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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.02.2019

Spannend, aber sehr viele Längen

Dornenherz
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Meredith Fallon ist Kinder- und Jugendpsychologin und kümmert sich vor allem um sexuellen Missbrauch und Misshandlung. Als sie in Begleitung einer ihrer Schützlinge Opfer eines Mordanschlags wird, beginnen ...

Meredith Fallon ist Kinder- und Jugendpsychologin und kümmert sich vor allem um sexuellen Missbrauch und Misshandlung. Als sie in Begleitung einer ihrer Schützlinge Opfer eines Mordanschlags wird, beginnen Adam Kimble und sein Team zu ermitteln. Und schon bald tauchen weitere Leichen auf.

Wer Karen Rose kennt, weiß wie flüssig und packend sie schreiben kann. In der Regel stehen in ihren Thrillern ein Mann und eine Frau mit einer gewaltigen Vergangenheit im Fokus und kommen sich näher - verbunden durch den Fall, den sie währenddessen lösen. Es tauchen in "Dornenherz" sehr viele Figuren aus den Vorgängern auf, die einen festen Platz in Merediths Leben haben. Gerade wenn man die Vorgänger nicht gelesen hat, oder das schon eine Weile her ist, kann die Zuordnung der entsprechenden Personen herausfordernd sein. Und auch wenn das nicht auf Anhieb gelingt, beeinflusst das die Lektüre und das Verständnis der Handlung kaum.
Karen Rose hat einen packenden Anfang gewählt, der einen starken Spannungsbogen aufbaut. Leider gehören viele Passagen der Annäherung und Vereinigung von Meredith und Adam. Zum einen waren mir die Dialoge oft zu lang, zu konstruiert und haben sich wiederholt. Zum anderen wurde für mich der Spannungsbogen unterbrochen und ich empfand viele Passagen als Längen. Trotzdem ist es der Autorin gelungen, die Handlungen des Täters anschaulich zu beschreiben und den Spannungsbogen weiterzuführen. Selbstverständlich gipfelt das Buch in einem fulminanten Finale, das mit einem großen Knall alles auflöst.

Karen Roses Schreibstil ist toll, sie weiß, wie sie spannende Fälle erschafft und aufzieht. Und obwohl ich die Lektüre sehr genossen und das Buch verschlungen habe, haben mich die Längen gestört.

Veröffentlicht am 30.07.2026

Ferienresort mit Geheimnissen

Summer Heat
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Für den Sommer ist Mia in einem Beach Resort an der Algarve in Portugal als Yogalehrerin und Animateurin im Abendprogramm tätig. Gemeinsam mit anderen jungen Menschen soll sie für reibungslose Abläufe ...

Für den Sommer ist Mia in einem Beach Resort an der Algarve in Portugal als Yogalehrerin und Animateurin im Abendprogramm tätig. Gemeinsam mit anderen jungen Menschen soll sie für reibungslose Abläufe sorgen und gute Bühnenprogramme schaffen. Doch Mia hat vom ersten Tag im Resort an ein komisches Gefühl - irgendetwas stimmt doch nicht. Sie fühlt sich beobachtet und kontrolliert, hat immer wieder mit ihrer Selbtbehauptung zu kämpfen. Der einzige sichere Ort für sie ist Yanis, mit dem sie eine Affäre anfängt und der für sie da ist. Doch Mia hat ein Geheimnis: Sie ist gar nicht vorrangig wegen des Jobs in dem Resort, sondern verfolgt eine ganz andere Mission.

"Summer Heats" beginnt gemächlich mit Mias Ankunft im Resort und der Vorstellung der Figuren, die ich größtenteils ebenfalls sonderbar, bzw. ihr Verhalten nicht nachvollziehbar finde. Gerade die erste Häfte hat einige Längen, Wiederholungen und verliert manchmal den roten Faden. Mia macht sich viele Gedanken, es wird sehr viel beschrieben, doch auf der Handlungsebene passiert wenig.
Spannend wurde es für mich erst im letzten Drittel. Ab da habe ich die Geschehnisse jedoch gebannt verfolgt und war gespannt auf die Auflösung.

Veröffentlicht am 30.07.2026

Eine Straße voller Leben

Die Straße
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In "Die Straße" erzählt Robert Seethaler episodenhaft von den Lebensgeschichten derjenigen Menschen, die in der Heidestraße wohnen und zusammen dort leben.
Die Bewohnerinnen treten überwiegend kurz auf, ...

In "Die Straße" erzählt Robert Seethaler episodenhaft von den Lebensgeschichten derjenigen Menschen, die in der Heidestraße wohnen und zusammen dort leben.
Die Bewohnerinnen treten überwiegend kurz auf, werden eingeführt, haben ihren kleinen Raum und geben Einblicke über Träume, Sehnsüchte und Erinnerungen.
Die Leser
innen werden in den einzelnen Episoden mit verschiedenen Lebensrealitäten und -entwürfen konfrontiert.
Der Schreibstil ist gemächlich, die Figuren werden eingeführt und die Straße als solches beschrieben. In den Erzählungen kreuzen sich die Wege der Figuren immer wieder, sodass wir auch aus anderen Perspektiven von ihnen lesen und mehr über sie erfahren.
Wer Episodenromane mag und gern von unterschiedlichen Eindrücken umgeben ist, kommt auf seine*ihre Kosten, da Robert Seethaler eine Reihe Momentaufnahmen aneinanderreiht und sie miteinander verbindet.

Veröffentlicht am 27.07.2026

Der Tod der Reichen

Das Gesetz der Elite
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Die ehemalige Polizistin Colomba Caselli ist nun als Privatdetektivin tätig. Sie wird gebeten, den Tod des ehemaligen Fußballstars Jesús Martinez zu untersuchen, der in seiner Kryosauna gestorben ist. ...

Die ehemalige Polizistin Colomba Caselli ist nun als Privatdetektivin tätig. Sie wird gebeten, den Tod des ehemaligen Fußballstars Jesús Martinez zu untersuchen, der in seiner Kryosauna gestorben ist. Da ein technischer Defekt unwahrscheinlich ist, suchen Commba Caselli und Dante Torre nach der Ursache. Schnell gibt es einen weiteren Toten - ebenfalls sehr reich - und im Netz taucht der Slogan "Tötet die Reichen" auf, was das Duo auf eine Mordserie schließen lässt.

Den Plot fand ich sehr interessant, ebenso wie den Ansatz, dass eine ehemalige Polizistin ermittelt. Zu Beginn baute sich für mich ein Spannungsbogen auf, der dann im Laufe des Buches durch die vielen Schilderungen der Liebschaften in Colombas und Dantes Privatleben an Spannung verlor. Einige Stellen waren sehr langatmig, hätten straffer und kürzer geschrieben sein können. Die Schilderungen der Opfer, die wechselnden Perspektiven und das Milieu hingegen mochte ich und habe neben den Liebeleien gespannt verfolgt, was die Ermittlungen ergeben.
Während sich zu Beginn alles sehr langsam aufbaut, kam es mir zum Schluss etwas hastig und arg konstruiert vor. Da hätte ich mir mehr Ausgewogenheit gewünscht.

Insgesamt ein solider Krimi mit einem interessanten Ermittlungsduo.

Veröffentlicht am 10.05.2026

Leider etwas langatmig

The Dirty Version
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Tash ist Autorin eines feministischen Romans, der nun in Form einer Serie verfilmt werden soll. Der Regisseur sieht jedoch die Notwendigkeit einer Dirty Version, weshalb das Drehbuch unter Intimitätskoordinator ...

Tash ist Autorin eines feministischen Romans, der nun in Form einer Serie verfilmt werden soll. Der Regisseur sieht jedoch die Notwendigkeit einer Dirty Version, weshalb das Drehbuch unter Intimitätskoordinator Caleb um einige Sexszenen erweitert werden soll. Tash ist alles andere als begeistert davon, denn sie möchte nicht, dass ihr empowernder Roman zu einem sexuell aufgeladenen Hollywoodklischee verkommt. Während Tash zunächst große Abneigung gegenüber der Idee und auch gegenüber Caleb verspürt, kann er sie im Verlauf noch überraschen.

Sowohl der Klappentext als auch die Leseprobe konnten mich durch den lockeren, humorvollen Schreibstil und den interessanten Ausgansplot überzeugen. Turner Gable Kahn hat mich dann nach den ersten Kapiteln jedoch wieder etwas verloren. Während ich mich auf eine starke Figurenentwicklung gefreut habe, habe ich Tash als sehr verbissen, stur und stets ablehnend empfunden. Ich verstehe ihren Punkt und kann mir vorstellen, dass ein Eingreifen in das eigene Werk sehr verletztend sein kann. Doch die ewigen Bemühungen von Caleb, die steten Abweisungen von ihr und das Auftreten des Regisseurs haben mich nach einer Weile genervt. Ich habe viele Stellen als sehr langatmig empfunden und konnte auch der Romance zwischen Tash und Caleb überhaupt nicht folgen oder sie nachspüren, weil ich deren Entwicklung nicht nachvollziehbar fand.
Was ich interessant fand, waren generell die Einblicke in die Abläufe, wenn ein Buch verfilmt wird. Aber die Lovestory und die Figuren, insbesondere Tash, konnten mich nicht überzeugen. Vielleicht hätten Perspektivwechsel das Buch für mich interessanter und weniger langatmig gemacht.