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Veröffentlicht am 30.05.2019

Gelebter Glaube im Alltag

Lebendig!
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Der Theologe, Michael Herbst, zeigt in diesem Buch wie der christliche Glaube lebendig und mündig werden kann. Er richtet sich gegen einen Glauben, der nur Formsache oder Gewohnheit ist, denn Nachfolge ...

Der Theologe, Michael Herbst, zeigt in diesem Buch wie der christliche Glaube lebendig und mündig werden kann. Er richtet sich gegen einen Glauben, der nur Formsache oder Gewohnheit ist, denn Nachfolge bedeutet so viel mehr. So geht er auf verschiedene Lebensbereiche ein, und zeigt wie Christsein im Alltag konkret aussieht.

Sein Glaubensweg begann im CVJM. Auf seinem weiteren Weg prägten ihn Gedanken von Dietrich Bonhoeffer. Inzwischen ist er Professor der Theologie an der Universität Greifswald und engagiert sich bei „GreifBar“, einem neuen Gottesdienst, ganz nach den Wünschen der Bewohner ihrer Heimatstadt.

Das Buch hat sechs Teile. Im ersten Teil geht es um die Grundlage des Glaubens, Gnade. Zuerst geht Gott auf den Menschen zu. So beginnt das Christsein. Der zweite Teil beschreibt die Veränderung, wenn Gott ins Leben einzieht. Im dritten Teil werden verschiedene Bereiche beschrieben, in denen lebendiges, mündiges Christsein im Alltag praktiziert werden kann. Dazu gehört das Gebet, das Hören auf Gott und die Gemeinschaft mit anderen Christen. Im nächsten Teil wird es noch konkreter. Michael Herbst geht der Frage nach, wie Glaube im Alltag gelebt wird. Wichtige Bereiche des Lebens werden angesprochen, wie Sexualität, Beruf, Zeit und Geld. Danach wendet er sich Problemfeldern zu, z.B. unerhörte Gebete, Enttäuschungen oder unsere Schwächen. Im sechsten Teil geht es schließlich um Sendung. Wie und warum gebe ich das weiter, was mir wichtig geworden ist?

Die Überlegungen des Autors sind von einigen bekannten Predigern und Theologen geprägt. Immer wieder wird verwiesen auf Predigten und Büchern von beispielsweise Timothy Keller, Bill Hybels oder John Ortberg. Der Schreibstil ist lebendig, teilweise auch humorvoll. Viele Beispiele sind der Welt des Fußballs entnommen, einer besonderen Leidenschaft des Autors.

Neben Erklärungen, die sich eher an Neulinge im Glauben richten, wird auch der langjährige Christ herausgefordert. So überlegt der Autor mit welcher Motivation wir in den Gottesdienst gehen – um gut unterhalten zu werden, oder um Jesus zu ehren? Immer wieder wird deutlich, Glaube muss wachsen, sonst stimmt etwas nicht.

„Man kann manchmal ‚bei Kirchens‘ den Eindruck haben, dass alle zufrieden sind, solange die Leute da sind und nicht weglaufen. Kirche hat dann etwas unermüdlich Bestätigendes an sich: ‚Es ist okay, wie du bist. Und es ist auch okay, wenn du so bleibst, wie du bist.“ Ich sehe das nicht so. Ich glaube: Es ist völlig normal zu wachsen. Gesundes Leben wächst.“

Fazit: Eine gute Erklärung über die Grundlagen eines Glaubens, der im Alltag Spuren hinterlässt. Der Autor zeigt an konkreten Beispielen wie lebendiges und mündiges Christsein aussieht. Zu empfehlen für alle, die mehr über gelebte Nachfolge wissen wollen.

Veröffentlicht am 27.05.2019

Wenn ein Kriegsheld in Friedenszeiten tötet

Das Bekenntnis
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Pete hat im Zweiten Weltkrieg Schreckliches erlebt. Was ihn durchtrug war der Gedanke an seine Familie in der Heimat. Aber als er zurückkehrt ist manches anders als erwartet. Für ihn steht fest, er muss ...

Pete hat im Zweiten Weltkrieg Schreckliches erlebt. Was ihn durchtrug war der Gedanke an seine Familie in der Heimat. Aber als er zurückkehrt ist manches anders als erwartet. Für ihn steht fest, er muss einen Mann töten. Er lässt sich nach der Tat widerstandslos festnehmen, schweigt jedoch hartnäckig als er nach dem Motiv gefragt wird. Das Urteil lautet Todesstrafe. Welches Geheimnis nimmt er mit sich in den Tod?

Dieses Buch ist in drei Teilen aufgeteilt, die sich stark voneinander unterscheiden. Im ersten Teil geht es um den Mord und die Folgen. Der Leser lernt Pete einerseits als geachteten Kriegshelden und Grundbesitzer kennen, wundert sich andererseits über diesen durchdachten Mord und Petes Schweigen. Da Pete selbst wenig Interesse daran hat sich zu verteidigen, kann sein Anwalt ihm auch nicht helfen, und er muss für seine Tat sterben.

Während der Leser im ersten Teil nicht viel über Petes Innenleben erfährt, wird sein Leben im zweiten Teil, „Der Knochenacker“, aufgerollt. Man spürt seine große Liebe zu seiner Familie und zu seinem Land. Als der Zweite Weltkrieg beginnt, wird er eingezogen. Ungern lässt er alles zurück, um auf den Philippinen zu dienen.

Der Einsatz der US Armee endet schon bald in einer großen Katastrophe. Die Männer erleben unvorstellbare Grauen und Demütigungen. Und doch findet Pete einen Weg seinem Land weiterhin zu dienen. Durch diesen umfangreichen Teil des Buchs versteht der Leser besser, was für ein Mensch Pete ist. Aber der Einschub ist zu lang, denn der Leser kommt der Auflösung der aufgeworfenen Rätsel nicht näher.

Der dritte Teil führt den Leser zurück in die Zeit nach dem Tod Petes. Seine zwei liebenswerten Kinder, beides junge Erwachsene, haben nicht nur ihren Vater verloren. Durch Petes Tat stehen sie in Gefahr ihr Zuhause und alles, was ihnen lieb ist, zu verlieren. Und dann endlich, auf den allerletzten Seiten des Buchs wird das große Rätsel gelöst. Wer bis dahin mitgefiebert hat, wird vermutlich vom Ende enttäuscht sein. Die Spannung wurde solange aufrechterhalten, mit nur sehr wenigen Hinweisen auf den Ausgang. Danach wäre eine ausgefallenere Auflösung befriedigender gewesen.

Fazit: Ein wenig Justiz-Thriller, ein wenig Kriegsdrama, und ein wenig Familiensaga; eine ungewohnte Mischung. Wie immer bei Grisham, ist dieses Buch gutgeschrieben, mit sympathischen Charakteren. Stellenweise lässt die Spannung nach und die Auflösung enttäuscht, aber trotzdem ist es ein Buch, das man gerne liest.

Veröffentlicht am 25.05.2019

Gemeinsam auf Jesus ausrichten

Tochter Gottes, erhebe dich - das Kleingruppenmaterial
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Die Autorin, Inka Hammond, hat das Buch, „Tochter Gottes, erhebe dich“ geschrieben. Dieses Arbeitsheft enthält Material für Gruppenabende, in denen die Themen dieses Buchs besprochen werden. Das ist gut ...

Die Autorin, Inka Hammond, hat das Buch, „Tochter Gottes, erhebe dich“ geschrieben. Dieses Arbeitsheft enthält Material für Gruppenabende, in denen die Themen dieses Buchs besprochen werden. Das ist gut und hilfreich, denn im gemeinsamen Erarbeiten wird das Gelesene vertieft.

In einer kurzen Einführung erhält der Leser einige Hinweise zur Gestaltung der Gruppentreffen. Dabei kann das Material auch in einer Zweierschaft verwendet werden. Die folgenden elf Kapitel orientieren sich immer an einem Kapitel des Buchs. Das Heft schließt mit ermutigenden Worten der Autorin ab.

Jedes Gruppentreffen enthält die gleichen Bausteine. Auch Zeitangaben für die einzelnen Schritte fehlen nicht. Die Einheiten lassen viel Raum für das gemeinsame Gespräch. Neben einigen Gedanken und Bibelversen zum Thema, liegt der Schwerpunkt der Abende auf persönliche Erlebnisberichte und das gegenseitige Segnen. Bei dem Segnen geht es vor allem darum, die anderen Frauen zu ermutigen. Das Erzählen aus dem eigenen Leben schafft Vertrautheit, verbindet, und zeigt, dass andere mit denselben Schwierigkeiten zu kämpfen haben.

Sehr schön sind die Barcodes, die zu Liedvorschlägen im Internet führen. Mit der entsprechenden App ist das Lied sofort gefunden. Neben einem Bibelvers zum Auswendiglernen, schließen die Einheiten mit Fragen zur persönlichen Bearbeitung ab. So ist jeder Teilnehmerin auf das nächste Treffen vorbereitet.

Die einzelnen Programmpunkte sind:
Lobpreis
Austausch
Einander segnen
Gedanken zum Thema
Biblische Betrachtung
Meditativer Teil
Aufgaben für die Zeit bis zum nächsten Treffen

Fazit: Elemente wie das gegenseitige Segnen oder das „Eintauchen“ (meditativer Teil) sind vielleicht ungewohnt oder werden manchen Lesern unpassend erscheinen. Davon abgesehen ist dieses Arbeitsheft eine wertvolle Hilfe, um gemeinsam mit anderen Frauen aus dem Buch „Tochter Gottes“ zu lernen. Positiv sind die Barcodes, um schnell Inhalte im Internet zu finden, und der Schwerpunkt auf das offene Gespräch. Dabei macht die Autorin den Anfang, indem sie im dazugehörigen Buch offen über ihre schweren Zeiten berichtet. Ein empfehlenswertes Heft für Kleingruppen!

Veröffentlicht am 20.05.2019

Eine starke Frau und ein Mann, der nicht vergeben will

Die Lady von Bolton Hill
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Im Osten Amerikas lernen sich im 19. Jahrhundert zwei junge Menschen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten kennen. Der vierzehnjährige Daniel arbeitet als einfacher Arbeiter in einem Stahlwerk. ...

Im Osten Amerikas lernen sich im 19. Jahrhundert zwei junge Menschen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten kennen. Der vierzehnjährige Daniel arbeitet als einfacher Arbeiter in einem Stahlwerk. Seine größte Leidenschaft und größter Trost ist die Musik. Als er mal wieder Noten von Chopin kaufen will, erfährt er, dass ein Mädchen die kürzlich eingetroffene Musik schon gekauft hat. Daniel sucht dieses Mädchen auf, die so ganz anders lebt als er. Ihr Vater ist ein bekannter Pastor und Journalist, und die zwölfjährige Clara wächst im Gegensatz zu ihm in wohlhabenden Verhältnissen auf.

So unwahrscheinlich es wegen ihres Standesunterschiedes ist, entwickelt sich eine blühende Freundschaft zwischen den beiden jungen Menschen. Sie sind beste Freunde, und diese Freundschaft ist Daniels Halt, als seine Welt zusammenbricht. Aber Daniel und Clara werden kurz danach getrennt, und sie begegnen sich erst viele Jahre später wieder.

Inzwischen ist Clara eine Journalistin, was in dieser Zeit sehr ungewöhnlich und mutig ist. Wegen eines Artikels, in dem sie gesellschaftliche Missstände anprangert, musste sie eine Zeitlang ins Gefängnis.

Daniel hat sich dank seiner technischen Erfindungen hochgearbeitet. Er ist sehr reich, aber eine große Wut zehrt an ihm. Seine Familie wurde zerstört, und Daniel hat nun die Mittel seinen Schuldiger in den Ruin zu treiben.

Als sich Daniel und Clara wiedersehen, ist ihre Faszination füreinander eher noch gewachsen. Aber für Clara ist der gelebte Glaube sehr wichtig. So sehr sie Daniel liebt, sie kann sich nicht vorstellen einen Mann zu heiraten, der Rachegedanken hegt.

Und dann überstürzen sich die Ereignisse. Clara befindet sich in Lebensgefahr. Wird Daniel sie retten können - oder wollen, nachdem sie ihm so grob seine Fehler vorgehalten hat?

Dieses Buch entführt den Leser in eine ganz andere Welt. Die Autorin, eine Historikerin, versteht es das Lebensgefühl dieser Ära einzufangen. Das Cover lässt eine Liebesgeschichte erwarten, aber die Geschichte liest sich stellenweise fast wie ein Thriller. Clara und David sind gut gezeichnet, der Leser kann sie sich mitsamt ihren Macken vorstellen. Die Krimigeschichte innerhalb der eigentlichen Geschichte sorgt zwar für Spannung, aber irgendwie passen diese Einschübe nicht so ganz in die Geschichte. Und Claras penetrante Art ist zwar einerseits bewundernswert, in manchen Szenen wirkt sie jedoch abstoßend oder unglaubwürdig.

Fazit: Eine spannende historische Liebesgeschichte, die manche unerwarteten Wendungen hat. Das Hauptthema ist Vergebung, sowohl im zwischenmenschlichen Bereich, als auch die unglaubliche Vergebung, die Gott dem Sünder entgegenbringt.

Veröffentlicht am 15.05.2019

Gutes Brot braucht Zeit

Bauernbrote & Brötchen nach traditionellen Rezepturen
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Der Hobby-Bäcker Gerhard Kellner hat lange geübt und Verschiedenes ausprobiert, bis er mit seinen Backergebnissen ganz zufrieden war. Dieses Buch ist das Ergebnis seiner Back-Leidenschaft. Was diese Brote ...

Der Hobby-Bäcker Gerhard Kellner hat lange geübt und Verschiedenes ausprobiert, bis er mit seinen Backergebnissen ganz zufrieden war. Dieses Buch ist das Ergebnis seiner Back-Leidenschaft. Was diese Brote auszeichnet, ist die lange Wartezeit. Gerhard Kellner ist davon überzeugt, dass diese Ruhezeit zu einem viel besseren Ergebnis führt.

Das Einführungskapitel erklärt ausführlich die Grundlagen des Brotbackens. Eine große Rolle spielt dabei das Anstellgut, beziehungsweise Sauerteig. Interessant ist auch die Schritt-für-Schritt Erklärung über den Prozess des Backens. Werkzeug und Mehlarten werden ebenso erklärt, wie die Zeitplanung.

Im Rezeptteil finden sich viele traditionelle Rezepte. Außergewöhnlich ist auch hier die lange Wartezeit. Bei den meisten Rezepten wird Sauerteig verwendet. Nur im letzten Viertel des Buchs sind einige schnellere Rezepte zu finden, bei denen Hefe verwendet wird. Aber auch diese Brote und Brötchen dauern mindestens drei Stunden.

Fast alle Backwaren sind auf einem ansprechenden Bild zu sehen. Ein großer Vorteil des Buchs sind auch die Verzeichnisse am Ende des Buchs. Die Rezepte sind nicht nur alphabetisch angeordnet, sondern auch nach Kapiteln und nach Gebäckart.

Mit etwa siebzig Rezepten wird hier sicher jeder fündig. So gibt es beispielsweise Kaisersemmel, Bauernbrot und Fladenbrot, aber auch außergewöhnliche Kreationen wie Roggenbrot mit schwarzem Pfeffer und Krusties mit altem Teig.

Die langen Wartezeiten sind gewöhnungsbedürftig. Es wäre hilfreich, wenn bei den Rezepten eine Zusammenfassung der Zeit stehen würde, so könnte der Leser auf einen Blick sehen, wann das Brot fertig sein wird.

Fazit: Wer gerne mit Sauerteig arbeitet und es nicht eilig hat, wird an diesem Buch sicher viel Freude haben. Einfachere und aufwändigere Rezepte führen zu einer Vielfalt an schmackhaftem Brot und leckeren Brötchen.