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Veröffentlicht am 10.02.2020

Hier kommt keine Spannung auf

Doggerland. Tiefer Fall (Ein Doggerland-Krimi 2)
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Noch immer angeschlagen von ihrem letzten Fall, verbringt Kommissarin Karen Eiken Hornby das Weihnachtsfest im Kreis ihrer Familie. Dies ist eigentlich gar nicht so ihr Ding und so rettet sie quasi ein ...

Noch immer angeschlagen von ihrem letzten Fall, verbringt Kommissarin Karen Eiken Hornby das Weihnachtsfest im Kreis ihrer Familie. Dies ist eigentlich gar nicht so ihr Ding und so rettet sie quasi ein Anruf ihres Chefs, der sie nach Noorö, der nördlichsten Insel Doggerlands, führt. Dort ist ein pensionierter Lehrer von seiner Schwester tot in einer Kiesgrube aufgefunden worden. Was anfänglich wie ein Unfall aussieht, entpuppt sich schnell als Mord. Karen nimmt die Ermittlungen auf, noch nicht ahnend, dass es nicht bei dem einen Mord bleiben wird…
Es ist bereits der zweite Fall für die etwas kantige, aber dennoch sympathische Kommissarin Karen Eiken Hornby. Doggerland bezeichnet eine Inselgruppe in der Nordsee zwischen Dänemark und England, die es längst nicht mehr gibt. Doch für diese Trilogie wurde sie wieder ins Leben gerufen und ist somit fiktiv. Der Fall knüpft fast nahtlos an die Ereignisse vom ersten Band (Fehltritt – Doggerland 1) an. Es sind jedoch keine Vorkenntnisse des Vorgängers notwendig, da jeder Fall in sich geschlossen ist.
Den ersten Band der Doggerland-Reihe fand ich richtig gut, doch dieser Fall war eher langatmig und konnte mich nicht so richtig begeistern. Dies liegt an den vielen Verhören und endlosen Gesprächen, die dafür sorgen sollen, die Identität des Mörders zu klären. Doch wirkliche Spannung kam irgendwie nicht auf. Da fand ich fast die Nebenhandlung, die in Karens privatem Umfeld spielt, fesselnder und aufregender. Erst zum Ende hin wird es dann doch noch einmal spannend und die Autorin überrascht mit einem Täter, den ich absolut nicht auf dem Schirm hatte.
Gut eingefangen war die Atmosphäre, die auf der Insel herrscht. Gerade zur dunkelsten Jahreszeit, nicht gerade ein Flecken Erde nachdem man sich sehnt und dennoch wurde mir die Insel, die leider nur fiktiv ist, sympathisch.
Insgesamt also ein nicht so ganz spannender Skandinavien-Krimi, der leider viele Längen aufweist. Doggerland 3, „Fester Grund“ soll zum Jahresende 2020 erscheinen. Ich hoffe auf einen spannenden Abschluss der Trilogie.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.05.2019

Bisher der schwächste Band

10 Stunden tot
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Kommissar Fabian Risk hat große Eheprobleme und auch die Beziehung zu seinen Kindern steht nicht gerade zum Besten. Daher hat er sich eine Auszeit genommen.
Helsingborg wird jedoch von einer Serie von ...

Kommissar Fabian Risk hat große Eheprobleme und auch die Beziehung zu seinen Kindern steht nicht gerade zum Besten. Daher hat er sich eine Auszeit genommen.
Helsingborg wird jedoch von einer Serie von Gewaltverbrechen erschüttert. Ein kleiner syrischer Flüchtlingsjunge wird gewaltsam in einer Waschmaschine zu Tode geschleudert. Zudem treibt ein Mörder sein Unwesen, in dem der die Wahl seiner Opfer und deren Todesart Würfeln überlässt. Dies kann die Helsingborger Polizei natürlich nicht wissen und steht vor einem großen Rätsel. Auch Fabian Risk beendet seinen Urlaub und nimmt die Ermittlungen auf.

Das Buch startet auf alle Fälle sehr spannend. Doch die vielen Handlungsstränge, die anfänglich nichts miteinander zu tun zu haben scheinen haben mich schon ein wenig verwirrt. Und dass, obwohl ich alle drei Vorgängerbände der Reihe kenne. Für Quereinsteiger, die dann noch nicht mal mit den Figuren vertraut sind mag dies nochmals schwieriger gewesen sein. Insgesamt ist zwar jeder der Handlungsstränge sehr spannend beschrieben, aber irgendwie war das Buch nicht so wie die bisherige Reihe, die mir immer bestens gefallen hat.
Schlimm fand ich dann auch das Ende. So viel Ungeklärtes, das geradezu nach einem neuen Band schreit.

Fazit: Insgesamt der bisher schwächste Band, aber immer noch gut. Ich hoffe auf Aufklärung im nächsten Werk von Stefan Ahnhem.

Veröffentlicht am 24.04.2019

Lüge oder Wahrheit

Die Lüge
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Die Idylle einer Familie im kleinstädtischen Lund in Schweden bricht zusammen als die 19jährige Tochter des Mordes an einem Mann beschuldigt wird. Doch wie weit her war es überhaupt mit der Idylle und ...

Die Idylle einer Familie im kleinstädtischen Lund in Schweden bricht zusammen als die 19jährige Tochter des Mordes an einem Mann beschuldigt wird. Doch wie weit her war es überhaupt mit der Idylle und Harmonie in der Familie? Nach und nach kommen der Vater Adam, ein Pfarrer, Stella, die Tochter und schließlich auch Ulrika, die Mutter und von Beruf Anwältin, zu Wort. Schnell zeigt sich, dass nicht alles so ist wie es scheint und so manche Dinge werden aus den verschiedenen Perspektiven sehr unterschiedlich gesehen. Es ist wirklich erstaunlich, wie unterschiedlich ein und dieselbe Sache von den Charakteren wahrgenommen werden. In einzelnen Rückblicken erfährt man auch so einiges über Entstehung der Familie und man kann nachvollziehen, wie sich alles zu dem entwickelte, wie es heute ist.

Obwohl es sich um keinen Thriller handelt (es steht ja auch ausdrücklich ROMAN auf dem Cover!), ist das Buch durchaus spannend geschrieben. Begünstigt durch die kurzen Kapitel fliegt man geradezu durch das Buch. Zudem hat der Autor Mattias Edvardsson einen flüssigen Schreibstil, der mir gut gefallen hat.
Das Ende war für mich nicht unbedingt überraschend, denn die Entwicklung zeichnete sich irgendwann ab.

Alles in allem ein gut aufgebauter Roman, der fast an einen Thriller herankommt. Den Namen Mattias Edvardsson sollte man sich auf jeden Fall merken.

Veröffentlicht am 31.01.2019

Der Beginn einer neuen gelungenen Triologie

Doggerland. Fehltritt (Ein Doggerland-Krimi 1)
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Es ist der Morgen nach dem großen Austernfest. Fataler hat es für Kommissarin Karen Eiken Hornby nicht kommen können, als sie feststellen muss, dass sie die Nacht mit ihrem unsympathischen Chef Jounas ...

Es ist der Morgen nach dem großen Austernfest. Fataler hat es für Kommissarin Karen Eiken Hornby nicht kommen können, als sie feststellen muss, dass sie die Nacht mit ihrem unsympathischen Chef Jounas Smeed verbracht hat. Und dann kommt es noch heftiger. Ausgerechnet die Ex-Frau ihres Chefs wurde in ihrem Haus ermordet und Smeed kann natürlich wegen Befangenheit nicht ermitteln. Vielleicht die Chance für Hornby sich zu beweisen…

Doggerland bezeichnet eine Inselgruppe, die in der Nordsee zwischen Großbritannien und Dänemark liegt. Eigentlich ist diese Inselgruppe bereits von 8000 Jahren versunken, doch für die neue Krimi-Triologie hat die Autorin Maria Adolfsson sie zurück ins Leben gerufen und mit fiktiven Figuren besetzt.
Die Beschreibungen von Land und Leuten sind sehr detailliert und vermitteln ein gutes Bild von Doggerland. Stellenweise gar zu detailliert, sodass durch die vielen Beschreibungen anfänglich ein wenig die Spannung auf der Strecke blieb. Doch spätestens ab dem Mittelteil gewinnt das Buch an Fahrt und es wurde immer besser und auch spannender. Die Handlung führt stellenweise zurück bis in die 70er Jahre als eine Gruppe junger Mensch in einer Art Kollektiv versucht eine alternative Lebensform zu finden. Besonders das Ende hat mich sehr überrascht. Ich hatte die ganze Zeit nicht einen Schimmer wohin die Reise geht.

Insgesamt ein stimmiger Krimi, der sicher bei Freunden des Schwedenkrimis seinen Anklang finden wird.

Veröffentlicht am 28.12.2018

Ein Buch, das nachdenklich macht

Mathilda
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Der Asteroid Mathilda schlägt auf die Erde ein und löst einen gigantischen Tsunami aus. Betroffen sind die nördlichen Länder Europas sowie Teile Deutschlands, Dazu eine Familie, die vollkommen zerrissen ...

Der Asteroid Mathilda schlägt auf die Erde ein und löst einen gigantischen Tsunami aus. Betroffen sind die nördlichen Länder Europas sowie Teile Deutschlands, Dazu eine Familie, die vollkommen zerrissen ist. Die Mutter im überfluteten Bremen, die 18jährige Tochter in Österreich und der Vater irgendwo zwischendrin. Der Strom fällt aus und plötzlich geht nichts mehr.
Oliver Pätzold hat hier eine Dystopie geschrieben, die sich gewaschen hat. Es waren nicht nur die Ausmaße der Zerstörung durch den Einschlag, die mich beunruhigten. Vielmehr fand ich, dass das Verhalten der Menschen nach so einer Katastrophe vollkommen realistisch geschildert wurde, so traurig das jetzt auch klingen mag. Vollkommen Fremde werden zu Verbündeten in Notsituationen, während es immer noch genügend Menschen gibt, die ebensolche Situationen schamlos ausnutzen. Auch die Abhängigkeit vom Stromnetz hat mich sehr nachdenklich gemacht. Hier haben wir wirklich unsere Unabhängigkeit so gut wie komplett abgegeben.
Spannend wurde es immer dann, wenn eine Szene mehr ins Detail ging. Die Ausmaße der Zerstörung fand ich persönlich ein klein wenig überzogen, aber vielleicht liege ich da auch falsch. Zum Glück habe ich noch keine solche Realsituation erlebt und bin auch ehrlich gesagt nicht besonders scharf drauf, dies zu tun. Aber man weiß ja nie, was der nächste Tag bringt…