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Veröffentlicht am 04.05.2019

Emelies erster Fall ...

SCHWEIGEPFLICHT
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Von Jens Lapidus kannte ich bisher nur die Stockholm Noir-Trilogie, die auch schon erfolgreich verfilmt wurde. So war ich sehr gespannt auf diesen Auftakt zu einer neuen Reihe.
Hauptperson ist diesmal ...

Von Jens Lapidus kannte ich bisher nur die Stockholm Noir-Trilogie, die auch schon erfolgreich verfilmt wurde. So war ich sehr gespannt auf diesen Auftakt zu einer neuen Reihe.
Hauptperson ist diesmal die junge Anwältin Emelie Jansson, die gerade erst ihre Prüfung erfolgreich absolviert hat und bereits eine der großen Hoffnungsträgerinnen der renommiertesten Wirtschaftsanwaltskanzlei Schwedens ist.
Dann ist da noch Teddy, ein inzwischen rehabilitierter Kleinkrimineller, der in seiner Vergangenheit einen schweren Fehler gemacht hat. Er hat im Auftrag Unbekannter einen Mann gekidnappt und dieser hat sich schließlich das Leben genommen aufgrund der schlimmen Erlebnisse in der Gefangenschaft. Teddy fühlt sich deshalb der Familie gegenüber schuldig.
So ist es für ihn selbstverständlich, dass er dem Sohn des Mannes helfen will, als dieser unter Mordverdacht festgenommen wird. Benjamin wurde unweit eines Tatorts in seinem verunfallten Auto gefunden, die Indizien sind erdrückend und er kann sich an nichts erinnern.
Er fordert Emelie als seine Strafverteidigerin an, was deren Chef allerdings nicht erlaubt. Sie entschließt sich, den Fall trotzdem anzunehmen und es zu verheimlichen. Unter sehr erschwerten Bedingungen stürzt sich die junge Anwältin also in ihren ersten eigenen Fall und ermittelt mit Teddy zusammen auf eine Faust. Sie stoßen auf ein Netz aus Korruption und legen sich mit dem organisierten Verbrechen an. Es wird gefährlich für alle Beteiligten …

Jens Lapidus ist ja selbst ein sehr angesehener Strafverteidiger und plaudert somit aus dem Nähkästchen. Solche Bücher liebe ich immer sehr, denn man spürt einfach, dass er weiß, worüber er schreibt.
Dazu hat er sich noch einige wirklich liebenswerte sympathische Charaktere ausgedacht, die ich gleich ins Leserherz geschlossen habe. Die toughe Emelie, ihre Anwaltskollegin Josephine, Teddy und dessen Neffe Nikola und viele mehr machen die Story zu einem Erlebnis, bei dem man gern mit den Beteiligten mitfiebert.

Die Geschichte ist spannend aufgebaut, zunächst kann man einige Passagen, die ein Informantengespräch dokumentieren, nicht richtig einordnen, aber so nach und nach ergibt alles ein stimmiges Bild. Es geht um Geldwäsche und andere dunkle Finanzgeschäfte, um Diebstahl, Bandenkriminalität und vieles mehr. Ein Einblick in die finstersten Ecken Schwedens. Toll und mitreißend beschrieben, so dass man beim Lesen einfach gefesselt ist.

Was mir dann allerdings nicht so gefallen hat, das war das Ende: ein Cliffhanger, der wirklich neugierig auf die Fortsetzung macht. Hoffentlich müssen wir nicht allzu lange darauf warten.
Mir hat dieser Thriller einige Stunden beste Leseunterhaltung beschert, die Story ist komplex und prima durchdacht, ich mag die Protagonisten und bin gespannt, wie es mit ihnen weitergeht!

Veröffentlicht am 22.04.2019

Die Jagd geht weiter ...

Elias & Laia - In den Fängen der Finsternis
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Vom ersten Band war ich sehr begeistert, Band 2 habe ich leider nur als Hörbuch gehört und durch die Kürzung hatte die Story weniger Tiefgang. So habe ich jetzt ein bisschen länger gebraucht, bis ich mich ...

Vom ersten Band war ich sehr begeistert, Band 2 habe ich leider nur als Hörbuch gehört und durch die Kürzung hatte die Story weniger Tiefgang. So habe ich jetzt ein bisschen länger gebraucht, bis ich mich wieder an alle Personen und die ganze Vorgeschichte erinnern konnte. Komplett ohne Vorkenntnisse würde ich das Buch eigentlich weniger empfehlen, denn die wunderbare komplexe Saga entwickelt sich immer weiter und man sollte alle Details kennen.

In der Fortsetzung geht die Jagd spannend weiter: Elias und Laia sind zwar wieder frei, aber sie werden weiterhin gnadenlos verfolgt. Auch ihre frühere Freundin Helena, inzwischen der „Blutgreif“ des Martialenimperators Marcus, hat es nicht leicht. Sie bangt um ihre Schwester Livia, steht oft zwischen den Fronten und muss schwere Entscheidungen treffen.
Elias hat ein großes Erbe angetreten: er ist nun der „Seelenfänger“ und muss dafür sorgen, dass die Geister der Verstorbenen problemlos an ihr Ziel gelangen. Doch er ist mit seiner neuen Rolle noch nicht sehr vertraut, er kann die Brücken zu seinem früheren Leben nicht abbrechen, was noch für einige Schwierigkeiten sorgen wird.
Laia indes erfährt im Lauf der Geschichte Dinge, die alles verändern. Auch sie steht oft vor schier unüberwindbaren Hürden und stößt an ihre Grenzen.
Können sie gemeinsam das Böse in Form des „Nachtbringers“ wirklich aufhalten?

Das Tolle an diesen Büchern sind nicht nur die sympathischen Charaktere, die man ganz schnell ins Leserherz schließt. Es ist auch der absolut mitreißende, atmosphärische und lebendige Schreibstil von Sabaa Tahir, dem man sich nicht entziehen kann. Ihre Geschichten sind sehr emotional, spannend, mit vielen überraschenden Wendungen und nicht geahnten Verquickungen, die dafür sorgen, dass man gar nicht mehr mit dem Lesen aufhören möchte.
Erzählt wird die Geschichte in wechselnden Kapiteln aus der Sicht von Laia, Elias und Helena. Der Perspektivenwechsel sorgt für Abwechslung, manchmal verwirrt er allerdings auch ein bisschen.

Bei aller Liebe und manchmal auch etwas humorvollen Szenen steckt aber auch ordentlich viel Gewalt, Blutvergießen, Ränke, Rache, Verrat und unsägliches Leid in dieser Story. Es herrscht absolut keine friedvolle Atmosphäre, sondern eher eine stetige Anspannung und man weiß oft nicht, wem man trauen kann oder nicht. Dabei entpuppt sich jedoch auch so mancher Feind selbst als Opfer, was die Grenzen zwischen Gut und Böse oft verschwimmen lässt.
Es ist eine vielschichtige, komplexe Geschichte, die auf jeden Fall die Vorkenntnisse aus den anderen beiden Bänden erfordert, um alles zur Gänze zu verstehen. Charaktere entwickeln sich weiter, alte Verbindungen spielen später wieder eine große Rolle, wir erleben, wie quasi eine ganze Welt in Aufruhr versetzt wird und einige Stämme ums Überleben kämpfen.

Das Ende lässt auf eine Fortsetzung hoffen, denn so vieles liegt noch im Argen und neue Figuren sind aufgetaucht, die mit Sicherheit auch noch eine tragende Rolle spielen werden. Ich freue mich schon sehr auf einen vierten Band, der hoffentlich bald erscheint.

Veröffentlicht am 07.03.2019

Ungewöhnlicher Schreibstil, aber mitreißend ...

Als die Tage ihr Licht verloren
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Die Autorin spielt geradezu mit den Worten, sie lässt das Gelesene lebendig erscheinen und passt ihren Stil oft auch an die jeweilige Figur an, um die es gerade geht.
Das war für mich zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, ...

Die Autorin spielt geradezu mit den Worten, sie lässt das Gelesene lebendig erscheinen und passt ihren Stil oft auch an die jeweilige Figur an, um die es gerade geht.
Das war für mich zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, denn es führt dazu, dass man sich immer wieder auf Neues einstellen muss, es las sich manchmal leicht holprig.

Aber was man in diesem Buch liest, das lässt mit Sicherheit niemanden kalt. Wir begleiten zwei Schwestern und ihre Familie durch die furchtbare Zeit des Zweiten Weltkriegs. Hautnah erleben wir mit Linda und Gitte, welche Ängste, Einschränkungen und Gefahren damals an der Tagesordnung waren.
Besonders mit Linda konnte ich mich gut identifizieren: sie ist sehr emotional, sprunghaft, leicht aus der Bahn zu werfen und trotzdem eine Kämpferin. Ihre Schwester Gitte war mir oft etwas zu angepasst und gutgläubig, aber auch sie hat das Herz am rechten Fleck und trifft die richtigen Entscheidungen, wenn es hart auf hart kommt.
Besonders beeindruckt hat mich auch die Figur der Oma, die trotz schlimmer Folgen nicht aufgibt, frühzeitig die richtigen Schlüsse zieht und klug vorsorgt.
Die realistisch anmutenden Schilderungen der Autorin über die damaligen "Säuberungsaktionen", bei denen zahllose behinderte und kranke Menschen einfach den angeblichen Gnadentod gefunden haben, sind sehr mitreißend und bewegend.

Das Buch liest sich sehr fesselnd, man will es nicht mehr aus der Hand legen. Es hat mich bestens unterhalten und mir Einblicke gewährt, die nachwirken.
Leider kann ich mich mit dem Schluss nicht so ganz anfreunden, denn vieles verlief irgendwie im Sande, wurde nicht weiter verfolgt und man erfährt nicht, wie es den liebgewonnenen Personen weiterhin ergangen ist. Ich mag keine losen Enden, das hat das Ganze etwas getrübt. Aber insgesamt ein sehr empfehlenswertes Buch!

Veröffentlicht am 06.03.2019

Mutet erschreckend real an ...

Die Reinsten
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Die Story ist alles andere als abwegig, wenn man sich mal ohne rosarote Brille ansieht, wo wir heute bereits stehen: Umweltzerstörung, Klimawandel, Überbevölkerung, Hunger, Krieg, soziale Ungerechtigkeit ...

Die Story ist alles andere als abwegig, wenn man sich mal ohne rosarote Brille ansieht, wo wir heute bereits stehen: Umweltzerstörung, Klimawandel, Überbevölkerung, Hunger, Krieg, soziale Ungerechtigkeit und zunehmende Digitalisierung prägen unseren Alltag.
Ausgehend von dieser Situation hat der Autor eine Geschichte verfasst, in der ganze 150 Jahre nach der großen Katastrophe von 2041 erneut ein Umbruch ansteht.
„Askit“, eine künstliche Intelligenz, bestimmt die Geschicke der verbliebenen Menschheit. In wenigen imposanten Metropolen leben die sogenannten „Reinsten“ mit den „Angepassten“ zusammen.
Askit sah die Ursachen für die selbstzerstörerische Lebensweise in der Natur des Menschen begründet, woraufhin er eine optimierte Rasse geschaffen hat: mit Hilfe von Gehirnimplantaten sind die Reinsten ganz nah mit ihm verbunden. Ihre Gefühle und Gedanken können kontrolliert und in die richtigen Bahnen gelenkt werden. Sie werden anhand eines Punktesystems bewertet und nur die Besten unter ihnen erreichen ranghohe Posten, beispielsweise in der Wissenschaft.
Eve Legrand ist eine Meeresbiologin, die kurz vor ihrer wichtigsten Prüfung durch Askit steht. Ihre Mutter gehört zu den „Angepassten“, die ohne Implantat leben, aber innerhalb der Gemeinschaft. Außerhalb der Metropolen gibt es kleine Kolonien, in denen sich Abtrünnige und Degradierte (Verstoßene) angesiedelt haben.
Schon im Vorfeld der Prüfungen kommt es immer wieder zu seltsamen Situationen, die Eve nicht richtig einordnen kann. Und dann geschieht etwas, das ihr bisheriges Leben komplett aus der Bahn wirft: ausgerechnet sie, die den höchsten Punktestand aller Reinsten erreicht hat, wird von Askit degradiert. Gejagt von Drohnen und Kampfrobotern sucht Eve mit ihrer besten Freundin Adlin und deren Mann Samir erst einmal Schutz in einer der Kolonien, der ihnen nach anfänglichem Misstrauen auch gewährt wird. Weitere Reinste folgen, denn die Degradierungen betreffen viele der besten Absolventen.
Was bezweckt Askit mit diesem Schritt? Hat er sich von seiner bisherigen Vorgehensweise abgewandt oder wurde die künstliche Intelligenz gar von einem Virus befallen, wie manche glauben?
Eve und ihre Freunde erfahren von den Kolonisten vieles über die Vergangenheit, das alles bisher Geglaubte in Frage stellt. Was werden die Reinsten mit diesem Wissen tun?
Askit hat seine Verbindung zu Eve allerdings nie wirklich getrennt, viel mehr wird ihr plötzlich bewusst, dass von ihrer Entscheidung der Fortbestand der Menschheit abhängt …

Die Geschichte hat mich schon auf den ersten Seiten sehr berührt und mitgerissen. Wir werden in eine neue Welt katapultiert, in der beinahe alle unsere heutigen Probleme gelöst scheinen. Aber der erste Eindruck trügt, denn hinter der Fassade brodelt es gewaltig.
Zahlreiche Wissenschaftler arbeiten zusammen mit der künstlichen Intelligenz Askit daran, das Weltklima wieder auf ein Niveau zu bringen, das den Menschen auch außerhalb der geschützten Metropolen ein Überleben ermöglichen soll. Die Maßnahmen gegen die hohen Temperaturen und sich ausbreitende Wüsten tragen sichtbare Früchte, aber es gibt Zweifel, ob die Resultate dauerhaft sind.
Das Buch regt zum Nachdenken an, es zeichnet eine Zukunft, die wirklich realistisch erscheint, was andererseits auch wieder sehr erschreckend ist. Können wir solche Entwicklungen überhaupt noch aufhalten oder haben wir unser Schicksal bereits besiegelt?
Ebenso stellt sich die Frage, ob wir wirklich „besser“ wären, wenn wir unsere Emotionen im Griff hätten und Gefühle wie Wut, Neid oder ähnliches reguliert bzw. unterdrückt würden. In Askits Welt werden alle Menschen gleich behandelt: es gibt kein Arm und Reich mehr, alle haben den gleichen Zugang zu Bildung und Nahrung und müssen den gleichen Arbeitseinsatz für die Gemeinschaft leisten. Klingt erst mal sehr erstrebenswert, doch welchen Preis zahlt der Einzelne dafür? Wie wichtig ist eigenständiges Denken, welche Werte muss man höher ansiedeln?

Der Schreibstil ist flüssig und lebendig, das Buch hat mich schnell gefesselt, denn man kann sich alles sehr gut visualisieren.
Eve ist eine Hauptperson, die zwar nicht auf den ersten Blick uneingeschränkt sympathisch wirkt, aber sie hat auch keine einfache Aufgabe – und sie wächst mit ihr. Neben ihr gibt es noch weitere glaubwürdig charakterisierte Figuren, die man gern ins Leserherz schließt.
Im Laufe der Geschichte wird es verwirrend für die Beteiligten und auch ich hatte manchmal kleine Schwierigkeiten, dem Ganzen noch aufmerksam zu folgen und die verschiedenen Parteien und ihre Ziele auseinanderzuhalten. Doch am Ende werden die Hintergründe klar und alles ergibt Sinn.
Das emotionale Dilemma, in dem sich Eve wiederfindet, wird nachvollziehbar geschildert. Sie ist hin und her gerissen zwischen ihrer Unterwerfung gegenüber Askit und ihrer wahren Identität als freier Mensch.

Das Buch hat mich bestens unterhalten und zum Nachdenken bewegt. Ich kann es nur weiterempfehlen!

Für eine weitere Auflage sollte der Verlag noch einmal die doch recht zahlreichen Schreibfehler korrigieren, sogar der Name „Thyron“ (Eves Mann) ist oft falsch geschrieben. Normalerweise erwähne ich dies in Rezensionen nicht, aber hier war es leider sehr gehäuft.

Veröffentlicht am 05.02.2019

Ungewöhnlich, humorvoll, frech!

Jagdtrieb
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Dieser Krimi ist ungewöhnlich, er ist frech, er ist unterhaltsam und irgendwie auch ein bisschen durchgeknallt.

Paul Colossa ist Anwalt und er staunt nicht schlecht, als er plötzlich Inhaber einer eigenen ...

Dieser Krimi ist ungewöhnlich, er ist frech, er ist unterhaltsam und irgendwie auch ein bisschen durchgeknallt.

Paul Colossa ist Anwalt und er staunt nicht schlecht, als er plötzlich Inhaber einer eigenen Kanzlei ist. Sein Onkel Oscar verstarb überraschend und hat ihm sein Haus samt Mieterin, Firma und Angestellten vermacht.
Zunächst kommt sich Paul noch etwas fremd vor in der neuen Situation und über die ihm hinterlassenen Aktenstapel kann er sich auch nur bedingt freuen. Einige Pannen sorgen für Erheiterung: schlecht für Paul, gut für uns Leser.
Onkel Oscars Klienten sind teils recht ungewöhnlich. Er hat verschiedenste Menschen vertreten, ganz unabhängig von Herkunft, Beruf, Finanzen oder gesellschaftlichem Stand. Und er hat sich auch mit kleinen Angelegenheiten befasst, obwohl diese kaum Geld einbrachten. Paul muss sich erst mit den Gepflogenheiten vertraut machen.
Bald trifft er auf die junge Russin Maja, deren Vater sehr wohlhabend ist. Sie wendet sich an Paul, weil ihr Ex-Freund sie permanent belästigt, ein Stalker wie aus dem Lehrbuch.

Paul ist sofort Feuer und Flamme für den Fall, naja, eigentlich eher für Maja. Er fühlt sich gut in seiner Beschützerrolle und legt bald wahre Cowboyallüren an den Tag. Immer tiefer lässt er sich in die Sache verwickeln, er ist sogar selbst dabei, als Maja dem Stalker eine Falle stellen will. Doch diese Aktion geht gründlich schief und Paul kommt nicht ungeschoren davon …

Hendrik Eschs Debütroman ist wirklich mehr als gelungen und bildet auch noch den Einstieg in eine Reihe, was ich ja sowieso immer sehr gut finde. Wenn man Charaktere ins Leserherz geschlossen hat, möchte man auch in Zukunft nicht auf sie verzichten.
Paul ist jetzt kein ganz unumstritten sympathischer Protagonist, aber sehr menschlich – oder soll man besser „männlich“ sagen? ;) Er handelt sehr emotional und manchmal auch etwas unüberlegt, aber er hat doch das Herz am rechten Fleck. Auch seinen Kumpel Attila fand ich wirklich prima, was man von der Ex-Freundin nicht gerade behaupten kann. So wirklich „normale“ Menschen gibt es in der Story irgendwie auch gar nicht, der Autor hat sich einiges einfallen lassen und seinen Figuren trotzdem eine glaubwürdige Lebendigkeit verliehen.

Der Schreibstil ist wunderbar zu lesen, genau die richtige Menge an Details, viele Dialoge, die nicht aufgesetzt wirken und vor allem massig Humor zwischen den Zeilen. Ja, es gibt Szenen, an denen manch ein Leser Anstoß nehmen könnte, aber dann gehört man eben nicht zur erlauchten Zielgruppe. :D Mich persönlich hat nur die „Sache mit dem Hund“ gestört … so was geht bei mir immer überhaupt nicht, da gibt´s glatt nen halben Stern Abzug in der Wertung.

Ansonsten kann ich das Buch nur weiterempfehlen an alle Krimifreunde, die auf der Suche nach etwas ungewöhnlichem „Stoff“ sind und die ein Herz für einen Anwalt haben, der nicht immer nur mit dem Kopf denkt!
Hoffentlich dürfen wir Paul bald bei weiteren Abenteuern begleiten, ich würde mich sehr freuen!