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Veröffentlicht am 05.06.2019

solide

Die Zarin und der Philosoph (Sankt-Petersburg-Roman 2)
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Die Zarin Katharina die 2.te steht im Zentrum der Geschichte von Martina Sahler. Es handelt sich um den zweiten Band. Katharina hat ihren Mann aus dem Weg räumen lassen und ist nun unumschränkte Herrscherin ...

Die Zarin Katharina die 2.te steht im Zentrum der Geschichte von Martina Sahler. Es handelt sich um den zweiten Band. Katharina hat ihren Mann aus dem Weg räumen lassen und ist nun unumschränkte Herrscherin eines großen Reiches. Obwohl sie den Reformen, die im restlichen Europa nach und nach um sich greifen, sehr zugetan ist, und den Disput mit diversen Philosophen und Vordenkern der damaligen Zeit sehr schätzt, regiert sie doch mit eiserner Hand und lässt keinen Zweifel daran, wer das sagen hat. Das bekommen nicht nur ihre Untertanen zu spüren sondern auch die Liebhaber, Sohn und Ziehtochter.

Kaiser Friedrich schickt einen Jungen Philosophen und dessen Frau zum spionieren an den russischen Hof. Durch diesen Erzählstrang erfährt man mehr über die Gegenr der Zarin und wie die Deutschen Katharina damals sahen.

Trotz einiger fiktiver Darsteller liegt der Fokus des Buches doch auch auf den tatsächlichen geschichtlich belegten Fakten. Für mich hätte es gerne noch etwas fiktiver sein dürfen oder spekulativer, wie Katharina gewesen sein könnte. Es fehlte mir etwas die Empathie und die Tiefe der Charaktere. Auch hätte es die Dramatik sicher gesteigert, wenn auch das arme Volk und auch der ein oder andere Sklave (ja die gab es damals zu hauf in Russland) eine tragende Rolle gespielt hätte.

So ist es ein solider Roman mit einer spröden Zarin und einer interessanten, etwas dahin plätschernden Story, die am Ende noch ein bisschen Fährt aufnimmt und zu einem zufriedenstellenden Ende kommt.

Veröffentlicht am 05.06.2019

kühl und emotionslos

Die Lotosblüte
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Ostasien im 19. Jahrhundert. Das koreanische Mädchen Shim Chong wird von der herzlosen Stiefmutter an einen uralten Ehemann verschachert. Der Vater ist krank und schwach und lässt seine Ehefrau gewähren. ...

Ostasien im 19. Jahrhundert. Das koreanische Mädchen Shim Chong wird von der herzlosen Stiefmutter an einen uralten Ehemann verschachert. Der Vater ist krank und schwach und lässt seine Ehefrau gewähren. Typisch für die damalige Zeit und die Erziehung des Mädchens, wehrt sie sich nicht sondern versucht immer das Beste aus allem zumachen. Nach dem greisen Ehemann gerät sie in ein Bordell aus dem sie aber fliehen kann. Aber ihr Weg ist noch lange nicht zu Ende.

Die Idee der Geschichte hat mir gefallen. ich bin immer auf der Suche nach asiatischen Lebensgeschichten. Leider ist der Text sehr spröde, welches ich auf den ersten Seiten noch nicht so bewusst erkannt hatte. Aber im Laufe des Lesens wundert es, dass Chong so gefühllos alles über sich ergehen lässt und sich lange Zeit wirklich nur marginal entwickelt. Ich hatte die Vorstellung von einer Story wie in „Die Geisha“ aber leider blieb es doch bei Ansätzen. Ich denke mal, dass es vielleicht auch ein bisschen an der Übersetzung lag, dass der Erzählstil so kühl und farblos rüberkam.

Der Autor wurde mit Literaturpreisen mehrmals ausgezeichnet. Das alleine ist natürlich noch kein Garant dafür, dass er auch der breiten Masse an Leser gefällt. Mich konnte er leider emotional nicht erreichen.

Veröffentlicht am 13.03.2019

ein bisschen etwas zum Wasser

Die Geschichte des Wassers
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Der Titel des Buches ist relativ hochtrabend und ich hatte durch die Werbung eine hohe Erwartung an das Buch. Ich dachte, es wäre eine Art Öko/SF/Roman in dem die Bedeutung des Wassers, die dramatischen ...

Der Titel des Buches ist relativ hochtrabend und ich hatte durch die Werbung eine hohe Erwartung an das Buch. Ich dachte, es wäre eine Art Öko/SF/Roman in dem die Bedeutung des Wassers, die dramatischen Veränderungen der Natur durch die Hand des Menschen in einer dystophischen Zukunft erzählt würden. In Ansätzen ist das natürlich auch so geschehen.

Die Vernichtung eines norwegischen Gletschers ist nur ein kleiner Baustein auf dem Weg ins Jahr 2045, in dem eine große Dürre in Südfrankreich zu einer Massenflucht führt. Große Auffanglager sind die einzigen Rettungsanker ohne Wasser, Verkehrsmittel, Telefon oder Handy, Nahrungsmittel u.ä. Alles scheint zusammenzubrechen.

In drei Zeitebenen erfährt man etwas über die Signe und David und Lou. Über ihr jeweiliges Schicksal, die Hintergründe ihrer Flucht, ihr Leben. Allerdings konnte ich mich irgendwie nicht so richtig mit ihnen anfreunden und das Wasser spielte auch keine zentrale Rolle. Ja, Signe versuchte als Öko-Terroristin für den Gletscher zu kämpfen und David und seine Tochter Lou waren in einer wasserlosen, lebensfeindlichen Gegend immer mit der Suche nach Wasser beschäftigt. Aber das Thema an sich wurde nur in den Raum geworfen und dann in keiner Weise wirklich näher behandelt. Außerdem erfuhr man wenig über den Rest der Welt. So kommen die Schicksale anderer Menschen und anderer Länder nicht wirklich vor und es gab weder genaue Erklärungen darüber, was in den 30 Jahren der Zunft passiert ist, noch wie der Zustand von Europa überhaupt ist. Jede Menge Andeutungen, die mich nicht zufriedengestellt haben.

Leider ein Buch, welches für mich nur marginal interessant war und ein bisschen am eigentlichen Thema vorbei erzählt hat.

Veröffentlicht am 13.03.2019

durchwachsen

Dunkles Arles
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Capitain Roger Blanc wird diesmal in ein Verbrechen auf ganz persönliche Weise verwickelt. Bei einem heimlichen Treffen mit seiner verheirateten Geliebten Aveline wird diese Zeugin eines Mordes. Der Täter ...

Capitain Roger Blanc wird diesmal in ein Verbrechen auf ganz persönliche Weise verwickelt. Bei einem heimlichen Treffen mit seiner verheirateten Geliebten Aveline wird diese Zeugin eines Mordes. Der Täter stiehlt dabei auch ihre Handtasche mit wichtigen Unterlagen, so dass Blanc und sie gezwungen sind, auf eigene Faust nach den Tätern zu suchen. Dabei geraten sie in einen Strudel weiterer Anschläge und sind mehr oder weniger ständig auf der Flucht oder zumindest in Gefahr. Das war es auch, was mich etwas störte.

Ich hatte das Gefühl, der Autor möchte mit seinem Helden diesmal aus dem gewohnten Kriminalgeschehen – Mord, Ermittlungen, Aufklärung - ausbrechen und sich ein bisschen ins Thrillergenre zu begeben. Aber irgendwie kam das bei mir nicht so positiv an. Blanc ist ein bodenständiger und solider Ermittler. Als Held taugt er so gar nicht und den Ärger, auf den er sich da aus Liebe und Schuldbewusstsein einlässt, hätte er sich sparen können. So wirkte für mich alles etwas aufgesetzt und die Zuneigung, die ich eigentlich für Aveline empfinde, bekam ein paar Risse, da ich langsam denke, die beiden sollten die Liaison beenden oder endlich Nägel mit Köpfen machen.

Hinter all den Heimlichkeiten verlor der eigentliche Fall an Farbe, was schade ist, denn der hätte durchaus noch mehr Raum vertragen können. Ein netter Krimi für Zwischendurch aber an die besten Romane aus seiner Feder kann Rademacher diesmal nicht anknüpfen.

Veröffentlicht am 13.03.2019

ganz okay

Dream Maker - Sehnsucht (The Dream Maker 1)
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Dreammaker ist eines der Bücher, bei denen man genaue Vorstellungen hat, was man bekommen wird. Und man wird da auch nicht enttäuscht.

Es ist ein Chick-lit-Roman. Parker Ellis, führt eine Agentur, die ...

Dreammaker ist eines der Bücher, bei denen man genaue Vorstellungen hat, was man bekommen wird. Und man wird da auch nicht enttäuscht.

Es ist ein Chick-lit-Roman. Parker Ellis, führt eine Agentur, die Frauen alle Wünsche erfüllt bzw. all ihre Schwächen durch das Coaching dreier Männer beheben kann. Die Kundinnen sind Frauen, die von der Stilberatung bis zum Finanzcheck alle möglichen Bedürfnisse haben. Auch Sex und Liebe inbegriffen. Parker und seine zwei Kollegen halten sich für die Besten. Und sie bringen für viel Geld vollen Einsatz.

Erzählt wird aus der Sicht von Parker. Der Kerl ist schon sehr von sich eingenommen und wenn man das Ganze mit einem Lächeln liest, dann ist es durchaus humorig, wie ein Mann alles über Klamotten, Schuhe, Make-up und Finanzen weiß aber von der wahren Liebe doch so wenig. Denn die versucht sich ihm in Form einer jungen Schauspielerin zu nähern. Und so wirklich kann er nicht damit umgehen.

Es geht um wahnsinnig gutaussehende Männer, die aus kleinen Mäuschen wahnsinnig gutaussehende und erotische Frauen machen die wahnsinnig erfolgreich werden und dafür auch wahnsinnig dankbar sind.

Liest sich schnell weg. Unterhaltsam, unrealistisch, nichtssagend. Aber manchmal – so am Strand – mag ich so was ganz gerne. Hätte für meinen Geschmack ein bisschen intelligentere Frauen vertragen und ein bisschen weniger toller Mann. Aber ganz okay.