Skurril, verstörend und dennoch faszinierend
Cat Person Kristen Roupenian landete mit iher Kurzgeschichte "Cat Person" einen medialen Hit, die gerade im Kontext der #metoo-Debatte vielfach diskutiert wurde.
In dem gleichnamigen Erzählband sind zwölf Erzählungen ...
Kristen Roupenian landete mit iher Kurzgeschichte "Cat Person" einen medialen Hit, die gerade im Kontext der #metoo-Debatte vielfach diskutiert wurde.
In dem gleichnamigen Erzählband sind zwölf Erzählungen versammelt, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Roupenian spielt nicht nur mit den Inhalten, sondern auch mit Stilen. So wechseln die Erzählungen von Realismus über Skurrilität bis hin zu Horror und märchenhaften Elementen. Die Sprache ist generell recht einfach gehalten und drückt an vielen Stellen geradezu Banalität durch ihre Schlichtheit aus.
Während beispielsweise "Cat Person" von einer gescheiterten Beziehung, schlechtem Sex und dem Machtgefälle zwischen Mann und Frau beim Dating erzählt, mit der sich sicher viele Menschen in ihren Zwanzigern identifizieren können, sind andere Geschichen von absurden, skurrilen Szenarien durchzogen. Oftmals sind die Anfänge stark, flachen jedoch zum Ende hin ab, fast als hätte die Autorin dann doch Angst vor der Intensität und der Brutalität, die sie zuvor geschildert hat.
Da Geschmäcker verschieden sind, ist sicher für jeden Leser mindesens eine Erzählung dabei, die überzeugt - und ebenso mindestens eine, mit der er oder sie nichts anzufangen weiß.
Allen Erzählungen gemein ist die Brutalität und die Hemmungslosigkeit, mit der Kristen Roupenian die niederen Instinkte, Grausamkeit, Voyeurismus, Egoismus, Kontrolle, Macht, sexuelle Begierde und Abweisung der Menschen darstellt.
Auch wenn ich aus den meisten Erzählungen verstört entlassen wurde, haben sie mich beeindruckt. Die Deutungsrahmen sind sehr offen gesteckt, jeder Leser kann quasi beliebig viel oder wenig in die Erzählungen hinein- und herauslesen.