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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.02.2019

schöner, wenn auch seichter Liebesroman

Montana Dreams - So wild wie das Leben
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„Montana Dreams – so wild wie das Leben“ von Jennifer Ryan ist der zweite Band der vierteiligen Reihe rund um Cowboys und das Ranchleben in Montana.

Gillian zieht mit ihrem kleinen Bruder zu ihrem Großvater ...

„Montana Dreams – so wild wie das Leben“ von Jennifer Ryan ist der zweite Band der vierteiligen Reihe rund um Cowboys und das Ranchleben in Montana.

Gillian zieht mit ihrem kleinen Bruder zu ihrem Großvater auf dessen Ranch in Montana. Die beiden kennen sich nicht, aber, wenn sie ihren Bruder nicht verlieren will, hat sie keine andere Wahl, nachdem sie ihren Vater in Notwehr getötet hat. Auf der Ranch können Gillians Wunden heilen und sie lernt langsam wieder anderen zu vertrauen. Besonders der Cowboy Blake hat es ihr angetan. Allerdings muss sie dafür ihre Ängste überwinden und seinen Job darf sie ebenfalls nicht riskieren.

Die Landschaft und die Charaktere werden anschaulich beschrieben. Man kann sich gut in sie hineinversetzen und ihre Gefühle und Handlungen nachvollziehen.

Gillian und ihr Bruder Justin haben eine schwere Zeit hinter sich. Während Justin schnell wieder Vertrauen fassen kann, fällt dies Gillian, die ihr bisheriges Leben immer auf der Hut sein musste, schwer. Hinzu kommen die große Last der Verantwortung und der Schuld, sowie ihre Verletzungen. Gillian versucht es allen recht zu machen und ihr fällt es schwer, Hilfe anzunehmen. Blake ist sehr einfühlsam und geht mit Gillian genauso um, wie er es bei scheuen Pferden macht.

Der Roman bestückt die üblichen Klischees eines Liebesromans: schwere Vergangenheit der Prota, gutaussehender, perfekter „Held“ und eifersüchtiger Antagonist, sowie ein paar Spannungsbögen.

Damit ist es ein schöner, wenn auch seichter Liebesroman, der „frau“ ein paar angenehme Lesestunden beschert.

Veröffentlicht am 19.02.2019

kurzweilige Urlaubslektüre

Apfelkuchen am Meer
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„Apfelkuchen am Meer“ von Anne Barns ist im Jahr 2017 erschienen.

Merle beschließt in den Ferien einen Ferienjob auf Juist anzunehmen. Die Insel verbindet sie mit Kindheitserinnerungen und diese leben ...

„Apfelkuchen am Meer“ von Anne Barns ist im Jahr 2017 erschienen.

Merle beschließt in den Ferien einen Ferienjob auf Juist anzunehmen. Die Insel verbindet sie mit Kindheitserinnerungen und diese leben dann auch wieder auf, als sie dort ankommt und einige bekannte Gesichter wiedersieht. Angestachelt durch eine Info von einer Freundin, dass diese auf der Insel eine Torte gegessen hat, dessen Rezept eigentlich ein geheimes Familienrezept ist, begibt sich Merle auf die Suche danach, wer die Torte gebacken haben könnte. Dabei stößt sie auf ein dunkles Familiengeheimnis, das ihre Zeit auf der Insel zu überschatten droht.

Der Schreibstil ist flüssig und liest sich einfach so weg. Zusammen mit dem seichten Inhalt ergibt das eine wunderbare Urlaubslektüre, ideal für den Strand oder einfach mal so.

Die Insel und das Leben dort wird anschaulich beschrieben und weckt die Lust, ebenfalls dorthin zu fahren. Die Charaktere werden gut beschrieben, so dass man sich leicht in sie hineinversetzen kann. Durch die größtenteils sympathischen Charaktere ist die gesamte Atmosphäre eher entspannt und wird lediglich durch kurze negative Ereignisse gestört.
Aber im Großen und Ganzen kommt der Roman ohne große Spannungsbögen und Höhepunkte daher.
Das Verhalten des Kochs empfinde ich als etwas übertrieben und unrealistisch, das Familiengeheimnis ist tragisch, passt aber irgendwie kaum zu dem ansonsten seichten Verlauf der Handlung.

Insgesamt waren es angenehme Lesestunden, die ich mit dem Buch verbracht habe. Die Rezepte am Ende klingen interessant und lecker.
Für jemanden, der ein kurzweiligen Urlaubsroman lesen möchte, ist mit diesem Buch gut beraten.

Veröffentlicht am 10.02.2019

Gute Einführung in einen gesunden Ernährungsstil

Paleo-Diät für Einsteiger
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Das Buch gibt eine gute Einführung in den Lebens- /Ernährungsstil Paleo - Essen wie zur Steinzeit.
Gut verständlich und anschaulich wird dargestellt, warum unser Körper mit einigen Lebensmitteln mehr Probleme ...

Das Buch gibt eine gute Einführung in den Lebens- /Ernährungsstil Paleo - Essen wie zur Steinzeit.
Gut verständlich und anschaulich wird dargestellt, warum unser Körper mit einigen Lebensmitteln mehr Probleme hat als mit anderen und wie man sich ausgewogen und gesund ernähren kann.

Die Rezepte im Anhang sind alltagstauglich und - zumindest die, die ich bereits getestet habe - auch ganz gut.

Für den Einstieg in diese Ernährungsform gibt das Buch einige gute Impulse.

Warum man es als Diät bezeichnet, ist mir nicht so ganz klar, denn man sollte es wohl eher als Ernährungsumstellung betrachten und nicht als Diät, aber vielleicht verkauft es sich so besser?

Insgesamt finde ich das Buch interessant und lesenswert. Alles davon werde ich vielleicht nicht umsetzen, aber es hat mir doch so manchen Denkanstoß gegeben und zu einer Änderung in meiner Essgewohnheit geführt.

Veröffentlicht am 03.01.2019

Guter Schreibstil, aber die Geschichte ist bekannt durch Teil 1

Entführt 2
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„Entführt – Bis in die dunkelste Nacht“ von Mila Olsen ist der zweite Teil der Louisa und Brendan-Reihe.

Ich habe lange gezögert, ob ich dieses Buch lesen soll oder nicht. Den ersten Teil habe ich vor ...

„Entführt – Bis in die dunkelste Nacht“ von Mila Olsen ist der zweite Teil der Louisa und Brendan-Reihe.

Ich habe lange gezögert, ob ich dieses Buch lesen soll oder nicht. Den ersten Teil habe ich vor ca. einem Jahr gelesen und fand ihn sehr gut. Allerdings bin ich kein Fan davon, eine Geschichte nochmal aus der Perspektive eines anderen zu lesen, da die Handlung dann bereits bekannt ist. Louisas Entführung von Brendan wird dieses Mal aus Brendans Sicht erzählt.

Sein Leben und sein Trauma, sowie seine Flashbacks werden ausführlich und gut nachvollziehbar geschildert.

Dadurch, dass es bereits einige Zeit her war, dass ich Band 1 gelesen habe, war das Geschehen nicht mehr so präsent, dennoch konnte ich mich noch gut an die meisten Handlungen erinnern. Somit gab es für mich keine Überraschungen und die Spannung war auch deutlich geringer als beim ersten Teil.

Nichtsdestotrotz ist der Schreibstil sehr gut, flüssig zu lesen und sehr gefühlsbetont geschrieben. Sich in Brendan hineinzuversetzen fiel mir dennoch schwer aufgrund seiner – zumindest zu Beginn – doch sehr kranken Gedankengänge. Seine Beweggründe für die Entführung und für sein Verhalten werden deutlich gemacht und anschaulich beschrieben. Seine Vergangenheit hat mich tief erschüttert.

Das Buch ist gelungen. Und wenn ich den ersten Teil nicht gelesen hätte, dann hätte ich wahrscheinlich sogar 5 Sterne vergeben. Aber so war es für mich halt doch nur ein Wiederaufwärmen einer bereits bekannten Geschichte.
Da sie aber ansonsten wirklich gut umgesetzt ist und Brendans Krankheit sehr detailliert und glaubwürdig beschrieben ist, vergebe ich dennoch 4 Sterne.

Veröffentlicht am 03.12.2018

Ein bewegendes Buch mit einer sehr interessanten Handlung, die ein paar kleine Schwächen aufweist

Vox
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„Vox“ ist der Debütroman von Christina Dalcher. Der sozialkritische Roman ist im August 2018 erschienen.

Eine neue Regierung versetzt die USA wieder in eine Zeit, in der die Frauen keinerlei Rechte haben: ...

„Vox“ ist der Debütroman von Christina Dalcher. Der sozialkritische Roman ist im August 2018 erschienen.

Eine neue Regierung versetzt die USA wieder in eine Zeit, in der die Frauen keinerlei Rechte haben: Kein Pass, keine Arbeit, kein Wahlrecht und auch keine Stimme. Ein Wortzähler, den jedes Mädchen und jede Frau tragen muss, erlaubt nicht mehr als 100 Wörter pro Tag, danach wird frau mit Stromschlägen bestraft. Jean war vor der Neuerung eine hochangesehene Neurowissenschaftlerin. Jetzt muss sie miterleben, wie ihre kleine Tochter in der Schule nicht im Lesen unterrichtet wird, sondern nähen und kochen lernt, ihre Söhne allmählich die neuen Regeln verinnerlichen und die Frauen abfällig betrachten und ihr Mann sich immer mehr anpasst. Aber Jean will nicht aufgeben, sie ist bereit für ihre Stimme zu kämpfen. Wie weit würdest du gehen, um eine falsche Regierung zu stürzen?

Dystopie oder realitätsnah, die Frage habe ich mir so manches Mal gestellt. Die Schilderungen, wie es zu dem Wechsel in der Regierung, der schleichenden Patriarchalisierung, dem religiösen Fanatismus gekommen ist, sind durchaus realistisch und lassen dieses – für jede Frau – Horrorszenario nicht so abwegig erscheinen, wie es wünschenswert wäre. Allerdings ist der weitere Verlauf der Geschichte, wie Jean es schafft, die Regierung zu hintergehen doch sehr fantastisch und unrealistisch.

Der Anfang des Buches war faszinierend und erschreckend zu gleich. Mitanzusehen, wie die Regierung es mit perfiden Methoden schafft, ihre fanatischen Vorstellungen umzusetzen und Gehirnwäsche bei den Menschen zu betreiben, wie schnell sich die jungen Leute an diese Regeln gewöhnen und sie als normal und richtig erachten, wie die Weltsicht sich ändern kann und man auf einmal Freunde/geliebte Menschen verrät und verachtet, weil sie sich „falsch“ verhalten, ist erschreckend, zumal es nichts Neues ist, sondern ja in anderer Art und Weise bereits vorgekommen ist.
Im Verlauf des Buches gerät dieser Ansatz dann aber etwas mehr in den Hintergrund und die neurolinguistische Arbeit der Protagonistin gerät in den Fokus. Sowohl was die medizinischen Fakten anbelangt als auch am Ende die Umsetzung von Jeans Plan bleibt es dann allerdings sehr schwammig und die Erklärungen lassen viele Fragen des Lesers unbeantwortet. Hier hätte die Autorin vermutlich etwas tiefer recherchieren müssen, um mehr ins Detail gehen zu können und sich nicht zu sehr in Ungereimtheiten zu verstricken.

Der Schreibstil ist gut. Das Buch liest sich flüssig und durch die Ich-Erzählperspektive kann man sich auch gut in Jeans Gefühls- und Gedankenwelt hineinversetzen.

Das Cover rüttelt wach und zeigt sofort, worum es geht. Die roten Buchstaben auf dem weißen Grund wirken alarmierend und das rote X vor dem Mund der Frau verdeutlicht anschaulich das Thema.

Sozialkritik, religiöser Fanatismus, Feminismus, Gleichberechtigung sind die Hauptthemen des Buches.

Fazit:
Ein bewegendes Buch mit einer sehr interessanten Handlung, die ein paar kleine Schwächen aufweist. Aber durchaus lesenswert.