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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.02.2020

mittelmäßig

Knochengrab (Ein Sayer-Altair-Thriller 2)
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Zufällig findet ein Suchhund im Wald ein Grab voll menschlicher Knochen. Darunter sind auch die von zwei Frauen. Und sie sind relativ frisch. Also keineswegs ein reiner Cold Case Fall. Aber wie hängen ...

Zufällig findet ein Suchhund im Wald ein Grab voll menschlicher Knochen. Darunter sind auch die von zwei Frauen. Und sie sind relativ frisch. Also keineswegs ein reiner Cold Case Fall. Aber wie hängen die Morde zusammen? Die FBI-Agentin Sayer Alstair erkennt schnell, dass es sich um einen Serientäter handeln könnte. Zwei aktuell vermisste Personen setzen die Ermittler auch zeitlich unter Druck, da die Vermutung nahe liegt, dass hier ein weiteres Verbrechen verhindert werden könnte.

Eigentlich ist Knochengrab über weite Strecken spannend und durch den flotten Erzählstil sehr gut lesbar. Dennoch bin ich nicht zufrieden, denn mir fehlte am Ende doch etwas die Plausibilität und eine logische Ermittlungsstruktur, die schneller und einfacher zu einer Lösung des Falles hätten führen können. Ich hatte das Gefühl, hier werden Showeffekte eingebaut, die gar nicht nötig gewesen wären und die mich in der Summe gestört haben. Ich zweifelte öfters an den Fähigkeiten der Ermittler und fand den Plot deshalb holprig. Ich lese viele Krimis und Thriller und kann für diesen hier leider nur 3 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 13.12.2019

nicht mein Geschmack

Abenteuer Geschmack!
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Ich habe das Buch „Abenteuer Geschmack“ zum Geburtstag geschenkt bekommen. Optisch ist das Buch sicherlich ein Knaller. Das beginnt beim Cover, welches eine Farbexplosion ist, die man sehr gut mit einer ...

Ich habe das Buch „Abenteuer Geschmack“ zum Geburtstag geschenkt bekommen. Optisch ist das Buch sicherlich ein Knaller. Das beginnt beim Cover, welches eine Farbexplosion ist, die man sehr gut mit einer Geschmackexplosion in Einklang bringen kann. Auch die Fotographien der Lebensmittel sind farblich und im Arrangement wirklich toll gemacht. Ein Genuss fürs Auge.

Ich besitze viele Kochbücher und bin seit Jahrzehnten eine versierte Köchin. Deshalb kommt hier ein großes Aber. Das Buch hat mich trotz der Optik enttäuscht. Es sind sehr wenige Rezepte drin und die sind überhaupt nichts Neues, sondern einfach nur ein guter Grundstock. Es ist aber für meine Begriffe kein Einsteigerbuch, denn es hat zu wenig Facetten und ist mir zu einseitig auf wenige Produkte. Für Leute, die es gerne vielfältig und abwechslungsreich wollen ist hier wenig geboten.

Es wird viel erklärt über die acht thematisierten Gemüsesorten, die Zusammenhänge der Geschmacksrichtungen, die ein perfektes Geschmackserlebnis beim Essen geben können. Das ist nett zu lesen aber etwas langatmig. Es ist mehr ein Sachbuch denn ein Kochbuch.

Mich konnte das Buch nicht überzeugen. Meine Söhne auch nicht. Drei der vier Gemüsesorten stehen bei uns auf dem Familienindex, weil sie einer überhaupt nicht mag.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 13.10.2019

sperriger Schreibstil

Die Hoffnung zwischen den Zeilen
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Wir befinden uns im Jahr 1949. Die Jahre nach Kriegsende sind in Schweden für Deutsche wie Uli nicht leicht. Sie werden als der ehemalige Feind noch immer verachtet und gefürchtet. Die junge Frau ist auf ...

Wir befinden uns im Jahr 1949. Die Jahre nach Kriegsende sind in Schweden für Deutsche wie Uli nicht leicht. Sie werden als der ehemalige Feind noch immer verachtet und gefürchtet. Die junge Frau ist auf dem Weg in den Norden Schwedens. Sie ist auf der Suche nach Spuren ihres verstorbenen Geliebten Hansi. Dort trifft sie Elsa und erfährt überraschendes.
Es fällt schwer, noch mehr zum Plot zu erzählen, ohne zu viel zu verraten.
Die Geschichte entwickelte sich so anders, als ich es mir nach dem Klappentext vorgestellt hatte. Das fand ich eigentlich erfrischend und spannend. Aber leider bin ich mit dem abgehakten, unterkühlten Schreibstil der Autorin von Anfang an nicht zurechtgekommen. Ich musste mich fast zwingen, das Buch weiter zu lesen. Für mich kam kein Bezug zu den Charakteren zu Stande. Sie blieben mir fremd und handelten oft unerklärlich oder sogar unlogisch. Es fehlte die Tiefe in der Geschichte. Wahrscheinlich sollte gerade durch den reduzierten Erzählstil dem Leser die Freiheit zu eigenen Gedanken gelassen werden. Bei mir hat das nur bedingt funktioniert. Es war mir auch viel zu wenig Lokalkolorit. Zu wenig Beschreibungen über Land und Leute und die damaligen An- und Einsichten.
Das Buch lässt mich ratlos und unzufrieden zurück.

Veröffentlicht am 12.06.2019

Durchschnitt reicht nicht

Cari Mora
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Nein, Durchschnitt ist bei einem Autor wie Thomas Harris einfach nicht genug. Nach seinen großartigen Thrillern und einer viel zu langen Schreibpause waren meine Erwartungen an diesen Altmeister der Spannung ...

Nein, Durchschnitt ist bei einem Autor wie Thomas Harris einfach nicht genug. Nach seinen großartigen Thrillern und einer viel zu langen Schreibpause waren meine Erwartungen an diesen Altmeister der Spannung hoch. Vielleicht zu hoch - zugegeben. Ich muss im Nachhinein an Cody McFadyen letzten "Die Stille vor dem Tod" denken. Auch da kam nach einer Schaffenspause ein Buch heraus, welches unausgegoren, überhastet und enttäuschend war.

Ich möchte mich gar nicht lange mit dem abstrusen Inhalt aufhalten. Der hat so viele Logiklöcher und Unwahrscheinlichkeiten, dass ich mich beim Rekapitulieren wieder drüber aufregen muss.

Die Ausgangslage lies mich schon den Kopf schütteln, denn wieso bitte liegt so viel Gold immer noch in diesem Haus rum? Und wieso kann man so ein Haus dann einfach mieten? Alle Erklärungen hierfür sind für mich fadenscheinig.

Dann die Charakterbildung. Bis auf Cari Mora, die zumindest am Anfang noch etwas undurchsichtig für den Leser ist, kommen alle Kerle sehr eindimensional gezeichnet daher. Gut, Hans Peter Schneider hatte durchaus Psychopathen-Potential. Aber wie sein Äußeres, blass und kühl, so blieb er für mich auch und um so ärger seine Phantasien und Pläne mit Cari Mora wurden, um so weniger fürchtete ich mich.

Es gibt eine Wendung im Plot, die man so nicht gleich herausgerochen hat - die Heldin betreffend - aber ansonsten konnte Harris mich nicht überraschen und er nimmt sich auch nicht die Zeit, um den Showdown wenigstens etwas auszuschmücken und logischer zu gestalten.

Da es ein Hörbuch war und der Vorleser Achim Buch sehr gut liest, habe ich das ganze Buch angehört. Hätte ich es lesen müssen, hätte ich es nach der Hälfte weggelegt.

Die drei Sterne hat sich vor allem Herr Buch verdient. Harris hat mich enttäuscht und ihm hätte ich höchstens 2 Sterne gegeben.

Veröffentlicht am 05.06.2019

solide

Die Zarin und der Philosoph (Sankt-Petersburg-Roman 2)
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Die Zarin Katharina die 2.te steht im Zentrum der Geschichte von Martina Sahler. Es handelt sich um den zweiten Band. Katharina hat ihren Mann aus dem Weg räumen lassen und ist nun unumschränkte Herrscherin ...

Die Zarin Katharina die 2.te steht im Zentrum der Geschichte von Martina Sahler. Es handelt sich um den zweiten Band. Katharina hat ihren Mann aus dem Weg räumen lassen und ist nun unumschränkte Herrscherin eines großen Reiches. Obwohl sie den Reformen, die im restlichen Europa nach und nach um sich greifen, sehr zugetan ist, und den Disput mit diversen Philosophen und Vordenkern der damaligen Zeit sehr schätzt, regiert sie doch mit eiserner Hand und lässt keinen Zweifel daran, wer das sagen hat. Das bekommen nicht nur ihre Untertanen zu spüren sondern auch die Liebhaber, Sohn und Ziehtochter.

Kaiser Friedrich schickt einen Jungen Philosophen und dessen Frau zum spionieren an den russischen Hof. Durch diesen Erzählstrang erfährt man mehr über die Gegenr der Zarin und wie die Deutschen Katharina damals sahen.

Trotz einiger fiktiver Darsteller liegt der Fokus des Buches doch auch auf den tatsächlichen geschichtlich belegten Fakten. Für mich hätte es gerne noch etwas fiktiver sein dürfen oder spekulativer, wie Katharina gewesen sein könnte. Es fehlte mir etwas die Empathie und die Tiefe der Charaktere. Auch hätte es die Dramatik sicher gesteigert, wenn auch das arme Volk und auch der ein oder andere Sklave (ja die gab es damals zu hauf in Russland) eine tragende Rolle gespielt hätte.

So ist es ein solider Roman mit einer spröden Zarin und einer interessanten, etwas dahin plätschernden Story, die am Ende noch ein bisschen Fährt aufnimmt und zu einem zufriedenstellenden Ende kommt.