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Veröffentlicht am 05.05.2019

Eine hungrige Seele, trotz großem Erfolg

Steve McQueen – Das geheime Glaubensleben des King of Cool
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Was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, doch seine Seele bleibt leer? Der Schauspieler Steve McQueen war in den 60ern und 70ern einer der erfolgreichsten Schauspieler der Welt, und der ...

Was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, doch seine Seele bleibt leer? Der Schauspieler Steve McQueen war in den 60ern und 70ern einer der erfolgreichsten Schauspieler der Welt, und der Inbegriff eines coolen Menschen. Trotz seiner bescheidenen Kindheit, hatte er nun scheinbar alles; Geld, Ruhm und Frauen. Doch obwohl er alles in vollen Zügen genoss, konnte es seine innerliche Leere nicht ausfüllen.

Der Autor dieses Buchs, Greg Laurie, ist der bekannte Pastor einer Mega-Gemeinde in den Vereinigten Staaten. Von Kindheit an bewundert er den Schauspieler Steve McQueen. Als er Gerüchte hört, dass dieser kurz vor seinem Tod zum Glauben an Jesus Christus kam, will er mehr darüber wissen. In mühsamer Recherche-Arbeit, sucht er etliche Stationen aus McQueens Leben auf und spricht mit Menschen, die den Schauspieler persönlich kannten.

Greg Laurie verfasst das Ganze im Stil eines Reise-Berichts, auch wenn er im Vorwort schreibt, dass es diese Reise nicht wirklich gegeben hat. Dieses stilistische Mittel setzt er wohl ein, weil seine Ergebnisse verfilmt werden sollen. Den Film zu diesem Buch gibt es auch tatsächlich.

Von Geburt an, bis zu seinem plötzlichen Tod nach einer erfolglosen Operation, verfolgt Greg Laurie das Leben McQueens. Manches, was er aufspürt, ist überraschend. So kam McQueen schon vor seiner Krebsdiagnose zum Glauben. Der Grund seiner Gottessuche war also nicht die Angst vor dem Tod, sondern die Sehnsucht nach einem himmlischen Vater, der die Leere in seinem Leben ausfüllt.

Der Autor versteht das innere Wirken McQueens wie kaum ein anderer, denn beide hatten eine ähnliche Kindheit. Beide litten darunter, dass ihre Mütter dem Alkohol verfallen waren. Beide mussten ohne Vater aufwachsen. Der Autor beschreibt, wie sich eine solche Kindheit auf Lebensentscheidungen auswirken kann. Dabei verliert er sich gerade am Anfang des Buchs zu sehr im Erzählen seiner eigenen Geschichte. Beide Biographien werden miteinander verwoben, wodurch man sich beim Lesen fragt, wessen Biographie dies nun ist.

Der Autor, Pastor Laurie, stellt mehrmals heraus wie groß die von ihm gegründeten Gemeinden sind, und wie viele Menschen wöchentlich auf seine Predigten warten. Schön, dass auch er eine bedeutende Aufgabe gefunden hat, aber das gehört eigentlich nicht in diese Biographie über Steve McQueen.

Trotzdem ist das Buch spannend geschrieben. Beim Lesen fragt man sich, wie es weitergehen wird, denn es ist interessant mehr über den Menschen hinter dem Schauspieler McQueen zu erfahren. Die Beschreibungen der einzelnen Städte und Orte sind auch lohnend, auch wenn die vielen Details über die Speisen des Autors unnötig sind.

Fazit: Eine spannende Biographie über ein bewegtes Leben, die nicht nur Steve McQueen Kenner interessieren wird. Der Leser sieht, dass Erfolg, Geld und Ruhm nicht glücklich machen, und erfährt wo echtes Glück zu finden ist.

Veröffentlicht am 29.04.2019

Wahre weihnachtliche Geschichten über Barmherzigkeit

Gnadenbringende Weihnachtszeit
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Dieses Buch enthält drei kurze Erzählungen über vergangene Weihnachtsfeste. In der ersten Geschichte lernt der Leser den Pfarrer Georg Weissel kennen, der das bekannte Adventslied „Macht hoch die Tür“ ...

Dieses Buch enthält drei kurze Erzählungen über vergangene Weihnachtsfeste. In der ersten Geschichte lernt der Leser den Pfarrer Georg Weissel kennen, der das bekannte Adventslied „Macht hoch die Tür“ im Jahr 1623 schrieb. Inspiriert durch eine wärmende Erfahrung bei einem kalten Wintersturm, soll dieses Lied einen reichen Mann bewegt haben barmherziger zu sein.

Die zweite Erzählung handelt von Johannes Falk, der im 18. Jahrhundert lebte. Nach dem Tod von vier seiner Kinder, verlor er erstmal jeglichen Lebensmut. Später nahm er Waisenkinder auf, für die er vermutlich dieses Lied schrieb. In der Erzählung wird der Leser in eine Weihnachtsfeier der großen Familie hineingenommen, und die Freude der Kinder über dieses schöne Lied wird spürbar.

Der Adventskranz geht auf Johann Hinrich Wichern zurück, dem Gründer des Hamburger Rauen Hauses im 19. Jahrhundert. Diese Einrichtung kümmerte sich um verwahrloste Kinder und Jugendliche. Der erste Adventskranz war eine Verbindung aus Kranz und Adventskalender, denn auf einem ausgedienten, großen Wagenrad fanden 24 Kerzen Platz, für jeden Tag eine.

Die Erzählungen beginnen mit der Kindheit und Jugend der drei Männer. In weiteren Erzählsträngen lernt der Leser Zeitgenossen dieser Männer kennen. Das sind teilweise arme Menschen, denen geholfen wird, teilweise sind es bekannte historische Persönlichkeiten. Dieser Szenenwechsel versetzt den Leser in die jeweilige Zeit. Beim Lesen fehlt aber manchmal der Zusammenhang und bei manchen Charakteren bleibt die Frage, welche Rolle sie in der Erzählung spielen.

Fazit: Schöne, besinnliche, weihnachtliche Erzählungen, die Barmherzigkeit und Nächstenliebe betonen, am Beispiel von drei weniger bekannte Männer der letzten Jahrhunderte.

Veröffentlicht am 22.04.2019

Ein alter Klassiker neu erzählt

Warum der Elefant einen Rüssel hat
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Die „Just So Stories“ von Rudyard Kipling erschienen erstmals im Jahr 1902. Ursprünglich waren diese Geschichten Gute-Nacht-Geschichten für die Tochter des Autors, die darauf bestand, dass sie jedes Mal ...

Die „Just So Stories“ von Rudyard Kipling erschienen erstmals im Jahr 1902. Ursprünglich waren diese Geschichten Gute-Nacht-Geschichten für die Tochter des Autors, die darauf bestand, dass sie jedes Mal genau gleich erzählt wurden (just so).

In diesem ansprechenden Bilderbuch werden fünf dieser Geschichten für kleine Kinder nacherzählt. Sie sind gekürzt und werden in Reimform erzählt. Die Sprache ist einfach und für Kleinkinder leicht verständlich. Die Erklärungen, z.B. warum Kamele Höcker haben und Elefanten einen langen Rüssel, sind natürlich nicht ernst zu nehmen. Das verstehen kleine Kinder beim Erzählen vielleicht zuerst nicht, aber Eltern und Kinder haben sicher Spaß an diesen fantasievollen Geschichten.

Fazit: Wunderschön illustriert, und mit abwechslungsreich gestalteten Seiten, ist der Lesespaß bei diesem neu aufgelegten Klassiker garantiert.

Veröffentlicht am 21.04.2019

Die wichtigste Entscheidung des Lebens

Der Himmel – Ein Platz auch für Dich?
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Der Wissenschaftler Werner Gitt erklärt in diesem kleinen Buch, wie man in den Himmel kommt. Dass Menschen eine ewige Zukunft haben, wird daran deutlich, dass Menschen in ganz verschiedenen Völkern sich ...

Der Wissenschaftler Werner Gitt erklärt in diesem kleinen Buch, wie man in den Himmel kommt. Dass Menschen eine ewige Zukunft haben, wird daran deutlich, dass Menschen in ganz verschiedenen Völkern sich Gedanken über ein Leben nach dem Tod machen. Der Schöpfer hat diese Ahnung in uns Menschen hineingelegt.

Die Grundlage für die Ausführungen des Autors ist die Bibel, deren Zeugnis wegen der vielen erfüllten Prophezeiungen vertrauenswürdig ist. In der Bibel erfährt man, dass es zwei Möglichkeiten nach dem Tod gibt; den Himmel und die Hölle. Auch wenn heutzutage wenig über die Hölle gesprochen wird, war es Jesus selbst, der seinen Zuhörern vor der Hölle warnte.

Der Himmel übertrifft alle irdischen Erfahrungen von Freude. Aber auch die Hölle ist unvorstellbar, schlimmer als alles, was wir hier auf Erden Hölle nennen. Werner Gitt zeigt warum Gott nicht einfach jeden in den Himmel aufnimmt, wie er aber für einen Weg der Rettung gesorgt hat. Nur Jesus erfüllt die notwendigen Voraussetzungen, um Menschen von ihrer Schuld zu erretten. Er ist sowohl Gott, als auch Mensch, und er ist sündlos. Die angebotene Rettung muss aber angenommen werden. Eine Einladung zu einer Hochzeit, z.B., reicht nicht, man muss sich auf den Weg machen, um am Fest teilzunehmen. Werner Gitt erklärt ausführlich wie der Leser diese Einladung in den Himmel annehmen kann.

Werner Gitt, ein beliebter Redner, veranschaulicht das Gesagte immer wieder mit Beispielen, vor allem aus seiner Vortragstätigkeit und aus Gesprächen. Seine Erklärungen sind schlicht und einfach, und logisch aufgebaut. Die Voraussetzung, um seiner Argumentation zu folgen, ist allerdings die Bereitschaft sich auf die Botschaft der Bibel einzulassen. Er untermauert seine Aussagen mit vielen Bibelversen. In diesem Buch geht es, anders als in manchen anderen evangelistischen Schriften, weniger um alltägliche Lebensprobleme, sondern wirklich allein um unsere ewige Zukunft.

Fazit: Kurz und knapp, und in verständlicher Sprache, erklärt der Autor in diesem kurzen Buch, wie man in den Himmel kommt. Gut geeignet zum Weitergeben an Interessierte. Ein Vorteil beim Verteilen ist auch, dass es dieses Buch in mehreren Sprachen gibt.

Veröffentlicht am 20.04.2019

Eine mutige Frau entdeckt die Welt und sich selbst

Sag dem Abenteuer, ich komme
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Die 30jährige Lea Rieck könnte zufrieden sein. Sie hat eine gute Arbeit in München, und eine Zusage für eine Stelle, die ihr noch besser gefällt. Trotzdem fehlt ihr etwas. Kurzentschlossen kündigt sie ...

Die 30jährige Lea Rieck könnte zufrieden sein. Sie hat eine gute Arbeit in München, und eine Zusage für eine Stelle, die ihr noch besser gefällt. Trotzdem fehlt ihr etwas. Kurzentschlossen kündigt sie und verzichtet auf die neue Stelle, denn sie will ihren großen Traum erfüllen. Sie möchte mit dem Motorrad einmal um die Welt.

Sie verkauft ihren Besitz, kündigt Wohnung und Versicherungen, und mit dem Erlös macht sie sich auf den Weg. Von der Türkei nach Russland, weiter durch mehrere asiatische Länder, nach Australien, Südamerika, Nordamerika, und schließlich zurück nach Europa. Etwa anderthalb Jahre dauert die Reise. Dabei entdeckt sie nicht nur viel über andere Länder und Kulturen, sie lernt auch einiges über sich selbst.

Dieses Buch ist nicht nur eine Reisebeschreibung. Lea Rieck gibt viele Gespräche wider, die sie mit Menschen geführt hat, die sie unterwegs getroffen hat. Der Leser erfährt einiges über ihre Kämpfe mit dem Motorrad, z.B. das Aufrichten der schweren Maschine nach einem Sturz, oder die Suche nach Ersatzteilen. Und natürlich berichtet sie über viele der Länder, die sie besucht hat. Sie beschreibt Menschen, ihre Lebensart und viele Naturschönheiten. Dabei lässt sie den Leser auch an ihre Kämpfe und Ängste teilnehmen. Auf halbem Weg plagt sie eine Depression, und sie setzt sich mit ihrer Schwierigkeit Menschen zu vertrauen auseinander. Gelegentlich berichtet sie aus ihrer Kindheit, um zu erklären warum sie in einer bestimmten Situation so, und nicht anders, reagiert.

Hilfreich sind die kurzen Hinweise zur Planung einer ähnlichen Reise am Ende des Buchs. Die Fotos in den drei Bilderteilen sind künstlerisch schön gestaltet, teilweise aber auch etwas klein.

Lea Riecks Reisebericht ist sehr gut und fesselnd geschrieben. Er enthält alle Elemente einer guten Geschichte; Erlebnisse, Lebensweisheiten, und auch die Liebe spielt eine Rolle. Die Entscheidungen der Autorin, z.B. was ihr Liebesleben betrifft, sind nicht immer nachvollziehbar, und mancher Leser stört sich vielleicht an ihrem Bericht über den Besuch einer merkwürdigen Show in Thailand.

Bei ein paar Begegnungen fragt man sich, ob nicht einiges dazu gedichtet wurde, denn es ist unwahrscheinlich, dass abgelegene Dorfbewohner in Nepal oder Pakistan so gut Englisch sprechen, dass man sich über philosophische Gedanken austauschen kann. Aber auch wenn nicht alle Gespräche tatsächlich so stattgefunden haben, passen sie gut zur Geschichte. Gerade die Abwechslung zwischen Reisen und Begegnungen vergrößert bei diesem Buch den Lesespaß.

Fazit: Ein spannender Bericht über eine abenteuerliche Reise, gespickt mit philosophischen Erkenntnissen und Lebensweisheiten. Natürlich interessant für alle Motorradbegeisterte, aber auch für alle, die sich für Lebensberichte und fremde Kulturen interessieren.