Profilbild von carathis

carathis

Lesejury Profi
offline

carathis ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit carathis über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.12.2019

Was ist Gerechtigkeit?

Zwei für mich, einer für dich
0

Dieses witzige Bilderbuch bringt schon den Kleinsten bei, was es heißt, gerecht zu handeln. Der Bär und das Wiesel streiten sich um drei Pilze. Wer bekommt den Dritten?

Mit handfesten Argumenten versuchen ...

Dieses witzige Bilderbuch bringt schon den Kleinsten bei, was es heißt, gerecht zu handeln. Der Bär und das Wiesel streiten sich um drei Pilze. Wer bekommt den Dritten?

Mit handfesten Argumenten versuchen sie sich gegenseitig zu überzeugen, warum genau sie es verdient haben, einen Happen mehr als der andere zu bekommen. Ganz wie im wahren Leben. Sicherlich eine Situation, die jedes Elternteil schon einmal erlebt hat.

Der Streit beginnt zu eskalieren. Doch dann taucht plötzlich der freche Fuchs auf und stiehlt den beiden einen Pilz. So wird ihnen die Grundlage für die Auseinandersetzung genommen und sie bemerken schnell, dass es sich gar nicht lohnt zu streiten.

Schade nur, dass das Buch nicht wirklich eine Lösung oder einen Kompromiss aufzeigt, sondern nur einen zufälligen Ausweg. Bär und Wiesel schaffen es nicht selbst, sich zu einigen. Das hätte ich besser gefunden.

Doch genau das können sie noch einmal versuchen, denn zum Nachtisch gibt es ebenfalls DREI Erdbeeren. Ob sie sich wieder in den Haaren liegen oder nicht, bleibt der Fantasie der Leser überlassen. Und hier sollte meiner Meinung dann auch die Besprechung des Buches mit dem Kind beginnen. Das Bilderbuch liefert also mehr eine Diskussionsgrundlage als eine ausgesprochene Lösungsstrategie. Gut einerseits, verlangt aber andererseits auch Nachbereitung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.12.2019

Toll für alle werdenden Geschwisterkinder

Plötzlich war ein Wuckel da
0

Schöne und lehrreiche Kinderbücher sind mit immer mehr ein Anliegen, seit ich selbst Mama geworden bin. Auch wenn meine Tochter noch zu klein ist für wirkliche Geschichten, bin ich schon auf der Suche ...

Schöne und lehrreiche Kinderbücher sind mit immer mehr ein Anliegen, seit ich selbst Mama geworden bin. Auch wenn meine Tochter noch zu klein ist für wirkliche Geschichten, bin ich schon auf der Suche nach Büchern, die ich ihr einmal vorlesen werde. Dabei ist es mir sowohl wichtig, dass die Geschichte lustig und spannend ist, aber auch, dass die Kleine etwas mitnehmen kann.

Und bei dem Bilderbuch „Plötzlich war ein Wuckel da“ werden beide Facetten miteinander vereint. Ich fühlte mich auch als Erwachsene, besonders durch die grafisch ansprechende Gestaltung, gut unterhalten. Der kleinen Ida sieht man so richtig schön an, dass sie keine Lust auf ein neues Geschwisterchen hat, das nur schreit und trotzdem Vorrang bei den Eltern hat. Ihre Grimassen und die teils leidvollen Gesichtsausdrücke der Eltern lassen einen richtig mitfühlen. Was mir an den Bildern auch gut gefällt ist die moderne Art. Mama und Papa sind eher Hipster-Eltern – der Vater mit Vollbart und Tätowierung – die mit geschmackvollen Designer-Möbeln leben.

Für kleine Kinder ist es durch den gereimten Text, der sparsam dosiert die Bilder begleitet, einfach, der Geschichte zu folgen und auch den Zusammenhang herzustellen. Frech und ein wenig listig nutzt Ida den neuen Wuckel, um alle schlimmen Dinge, die sie anstellt, auf ihn abzuwälzen. Klappt natürlich nicht so ganz. Aber lustig ist es allemal.

Die Erkenntnis, dass das kleine Geschwisterchen, dessen Geschlecht keine Rolle spielt, was ich gut finde, auch liebgewonnen werden kann und man mit ihm Spaß haben kann rundet die Geschichte schließlich ab.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.09.2019

Eine süße Geschichte mit Teamgeist

Spukalarm in der Schokofabrik
0

Die erfahrene Kinderbuchautorin Mascha Matysiak lädt uns auf eine abenteuerliche Exkursion in eine stillgelegte Schokoladenfabrik ein. Klara, die neu in der Schokosiedlung ist, erkundet diese mit ihren ...

Die erfahrene Kinderbuchautorin Mascha Matysiak lädt uns auf eine abenteuerliche Exkursion in eine stillgelegte Schokoladenfabrik ein. Klara, die neu in der Schokosiedlung ist, erkundet diese mit ihren neuen Freunden Matti und Theo. Doch statt Pralinés und süßem Duft finden die Drei viel Staub, alte Gerätschaften und überraschende Gestalten.
Ich hatte, nach Cover und Titel zu urteilen, erwartet, dass es eine etwas gruselige Geschichte wird, dies war es nach meinem Geschmack nicht. Aber vielleicht ist es das für Kinder im Alter von etwa 8 Jahren, für die diese Geschichte geschrieben wurde. Vielmehr geht es um den Aufbau von Freundschaften, die Eingewöhnung in einem neuen Wohnumfeld und das Helfen und Unterstützen von liebgewonnenen Wesen.
Klara, wie schon erwähnt die Hauptfigur, ist mit ihrer Mutter umgezogen. So richtig wohl fühlt sie sich am Anfang natürlich nicht in der neuen Umgebung. Ihre liebste Freundin vermisst sie sehr und die erste Begegnung mit den Nachbarsjungen verläuft auch nicht gerade günstig. Durch glückliche Umstände kann Klara aber doch beweisen, dass sie ein cooles Mädel ist, mit dem die Jungs dann gerne um die Häuser ziehen und auch den Einbruch in die alte Fabrik wagen. Die typischen Zwistigkeiten unter Kindern sind treffend dargestellt und jede Figur hat ihre liebevollen Macken und Vorlieben. Nicht nur die Kinder, sondern auch die anderen Bewohner der Siedlung werden herzig dargestellt, von Kater Nougat bis Frau Süß, ist alles sehr „schokoladig“.
Die eigentliche Herausforderung kommt dann noch auf die Kinder zu, aber dazu möchte ich nicht zu viel verraten, nur dass es um die Verhinderung eines üblen Ereignisses geht. Dafür müssen die Drei einen gewieften Plan aushecken, sich Verstärkung holen, tapfer und kreativ sein. Es gibt viele lustige Situationen, manche auch nicht ganz pädagogisch wertvoll, aber das macht letztlich nichts. Denn das schöne und lehrreiche Ende wertet den ganzen Unfug wieder auf.
Die liebevollen Illustrationen von Monika Parciak werten die Geschichte noch zusätzlich auf, sodass ich dieses Buch auf jeden Fall weiterempfehlen kann. Es ist sowohl für Mädchen, als auch Jungs geeignet.

Veröffentlicht am 18.08.2019

Wohlfühlkrimi für Reiseliebhaber und Metaller

Nie zu alt für Heavy Metal. V.I.E.R. rocken Europa
0

Heavy Metal, dachte ich als ich das Cover sah, ist ja nun eigentlich nichts für mich. Da es sich hier aber um den zweiten Fall der V.I.E.R. aus der Feder von Elisabeth Frank und Christian Homma handelte, ...

Heavy Metal, dachte ich als ich das Cover sah, ist ja nun eigentlich nichts für mich. Da es sich hier aber um den zweiten Fall der V.I.E.R. aus der Feder von Elisabeth Frank und Christian Homma handelte, musste ich doch unbedingt reinlesen und mich eines Besseren belehren lassen.

Und so wurde ich wieder nicht enttäuscht und schwelgte mit Elli in den Kanälen von Venedig, ärgerte mich mit Ina über Geros Alleingänge und feierte am Ende gerne mit Rüdiger auf dem Metal-Festival von Wacken.

Aufhänger der neuen Ermittlungen ist der Diebstahl wichtiger historischer Dokumente durch einen Doktoranden. Das Verschwinden würde Ellis Mann, der Professor an der Universität ist, in arge Schwierigkeiten bringen. Deshalb beschließen die Amateur-Detektive, nach erfolgreichem Abschluss des ersten Falls auf Kreuzfahrt, wieder auf Tour zu gehen.

Es werden erneut sehr interessante Orte besucht. Manche mehr, manche weniger bekannt, aber doch immer eine Reise wert. So kommen wir Leser in den Genuss, einige zu Unrecht unbekannte Ecken Sloweniens zu erkunden. Außerdem steht die altehrwürdige Serenissima, das traditionsreiche London und am Ende das legendäre Wacken-Festival auf dem Reiseplan.

Der Fall selbst kommt zwar etwas mäßig in Gang, wird aber von Station zu Station imposanter. Wer würde nicht gerne einen Trank in die Finger bekommen, der alle Krankheiten heilen kann, den berüchtigten Theriak. Um diesen geht es in den gestohlenen Papieren. Also kommen auch die historisch Interessierten auf ihre Kosten.

Für mich waren wieder der Humor, das Zusammenspiel der vier Freunde aus Kindertagen und die Reisen das Besondere an diesem Buch. So ist Nie zu alt für Heavy Metal für mich absolut empfehlenswert für Freunde der Cosy Crime-Literatur. Weiter so. Ich freue mich auf Band Drei.

Veröffentlicht am 08.05.2019

Bienenlektionen für eine kleine Frau ohne Zuhause und für die ganze Welt

Der Honigbus
0

Bienen halten die Natur am Laufen. Dies ist spätestens mit der aktuellen Debatte um Glyphosat und anderen Chemikalien auf unseren Äckern, in der breiten Bevölkerung angekommen. Die kleinen Tierchen produzieren ...

Bienen halten die Natur am Laufen. Dies ist spätestens mit der aktuellen Debatte um Glyphosat und anderen Chemikalien auf unseren Äckern, in der breiten Bevölkerung angekommen. Die kleinen Tierchen produzieren nicht nur Honig, sondern Bestäuben auch unserer Pflanzen und sorgen damit für eine reiche Ernte. Und dass die schwarz-gelben Helferlein mittlerweile nicht nur in Sachbüchern, sondern auch in Romanen gut ankommen, weiß man seit Maja Lundes „Geschichte der Bienen“.


Für mich persönlich waren Bienen schon lange ein Thema von großem Interesse. Als Bestäuber für Obstbäume und Honiglieferanten schätze ich die Leistung der kleinen Nützlinge sehr hoch ein und freue mich stets über neue Bücher, die Bienen oder Imkerei thematisieren. „Der Honigbus“ von Meredith May passt hier auch mit seiner blumigen Covergestaltung hervorragend ins Bild und animierte mich zum Lesen.

Normalerweise bin ich kein regelmäßiger Leser von biographischer Literatur. Doch sowohl das Bienen-Thema als auch die allseits positiven Kritiken haben mich schließlich überzeugt, dem Werk meine Zeit zu widmen. Zu Recht, kann ich sagen, wurde Mays Werk gelobt. Überrascht war ich über die angenehme Erzählweise, und über die Dinge, die ich noch über Bienen lernen konnte. May erzählt in ihrem autobiographischen Roman von ihrer schweren Kindheit, in der sie von ihrer Mutter emotional zurückgelassen wurde und sich nur mit Hilfe ihres Großvaters und dessen Bienen einen eigenen Weg ins Leben bahnen konnte. Diese durchaus schwere Dramatik und die Herausforderungen, mit denen sie als kleines Kind zu kämpfen hatte, lässt die Autorin aber keinesfalls weinerlich oder belehrend wirken. Im Gegenteil, May scheint mit ihrer Vergangenheit abgeschlossen zu haben und trägt nun ihre Begeisterung für die Bienen und ihren wundervollen Großvater mit ihrem Buch in die Welt hinaus.

Und es sind gerade diese Szenen, mit ihrem Großvater, die einem das Herz schmelzen lassen. In „Bienenlektionen“ zu Selbsterhaltung, Loyalität, Vertrauen oder auch Umweltschutz zeigt die Autorin auf, was wir Menschen von den Insekten lernen können. Diese zahlreichen Anekdoten werden einen begeistern, hilflos dastehen lassen und auch Erkenntnisse gewinnen.

Diese Abwechslung hat mir gerade so gut an diesem Roman gefallen. Obwohl es keine leichte Kost ist, liest sich das Buch flüssig und ist auch nicht gespickt mit Fachvokabular. Es ist gerade so, dass man sich wünscht, die Autorin persönlich kennenlernen zu wollen, da man sowieso schon so viel von ihr weiß und man ihr Mitgefühl, Dankbarkeit und Zuversicht schenken möchte. Ein absolut empfehlenswertes Buch.