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Annafrieda

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.05.2019

Findet Lilly in der Provence die Liebe und eine Heimat?

Das kleine Hotel in der Provence
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Lilly zieht der Liebe wegen nach Rostock. Leider wird sie nach kurzer Zeit von ihrem Freund eiskalt abserviert und muss gucken, wie ihr Leben weitergehen soll. Sie entschliesst sich, ihr bisheriges Leben ...

Lilly zieht der Liebe wegen nach Rostock. Leider wird sie nach kurzer Zeit von ihrem Freund eiskalt abserviert und muss gucken, wie ihr Leben weitergehen soll. Sie entschliesst sich, ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen und will in der Provence ein kleines Hotel für Singles eröffnen. Mit Hilfe ihrer Cousine setzt sie ihren Plan in die Tat um und renoviert und restauriert das Gebäude sehr liebevoll. In Nullkommanichts kommen die ersten Gäste. Da sie dem männlichen Geschlecht erst mal enttäuscht abgeschworen hat, ist es gar nicht so einfach, ihr Herz zu gewinnen.

Der Roman hat mit seinen Beschreibungen mein Kopfkino entfacht. ich konnte mich sehr gut einfühlen in die Umgebung, in das kleine, besondere Hotel und in das Geschehen. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt. Die Charaktere sind autentisch, gut differenziert und ausgearbeitet. alles wirkt lebendig, so als würde man mitten in der Geschichte sein. Und auch die Wendungen der Story haben mir sehr gefallen und neugierig gemacht. Der Schreistil ist locker und leicht und gefällt mir gut.
Eine schöne Wohlfühlgeschichte mit der Message, auch in schweren Lebenslagen den Mut nicht zu verlieren und neue Wege zu suchen. Vielleicht sogar seine Traüme zu leben, so unrealistisch sie auch erscheinen. Sich auf Neues einzulassen und dem Schicksal eine Chance geben.

Auch das Cover ist sehr schön. Es spiegelt den Inhalt und man hat sofort das Gefühl, an einem wunderschönen Ort zu sein.
Gerne geb ich volle Punktzahl und spreche eine Leseempfehlung aus.

Veröffentlicht am 20.10.2019

Ein beeindruckender Roman über menschliche Abgrüne

Fliege fort, fliege fort
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Im idyllischen Fürth am See geschehen seltsame Dinge. Es wird ein kleines Mädchen entführt, doch es wird keine Lösegeld gefordert. Und es werden misshandelte ältere Menschen in ein Krankenhaus eingewiesen, ...

Im idyllischen Fürth am See geschehen seltsame Dinge. Es wird ein kleines Mädchen entführt, doch es wird keine Lösegeld gefordert. Und es werden misshandelte ältere Menschen in ein Krankenhaus eingewiesen, für deren Verletzungen es aber anscheinend keine Ursache gibt. Und es gibt Fälle von Vandalismus. Der Psychiater Horn und Kommisar Kovacs werden mit diesen Fällen beauftragt. Kein leichtes Unterfangen. Hängen alle diese Fälle zusammen, doch wo sind die Verbindungen? Die Spuren führen in die Burg, die in früheren Zeiten ein Kinderheim war, heute jedoch jugendliche Migranten beherbergt.

Dieser Roman fordert den Leser heraus. In zweierlei Hinsicht. Erstens bei Lesen und zweitens beim Verstehen. Der Autor schreibt wortgewaltig. Jedes Wort scheint hier genau plaziert es gibt Stellen, die muten fast poetisch an. Er erzählt intensiv, was die Protagonisten denken und bewegt und warum sie so handeln, wie sie es tun. Ich musste mich teilweise wieder daran erinnern, dass es sich hier um einen Krimi handelt. Es gibt Passagen, da konnte ich mich teilweise darin verlieren. Sehr hohes literarisches Nieveau! Auch ein fein nuancierter Humor fehlt nicht. Wie z. B. Horn, der Sachen denkt und nicht merkt, dass er sie manchmal ausspricht.

Es gibt hier mehrere Handlungsstränge und es ist gar nicht so einfach, denen zu folgen, bzw. sie einzuordnen. Auch der Wechsel zwischen den Zeitebenen machte es mir manchmal schwer, das alles zusammen zu bringen. Das fordert schon einiges an Konzentration und somit ist "Fliege fort, fliege fort" kein Buch, das man nebenbei lesen kann. Ich finde es schon ziemlich anspruchsvoll, aber das machte für mich auch den Reiz aus. Die Charaktere finde ich gut ausgearbeitet und rund. Obwohl ich die Vorgänger nicht gelesen habe, fehlte mir hier nichts. Am Ende blieben für mich einige wenige Fragen offen, vielleicht müsste ich das Buch ein zweites Mal lesen, um mehr zu verstehen. das Grundsätzliche hat sich mir jedoch erklärt.

Ich finde es sehr wichtig, auf den Plot hinzweisen. Er ist außergewöhlich und hat mich auch betroffen gemacht. Ich müsste jetzt zuviel vom Inhalt verraten, um das zu erklären. Nur soviel: Dieses Thema ist einfach bedrückend und leider auch immer wieder aktuell, wie hier zu lesen. Und er entwickelt sich hier in diesem Roman erst nach und nach.

Alles in allem findet man hier einen anspruchsvollen Roman, auf den man sich einlassen muss. Dann verspricht er aber großes Lesevergnügen.

Veröffentlicht am 20.05.2026

Die Tote am Strand von Nizza

Léon und die Frau im blauen Kleid
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Der Krimi von Alexander Oetker führt uns nach Süd-Frankreich an den mondänen Küstenabschnitt rund um Nizza. Hier ermittelt der exzentrische Commissaire Léon de Chevallier, der alle Register seines adligen ...

Der Krimi von Alexander Oetker führt uns nach Süd-Frankreich an den mondänen Küstenabschnitt rund um Nizza. Hier ermittelt der exzentrische Commissaire Léon de Chevallier, der alle Register seines adligen Standes zieht. Er ist snobistisch, anmaßend und lebt das teure Leben, das seine Familie ihm bietet. Commissaire Nadia Bentaleb wird ihm als neue Kollegin an die Seite gestellt, um den Fall der an den Strand gespülten unbekannten Toten zu lösen. Sie ermittelte bisher in den Slums von Paris. Die unterschiedlichen Lebensformen der beiden schafft natürlich Konflikte. Der Fall führt uns in die mondäne High Society und beleuchtet auch deren Schattenseiten.
Der Autor hat mit dem Charakter Commissaire Léon de Chevallier eine interessante Figur geschaffen. Überheblich und herablassend kommt6er daher. Doch im Verlauf konnte ich auch seine andere Seite entdecken. Einsamkeit prägte seine Jugend, die Bürde seiner Herkunft hat auch Spuren hinterlassen. Sein Selbstbewusstsein scheint nicht so echt, wie er sich gibt. Nadia Bentaleb dagegen verkörpert augenscheinlich das Gegenteil. Durch ihre Versetzung wurde sie in die Welt der Schönen und Reichen katapultiert, das krasse Gegenteil zu ihrem bisherigen Leben in den kriminellen Vierteln von Paris. Schlagfertig bietet sie ihrem Kollegen Kontra, schlägt sich wacker. Es gibt auch ein Geheimnis in ihrem Leben, das es zu entdecken gilt. Diese Gegensetzlichkeit der beiden Ermittler macht den gewissen Reiz des Buches aus. Er Ferrari, sie heiße Maschine - das bestätigt das auch äußerlich. Den Charakter von Léon de Chevallier empfand ich ansatzweise etwas überzogen.
Das französische Flair durchzieht die ganze Geschichte, z. T. vergaß Ich förmlich, dass es sich hier um einen Krimi handelt. Dagegen kam der Fall ziemlich "seicht" rüber, hier fehlte mir doch etwas mehr Tempo und kriminalistische Brisanz. Die Überraschung am Ende schafft natürlich Platz für Neugier auf die weitere Zusammenarbeit der beiden Ermittler. Alles in allem ein guter Start der neuen Buchreihe.

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Ein Buchladen mit Charme

Nordwindworte
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Der Schauplatz der Geschichte ist Emden, einem traditionellen Ort an der Nordsee in Ostfriesland. Mila ist in ihre Heimat zurückgekehrt, um den Buchladen ihres Vaters zu übernehmen. Zeitgleich soll in ...

Der Schauplatz der Geschichte ist Emden, einem traditionellen Ort an der Nordsee in Ostfriesland. Mila ist in ihre Heimat zurückgekehrt, um den Buchladen ihres Vaters zu übernehmen. Zeitgleich soll in Emden gerade ein Film gedreht werden. Der Konflikt ergibt sich aus Milas zwiespältigen Ansichten: Buch vs. Film. Auf unterschiedlichliche Art wird sie und ihr Buchladen immer weiter in den Sog der Filmindustrie hineingezogen. Natürlich spielt auch die Liebe eine große Rolle dabei. Die Konfrontation mit ihrer Erzfeindin Pia wirbelt ihr Leben zusätzlich durcheinander.

Das Buch entfaltet seinen Zauber in den schönen Beschreibungen der norddeutschen Landschaft, ihrer Bewohner und deren Dialekt und dem heimeligen Buchladen, in dem Menschen jeder Couleur willkommen sind. Da ist Jelte, ein Junge, der an dem Ort ein zweites geschütztes Zuhause und Halt findet. Auch Nora, eine Angestellte, entfaltet in ihrer liebevollen Art dort einen Zauber. Zwei Figuren, die mir im Buch besonders an's Herz gewachsen sind. Beide besitzen eine gute Figurenzeichnung. Mir hat auch die Idee sehr gut gefallen, Buch und Film miteinander in Verbindung zu bringen. Aber leider haben mir an anderen Figuren ein paar Ecken und Kanten gefehlt, unter anderem bei Mila selbst und ihrer Familie. So durchgängig positiv kann kein Mensch sein. Das ist für mich unglaubwürdig. Das schließt auch Milas Begegnungen mit Pia ein. Sie schluckt deren verbale und fast körperlichen Attacken ohne Konter, das hat einen unterwürfigen Beigeschmack, der ihr nicht gerecht wird. Auch das Zeitmanegement passte irgendwie nicht, ich habe es so empfunden, als hätten Milas Tage durchgängig 48 Stunden.

Dennoch ein gut zu lesendes Buch, der gut ausgearbeitete regionale Schreibstil hat mir gut gefallen und ich fühlte mich entführt in eine wunderschöne Region in Deutschland. Die Atmosphäre des Buchladens zu beschreiben ist der Autorin super gelungen.
Daher gibt es von mir eine Leseempfehlung für dieses Buch mit Wohlfühlcharakter.

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Veröffentlicht am 26.02.2026

Wenn Rache tötet

Warum sie sterben musste
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Bei einer Sturmflut stirbt auf bestialische Art ein junges Mädchen in der Ostsee. Der Verdächtige flüchtet und wird nach vielen Jahren auf derselben Weise am selben Ort getötet. Die Ermittlungen decken ...

Bei einer Sturmflut stirbt auf bestialische Art ein junges Mädchen in der Ostsee. Der Verdächtige flüchtet und wird nach vielen Jahren auf derselben Weise am selben Ort getötet. Die Ermittlungen decken hinter gutbürgerlicher Fassade ein Geflecht aus Lügen, Korruption und Machenschaften auf. Das Ermittlerteam wird mit jahrelanem systematischen Missbrauch junger Mädchen konfrontiert, der bis in höchste Kreise reicht.
Am Ende wartet eine tolle Auflösung mit unerwarteten Wendungen und Überraschungen. Es ist wirklich eine komplexe Story mit frischen Ideen und einem straff gezogenen Spannungsbogen, das hat mir sehr gut gefallen. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und mir gefielen besonders die sehr gegensätzlichen Figuren von den Ermittlern Beddenbrooks und Cinzia, sie machen Lust auf Mehr. Der Schreibstil ist toll, er hat mich fesselnd durch das Buch geführt.
Am Ende gab es mir zugegebenermaßen zu viel Infodump, es forderte viel Aufmerksamkeit, den ganzen unterschiedlichen Namen, Handlungen und Verflechtungen zu folgen. Das mag der sehr breit gefächerten Story geschuldet sein, für mich stoppte es zum Schluss hin ein bisschen den Lesefluss.
Das Buch hat mir aber im ganzen sehr gut gefallen, der Plot hebt sich angenehm ab. Die Autorin hat ein komplexes, düsteres Thema beleuchtet, das betroffen macht.

Unter anderem haben mich die Orte des Geschehens auf eine Reise an Orte mitgenommen, die ich kenne. Ich bin neugierig auf Beddenbrooks und Cinzias neuen Fall an der Nordsee.
Fazit: Ich kann das Buch jedem wärmstens empfehlen, der einen ungewöhnlichen Plot zu schätzen weiß.

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