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Veröffentlicht am 02.06.2019

Eispalast – Der Fluch der sechs Prinzessinnen

Der Fluch der sechs Prinzessinnen (Band 4): Eispalast
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Wie bereits ihre Schwestern müssen die Zwillinge Penelopé und Genevieve einen Weg finden, ihren Fluch zu beenden. Beide Prinzessinnen wurden in ein Land der ewigen Kälte mit einem Hinweis, wie ihr Fluch ...

Wie bereits ihre Schwestern müssen die Zwillinge Penelopé und Genevieve einen Weg finden, ihren Fluch zu beenden. Beide Prinzessinnen wurden in ein Land der ewigen Kälte mit einem Hinweis, wie ihr Fluch gebrochen werden kann, verbannt. Genevieve trennt sich von ihrer Schwester, welche sich mit dem Schicksal des Fluches scheinbar abgefunden hat, und begibt sich auf den Weg nach einer Lösung. Der Fluch muss doch gebrochen werden können. Der Zufall will es, dass ausgerechnet der geheimnisvolle Schneekönig Penelopé in seinen Eispalast einlädt. Ist dies die Chance, den Fluch beider Prinzessinnen zu beenden?

Autorin Regina Meißner ist wieder einmal eine wundervolle Märchenerzählung gelungen. Alle Figuren sind gut ausgearbeitet und wachsen dem Leser ans Herz. Spannung und Dramatik werden geschickt mit einer traurig-romantischen Geschichte verbunden. „Eispalast“ hat genau die richtigen Zutaten für eine Märchenerzählung. Da es sich um ein Märchen handelt, kann ich auch darüber hinwegsehen, dass die Eule in der Geschichte ein Fell besitzt, denn in der Fantasie ist alles möglich.

Durch den guten Schreibstil vergeht die Lesezeit wie im Fluge. Viel zu schnell muss sich der Leser von den lieb gewonnenen Charakteren trennen. Die Geschichte ist nicht ganz abgeschlossen, einige Geschehnisse bleiben offen. In ihrem Nachwort teilt Regina Meißner mit, dass es einen abschließenden fünften Teil der Reihe „Der Fluch der sechs Prinzessinnen“ geben wird. Auf dieses große Finale bin ich schon jetzt gespannt.

Veröffentlicht am 02.06.2019

Der Hypnotiseur

Der Hypnotiseur
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Ein Mann wird brutal ermordet auf einem Sportplatz aufgefunden. Als die Polizei seine Frau darüber informieren möchte, finden die Beamten die Frau und ihre Tochter ebenfalls ermordet auf. Der Sohn ist ...

Ein Mann wird brutal ermordet auf einem Sportplatz aufgefunden. Als die Polizei seine Frau darüber informieren möchte, finden die Beamten die Frau und ihre Tochter ebenfalls ermordet auf. Der Sohn ist schwer verletzt, eine weitere Tochter ist spurlos verschwunden. Kommissar Joona Linna setzt auf die Hilfe des Hypnotiseurs Erik Maria Bark. Was der Junge unter der Hypnose erzählt, ist einfach grauenhaft. Der erste Kriminalfall von Kommissar Joona Linna ist nicht nur für den Kommissar nervenaufreibend.

Dabei ist das Buch zu Beginn recht eintönig, und der Leser erhält eher ein paar Hintergrundinformationen. Doch dann steigert sich die Spannung enorm. Lars Kepler versteht es, immer noch mehr drauf zu setzen. Detailreich erfährt der Leser aus verschiedenen Sichtweisen und Zeitebenen Stück für Stück die Zusammenhänge.

Der gute Schreibstil sowie bildliche Schilderungen von Umgebung und Personen lassen einen das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die Seiten fliegen nur so dahin. Die Geschichte und Figuren verfolgen den Leser noch lange nach Beendigung des Romans.

Die einzelnen Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet. Von geheimnisvoll bis psychisch gestört ist alles dabei. Je mehr Wendungen geschehen, werden einzelne Figuren wieder mit ganz anderen Augen gesehen.

Hinter Lars Kepler steckt das Ehepaar Alexandra Coelho Ahndoril und Alexander Ahndoril. Mit Kriminalkommissar Joona Linna ist ihnen eine wunderbare Figur eingefallen. Ein gelungener Auftakt der Reihe.

Veröffentlicht am 05.05.2019

Wie Mauern so kalt

Grenzfälle. Wie Mauern so kalt.
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Im Januar 2018 bebt in den Niederlanden bei Groningen die Erde. Die Gasförderung fordert ihren Tribut, und viele Bewohner müssen ihre Häuser verlassen, da diese unbewohnbar geworden sind. Ein halbes Jahr ...

Im Januar 2018 bebt in den Niederlanden bei Groningen die Erde. Die Gasförderung fordert ihren Tribut, und viele Bewohner müssen ihre Häuser verlassen, da diese unbewohnbar geworden sind. Ein halbes Jahr später wird eine deutsche Studentin in Onderdendam ermordet aufgefunden. Es ist der erste Fall für das ostfriesisch-niederländische Ermittlerteam Sophie Reimers und Arie van Dijk.

Was für eine Geschichte und ein tolles Ermittlerteam! Langsam baut sich die Spannung auf, bis sie fast nervenzerreißend ist. Autorin Elke Bergsma findet die richtigen Worte und Zeitpunkte, um Wendungen oder Überraschungen einzubauen.

Die Figuren sind durchweg gut ausgearbeitet und erreichen den Leser auf allen Ebenen. Das Buch liest sich schnell, obwohl so manches Wort in den Fußnoten nachgeschlagen werden muss, falls man nicht aus der Region stammt und die Worte und Ausdrücke nicht kennt.

Die Autorin steckte auch viel Liebe in Details, auf die ich leider nicht eingehen kann, ohne zu spoilern. Aus diesem Grund muss ich über einiges, was mir besonders gut gefallen hat, leider schweigen. Es ist ein wunderbares Buch, welches ein gutes Kopfkino erzeugt hat.

Veröffentlicht am 05.05.2019

Die Vergessenen

Die Vergessenen
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Kathrin Mändler arbeitet im Jahr 1944 als Krankenschwester in der Heil- und Pflegeanstalt Winkelberg. Sie mag ihre Arbeit, und ihre Affaire mit Anstaltsleiter Dr. Karl Landmann genießt sie in vollen Zügen. ...

Kathrin Mändler arbeitet im Jahr 1944 als Krankenschwester in der Heil- und Pflegeanstalt Winkelberg. Sie mag ihre Arbeit, und ihre Affaire mit Anstaltsleiter Dr. Karl Landmann genießt sie in vollen Zügen. Doch mit der Zeit wird ihr klar, was wirklich mit den Patienten in Winkelberg geschieht. Manolis Lefteris ist 2013 in München der Mann für besondere Aufträge. Im aktuellen soll er geheimnisvolle Akten finden. Was für ihn nach Routine klingt, entpuppt sich als Risiko, welches noch nicht einschätzbar ist.

Es ist kein leichtes Thema, mit dem sich Ellen Sandbergs Roman „Die Vergessenen“ beschäftigt. Ein Kapitel aus der deutschen Vergangenheit, welches eher am Rande behandelt wird. Während Kathrin in einen Konflikt zwischen den Taten in der Anstalt und ihrer Affaire mit dessen Anstaltsleiter steckt, wird Manolis von Dämonen der Vergangenheit heimgesucht. Dabei hat er selbst den Krieg nicht miterlebt, sondern sein Vater, der davon erzählte.

Die Geschichte ist ergreifend, zumal es die Heil- und Pflegeanstalten wirklich gab, und genau diese Dinge – oder noch schlimmere – dort geschahen. Die Ärzte und Pfleger waren fast alle der Meinung, rechtmäßig zu handeln. Immerhin ging es um die Volksgesundheit.

Was nach dem Krieg mit diesen Ärzten und Pflegern geschah, darüber kann aus heutiger Sicht nur noch mit dem Kopf geschüttelt werden. Der Roman zeigt aber auch, dass es für viele Menschen keine andere Wahl gab als mitzumachen, denn „unbequeme Leute“, die Dinge hinterfragten, verschwanden spurlos. Manolis und seine Familiengeschichte steht stellvertretend für die Familien, denen großes Leid und doch nie Gerechtigkeit zuteil wurde.

„Die Vergessenen“ ist ein Roman, der den Leser fordert. Mit klaren Worten und einem guten Schreibstil bringt die Autorin Geschehnisse und Charaktere dem Leser nahe. Die Geschichte ist spannend, herzzerreißend und hinterlässt gemischte Gefühle, die den Leser noch lange, nachdem das Buch gelesen wurde, begleiten.

Veröffentlicht am 27.01.2019

Der Postillon +++ NEWSTICKER +++

Der Postillon
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Der Postillon ist eine satirische Tageszeitung und das bereits seit über 160 Jahren. Seine Newstickermeldungen sind teilweise sehr anspruchsvolle Wortspiele. Mit wenigen Worten einen Leser zum Lachen zu ...

Der Postillon ist eine satirische Tageszeitung und das bereits seit über 160 Jahren. Seine Newstickermeldungen sind teilweise sehr anspruchsvolle Wortspiele. Mit wenigen Worten einen Leser zum Lachen zu bringen ist eine Kunst. In diesem Büchlein ist jede Seite mit einer kleinen Menge an Wortspielereien gefüllt. Manches erschließt sich dem Leser nicht auf den ersten Blick, und er muss die Newsticker-Meldung mehrfach lesen, um sie zu verstehen. Oft reicht dazu schon eine andere Betonung der Wörter, und der Satz hat eine neue Bedeutung.

Die grafische Gestaltung ist sehr gelungen. Keine Doppelseite sieht aus wie die andere. Dabei sind die Gegenstände überschaulich: ein alter Tisch mit einer Kamera, Schreibmaschine, Presseausweis und was sonst noch ein Reporter braucht. Ein Notizblock findet sich ebenfalls immer wieder, und man muss das Buch auch mal drehen, um zu lesen, was dort geschrieben steht.

Durch die Tickermeldungen kann man das Buch in vielen kleinen Etappen lesen und die einzelnen Meldungen auf sich wirken lassen. Ein Kleinod in Sachen Humor wartet auf seine Fans und die, die es noch werden. Denn das Büchlein eignet sich wunderbar als Geschenk für einen humorvollen Menschen, der ansonsten vielleicht nicht zu den klassischen Lesern von Büchern gehört. Mir hat dieses Buch sehr viel Spaß bereitet.