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Veröffentlicht am 15.03.2019

Ich möchte keinen Tag dieses Sommers missen!

Sommer bei Gesomina
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„Jona, das Leben geht weiter“, sagte sie leise. „Man muss da einmal durch, aber nicht immer wieder, verstehst du?“
„Aber wie geht die Geschichte weiter? Was ist dann passiert?"
„Das ist keine Geschichte“, ...

„Jona, das Leben geht weiter“, sagte sie leise. „Man muss da einmal durch, aber nicht immer wieder, verstehst du?“
„Aber wie geht die Geschichte weiter? Was ist dann passiert?"
„Das ist keine Geschichte“, sagte sie. „Das war mein Leben.“
Seite 143

Weil seine Mutter verreist, muss der 12jährige Jona seine Ferien bei seinem ehemaligen Kindermädchen Gesomina verbringen.
Wie Jona aus dem Wal wird er aus dem glänzenden Mercedes seiner Mutter in die kleine Straße in Berlin gespuckt, um diese zu verändern.

Die Straße selbst ist eine skurrile kleine Welt für sich, mit einer Weinhändlerin, die nichts von Wein versteht, einem trübsinnigen Gastwirt, einem tasmanischen Schuhverkäufer und einem türkischen Friseur.
Jona ist ein unglaublicher Junge, trotz seiner unaufmerksamen Eltern ist er umso feinfühliger und achtsam. Er führt die sehr unterschiedlichen Nachbarn zusammen, und als er von Gesominas verlorenem Kind erfährt, will er alles daransetzen, es wiederzufinden. Dafür muss sie sich an ihr altes Leben in Somalia erinnern, an ihren brutalen Ehemann und den schlimmsten Verlust ihres Lebens. Und sie muss auch wieder lernen, jemanden an sich heranzulassen, auch wenn die Gefahr besteht, verletzt zu werden.

„Anders als bei Bäumen legten sich bei Menschen die neuen Jahre um die alten herum. Das Vergangene blieb nur solange unsichtbar, wie der Mensch nicht zusammenbrach.“ Seite 207

Dafür zeigt sie ihm ihre Welt, kocht aus Atrusis Kochbuch Gespenstergnocchi und Quatschlappen, besucht Indianer übersetzende Maler und alte Freunde. Weg von seiner grauen, finanziell gesicherten, langweiligen Welt hinaus in ein buntes Leben.

Es ist ein verregneter, aufregender, manchmal auch trauriger Sommer, den wir gemeinsam mit den beiden verbringen dürfen, und ich möchte keinen Tag davon missen!

Veröffentlicht am 15.03.2019

Mehr davon!

Glückskatz
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„Ist es nicht ein bisschen wie bei uns? Der schmerbauchige Kommissar und sein zivilisierter, hochintelligenter Kollege.“ (Frau Merkel Steinböck angesichts von „Tatort“ im TV)

Als der skrupellose Anwalt ...

„Ist es nicht ein bisschen wie bei uns? Der schmerbauchige Kommissar und sein zivilisierter, hochintelligenter Kollege.“ (Frau Merkel Steinböck angesichts von „Tatort“ im TV)

Als der skrupellose Anwalt Käskopf ermordet wird, hält sich die Trauer in Grenzen. Dafür ist die Liste der Verdächtigen lang. Steinböck beginnt zu ermitteln, wie immer tatkräftig unterstützt von Kollegin Ilona, seinem im Rollstuhl sitzenden Kollegen Emil und nicht zu vergessen: Frau Merkel, seine Katze.
Sie ist am Tatort und auch im Kommissariat immer mit dabei und liefert nicht nur einmal den entscheidenden Hinweis.

Ich durfte zum ersten Mal mit Steinböck und Frau Merkel ermitteln und bin restlos begeistert! Schon lange hat mich kein Krimi mehr gleichzeitig so gefesselt und gut unterhalten! Die Katze und ihr schwarzer „Bruder“ Emil haben einen ebenso schwarzen Humor, der mich oft laut auflachen ließ.
Auffallend ist die Kommunikation zwischen Frau Merkel und Steinböck, irgendwie versteht er jedes Wort (wir als Katzenbesitzer wissen, dass es so ist ;) ), sorgt aber auch mehr als einmal für Verwirrung, wenn er seiner Katz antwortet und sich die Kollegen rundherum angesprochen fühlen. Frau Merkel schnüffelt an Leichen, wird von streichelnden Kinderhänden gejagt und greift auch mal beherzt ein, wenn jemand in Gefahr ist. Sie ist der unangefochtene Star, auch wenn ihr eine Winkekatze starke Konkurrenz macht.
Sie ist für bissige Seitenhiebe zuständig, da ist die Rede von „der Achse des Blöden“, auch „ein Depp im Kornfeld“ ist ihr nicht unbekannt.

Doch das ist nicht die einzige Besonderheit dieses Krimis. Obwohl der Schauplatz München ist, was man auch am herrlichen Dialekt immer wieder hört, streckt die Geschichte ihre Fühler weit über die Stadtgrenzen, zeigt Missstände auf und ergreift topaktuelle Themen.
Der Fall selbst stellte mich bis zuletzt vor ein Rätsel. Manche Dinge habe ich erahnt, bei manchen tappte ich bis zur gelungenen Auflösung am Schluss im Dunkeln!

Fazit: Eine perfekte Mischung aus Spannung, Humor, bayrischen Eigenheiten, Weltthemen und einer Katze, die ihre Spürnase nicht raushalten kann! Mehr davon!

Veröffentlicht am 15.03.2019

Mehr davon!

Glückskatz
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„Ist es nicht ein bisschen wie bei uns? Der schmerbauchige Kommissar und sein zivilisierter, hochintelligenter Kollege.“ (Frau Merkel Steinböck angesichts von „Tatort“ im TV)

Als der skrupellose Anwalt ...

„Ist es nicht ein bisschen wie bei uns? Der schmerbauchige Kommissar und sein zivilisierter, hochintelligenter Kollege.“ (Frau Merkel Steinböck angesichts von „Tatort“ im TV)

Als der skrupellose Anwalt Käskopf ermordet wird, hält sich die Trauer in Grenzen. Dafür ist die Liste der Verdächtigen lang. Steinböck beginnt zu ermitteln, wie immer tatkräftig unterstützt von Kollegin Ilona, seinem im Rollstuhl sitzenden Kollegen Emil und nicht zu vergessen: Frau Merkel, seine Katze.
Sie ist am Tatort und auch im Kommissariat immer mit dabei und liefert nicht nur einmal den entscheidenden Hinweis.

Ich durfte zum ersten Mal mit Steinböck und Frau Merkel ermitteln und bin restlos begeistert! Schon lange hat mich kein Krimi mehr gleichzeitig so gefesselt und gut unterhalten! Die Katze und ihr schwarzer „Bruder“ Emil haben einen ebenso schwarzen Humor, der mich oft laut auflachen ließ.
Auffallend ist die Kommunikation zwischen Frau Merkel und Steinböck, irgendwie versteht er jedes Wort (wir als Katzenbesitzer wissen, dass es so ist ;) ), sorgt aber auch mehr als einmal für Verwirrung, wenn er seiner Katz antwortet und sich die Kollegen rundherum angesprochen fühlen. Frau Merkel schnüffelt an Leichen, wird von streichelnden Kinderhänden gejagt und greift auch mal beherzt ein, wenn jemand in Gefahr ist. Sie ist der unangefochtene Star, auch wenn ihr eine Winkekatze starke Konkurrenz macht.
Sie ist für bissige Seitenhiebe zuständig, da ist die Rede von „der Achse des Blöden“, auch „ein Depp im Kornfeld“ ist ihr nicht unbekannt.

Doch das ist nicht die einzige Besonderheit dieses Krimis. Obwohl der Schauplatz München ist, was man auch am herrlichen Dialekt immer wieder hört, streckt die Geschichte ihre Fühler weit über die Stadtgrenzen, zeigt Missstände auf und ergreift topaktuelle Themen.
Der Fall selbst stellte mich bis zuletzt vor ein Rätsel. Manche Dinge habe ich erahnt, bei manchen tappte ich bis zur gelungenen Auflösung am Schluss im Dunkeln!

Fazit: Eine perfekte Mischung aus Spannung, Humor, bayrischen Eigenheiten, Weltthemen und einer Katze, die ihre Spürnase nicht raushalten kann! Mehr davon!

Veröffentlicht am 07.03.2019

Eine moderne Pippi auf dem Fahrrad! Fortsetzung dringend erwünscht!

Mein Leben voller Feenstaub und Konfetti (schön wär’s!)
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„Da waren wir also. Eine Dicke, eine Blasse, eine Schüchterne, eine Fußballspielerin und ein Mädchen, das keinen Ärger macht (ich). Und auf der anderen Seite (…) die Gestylten. (…) Das habe ich also schon ...

„Da waren wir also. Eine Dicke, eine Blasse, eine Schüchterne, eine Fußballspielerin und ein Mädchen, das keinen Ärger macht (ich). Und auf der anderen Seite (…) die Gestylten. (…) Das habe ich also schon mal geschafft! Ich bin von Anfang an in der richtigen Mädchenclique gelandet!“ – Seite 74

Lenis Wechsel ins Gymnasium steht bevor. Und ihre Schwester, die Schauspielerin, ist der Star in der Schule! Und Leni… naja, irgendwie zieht sie das Chaos magisch an! Also nimmt sie sich vor, das Mädchen zu werden, das keinen Ärger macht. Die richtigen Freunde, feste Regeln und die richtige Kleidung… Ob das so klappt?

„Und wo ich mir die beiden (soeben gekauften) Röcke, denke ich: Vielleicht bin ich nicht das MÄDCHEN, DAS KEINEN ÄRGER MACHT, sondern DAS MÄDCHEN, DAS DEN VERSTAND VERLOREN HAT.“ – Seite 54

In ihrem Tagebuch berichtet uns Leni von den letzten Ferientagen, Kleiderkauf, aufregenden Geschichten rund um ihren Hamster, Streit unter Schwestern und Geschirrspüler-Diskussionen. Witzig erzählte alltägliche Themen, die wir auch zu Hause genauso kennen! Das ganze wird von kleinen Illustrationen lustig untermalt. Sie sind, ebenso wie das farbenfrohe, glitzernde Cover mit den hervortretenden Buchstaben ein echter Hingucker!
Was soll ich sagen?! Ich habe das Buch von der ersten bis zur letzten Seite verschlungen! Leni ist ein außergewöhnliches, selbstbewusstes Mädchen, das ihren Weg geht, auch wenn der abseits von ausgetretenen Pfaden ist! Und je mehr sie sich anstrengt, keinen Ärger zu machen, umso mehr gerät sie ins (unterhaltsame) Schlamassel!
Bei all den lustigen Erlebnissen kommt auch noch richtig Spannung auf, manchmal war ich soooo versucht, nach vorne zu blättern um zu sehen, wie dieses Abenteuer ausgeht und ob Leni ihren Kopf noch mal aus der Schlinge ziehen kann. Das passiert mir kaum bei einem Buch!
Einziger winziger Kritikpunkt: Die Schrift ist für ein Buch für dieses Lesealter leider etwas kleingeraten. Ich hoffe, dass das keine Jungleser*in davon abhält, zu diesem Buch zu greifen, denn es ist definitiv lesenswert!

Emma Flint hat mit Leni eine so lebensechte Figur geschaffen, die trotz des Chaos, das sie verbreitet, und ihres losen Mundwerkes das Herz am rechten Fleck hat, eine moderne Pippi auf dem Fahrrad! Fortsetzung dringend erwünscht!

Veröffentlicht am 01.03.2019

Unglaublich!

Liebende
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„Wenn ein Karpfen Flügel bekommen hat, um durch den Himmel zu fliegen, deutet das sicher darauf hin, dass der Himmel auf die Erde herabgestiegen ist.“
Seite 88

Blauperlenauge ist ein Windspielfisch, gemeinsam ...

„Wenn ein Karpfen Flügel bekommen hat, um durch den Himmel zu fliegen, deutet das sicher darauf hin, dass der Himmel auf die Erde herabgestiegen ist.“
Seite 88

Blauperlenauge ist ein Windspielfisch, gemeinsam mit Schwarzperlenauge hängt er im Tempel von Unju-Sa, um seine Glöckchen zum Klingen zu bringen und damit die Menschen zu erfreuen.
Doch er träumt von so viel mehr, und eines Tages gelingt es ihm, zu fliegen. Und er entdeckt und erobert die Welt, lernt Höhen und Tiefen kennen und findet heraus, was die Antwort auf alle Fragen ist, was jede Sehnsucht stillt…
„Auf die Form, die das Leben annimmt, kommt es wirklich nicht so an.“
„Aber was ist dann das Wichtigste?“
„Ein liebevolles Herz zu haben. Am wichtigsten ist es, für jemanden, den man liebt, alles zu geben. Zu lieben – um nichts anderes geht es.“
Seite 49

Was für ein unglaubliches Buch! Wieviel Botschaft kann man in so wenige Zeilen packen?!
Jeong Ho-seungs „Liebende“ trifft mitten ins Herz, stellt Fragen, die wir alle kennen und liefert uns Antworten, die wir im Grunde wissen (sollten). Er lehrt uns Demut, dass es wichtiger ist, zu lieben als geliebt zu werden, bringt uns in Gefahr und errettet uns. 127 Seiten voller Metaphern und wertvoller Botschaften!
Das ganze wird durchzogen von schönen farbigen Zeichnungen, die uns die Stationen von Blauperlenauge näher bringen.


Und an alle, die sich fragen, wie einen die Liebesgeschichte eines fliegenden Windspielkarpfens berühren kann: Ich kann es kaum beschreiben, aber es ist so!
Unglaublich!