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Veröffentlicht am 22.11.2016

Rasanter Thriller um eine Verschwörung, die bis in die Nazizeit zurückreicht

18 Das Vermächtnis
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Eigentlich will Michel "Mitch" Thromberg nur nach ein paar Hummern für sich und seinen Freund Samson tauchen, als er eher zufällig auf ein gesunkenes U-Boot mit Nazigold stößt. Als die beiden ihren Fund ...

Eigentlich will Michel "Mitch" Thromberg nur nach ein paar Hummern für sich und seinen Freund Samson tauchen, als er eher zufällig auf ein gesunkenes U-Boot mit Nazigold stößt. Als die beiden ihren Fund bei den Behörden melden, geraten sie ins Visier geheimnisvoller Angreifer, die sie auf ihrem Boot überfallen. Zudem ist das U-Boot urplötzlich spurlos verschwunden. Mitch aktiviert sein Team der ODYSSEE und will dem Geheimnis auf den Grund gehen. Schnell merken sie, das sie dabei auf Gegner mit viel Macht und wenig Skrupel stoßen, die einen Plan verfolgen, der gravierende Auswirkungen für ganz Europa und besonders für Deutschland hat ...

Mitch und das Team der ODYSSEE waren mir schon aus dem ersten Buch "Das Ritual" bekannt, das mich seinerzeit auf ganzer Linie überzeugt hat.
Auch mit dem nächsten Abenteuer des Teams, das man auch ohne große Vorkenntnisse problemlos lesen kann, legt Gerhard Wegner wieder einen rasanten Thriller vor, der mit hohem Tempo, überraschenden Wendungen und reichlich Action zu punkten weiß. Ein flüssiger Schreibstil und interessante, gut charakterisierte Protagonisten runden den guten Gesamteindruck noch ab.

Gegenüber dem ersten Buch steht hier nicht mehr so sehr die Archäologie im Vordergrund, die Story dreht sich eher um politische Intrigen und eine Verschwörung, die bis in die Endphase des 2. Weltkrieges zurückreicht. Zudem baut der Autor aktuelle politische Entwicklungen, wie den Rechtspopulismus, die Flüchtlingspolitik und den islamischen Terror geschickt in die Handlung ein, so das dieser Thriller neben einer spannenden Geschichte noch eine hohe Tagesaktualität aufweist.

Auch wenn die Klasse des Vorgängers nicht mehr ganz erreicht wird, bleibt doch ein überzeugender Thriller, der mich bestens unterhalten hat.

Veröffentlicht am 03.11.2016

Österreich-Krimi mit den Figuren aus der Serie SOKO Wien bzw. SOKO Donau

Killer-Tschick
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Als regelmäßiger Zuschauer der Serie SOKO Wien bzw. SOKO Donau (unter diesem Titel wird sie in Österreich ausgestrahlt) war ich sehr gespannt, ob es dem Autoren gelingen wird, den typischen Style der Serie ...

Als regelmäßiger Zuschauer der Serie SOKO Wien bzw. SOKO Donau (unter diesem Titel wird sie in Österreich ausgestrahlt) war ich sehr gespannt, ob es dem Autoren gelingen wird, den typischen Style der Serie und ihrer Figuren auch in der Buchform rüberzubringen. Jetzt kann ich feststellen, das ihm dies sehr gut gelungen ist.

Als es in Wien zu mehreren Todesfällen durch vergiftete Zigaretten (Tschick) kommt und zeitgleich die Leiche eines jungen Chinesen in den Wiener Praterauen gefunden wird, nimmt die SOKO die Ermittlungen auf und stößt schnell in ein Wespennest aus mehreren Gruppierungen und Organisationen, die sich einen gnadenlosen Machtkampf um den Handel mit gefälschten Zigaretten liefern und dabei auch vor Mord nicht zurückschrecken. Besonders für Penny Lanz hält dieser Fall dabei eine harte Bewährungsprobe bereit.

Das Buch überzeugt durch eine komplexe und gut konstruierte Geschichte, bei der man schon aufmerksam lesen muss, um bei den vielen auftretenden Personen nicht den Überblick zu verlieren. Die angenehme und flüssige Schreibweise hilft dabei aber ganz gut.
Neben einem hohen Tempo und gut gezeichnezen Charakteren weist die Geschichte noch eine Menge vom typischen Wiener Flair auf. Gut, das die dabei verwendeten Begriffe aus dem Wiener Schmäh bzw. Dialekt direkt mit Fußnoten und nicht im Glossar erklärt werden, das erspart das lästige Blättern und stört den Lesefluß nicht so stark

Eine spannende und unterhaltsame Mischung aus Krimi und Thriller, an der auch Leser Gefallen finden dürften, die die Serie bisher nicht kennen.

Veröffentlicht am 03.11.2016

Klassischer Agenten-Thriller aus der Reihe mit Gabriel Allon, dem "israelischen James Bond"

Der englische Spion
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Bei diesem Buch handelt es sich um den 15. Band der Reihe mit dem israelischen Geheimagenten Gabriel Allon. Für mich war es dagegen das erste Buch von Daniel Silva. Auch wenn man das Buch grundsätzlich ...

Bei diesem Buch handelt es sich um den 15. Band der Reihe mit dem israelischen Geheimagenten Gabriel Allon. Für mich war es dagegen das erste Buch von Daniel Silva. Auch wenn man das Buch grundsätzlich auch ohne Vorkenntnisse aus den ersten Bänden lesen kann, sollte man doch das eine oder andere Buch dieser Reihe kennen, bevor man mit der Lektüre beginnt, da relativ häufig auf vergangene Geschehnisse Bezug genommen wird. Auch wenn die entsprechenden Informationen und Hintergründe gut in das Geschehen eingebunden werden, entfaltet dieses Buch wohl erst bei entsprechenden Vorkenntnissen seine gesamte Klasse und lässt den Leser die zahlreichen eingestreuten Anspielungen und Feinheiten erkennen.

Alles beginnt mit dem Mord an der Ex-Frau des englischen Thronfolgers. (Anlehnungen an Prinzessin Diana sind hier nicht zu verleugnen und auch durchaus beabsichtigt.) Gabriel Allon soll die Briten bei der Suche nach dem Täter unterstützen und bekommt dabei mit dem ehemaligen SAS-Offizier Christopher Keller einen Partner an die Seite gestellt. Gemeinsam begeben sich die beiden auf die Jagd nach dem ehemaligen IRA-Mitglied Eamon Quinn und decken dabei nach und nach den Plan auf, der hinter dem Mord steckt. Dabei führen die Spuren zurück in Gabriels dunkelste Vergangenheit.

Daniel Silva weiss durch einen packenden Schreibstil, gut gezeichnete Charaktere, ein hohes Tempo mit schnellen Ortswechseln und eine gut konstruierte Geschichte zu überzeugen, auch wenn seine klassische Gut-und-Böse-Einteilung doch sehr an die Zeiten des kalten Krieges erinnert und daher ab und zu etwas zu antiquiert daherkommt.

Unterdem Strich bleibt aber ein spannendes Buch für Liebhaber der klassischen Spionage-Thriller von John de la Carre und Frederik Forsyth und für Fans der James-Bond-Reihe.

Veröffentlicht am 25.10.2016

Spannender Kriminalroman vor historischem Hintergrund

Der Angstmann
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Während Dresden im November 1944 ganz im Zeichen des Krieges und der damit verbundenen Versorgungsengpässe steht, die durch die hereinbrechenden Flüchtlingsströme noch verschärft werden, sucht Kriminalinspektor ...

Während Dresden im November 1944 ganz im Zeichen des Krieges und der damit verbundenen Versorgungsengpässe steht, die durch die hereinbrechenden Flüchtlingsströme noch verschärft werden, sucht Kriminalinspektor Max Heller nach dem "Angstmann", einem Serienmörder, der mehrere Frauen auf brutale Art und Weise ermordet hat. Das er dabei auch immer wieder gegen interne Widerstände und alte Seilschaften ankämpfen muss, macht die Aufgabe für ihn nicht leichter ...

Geschickt verbindet der Autor die historischen Geschehnisse aus der Zeit von November 1944 bis Mai 1945 mit einem fiktiven Kriminalfall und liefert so einen fesselnden Roman, der neben der spannenden Jagd nach dem Mörder auch noch für einige beklemmende Momente, insbesonde rund um die verheerenden Bombenangriffe vom 13.2.1945, sorgt.
Die gut konstruierte Geschichte überzeugt neben einem flüssigen Schreibstil vor allem durch seine glaubwürdig charakterisierten Protagonisten, bei denen weitestgehend auf die üblichen Klischees verzichtet wird. In der Figur Max Heller wird dabei der tägliche Zwiespalt zwischen dem Ermittler, der sich in seinen Fall verbeißt, und dem Ehemann und Vater, der sich Sorgen um seine Frau und die beiden Söhne, die als Soldaten an der Front kämpfen, macht, sehr deutlich.

Dieses Buch bildet den Auftakt einer Serie, auf deren weitere Bände man gespannt sein darf. Potential für weitere Fälle mit Max Heller ist auf jeden Fall ausreichend vorhanden.

Veröffentlicht am 05.10.2016

Überzeugender Thriller um ein ungleiches Ermittlerpaar auf der Jagd nach einem unheimlichen Mörder

Die Stunde der Flammen
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Eher widerwillig leistet Carsten Sanders vom LKA Niedersachsen seinen Kollegen aus Hildesheim im Fall der verschwundenen Jacqueline Lehnert Amtshilfe. Auch als später die verbrannte Leiche der Frau gefunden ...

Eher widerwillig leistet Carsten Sanders vom LKA Niedersachsen seinen Kollegen aus Hildesheim im Fall der verschwundenen Jacqueline Lehnert Amtshilfe. Auch als später die verbrannte Leiche der Frau gefunden wird, weckt der Fall bei ihm noch wenig Interesse. Erst als im benachbarten Sachsen-Anhalt eine weitere verbrannte Frauenleiche gefunden wird und sich ein vermeintlicher Unfall auf dem Brocken als erste Tat des unheimlichen Mörders entpuppt, nimmt er die Fährte auf. Die Zusammenarbeit mit der ostdeutschen Kollegin Mandy Kolwicz gestaltet sich dabei aber alles andere als einfach. Die beiden ungleichen Ermittler müssen sich aber schnellstens zusammenraufen, denn der Mörder hat längst weitere Opfer ins Visier genommen ...

Dieser Thriller überzeugt durch seine gut konstruierte Geschichte mit einem interessanten Thema, einen packenden Schreibstil und gut charakterisierte Protagonisten. Nach einem eher ruhigeren Beginn treibt der Autor dann aber seine Geschichte mit hohem Tempo voran und steuert schnurstracks auf einen fulminanten Showdown und eine überzeugende Auflösung zu.

Ein insgesamt überzeugender Thriller, bei dem nur die immer wieder eingestreuten üblichen Ost-West-Klischees ein wenig stören, ohne jedoch den Lesegenuß im Ganzen trüben zu können.