinführung eines neuen Produktes zu begleiten. Titel und Rückentext machen Lust auf ein Buch, welches der heutigen Arbeitswelt humorvoll den Spiegel vorhält. Wie der Autor im Nachwort schreibt, wurden Szenen des Buches entweder so oder so ähnlich von ihm selbst erlebt oder haben einen recherchierten Kern.

Ich fand das Buch bereits nach wenigen Kapiteln langweilig. Thomas Ramge versteht es zwar wunderbar, diese nichtssagenden englischen Wörter und Begriffe, wie sie wohl bei solchen Konzernen üblich sind, einzubauen, aber irgendwann ist es einfach nur noch nervig. Vielleicht muss man sich in dieser Branche bewegen, um die Feinheiten dieses Buches so zu verstehen, wie sie sich der Autor gedacht hat.

Die vielen englischen und pseudo-englischen Begriffe bremsen ständig den Lesefluss, und wie im realen Leben stellt sich die Frage „Was will mir mein Gegenüber eigentlich sagen?“. Selbst Lukas hat hin und wieder mit diesem Problem zu kämpfen.

Titel und Rückentext haben bei mir definitiv falsche Erwartungen an das Buch geweckt. Es dürfte seine Fans haben, meinen Geschmack hat es nicht getroffen.

Veröffentlicht am 18.11.2018

Geschmackssache

Diese Woche ist nicht mein Tag! Was uns täglich irre macht
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Das Leben der Ich-Erzählerin ist das reinste Chaos. Mit Hilfe einer Liste möchte sie dies innerhalb einer Woche ändern. Doch leider klappt nichts so, wie geplant, und ein Fettnäpfchen nach dem anderen ...

Das Leben der Ich-Erzählerin ist das reinste Chaos. Mit Hilfe einer Liste möchte sie dies innerhalb einer Woche ändern. Doch leider klappt nichts so, wie geplant, und ein Fettnäpfchen nach dem anderen wartet nur schon auf die Hauptfigur. Diese ist eine naive Person, die sich leicht von anderen Leuten ausnutzen lässt. Sie kann einfach nicht „nein“ sagen. Auch dieses Problem sollte mithilfe der Liste angegangen werden.

Leider ist der Roman nicht so lustig, wie ich es mir vorgestellt hatte. Zwar lockern einige „Bullshit-Bingos“ die Geschichte etwas auf, der große Wurf in Sachen Humor ist dieses Buch jedoch nicht. Die Figuren sind eher nervig, auch wenn einige mit Sicherheit ein reales Pendant haben dürften.

Die Handlungen der Hauptfigur sind nicht immer nachvollziehbar und einige deutlich zu überspitzt beschrieben. Die Nebencharaktere erhalten alle einen angemessenen Raum, und ihre Beziehungen zueinander sind klar definiert. Gut möglich, dass manch ein Leser genau solch eine Person kennt, wie sie die Autorin beschreibt.

Die Gedankenwelt der Ich-Erzählerin ist gut beschrieben, und als Leser versteht man auch ihre inneren Konflikte. Das Buch liest sich leicht, wobei zwischen Gegenwart und Vergangenheit schnell mal gewechselt werden kann. Hier sollte der Leser aufmerksam sein.

Leider hat das Buch meine Erwartungen nicht erfüllt und meinen Geschmack nicht getroffen.

Veröffentlicht am 08.09.2018

Zurück zu dir

Zurück zu dir
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BITTE BEACHTEN: Dieser Roman ist die Fortsetzung von „Solange du da bist“, und daher wird diese Rezension viele Spoiler enthalten. Wer das Buch oder den Film nicht kennt, wird das Ende dieser Geschichte ...

BITTE BEACHTEN: Dieser Roman ist die Fortsetzung von „Solange du da bist“, und daher wird diese Rezension viele Spoiler enthalten. Wer das Buch oder den Film nicht kennt, wird das Ende dieser Geschichte erfahren, da dieses gleichzeitig der Anfang von „Zurück zu dir“ ist.

Arthur kehrt nach Jahren im Ausland zurück nach San Fransisco, jener Stadt, in der seine große Liebe Lauren als Neurochirurgin arbeitet. Doch Lauren kann sich an Arthur nicht mehr erinnern, denn sie lag damals im Koma. Arthur konnte sie jedoch nie vergessen. Durch Zufall landet er auf ihrem OP-Tisch, und sie spürt eine seltsame Verbindung zu diesem Mann.

„Zurück zu dir“ ist eine schöne Geschichte und meiner Meinung nach eher als Ergänzung zu „Solange du da bist“ zu sehen, die aber nicht unbedingt notwendig gewesen wäre. Ich fand die Geschichte zu Ende erzählt und bin der Meinung, dass nicht jedes Buch ein Happy End braucht.

Mich störte auch das Erzähltempo. Zu schnelle und kurze Perspektivenwechsel, welche zwar ihren Sinn haben, aber nervig sind. Darunter hat auch der Lesefluss gelitten. Es war das Gefühl, durch die Geschichte gejagt zu werden.

Den Figuren fehlt etwas die Tiefe. Selbst die Gefühle von Arthur, welche im ersten Buch und auch im Film ankamen, erreichten mich hier nicht. Die Geschichte ist durchdacht und schließt sich fehlerfrei an den Vorgängerroman an. Marc Levy verzichtet auf all zu ausführliche Beschreibungen.

Wer noch keinen Roman von diesem Autor gelesen hat, könnte dieses Buch mögen. Für mich reichte die Fortsetzung bei weitem nicht an Teil 1 heran, dort war der Verbrauch an Taschentüchern enorm, und die ganze Geschichte war herzergreifend.

Mir kommt es so vor, als sollte die Geschichte um Arthur und Lauren einfach noch ein glückliches Ende finden. Ob und wie es kommen wird, muss jeder Leser selbst herausfinden. Dieses Buch hat meine, vielleicht zu hohen, Erwartungen leider nicht erfüllt.