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Veröffentlicht am 09.05.2018

Anders als erwartet

Die Chronik von Calveron
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Zuallererst erstmal die Info, dass dieses Buch kein klasssicher Fantasyroman ist. Es gibt keine nicht-menschlichen Wesen, keine Magie und ich würde die Handlung auch nicht so interpretieren, dass man sagen ...

Zuallererst erstmal die Info, dass dieses Buch kein klasssicher Fantasyroman ist. Es gibt keine nicht-menschlichen Wesen, keine Magie und ich würde die Handlung auch nicht so interpretieren, dass man sagen könnte, dass irgendjemand eine Quest zu absolvieren hätte. Da ich das schon vor dem Lesen wusste, bin ich natürlich auch mit anderen Erwartungen an den Dilogie-Auftakt herangegangen und trotzdem konnte mich das Buch nicht zur Gänze von sich überzeugen.

Calveron ist ein Königreich und die wichtigsten Handlungsorte sind die drei großen Städte Xandarion, Thalios und Galanthor. Obwohl ich Craig als Hauptprotagonisten einordne, folgen wir vielen anderen Personen, um deren Handlungen verstehen zu können. Das Gute daran ist, dass wir als Leser wissen, was geplant wird und uns selbst Gedanken darüber machen können, wie sich das auf die Geschichte auswirken könnte. Das nicht so gute daran ist, dass es sehr viele Personen gibt, denen wir folgen und diese leider nicht alle mit Tiefe überzeugen können. Also eigentlich fand ich alle Protagonisten nicht so recht überzeugend ausgearbeitet. Es bleibt zu oberflächlich, was vielleicht auch durch den Handlungsschwerpunkt entstanden sein könnte. Trotzdem gab es welche, die ich mehr mochte als andere, welche, die ich überhaupt nicht leiden konnte und am liebsten aus der jeweiligen Stadt gejagt hätte und Personen, die ich nicht richtig einschätzen konnte, weil sie nie so reagierten, wie ich erwartet hatte.

Die hauptsächliche Handlung ist auf wirtschaftliche Verflechtungen ausgelegt. Craig entwickelt Termingeschäfte und genau diese und deren Funktionweise werden durch die Handlung erklärt. Der Autor erklärt sie sehr verständlich und unterstützt die Erklärungen mit Grafiken. Auch findet man Fußnoten zu Lehrwerken oder mit weiteren Hinweisen, die sich auf unsere echte Welt beziehen. Da mir durch mein Studium Termingeschäfte nicht fremd sind und ich persönlich auch kein Fan von Fußnoten in Romanen bin, habe ich nach kurzen Ansehen zu Beginn des Lesens für den Rest des Buches ignoriert. Wer sich für Wirtschaft interessiert, wird die Handlung sicher interessant finden, alle anderen .. tja, das kann ich nicht einschätzen.

Ich hatte gehofft, dass durch Marisela ein bisschen mehr klassische Fantasy zu finden sein wird. Leider fand ich Marisela total passiv, was ich nicht gedacht hätte, da sie ja im Klappentext hervorgehoben wird. Mir fehlten die Elemente aus anderen Fantasybüchern. Einen Handlungsstrang, der ein bisschen mehr abseits der wirtschafltlichen Seite verläuft und trotzdem mit dem verwoben wäre, hätte mich sicher mehr an das Buch fesseln können. Ich konnte einfach vieles voraussehen, dass die wirtschaftlichen Veflechtungen runtergebrochen sind und durch nur drei fast monopolistisch wirtschaftlich dastehende Städte auch viel einfacher zu durchschauen sind als unsere echte Welt.

Ich würde das Buch als Symbiose von Lehrwerk und Roman beschreiben. Sicher ein interessanter Ansatz für Personen, die durch einen Roman etwas über Termingeschäfte und deren positive wie negativen Komponenten lernen wollen. Allerdings hat mir persönlich die Spannung oftmals gefehlt.

Veröffentlicht am 30.04.2017

Leicht enttäuschend

Dark Mafia Prince
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Was habe ich erwartet als ich Dark Mafia Prince angefangen habe zu lesen. Zum einen eine Mafiageschichte mit einem charismatischen Mafiatypen, der allerdings gnadenlos und gewalttätig ist. Zum anderen ...


Was habe ich erwartet als ich Dark Mafia Prince angefangen habe zu lesen. Zum einen eine Mafiageschichte mit einem charismatischen Mafiatypen, der allerdings gnadenlos und gewalttätig ist. Zum anderen eine Liebesgeschichte – die meinetwegen auch auf den ersten Blick entstehen kann, wie es der Klappentext vermuten lässt, die sich dann aber auch entwickelt. Beides konnte ich diesem Buch nicht wirklich finden.

Aleksio und sein Bruder Viktor sind auf der Suche nach ihrem jüngeren Bruder Kiro. Um ihn zu finden, legen sie sich mit dem herrschenden Mafiaboss Nikolla an, indem sie seine Tochter entführen und ihn bedrohen. Ich kenne mich jetzt nicht mit Mafiamethoden aus, aber ich fand es schon merkwürdig, dass betäubt statt getötet wird und dass die Anführer der Organisationen verschont werden, sodass später noch Konfliktpotenziale entstehen können. Die Suche nach Kiro fand ich spannend, weil ich zwar Aleksio einschätzen konnte, aber seinen Bruder Viktor und seine Gegner nicht.

Die Liebesgeschichte ist auch nichts für mich gewesen. Die sexuellen Vorlieben der beiden und wie das vor allem anfangs ablief, konnten mich nicht überzeugen und ich fand einige Sachen nicht erotisch, sondern sehr gewöhnungsbedürftig. Ich habe auch am Ende des Buches kein Kribbeln zwischen den beiden gespürt und hätte mir da mehr Entwicklung gewünscht.

Allerdings werde ich die Reihe weiterlesen, weil ich mich durch die Klappentexte zu den beiden weiteren Bänden schon selbst gespoilert habe und vor allem auf die Geschichte im dritten Band warte. Aber auch die Geschehnisse im ersten Band, die auf das Geschehen im zweiten verweisen, reizen mich und ich hoffe, dass diese Geschichten nicht nur von der Erotik her, sondern auch von der Liebesgeschichte mehr hergeben.


Fazit

Ein entäuschender Einstieg in die Trilogie. Die Geschichte weißt für mich keine schöne erotische Liebesgeschichte auf und auch die Spannung ist nicht durchgängig vorhanden. An der Geschichte dranbleiben, werde ich nur wegen Viktor und Kiro und der Hoffnung, dass der nächste Band besser wird.

Veröffentlicht am 18.02.2017

Eine reale Gefahr (?) - mit Defiziten

Glashaus
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Zu Anfang gefiel mir das Buch recht gut. Die Charaktere schienen ein interessantes Gespann zu werden. Vor allem West hat durch sein Trauma viel zu verarbeiten und Schwierigkeiten sich in das soziale Gefüge ...


Zu Anfang gefiel mir das Buch recht gut. Die Charaktere schienen ein interessantes Gespann zu werden. Vor allem West hat durch sein Trauma viel zu verarbeiten und Schwierigkeiten sich in das soziale Gefüge einzugliedern. Allerdings fiel es mir schwer seine "Geschichte" richtig nachzuvollziehen. Ich muss mich jetzt etwas kryptisch ausdrücken, damit ich nicht spoiler. Ich weiß, dass in der realen Welt an sowas, was mit West passiert, gearbeitet wird, allerdings, fand ich es im Buch merkwürdig. Es spielt auf der einen Seite eine große Rolle für sein Verhalten, auf der anderen Seite wird die "Auflösung" am Ende so knapp behandelt, dass ich mich Frage, wieso dieses Thema überhaupt aufgegriffen wird. Ein weiterer Charakter, der mir zu kurz kam, war Thorsten. Ich konnte bei ihm nicht verstehen, wieso er nicht über seinen Schatten springt und den Mund aufmacht. Da hätte ich auch gerne mehr Erklärung gehabt. Julia und der Chef der Glashaus-Einheit mochte ich dagegen. Zu den beiden habe ich schnell ein Gefühl entwickelt und empfand ihre Charaktere als stimmig. Trotzdem wurde vieles nur oberflächlich angesprochen und nicht mehr vertieft.

Die Handlung selbst war zu Beginn spannend. Ich lernte Godspeed als Gefahr für die Gesellschaft und später fürs Leben selbst kennen. Ich war neugierig, was er plant und wieso er es plant und wie weit er bereit ist, dafür zu gehen. Auf der Seite der Ermittler war es auch interessant zu sehen, wie sie den Spagat zwischen Gesetze befolgen und dem Wunsch, Godspeed aufzuspüren, hinbekommen. Allerdings hat sich zum Ende hin eine kleine Flaute eingesetzt. Das lag vor allem an Wests Geschichte, die für mich nicht zu greifen war, sodass ich manchmal den Zugang zur Handlung verlor und dem Ende auch nicht nicht mehr so stark entgegenfieberte wie zu Beginn des Buches.

Die Geschichte wurde aus mehreren Perspektiven erzählt. Die Ermittler kommen zu Wort und auch einige von Godspeeds Leuten, sowie Politiker und Journalisten. Dadurch habe ich einen guten Einblick in alle relevanten Blickwinkel erhalten. Nicht nur wie die Politik auf die Ereignisse reagiert, sondern auch die Medien und die Bevölkerung. Jedes Kapitel begann mit einem Paragraphen aus Godspeeds Manifest, sodass man Stück für Stück etwas über seine Einstellungen erfährt. Durch die Zeitangaben vor jedem Charakterwechsel sollte wohl dafür gesorgt werden, dass man nicht durcheinander kommt, wenn Dinge gleichzeitig geschehen. Aber irgendwie hat das bei mir nicht immer geholfen und ich musste auch mal zurückblättern, umzuschauen, wie das jetzt alles zusammenhing.


Fazit

Ein spannender Einstieg in den Thriller mit Gefahren, die ich in der heutigen Zeit durchaus für denkbar halte. Allerdings sind die Charaktere zu oberflächlich und ein Handlungsstrang mir zu abstrakt behandelt worden.

Veröffentlicht am 10.10.2016

Angenehmer Abschluss

Emba - Magische Wahrheit
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Der zweite und abschließende Teil von Embas Geschichte beginnt dort wo der erste Teil geendet hat. Emba schließt sich den Abtrünnigen an und lernt ihre Mutter, ihren Bruder sowie ihren Stiefvater und ...


Der zweite und abschließende Teil von Embas Geschichte beginnt dort wo der erste Teil geendet hat. Emba schließt sich den Abtrünnigen an und lernt ihre Mutter, ihren Bruder sowie ihren Stiefvater und ihre Stiefschwester kennen und fügt sich sehr schnell in die Gesellschaft der Abtrünnigen ein. Die Abtrünningen leben ohne die ganze Technologie, die Emba aus ihrem Leben im Luxus kennt. Stattdessen entwickeln sie für alles einen Zauber. Das Magiesystem fand ich interessant, allerdings ist es nichts wirklich neues. Damit hatte ich aber gar kein Problem, weil ich finde, dass es bei den ganzen Fantasyromanen, die existieren, ziemlich schwer ist, etwas komplettes Neues zu erfinden. Mir reichen da schon Kleinigkeiten, wie zum Beispiel die Runare in diesem Magiesystem.

Emba selbst war mir ersten Teil ja nicht völlig sympathisch, aber im zweiten Teil konnte sie das wieder wettmachen. Auch wenn ich sie trotzdem manchmal noch zu gutgläubig fand. Vor allem im Bezug auf den Verräter. Ich habe ja von Anfang an gedacht, dass mit der Person etwas nicht stimmt. Allerdings finde ich es etwas schade, dass die Beweggründe der Person nicht deutlicher gemacht wurden. Ja, auf der einen Seite wusste ich, warum er/sie es tut, auf der anderen Seite ist mir aber nicht deutlich geworden, wieso er/sie für ein System kämpft, das Runare vernichtet, obwohl er/sie selbst einen hat.

Die Story handelt hauptsächlich von der Vorbereitung des Angriffes gegen Industria. Immer wieder sind Probleme aufgetaucht, die allerdings gefühlt innerhalb von Minuten gelöst wurden, weil irgendjemand den passenden Zauber entwickeln konnte oder ein sonstiger Zufall eintrat. Emba stammt aus einer der magieaffinsten Familie und alle erwarten, dass sie eine Supergabe entwickelt. Ich hätte es ganz schön gefunden, wenn das nicht passiert wäre. Ich mag es aber persönlich auch nicht, wenn sich der Protagonist als die mächtigste oder talentierteste Person herausstellt, die in wenigen Wochen das schafft, wofür andere Jahre brauchen. Und in meinen Augen gehört Emba zu solchen Personen. Durch ihre Supergabe ist mir das Ende des Konflikts auch viel zu einfach abgelaufen.

Alles in allem bleibt der zweite Teil auf dem gleichen Niveau wie der erste. Das Ende war mir zu einfach gelöst, aber ich habe die Geschichte trotzdem gern gelesen.

Veröffentlicht am 08.10.2016

Schöner Auftakt der Reihe

Goddess of Poison - Tödliche Berührung
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Erstmal bin ich richtig froh darüber, dass die deutsche Version das englische Cover beibehalten hat und ich hoffe, dass das bei den anderen Bänden auch so bleibt. Ich finde die nämlich richtig schön und ...

Erstmal bin ich richtig froh darüber, dass die deutsche Version das englische Cover beibehalten hat und ich hoffe, dass das bei den anderen Bänden auch so bleibt. Ich finde die nämlich richtig schön und sie passen hervorragend zur Story.


Die Geschichte beginnt sehr vielversprechend und nach einem etwas langsamen Mittelteil wird es zum Ende wieder spannend. Ich wurde immer wieder überrascht. Je mehr Twylla "erkannte", desto interessanter wurde es. Die erwartete Dreiecksgeschichte fand ich auch gar nicht so nervtötend wie anfangs gedacht, da Prinz Merek zu Beginn eher ein Nebencharakter ist und erst zum Ende hin wichtig wird. Erst als er mehr Raum erhielt, habe ich mich gefragt, für wen Twylla sich entscheiden wird. Twylla selbst wird am Hof gemieden. Die Menschen haben Angst vor ihr und ihrer Gabe. Gleichzeitig wird sie vom ganzen Land verehrt, weil sie die wiedergeborene Tochter der Götter ist, die Gottgleiche Daunen. Die Religion des Landes spielt eine wichtige Rolle im Leben der Menschen und ich fand den Zwiespalt zwischen Angst/Hass und Verehrung sehr schön erklärt. Auch die Rückblenden in Twyllas Vergangenheit und Erziehung zeigen, wieso es ihr so schwer fällt, ihr Schicksal/Leben selbst in die Hand zu nehmen. Da kommt Lief, als Atheist, gerade zur rechten Zeit.

Die Charakter einzuschätzen fällt mir etwas schwer. Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Tywlla erzählt, sodass wir uns ganz auf ihre Eindrücke verlassen müssen. Da sie viel mit Lief, ihrem Wächter, zusammen ist, lernen wir ihn natürlich besser kennen, als Merek oder die Königin. Letztere bleiben im Dunkel. Die Königin offenbarte sich zwar schon auf den ersten Seiten als machthungrige, wahnsinnige Psychopathin, aber den Prinzen konnte ich bis zum Ende nicht einschätzen. Erst war er sympathisch, dann habe ich mich gefragt, auf welcher Seiter er steht und am Ende hat er mich nur noch verwirrt. Generationenlanger Inzest kann wohl nichts geistig gesundes erschaffen.
Lief sah man durch die Erzählperspektive natürlich nur durch die Augen von Tywlla und das sorgt schon für Eingenommenheit. Twylla selbst war ein Charakter, der lange Zeit so fremdbestimmt war, dass sie nicht weiß, was sie überhaupt will. Ständig schwankt sie in ihren Entscheidungen und muss sich selbst finden. Ob das klappt, lasse ich jetzt mal offen. Das Ende der Geschichte hat übrigens dafür gesorgt, dass ich mir bei keinem der Personen mehr sicher bin (außer der Königin), was meine Einschätzung angeht. Ich bin gespannt auf den nächsten Band. Nicht nur was die Charakterentwicklung angeht, sondern auch welche Folgen die letzte "wahnsinnige" Tat der Königin mit sich bringt.

Alles in allem ein schöner Auftakt mit genug Potenzial für spannende weitere Bände. Nur die Charaktere konnten mich nicht durchgängig überzeugen.

Es würde mich übrigens interessieren, ob der Rattenfänger von Hameln zu den Lieblingssagen von Frau Salisbury gehört. ;)