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Veröffentlicht am 05.07.2019

Was ist schon Liebe?

Spinster Girls – Was ist schon Liebe?
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Da mich die ersten beiden Bände der Spinster Girls-Trilogie hellauf begeistern konnten, habe ich mich schon sehr auf den dritten Band gefreut. Nach Evie und Lottie ist es nun also an Amber, uns ihre Geschichte ...

Da mich die ersten beiden Bände der Spinster Girls-Trilogie hellauf begeistern konnten, habe ich mich schon sehr auf den dritten Band gefreut. Nach Evie und Lottie ist es nun also an Amber, uns ihre Geschichte zu erzählen. Im zweiten Band (der im Englischen der dritte ist) durften wir ja bereits erfahren, dass Amber für einige Wochen in Kalifornien bei ihrer Mutter war. In „Was ist schon Liebe?“ wird nun erzählt, was Amber alles in dieser Zeit auf der anderen Ozeanseite erlebt hat.

Ich persönlich liebe ja das Setting USA, allen voran die Westküste. Mit dem Schauplatz konnte mich Holly Bourne also schon mal komplett begeistern. Total cool fand ich auch, dass Amber ihre Zeit in Amerika in einem Camp verbringen wird. Ihre Mum leitet es zusammen mit ihrem neuen Freund Kevin und Amber wird den Sommer über als Angestellte dort aushelfen. USA, Kalifornien, ein Feriencamp in den Bergen – hach, einfach klasse! Kulissenmäßig bin ich hier wirklich ganz auf meine Kosten gekommen; die Orte werden allesamt toll beschrieben.

Mir hat das Buch insgesamt auch richtig gut gefallen! Ich habe es, wie schon seine zwei Vorgänger, quasi inhaliert. Holly Bourne hat einen großartigen Schreibstil, er ist lebendig, jugendlich und herrlich humorvoll - man fliegt hier wirklich nur so durch Seiten. Super fand ich auch, dass die Kapitel so angenehm kurz sind. Es kommt dadurch ein wunderbarer Lesefluss zustande.

Ich muss nur gestehen, dass ich nach wie nicht so ganz verstanden habe, warum im Deutschen die Reihenfolge der Bände geändert wurde. Man kann die Bücher zwar gut unabhängig voneinander lesen, aber meiner Meinung nach ist der Lesespaß schon etwas höher, wenn man sich an die englische Reihenfolge hält. Mein Tipp daher an alle, die die Spinster Girls-Reihe noch lesen möchten: Lest besser zuerst Ambers und dann erst Lotties Geschichte. Aber egal, wie ihr es letztendlich macht, die Hauptsache ist, dass ihr zu den Büchern greift. Das solltet ihr wirklich unbedingt tun, ich kann euch die Spinster Girls-Trilogie so ans Herz legen!

Was ich in Ambers Band nur ein bisschen schade fand, ist, dass unsere drei Spinster Girls nicht vereint sind. Lottie und Evie bleiben den Sommer über in England, von ihnen hören wir daher nur, wenn sich die Mädchen schreiben oder sie miteinander skypen. Dies ist aber wirklich nur ein kleiner Meckerpunkt meinerseits. Durch die lustigen Mails und sehr witzigen Skype-Gespräche wurde ich eigentlich sehr gut darüber hinweggetröstet, dass unsere drei Mädels in diesem Band nicht zusammen sind und gemeinsam für den Feminismus kämpfen.

Mit dem Stichpunkt Feminismus komme ich auch gleich zum nächsten Punkt. Wie bereits im ersten Band so stehen auch hier die feministischen Themen nicht im Vordergrund der Handlung. Auch hier hat es mich aber, wie schon in „Was ist schon normal?“ nicht gestört. Wer allerdings denkt, dass es im dritten Teil so feministisch weitergeht wie im zweiten, der wird vielleicht ein bisschen enttäuscht werden.

Das Augenmerk hier liegt eindeutig auf Amber und ihrer Geschichte. Das Buch spricht viele ernsthafte Themen an wie Streit und Probleme in der Familie, Scheidung, Alkoholismus, Enttäuschung und Wut. Amber leidet sehr darunter, dass ihre Mum sie verlassen hat und in die USA gezogen ist. Durch Rückblenden erfahren wir, dass das Mutter-Tochter Verhältnis früher wunderschön und sehr innig gewesen war. Durch einen schweren Schicksalsschlag aber hat sich Ambers Mum und so auch die Beziehung der beiden sehr verändert. Mir tat Amber so leid, dass sie sich so unwohl in ihrer Familie fühlt. Ihre neue Stiefmutter und deren Sohn kann sie nicht ausstehen und den neuen Freund ihrer Mutter kann Amber ebenfalls überhaupt nicht leiden (ich übrigens auch nicht). Am schwersten wiegt aber natürlich, dass sich ihre Mum so verändert hat und nicht mehr die Mum von früher ist. Mir war Ambers Mum sehr unsympathisch. Wie sie sich gegenüber ihrer Tochter verhält, fand ich überhaupt nicht okay; ich habe da richtig mit Amber mitgelitten.

Zum Glück ist Amber aber so jemand, der sich nicht unterkriegen lässt. Sie ist nicht auf den Mund gefallen und besitzt eine große Stärke in sich. Ich mochte Amber vom ersten Moment an wahnsinnig gerne. Bereits in den beiden Vorgängerbänden habe ich sie richtig liebgewonnen und nun, nachdem ich ihre Geschichte gelesen habe, habe sie nur noch fester in mein Herz geschlossen.

Wofür ich Amber richtig gefeiert habe, ist ihre sarkastische und humorvolle Art. Obwohl das Buch viele ernste Themen behandelt, ist es dennoch total witzig und hat mich bestens unterhalten. Der Humor kommt hier definitiv nicht zu kurz, ich habe mich beim Lesen stellenweise köstlich amüsiert.  
Total genial fand ich ja die vielen Harry Potter Anspielungen. Ich bin ein absoluter Harry Potter-Fan (Amber übrigens auch, yay!), Harry Potter Anspielungen gehen für mich daher einfach immer. :D
  
Mir hat es unheimlich gut gefallen, dass es Holly Bourne auch im dritten Spinster Girls-Band erstklassig gelungen ist, ernste und tiefsinnige Themen auf eine locker-leichte und humorvolle Weise zu verpacken, sodass man sowohl zum Nachdenken angeregt wird als auch durchweg am Schmunzeln und am Grinsen ist.


Ein Thema, welches hier ebenfalls eine große Rolle spielt, ist die erste große Liebe. Amber hatte tatsächlich noch nie einen festen Freund gehabt. Im Sommercamp lernt sie nun den charmanten Kyle kennen, der für sie das wandelnde amerikanische Surfertyp-Klischee ist. Kyle ist extrem gutaussehend, er ist supergebräunt und sportlich, alle Mädchen stehen auf ihn, er war Prom-König…
Amber verliebt sich in ihn (wie gesagt, alle Mädchen stehen auf Kyle, grins), allerdings malt sie sich keine großen Chancen bei ihm aus. Kyle ist ein absoluter Traumprinz, warum sollte er ausgerechnet von ihr, Amber, der 1,80m großen und rothaarigen Engländerin etwas wollen? Nun, Amber wird noch merken, dass Kyle nicht das Klischee ist, wofür sie ihn anfangs gehalten hat. Kyle ist intelligent (er liest Biografien von berühmten Leuten. Freiwillig!), er ist witzig, liebenswert und hach, einfach nur süß. Ich mochte Kyle richtig gerne, er ist ein prima Kerl und so sympathisch.

Amber und Kyle werden sich während der Campzeit näherkommen und wie das beschrieben wird, ist so schön! Das Thema erste große Liebe wird hier wirklich wundervoll behandelt. Ein bisschen kitschig mag es vielleicht sein, aber so ein bisschen Kitsch gehört für mich zu einem romantischen Teenieroman auch einfach dazu. :)

Fazit: Auch mit „Was ist schon Liebe?“ ist Holly Bourne ein wunderschöner Jugendroman gelungen. Die Story ist mitreißend, tiefgründig, romantisch und so witzig! Besonders gut gefallen hat mir, dass auch dieser Band wichtige und ernsthafte Themen auf eine humorvolle, locker-leichte Weise behandelt. Das Buch regt zum Nachdenken an, entlockt einen zugleich aber auch ständig breite Schmunzler und laute Lacher. Ich finde die Spinster Girls-Trilogie einfach nur klasse! Wer noch nicht die Bekanntschaft mit den drei Mädels Evie, Amber und Lottie gemacht hat, sollte das in meinen Augen unbedingt noch ändern. „Was ist schon Liebe?“ erhält von mir 4,5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 19.06.2019

Ein richtig cooler Reihenauftakt, der große Lust auf mehr macht!

Die Unausstehlichen & ich (Band 1) - Das Leben ist ein Rechenfehler
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Als mir der erste Band von „Die Unausstehlichen & ich“ auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt wurde, wusste ich einfach sofort, dass ich ihn unbedingt lesen muss. Das Buch klang einfach so gut! Eine toughe ...

Als mir der erste Band von „Die Unausstehlichen & ich“ auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt wurde, wusste ich einfach sofort, dass ich ihn unbedingt lesen muss. Das Buch klang einfach so gut! Eine toughe Protagonistin, die sich durchbeißt? Ein abgelegenes Internat in den Bergen? Ein Muss für Fans von John Green, Raquel Palacio und Andreas Steinhöfel? - Ich habe das Buch förmlich nach mir rufen gehört und konnte es wirklich kaum noch abwarten endlich mit dem Lesen loslegen zu können.

Die 11-jährige Enni ist stinkwütend! Ihre Pflegeeltern haben sie in ein abgelegenes Internat gesteckt, in einen Knast für Psychos, am Ende der Welt! Sie selbst werden in die Schweiz ziehen, zusammen mit ihrem Sohn Noah. Enni möchte nicht von ihrem Pflegebruder Noah getrennt sein, er ist der einzige Mensch in ihrem Leben, dem sie vertrauen kann. Für sie steht daher sofort fest: Sie muss aus diesem „Freakschnuppen“ ausbrechen und Noah finden. Leider ist dieses Vorhaben alles andere als einfach. Alleine wird es Enni nicht schaffen, sie braucht Hilfe von ihren neuen Mitschülern. Blöd nur, dass sie diese irgendwie so gar nicht leiden kann, sie findet sie unausstehlich und total freaky. Als die Unausstehlichen ihr aber einen Deal anbieten, willigt Enni ein. Ihre Mitschüler planen ebenfalls etwas Geheimes, etwas, wofür sie dringend Ennis Unterstützung benötigen...

Meine große Vorfreude war hier absolut gerechtfertigt. Mir hat der Reihenauftakt von „Die Unausstehlichen & ich“ wahnsinnig gut gefallen. Ich habe das Buch quasi inhaliert und hatte dabei jede Menge Spaß.

Erzählt wird hier alles aus der Sicht der 11-jährigen Enni in der Ich-Perspektive und dies auf eine ganz besondere und extrem coole Weise, wie ich finde. Enni schreibt ihre Geschichte für den Psychologen Dr. Mergan auf, woran man auch immer wieder erinnert wird, da Enni den Arzt öfters direkt anspricht und somit auch irgendwie uns Leser.

Ich mochte Enni vom ersten Moment an super gerne. Sie ist zwar ziemlich frech und nimmt wahrlich kein Blatt vor den Mund, aber gerade das hat mir so gut an ihr gefallen. Enni ist eine Kämpferin und lässt sich nicht unterkriegen. Mit ihr ist Vanessa Walder eine starke Buchheldin gelungen, die man trotz ihrer vorlauten Art - und ihrer großen Liebe für Mathe (Mathe ist irgendwie nicht so mein Ding, räusper) - sofort ins Herz schließen muss.

Durch Ennis Erzählungen erfahren wir, dass sie, obwohl sie erst 11 Jahre alt ist, schon verdammt viel in ihrem Leben durchmachen musste. Man kann mit Enni wirklich nur Mitleid haben, ich habe zutiefst mit ihr mitgefühlt. Mich hat es da auch überhaupt nicht verwundert, dass Enni oft so wütend ist und ständig rot sieht.

Ihre große Aggressivität kommt durch den intensiven und sehr lebendigen Schreibstil erstklassig rüber. Hut ab wie es der Autorin Vanessa Walder gelungen ist, die Geschichte so realistisch und einfühlsam aus der Sicht einer 11-jährigen zu schreiben. Man kann sich so gut in Enni hineinversetzen und ihre Gedanken und Emotionen stets absolut nachvollziehen. Besonders klasse fand ich die durchgestrichenen Flüche und Schimpfwörter, dadurch wirkt alles nur noch authentischer.

Enni flucht wie der Teufel; sie kann man wirklich als eine Meisterin im Fluchen bezeichnen. Klar, dass so etwas in einem Bericht für einen Psychologen natürlich gar nicht geht. Die schlimmen Wörter mussten deswegen alle unkenntlich gemacht werden. Ich fand diese Idee total witzig, muss aber gestehen, dass ich mich an diese Überkritzelungen erst gewöhnen musste. Anfangs habe ich mir noch bei jeder Streichung überlegt, welches Wort sich wohl darunter verbirgt. Oft konnte ich es mir denken, aber manchmal hatte ich echt gar keine Ahnung, welches unanständige Wort die liebe Enni da wohl gerade wieder von sich gegeben hat. Ich habe mich irgendwann dabei ertappt, dass ich die durchgestrichenen Wörter nur noch überlesen habe. Das meine ich jetzt aber nicht negativ oder so. Ich bin von dieser Idee wirklich begeistert, es ist einfach mal etwas erfrischend anderes und ich kann mir nur zu gut vorstellen, dass dieser außergewöhnliche Erzähstil bei der Zielgruppe sehr gut ankommen wird.

Für Mädels und Jungen ab 10 Jahren ist das Buch wärmstens zu empfehlen. Hier bin ich mir sehr sicher, dass die Story beide Geschlechter ansprechen wird, obwohl die Protagonistin ein Mädchen ist. Da Enni im Internat auf so einige männliche Mitschüler treffen wird, die in der Geschichte noch eine große Rolle spielen werden, haben auch Jungen hier Charaktere, mit denen sie sich identifizieren können. Und was dazu gesagt sein muss: Enni ist definitiv nicht das, was man als typisch Mädchen bezeichnen würde. Enni ist einfach einzigartig und so herrlich tough und selbstbewusst. Richtig cool finde ich, dass sie sich die Haare blau färbt. Diese krasse Haarfarbe spiegelt einfach nur zu gut ihren rebellischen Charakter wider.

Neben Enni begegnen einem im Verlaufe des Buches noch viele weitere außergewöhnliche und sehr unterschiedliche Charaktere. Da wäre zum Beispiel der liebenswerte Dante, der lustige und zuckersüße kleine Lucky oder der schüchterne Karan. Die Charaktere wurden allesamt hervorragend von Vanessa Walder ausgearbeitet. Sie haben alle so ihren Ecken und Kanten und Probleme, was sie nur noch sympathischer und authentischer macht. 

Wovon ich ebenfalls hellauf begeistert bin, ist das Setting. Das Saakser Internet wird so genial beschrieben! Die Schule befindet in einer großen stattlichen Villa, welche hoch oben sehr idyllisch auf einem Berg liegt, zu dem man nur mit einer Seilbahn gelangt. Klingt das nicht toll? :D
Die Zeichnungen dazu fand ich auch großartig. Im Buch befinden sich sehr viele schwarz-weiß Illustrationen, was mich unheimlich gefreut hat. Ich liebe illustrierte Bücher! Der Zeichenstil von Barbara Korthues hat mir richtig gut gefallen. Er ist sehr skizzenhaft und passt einfach nur perfekt zur Geschichte.

Ob Enni sich im Internat noch einleben oder ob sie wirklich abhauen wird, werde ich hier natürlich nicht verraten. Auch was ihre neuen Mitschüler angeht, ob sie sich noch mit ihnen anfreunden wird oder nicht und was sie in ihrem neuen „Zuhause“ alles erleben wird, werde ich hier nicht erzählen, da müsst ihr das Buch schon selber lesen. Ich kann es wirklich nur empfehlen! Es erzählt eine so wundervolle Geschichte über Freundschaft, Mut, Zusammenhalt und Vertrauen, über Geheimnisse und über die Hürden und Probleme, die das Leben eben leider manchmal so mit sich bringt. Meiner Meinung nach ist dieser schöne Reihenauftakt nicht nur etwas für Kinder. Auch Jugendlichen und Erwachsenen kann ich „Die Unausstehlichen & ich“ sehr ans Herz legen.

Fazit: Ein toller Reihenauftakt, der große Lust auf mehr macht und einen durchweg mitfiebern lässt! Mir hat der erste Band von „Die Unausstehlichen & ich“ mega gut gefallen. Ich habe das Buch richtig weggesuchtet und hätte danach am liebsten sofort zum zweiten Band gegriffen. Auf die Fortsetzung freue ich mich jetzt schon riesig! Ich kann „Die Unausstehlichen & ich – Das Leben ist ein Rechenfehler“ absolut empfehlen, sowohl Kindern ab 10 Jahren, als auch einer deutlich älteren Zielgruppe. Von mir gibt es volle 5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 07.06.2019

Ein tolles Buch über eine starke, mutige und außergewöhnliche junge Frau!

Ramona Blue
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Letztes Jahr hatte ich Julie Murphys Debütroman „Dumplin“ gelesen, der ich mir sehr gut gefallen hat. Für mich stand daher sofort fest, dass ich ihr neues Buch unbedingt lesen möchte. Ich war schon so ...

Letztes Jahr hatte ich Julie Murphys Debütroman „Dumplin“ gelesen, der ich mir sehr gut gefallen hat. Für mich stand daher sofort fest, dass ich ihr neues Buch unbedingt lesen möchte. Ich war schon so gespannt was mich in „Ramona Blue“ wohl erwarten wird.

Die 17-jährige Ramona lebt zusammen mit ihrem Vater und ihrer großen Schwester Hattie in einem heruntergekommen Trailer in Eugoly, Mississippi. Obwohl die Wohnverhältnisse sehr beengt sind, mag Ramona den kleinen Wohnwagen, er ist einfach ihr zu Hause. Sie liebt ihre Familie und kann sich ein Leben ohne sie nicht vorstellen. Da sie quasi die Erwachsenenrolle übernommen hat, kommt es für sie nicht infrage, dass sie ihre Heimat nach der Schule verlässt. Was würde ihr total überforderter Vater und ihre schwangere Schwester ohne sie tun? Ramonas Leben ist alles andere als einfach. Sie muss Schule und ihre vielen Jobs unter einen Hut bekommen; für Hobbys bleibt da nicht groß Zeit. Dann aber entdeckt sie ihre Leidenschaft fürs Schwimmen. Durch die Bahnen ziehen macht ihr nicht nur großen Spaß, sie ist auch richtig gut darin! Das Schwimmen hat sie dank Freddie für sich entdeckt. Freddie ist ihr Jugendfreund von früher, der vor kurzem wieder nach Eugoly zurückgekehrt ist. Die beiden verbringen wieder jede Menge Zeit zusammen, allerdings es ist anders als früher. Freddie ist nicht mehr einfach nur ein Freund für Ramona. Ihre Gefühle für ihn haben sich verändert, etwas, was sie komplett verwirrt. Eigentlich steht Ramona doch auf Mädchen. Ob sie vielleicht doch Mädchen und Jungen liebt?

Mir hat das Buch richtig gut gefallen. Ich persönlich finde „Ramona Blue“ sogar besser als „Dumplin“. Es gab zwar zwei Dinge, die ich nicht so gelungen fand, aber ich bin dennoch ganz begeistert von Julie Murphys neuem Jugendroman.

Ich komme wie immer einfach mal zuerst zu meinen negativen Kritikpunkten.
Worüber ich mich beim Lesen öfters aufgeregt habe, ist Ramonas große Schwester Hattie. Ich habe sie als ziemlich egoistisch und nervig empfunden. Super fand ich, dass sie und Ramona so eine innige Geschwister-Beziehung haben, diese wird wirklich toll beschrieben. Ich wurde aber dennoch einfach nicht warm mit Hattie. Und ihren Freund Tyler konnte ich noch viel weniger leiden, ihn fand ich einfach nur doof. In meinen Augen ist Tyler der totale Loser (sorry, Tyler).
Ramonas Mum hat mir übrigens auch überhaupt nicht gefallen. Sie versagt als Mutter völlig und lässt ihre Familie richtig im Stich.

Mein anderer Kritikpunkt bezieht sich auf eine Szene sehr am Ende des Buches. Den folgenden Absatz werde ich daher als Spoiler kennzeichnen.

SPOILER
Ramonas Markenzeichen sind ihre langen blauen Haare. Diese schneidet sie sich am Ende des Buches selbst ab, was ich echt krass fand. Was mich dann nur erstaunt hat: Irgendwie wird diese große Ramona-Veränderung gar nicht weiter thematisiert. Kaum einer spricht sie darauf an und fragt sie, warum sie sich denn ihre langen blauen Haare abgeschnitten hat. Diese gehörten doch einfach zu ihr, sie ist schließlich Ramona BLUE. Mich hat das schon etwas enttäuscht, dass darauf gar nicht weiter eingegangen wird.
SPOLER ENDE

So, das war das dann aber auch schon mit dem Meckern. Allzu sehr gestört haben mich diese Dinge auch eigentlich gar nicht. Ich finde das Buch echt klasse und habe wundervolle Lesestunden damit verbracht. Obwohl die Handlung sehr ruhig ist, konnte sie mich von den ersten Seiten an mitreißen und durchweg fesseln.
Für mich hat sich das Buch super angenehm lesen lassen. Der Schreibstil ist toll, er ist flüssig, locker-leicht und jugendlich. Klasse fand ich, dass die Kapitel recht kurz sind und das Buch in Montasabschnitte unterteilt ist. Es kommt dadurch ein wunderbarer Lesefluss zustande, sodass man hier wirklich nur so durch die Seiten fliegt. Zumindest war es bei mir so.

Erfahren tun wir alles aus der Sicht von Ramona in der Ich-Perspektive. Wir begleiten sie ein gutes Jahr lang und lernen sie in diesem sehr genau kennen.
Mir war Ramona auf Anhieb sympathisch. Sie ist eine sehr selbstbewusste, mutige, hilfsbereite und außergewöhnliche junge Frau und besitzt eine Stärke in sich, für die ich sie zutiefst bewundert habe. Ramona geht ihren eigenen Weg und schert sich nicht darum, dass sie so abseits des Mainstreams ist. Wie in „Dumplin‘“ so bekommen wir es auch hier mit einer Protagonistin zu tun, die nicht den Schönheitsidealen entspricht und dazu steht, dass sie so wenig angepasst ist. Ramona fällt nicht nur mit ihrer Größe von 1,90m auf, auch ihr Haar, dass sie sich regelmäßig blau färbt, ist eine Art Markenzeichen von ihr.

Mit Ramona ist der Autorin eine richtig starke Buchheldin gelungen. Ihr Leben ist alles andere als einfach, aber Ramona steckt den Kopf nicht in den Sand, sondern beißt sich durch. Die Entwicklung, die sie hier durchmacht, hat mir besonders gut gefallen. Ramona wird sich über vieles bewusst werden, sei es über ihre Sexualität, ihre Zukunft oder ihre Familie. Ersteres spielt hier natürlich eine besonders große Rolle. Ramona war sich sehr sicher gewesen, dass sie auf Mädchen steht. Als Freddie aber zurückkehrt, geraten ihre Gefühle vollkommen durcheinander.
Ich habe in einigen Rezensionen zur englischsprachigen Ausgabe gelesen, dass es vielen nicht gefallen hat, wie Julie Murphy das Thema Sexualität angeht. Kann ich persönlich nicht nachvollziehen, ich finde es großartig, wie Ramonas Denken, Fühlen und Handeln hier dargestellt wird. Meiner Meinung nach wird das Thema Sexualität hier sehr tiefgründig und wunderschön behandelt.

Die Liebesgeschichte hat für mich auch perfekt zur Story gepasst. Sie ist so wunderbar kitschfrei und so echt. Ich habe das Hin und Her zwischen Ramona und Freddie und das große Gefühlschaos, das in Ramona herrscht als absolut authentisch und natürlich empfunden. Als Siebzehnjährige weiß man eben noch nicht, was genau man für ein Mensch ist. Man entwickelt sich ständig weiter, ändert seine Vorlieben, entdeckt neue Seiten an sich. Es ist absolut okay, dass man sich nicht festlegt, sei es bezüglich der Sexualität oder anderen Dingen. Es gehört einfach zum Leben dazu, dass man etwas Neues ausprobiert und Erfahrungen sammelt.
„Ramona Blue“ ist für mich ein ganz wundervolles Buch über Liebe, Sexualität, das Erwachsenwerden, Freundschaft, Familie, Zusammenhalt und den Mut zu sich selbst zu stehen.

Sehr gut fand ich auch, dass Julie Murphy noch weitere ernste und wichtige Themen anspricht wie Teenieschwangerschaft, Rassismus und Armut. In dem Buch steckt wirklich viel und es enthält eine so großartige Message!

Was ich auch noch unbedingt erwähnen möchte, ist der Humor. Obwohl das Buch viele ernste Themen anspricht, ist es zugleich auch richtig humorvoll. Manche Charaktere sind so herrlich schräg und durch ihre Eigenarten so witzig. In meinen Augen ist Julie Murphy die Mischung aus Ernst, Humor, Gefühl und Tiefgründigkeit perfekt gelungen. Mich hat das Buch bestens unterhalten und sehr zum Nachdenken angeregt.

Fazit: Ein tolles Buch über eine starke junge Frau, die selbstbewusst ihren eigenen Weg geht und sich nicht unterkriegen lässt! Mir hat „Ramona Blue“ richtig gut gefallen. Das Buch behandelt viele wichtige Themen wie Sexualität, Familie, Freundschaft, Liebe, Zusammenhalt und Armut und das auf eine mitreißende, tiefgründige, humorvolle und wunderschöne Weise. Ich kann „Ramona Blue“ wärmstens empfehlen, sowohl Jugendlichen als auch Erwachsenen, und vergebe 4,5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 22.05.2019

Ein wunderschönes und ganz besonderes Buch!

Ihr mich auch
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Als ich das erste Mal über „Ihr mich auch“ gestolpert bin, konnte das hübsche Cover meine Neugier sofort wecken. Es hat so etwas wunderbar Harmonisches und Sommerliches, finde ich. Da mich auch der Klappentext ...

Als ich das erste Mal über „Ihr mich auch“ gestolpert bin, konnte das hübsche Cover meine Neugier sofort wecken. Es hat so etwas wunderbar Harmonisches und Sommerliches, finde ich. Da mich auch der Klappentext auf Anhieb überzeugen konnte, stand für mich sehr schnell fest, dass das Buch unbedingt bei mir einziehen muss.

Lu rebelliert gegen alles und jeden. Ihre frisch knallpink gefärbten Haare spiegeln nur zu gut wieder, wie Lu ist: Frech, tough, rebellisch, aggressiv. Sie ist einfach von allem genervt: Von ihrer Mutter, die keinen richtigen Job findet, sodass sie ständig knapp bei Kasse sind und Lu die alten Klamotten ihrer Cousins tragen muss, von den Jungs in ihrer Klasse, die total gemein sind, von der Schule und von so einigen weiteren Dingen mehr. In Lu schlummert eine große Wut, die sie noch nicht einmal beim Boxtraining loswird. Mit Lu kommt einfach niemand zurecht, niemand außer Rhys. Rhys zählt aber eigentlich nicht, schließlich existiert er gar nicht wirklich...
Lus Leben soll sich schlagartig ändern, als ihre Mutter einen neuen Job bei der wohlhabenden Familie Kunzendorff annimmt. Ihre Aufgabe ist es, sich um Herrn Kunzendorffs Tochter Viola zu kümmern. Diese hat ein schlimmen Unfall hinter sich, bei dem sie nicht nur ein Auge und einen Arm verloren hat, sondern auch ihre Mutter. Als Lu das erste Mal auf Viola trifft, knallt es gewaltig. Die beiden können sich gar nicht leiden und feinden sich richtig an. Als Lu erfährt, dass die blöde Viola unbedingt möchte, dass sie mit nach Mallorca fliegen soll, ist sie entsetzt. Dieser Urlaub kann einfach nur der reinste Albtraum werden. Oder?

Mit „Ihr mich auch“ ist Pia Herzog ein ganz besonderes Jugendbuch gelungen, welches mir wundervolle Lesestunden beschert hat. Auf mich konnte die Handlung von den ersten Seiten an eine richtige Sogwirkung ausüben, der mich einfach nicht mehr entziehen konnte, sodass ich dass Buch quasi inhaliert habe. Es liest sich unheimlich gut, Pia Herzog hat einen sehr leichten, jugendlichen und herrlich lebendigen Schreibstil.

Erfahren tun wir alles aus der Sicht von Lu in der Ich-Perspektive. Mit ihr ist der Autorin eine außergewöhnliche Protagonistin gelungen. Lu ist vorlaut, kratzbürstig und wahrlich nicht auf den Mund gefallen. Sie befindet sich mitten in der Pubertät, was man nur zu deutlich spürt. Sie ist sehr oft wütend und aggressiv, lässt sich nichts gefallen und schert sich nicht darum, was andere über sie denken. Lu ist schon irgendwie sehr speziell und obwohl sie so rotzfrech ist, muss man sie einfach gernhaben. Ich fand Lu großartig und konnte mich wunderbar in sie hineinversetzen, trotz des Altersunterschiedes. Ich denke, dass besonders die Zielgruppe sich prima mit der toughen Lu identifizieren wird.

Was ich zuerst etwas komisch fand, war die Sache mit Rhys, Lus Fantasiefreund. Ich fand die Idee schon super und wahnsinnig interessant, aber irgendwie auch etwas sonderbar. Man muss sich darauf einlassen können, was mir zum Glück auch gelungen ist.
Mich hat diese Idee mit dem unsichtbaren Freund richtig fasziniert. Rhys wird einfach so real und greifbar beschrieben, sodass man beim Lesen öfters mal vergisst, dass er gar nicht existiert, sondern nur Lus Fantasie entsprungen ist.
Ich persönlich habe nur nicht so ganz verstanden, warum Lu so ist. Das wird leider nicht genauer erklärt. Wir erfahren zwar, dass sie sich schon immer sehr schwer damit getan hat, Freunde zu finden, aber warum, erfährt man leider nicht.
Was wir aber erfahren, ist, dass Lu vor Rhys noch weitere unsichtbare Freunde hatte. Zuerst waren es nur Mädchen, aber schließlich war eines Tages Rhys da. Rhys gibt Lu halt, sie braucht ihn einfach, um mit allem klarzukommen. Sie hat das Gefühl, dass niemand für sie da ist, nur Rhys hält zu ihr. Lu lebt wirklich total in ihrer eigenen Welt, was sich aber dank Viola noch ändern soll.

Viola, muss ich gestehen, konnte ich anfangs gar nicht leiden. Über ihr fieses und zickiges Verhalten habe ich mich richtig aufgeregt. Da wir alles aus Lus Sicht erfahren, ist Viola vermutlich besonders krass dargestellt, denn Lu kommt mit Viola zuerst überhaupt nicht gut klar. Die beiden Mädchen bekriegen sich sogar richtig im Sommerurlaub auf Mallorca, sie streiten sich und spielen sich die gemeinsten Streiche. Kaum vorstellbar, dass aus den beiden schließlich noch die allerbesten Freundinnen werden.

Ich fand es so schön, wie einfühlsam und berührend die Freundschaft von Lu und Viola beschrieben wird. Beide Mädchen entwickeln sich wunderbar weiter, sie geben sich gegenseitig halt und helfen einander, um ihre Probleme in den Griff zu kriegen. Was ich dabei wirklich toll, zugleich aber auch ein wenig irritierend fand, ist, dass Viola Lu sofort glaubt, dass es Rhys gibt. Da war ich mir bis zum Schluss nicht sicher gewesen, ob sie Rhys nun auch sehen kann oder nicht. Die Geschichte rund um diesen unsichtbaren Freund ist schon etwas strange, aber auch so erfrischend anders und einzigartig.

Erfrischend anders, so lässt sich „Ihr mich auch“ perfekt beschreiben. Es ist definitiv ein Buch abseits des Mainstreams. Hier hoffe ich sehr, dass das Buch die Aufmerksamkeit erhalten wird, die es verdient. Es erzählt eine so wunderschöne Geschichte über Freundschaft, das Anderssein und das Erwachsenwerden. „Ihr mich auch“ beschert einem ein außergewöhnliches Leseerlebnis, welches einen zutiefst berührt, sehr zum Nachdenken anregt, öfters zum Schmunzeln bringt und durchweg mitfiebern lässt. 
 
Fazit: „Ihr mich auch“ ist ein wunderschönes und ganz besonderes Buch, welches einen von den ersten Seiten an mitreißt und nicht mehr loslässt. Die Geschichte ist einzigartig, sehr berührend, stellenweise richtig witzig und so erfrischend anders. Die Story rund um den unsichtbaren Freund fand ich zwar irgendwie etwas seltsam, zugleich aber auch genial und faszinierend. Ebenfalls ganz begeistert bin ich von Lu, mit der der Autorin eine großartige Buchheldin gelungen ist. Ich freue mich schon sehr über weitere Bücher von Pia Herzog, mein erstes Werk von ihr konnte mich richtig begeistern. Ich kann „Ihr mich auch“ wärmstens empfehlen und vergebe 4,5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 17.05.2019

Spannend, witzig, abenteuerlich! Ein richtig schöner Reihenauftakt!

Die Blaubeerdetektive 1: Gefahr für den Inselwald!
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Als ich das erste Mal über die Blaubeerdetektive gestolpert bin, war meine Neugierde sofort geweckt. Kinderkrimis fallen seit meiner Kindheit absolut in mein Beuteschema und Skandinavien als Schauplatz ...

Als ich das erste Mal über die Blaubeerdetektive gestolpert bin, war meine Neugierde sofort geweckt. Kinderkrimis fallen seit meiner Kindheit absolut in mein Beuteschema und Skandinavien als Schauplatz liebe ich über alles. Cover, Klappentext und Titel überzeugten mich auf Anhieb, daher stand für mich sehr schnell fest, dass ich die Blaubeerdetektive unbedingt kennenlernen möchte. Da das Hörbuch von Sebastian Rudolph gelesen wird, ein Sprecher, dem ich sehr gerne lausche, habe ich mich kurzerhand für das Hörbuch entschieden.

Der Sägewerkbesitzer Mäkelä, auch gerne der Holzwurm genannt, gilt in dem kleinen finnischen Dorf Kaninkorva als der allergrößte Miesepampel. Ein freundlicher Gruß, ein liebes Lächeln? Nee, nicht beim Mäkelä, da kann man bei ihm lange drauf warten. Seit kurzem aber grüßt der Sägewerkbesitzer alle im Dorf, ist total nett und lächelt sogar! Da kann etwas nicht stimmen, da sind sich die Blaubeerdetektive sofort einig. Die Blaubeerdetektive, das sind Samu, Alma, Selma, Olli und ihr Hund Riku. Sie sind eine richtige Detektivbande und haben sogar ein Bandenquartier, in dem sie sich regelmäßig treffen. Es befindet sich auf der Blaubeerinsel in einer alten Fischerhütte. Bisher hat der erste Fall leider auf sich warten lassen, aber bei dem Holzwurm wittern die Kinder sofort ein kniffliges Rätsel, das es zu lösen gilt. Sie beginnen dem Sägewerkbesitzer nachzuspionieren und finden sehr schnell heraus, was der miesepampelige Holzwurm Mieses vorhat: Er will ein unter Naturschutz stehendes Eichenwäldchen abholzen, weil es angeblich von gefährlichen Borkenkäfern befallen ist! Die Kinder beginnen weitere Nachforschungen anzustellen und finden schließlich noch heraus, was es mit diesen merkwürdigen Borkenkäfern genau auf sich hat. Der Miesepampel ist wirklich ein ganz hinterlistiger Fuchs (bzw. Holzwurm), dem unbedingt das Handwerk gelegt werden muss! Wie gut, dass die Blaubeerdetektive deutlich cleverer sind als ihr Gegner und schon eine gute Idee haben, wie sie ihren ersten spannenden Fall lösen können...

Mit dem ersten Band der Blaubeerdetektive ist dem finnischen Autor Pertti Kivinen ein richtig schöner Auftakt einer neuen Kinderbuchreihe gelungen, der große Lust auf mehr macht und die Herzen aller Detektivfreunde höher schlagen lässt! Der erste aufregende Fall dieser aufgeweckten Detektivbande ist spannend, witzig, atmosphärisch und lädt durchweg zum Mitfiebern ein.

Erzählt wird hier alles von Samu in der Ich-Perspektive. Mir war Samu auf Anhieb richtig sympathisch, ich fand ihn total süß und habe ich ihn vom ersten Moment an in mein Herz geschlossen. Auch die anderen Detektivmitglieder haben mir sehr gut gefallen. Olli ist das totale Superhirn und klugscheißert sehr gerne rum. Mich haben seine altklugen Sprüche bestens unterhalten und immer wieder sehr zum Schmunzeln gebracht. Dank Ollie dürfen wir hier übrigens neue schwierige Wörter lernen wie „ergo“ oder „Indizien“. Genie Ollie weiß natürlich, was diese Worte bedeuten und erklärt sie seinen Detektivfreunden. Fand ich super, da so auch die Zielgruppe hier ihren Wortschatz erweitern kann.

Über wen ich mich auch köstlich amüsiert habe, waren Samus große Zwillingsschwestern Alma und Selma. Die beiden sind sehr temperamentvoll, kann ich euch sagen, was vor allem ihr kleiner Bruder öfters zu spüren bekommt. Und Ollie auch, Selma und Alma legen sich nämlich gerne mal mit Superhirn Ollie an, hihi.
Mit den vier Kindern ist Pertti Kivinen einfach eine total lustige und charmante Truppe gelungen, mit der zusammen wir hoffentlich noch so einige weitere spannende Fälle lösen werden.

Richtig klasse fand ich die Erzählweise des Buchs. Dadurch, dass hier alles aus der Sicht von Samu erzählt wird, hat der Schreibstil so etwas wunderbar Kindliches und eignet sich somit perfekt für die Zielgruppe. Ich persönlich liebe solche Erzählungen über alles, da man sich durch diese auch als Erwachsene so schön in die jungen Protagonisten hineinversetzen kann.

Was ich ebenfalls super fand, ist das Setting. Das kleine Dörfchen Kaninkorva, die Blaubeerinsel – alles wird so schön idyllisch und anschaulich beschrieben, sodass eine zauberhafte Atmosphäre entsteht und man von einer richtigen Abenteuerlust überfallen wird. 
 
Womit mich der Autor ebenfalls begeistern konnte, sind die vielen schönen Themen, die die Geschichte enthält. Es geht um Freundschaft, Familie, Mut und Zusammenhalt; um die Natur und den Umweltschutz. Vor allem die Naturaspekte werden hier sehr großgeschrieben, was mir ganz besonders gut gefallen hat. Die Geschichte unterhält einen nicht nur, sie ist auch informativ und lehrreich.

Vorgelesen wird das Ganze großartig von Sebastian Rudolph. Er ist in meinen Augen für diese Reihe der reinste Glücksgriff. Er betont alles so witzig und lebendig, sodass man von den ersten Hörminuten an mit Feuereifer dabei ist und gar nicht mehr aufhören mag mit dem Zuhören.

Ich kann das Hörbuch vom ersten Band der Blaubeerdetektive wärmstens empfehlen. Das Tolle hier ist auch, dass es für Mädchen und Jungen gleichermaßen gut geeignet ist, da wir hier beide Geschlechter vertreten haben. Kleine Spürnasen ab etwa 8 Jahren werden hier die reinste Freude beim Zuhören haben und vermutlich sofort den Wunsch verspüren, ein Mitglied dieser coolen Detektivbande zu sein.

Fazit: Ein toller Reihenauftakt, der durchweg zum Mitfiebern einlädt und für Detektivfans ein großes Muss ist! Der erste knifflige Fall der Blaubeerdetektive ist spannend, mitreißend, witzig und wird herrlich humorvoll und atmosphärisch von Sprecher Sebastian Rudolph gelesen. Die Geschichte handelt von Freundschaft, Familie, Zusammenhalt, Natur und Umweltschutz und ist in meinen Augen nicht für Kinder ab 8 Jahren, sondern auch für deutlich ältere Spürnasen absolut hörenswert. Ich hatte hier jede Menge Spaß beim Zuhören und freue mich schon sehr auf den zweiten Band. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen!