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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.10.2021

Ungewohnt

Eifersucht
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"Sieben Storys, ein Motiv", diesen Hinweis im Klappentext hatte ich übersehen. Dementsprechend war ich etwas überrascht, als nach Seite 33 eine andere Geschichte begann. Deshalb will ich hier nichts Konkretes ...

"Sieben Storys, ein Motiv", diesen Hinweis im Klappentext hatte ich übersehen. Dementsprechend war ich etwas überrascht, als nach Seite 33 eine andere Geschichte begann. Deshalb will ich hier nichts Konkretes zum Inhalt des Buches schreiben. Nur soviel: Es sind sieben unterschiedlich lange Stories zum Generalthema Eifersucht.

Jo Nesbo schreibt wie immer gut und flüssig lesbar. Seine Geschichten sind übersichtlich, was die Örtlichkeiten und was die Anzahl der handelnden Personen angeht. Dennoch war ich etwas enttäuscht. Kurzgeschichten sind nicht das, womit ich den Namen Nesbo verbinde. Damit verbinde ich logisch durchkonstruierte Krimis mit entsprechendem Spannungsbogen. Die Spannung kommt bei diesen Geschichten recht kurz. Es geht mehr um die Gedankenwelt der verschiedenen Personen. Es geht darum, was Eifersucht bei Menschen bewirken kann, wie ihre Handlungsweise durch Eifersucht bestimmt wird.

Man sollte also nicht einen Kriminalroman erwarten, denn dann ist das Buch zumindest ungewohnt. Ansonsten nette Geschichten für zwischendurch zu lesen.

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Veröffentlicht am 13.05.2019

Viel Krimi mit Spannung

10 Stunden tot
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Viel zu lesen, viel zu merken, viele Personen und viele Handlungsstränge, das ist hier, gleich zu Beginn, die Zusammenfassung.

Fabian Risk ermittelt mit seinen Kollegen und Kolleginnen in einem sehr ...

Viel zu lesen, viel zu merken, viele Personen und viele Handlungsstränge, das ist hier, gleich zu Beginn, die Zusammenfassung.

Fabian Risk ermittelt mit seinen Kollegen und Kolleginnen in einem sehr außergewöhnlichen Fall. Das Außergewöhnliche ist, dass der Mörder seine Morde mit Hilfe verschiedener Würfel plant, nach deren Würfelergebnis er sich bei seinen Morden richtet. Das weiß aber nur der Leser und ist damit gewissermaßen gegenüber Risk im Vorteil. Für Risk und seine Kollegen/innen ergibt sich kein System oder auch nur der Schimmer eines Motivs.

Viele verschiedene Handlungsstränge, viele Namen stellen hohe Ansprüche an den Leser. Da sind zum Beispiel private Schwierigkeiten bei Risk und seiner Familie oder die Bedrohung einer Kollegin durch eine Nazi-Gruppe. Da ist der Tod eines Kollegen unter rätselhaften Umständen, der Verdacht gegen einen anderen Kollegen und ... Also, wie gesagt, viele Personen und viele Handlungsstränge, eigentlich Fehler, wie man sie bei Anfängern findet. Dass Anhem kein Anfänger ist, merkt man daran, dass man dennoch die Übersicht behält. Anhem hat einen spannenden Krimi geschrieben.

Veröffentlicht am 18.04.2026

Beklemmend

Unter dem Strand
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Turid Müller verknüpft in ihrem Roman zwei unterschiedliche Erzählstränge miteinander. Der erste spielt im Jahr 2025 und begleitet Cay, eine Journalistin, die für ein kleines Provinzblatt arbeitet. Sie ...

Turid Müller verknüpft in ihrem Roman zwei unterschiedliche Erzählstränge miteinander. Der erste spielt im Jahr 2025 und begleitet Cay, eine Journalistin, die für ein kleines Provinzblatt arbeitet. Sie erhält den Auftrag, über die Feierlichkeiten zum Jahrestag der Cap-Arcona-Katastrophe zu berichten. Noch bevor die Veranstaltung stattfindet, besucht sie den Schauplatz der Tragödie. Dabei entdeckt sie am Strand die Leiche einer Frau, fotografiert diese, informiert anonym die Polizei und verlässt anschließend den Ort. Kurz darauf hat sie das Gefühl, verfolgt zu werden.

Der zweite Erzählstrang führt ins Jahr 1945. Hier steht Leon im Mittelpunkt, ein Häftling in einem Konzentrationslager. Als Ich-Erzähler schildert er eindringlich die unmenschlichen Zustände und das Leid der Gefangenen, wodurch seine Perspektive besonders unmittelbar und eindrucksvoll wirkt.

Die beiden Zeitebenen wechseln sich kapitelweise ab und sind jeweils durch die Namen der Hauptfiguren sowie durch Zeitangaben gekennzeichnet. Während Leons Geschichte durch die Ich-Perspektive eine große Nähe erzeugt, wird Cays Handlung aus einer eher distanzierten Erzählerperspektive geschildert.

Die Verbindung dieser beiden sehr unterschiedlichen Erzählstränge erscheint zunächst problematisch. Im Nachwort erklärt die Autorin jedoch, dass sie bewusst eine moderne Krimihandlung mit der historischen Thematik verknüpft hat, um mehr Leserinnen und Leser zu erreichen. Ihr Anliegen ist es, die Erinnerung an die Ereignisse in den Konzentrationslagern und deren Aufarbeitung wachzuhalten.

Allerdings wirkt der Erzählstrang um Cay stellenweise etwas langatmig, wodurch die Spannung nachlässt. Im Gegensatz dazu erscheint Leons Geschichte umso eindringlicher und fesselnder, was letztlich den stärkeren Teil des Romans ausmacht.

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Veränderungen

Einatmen. Ausatmen.
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Marlene Buchholz ist eine sehr erfolgreiche Managerin, der es allerdings an sozialen Kompetenzen fehlt. Sie ist völlig auf sich, ihre Firma und den Erfolg programmiert. Ihr CEO schickt sie zu einem Achtsamkeitsseminar, ...

Marlene Buchholz ist eine sehr erfolgreiche Managerin, der es allerdings an sozialen Kompetenzen fehlt. Sie ist völlig auf sich, ihre Firma und den Erfolg programmiert. Ihr CEO schickt sie zu einem Achtsamkeitsseminar, um diese Defizite aufzuarbeiten, denn Marlene soll ihm in Kürze, wenn er in den Ruhestand geht, nachfolgen.

Zunächst fühlt sie sich in dem Schloss, in dem das Seminar stattfindet, unwohl und fehl am Platz. Die Atmosphäre ist ihr fremd, und sie versucht sogar, mit dem Leiter einen Deal auszuhandeln, um – wie sie es nennt – einfach nur den „Schein“ zu bekommen.

Doch dann kommt alles anders. Gemeinsam mit Marlene lernen wir Eichhörnchen und Wildschweine kennen, machen Bekanntschaft mit dem Hausmeister und dessen Mutter, werden in eine Demonstration verwickelt und begegnen Harvestern. Und natürlich üben wir auch das richtige Ein- und Ausatmen.

Wie das alles zusammenpasst und zu welchem Ergebnis es führt, sollte man selbst lesen – es lohnt sich auf jeden Fall.

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Nicht happy

Happy Head
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Band 1 einer geplanten Near-Future-Fiction-Thriller-Reihe von Josh Silver: Sebastian, genannt Seb, wird ausgewählt, an einem experimentellen Programm zur Förderung der geistigen Gesundheit teilzunehmen. ...

Band 1 einer geplanten Near-Future-Fiction-Thriller-Reihe von Josh Silver: Sebastian, genannt Seb, wird ausgewählt, an einem experimentellen Programm zur Förderung der geistigen Gesundheit teilzunehmen. Gemeinsam mit 99 weiteren Jugendlichen wird er ohne Kontakt zur Außenwelt in ein abgeschottetes Gebiet gebracht, wo sie verschiedene Wettbewerbe bestehen müssen.

Was zunächst wie ein gut gemeintes und vielversprechendes Projekt beginnt, gerät zunehmend außer Kontrolle. Immer deutlicher wird, dass Personen die Fäden ziehen, denen das persönliche Wohl der Teilnehmenden keineswegs am Herzen liegt. Dies zeigt sich in den zunehmend brutaler werdenden Wettbewerben.

Am Ende des Buches wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Themen wie traumatische Erfahrungen, Vergiftung, Verbrennung, Freiheitsentzug und weitere belastende Inhalte vorkommen.

Das Cover bringt die Grundstimmung treffend auf den Punkt: ein Totenkopf, verborgen hinter einem Smiley.

Der Roman ist sehr spannend geschrieben und lässt einen ständig hoffen, dass die Protagonisten einen Ausweg finden. Leserinnen und Leser mit schwachen Nerven sollten jedoch gut überlegen, ob sie zu diesem Buch greifen.

Was ich gar nicht gern habe ist der massive Cliffhänger am Schluss. Er ist wohl der Tatsache geschuldet, dass es einen Grund geben muss, die nächste Folge zu lesen.

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