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Veröffentlicht am 03.01.2017

Charlotte Roche's Schoßgebete in männlich... "Arschwasser".

Fleckenteufel
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Thorsten ist sechzehn Jahre alt, als er im Jahr 1977 mit auf eine Familienfreizeit der evangelischen Gemeinde mit nach Scharbeutz an die Ostsee fahren darf. Er ist ein Spätzünder, dennoch hält ihn der ...

Thorsten ist sechzehn Jahre alt, als er im Jahr 1977 mit auf eine Familienfreizeit der evangelischen Gemeinde mit nach Scharbeutz an die Ostsee fahren darf. Er ist ein Spätzünder, dennoch hält ihn der Geschlechtstrieb schon mächtig auf Trab. Die Ferienfreizeit ist der ideale Ort um unter Gleichaltrigen endlich mal rund um die Uhr zu sein, wobei es bei ihm einen hormonellen Dauerstress verursacht. Wenn dann nicht noch zusätzlich die Probleme mit dem Essen wären - Luke zwo dicht...

Hui. Gleich zu Beginn hab ich echt überlegt, was das so im Buch soll - diese überaus komische, meiner Ansicht nach kindliche Phase, in der sich zwar der Protagonist in gewisser Wiese noch befindet, aber die auch so dermaßen intensiv beschrieben ist. Ja, er hat Probleme mit der Verdauung, müsste mal auf Toilette, aber im Gemeindehaus, das geht ja nicht so wirklich, weil "Fremd scheißen" (um es mal so umgangssprachlich? zu nennen) kann er ja nicht... nun ja. Es geht leider immer wieder so weiter, neben diesem wohl für Männer so interessantem Thema kommt es auch immer wieder zu sexuellen Vorstellungen wie es wohl mit welchen Mädels wäre bzw. mit Andreas, der ja wohl eine "große Rute" hat, die sich immer in der engen Wrangler-Jeans abzeichnet... entsprechend werden auch hier Spielchen erzählt, die mit einem anderen Freund vorher schon erfolgt sind. Nun ja.

Irgendwann hab ich hier echt keine Lust mehr gehabt, meine Gedanken während des Lesens waren wirklich nur noch "Himmel, wie bin ich zu diesem Buch gekommen" bzw. "das ist doch Schoßgebete in männlicher Form"... Ich habe durchaus kein Problem mit Schilderungen, die für andere vielleicht unangenehm, ja eklig sein mögen. (Siehe: Rechtsmedizin-Bücher, Benecke-Schilderungen etc.) Aber hier hatte ich wirklich die Schnauze gestrichen voll. Ich wurde hier nicht wirklich gut unterhalten, ständig geht es um irgendwelche Phantasien oder körperliche Probleme/Gelüste etc. Zwischendurch, wenn mal etwas von der Familienfreizeit erzählt wird, hat man das Gefühl, es könnte doch alles wieder besser werden, aber das wurde es für mich leider nicht.

Das Buch war vielleicht nicht ganz so grottig, wie ich es vielleicht rüber gebracht habe, aber mich hat dieser Stil einfach nicht überzeugen können. Vom Schreib- und Sprachstil her war alles nachvollziehbar, hier kann ich nichts bemängeln.

Von mir gibt es hier 2 von 5 Sternen sowie natürlich keine Empfehlung.

Veröffentlicht am 02.01.2017

Gabs auch mal unzensiert...

Ein Traum von einem Schiff
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Christoph Maria Herbst erhält eine Anfrage vom "Traumschiff" - der bekannten ZDF-Fernsehreihe. Er schreibt nun einen Roman über die Reise mit dem legendären Fernsehschiff - und nimmt sich nicht wirklich ...

Christoph Maria Herbst erhält eine Anfrage vom "Traumschiff" - der bekannten ZDF-Fernsehreihe. Er schreibt nun einen Roman über die Reise mit dem legendären Fernsehschiff - und nimmt sich nicht wirklich zurück, was seine Meinung über Kollegen und Kolleginnen angeht.

Ich war ja wirklich sehr zwiegespalten - generell erst mal, weil im Buch einige Stellen (jedoch weniger als vermutet...) geschwärzt waren. Das heißt ja doch was, so dass er hier über einige wohl wirklich "her gezogen" ist... nun ja...

Generell vom Stil her ist es mal richtig toll und mal wieder eher lahm geschrieben - als er beispielsweise vom Schiff schreibt (anfangs), benutzt er wunderbare Umschreibungen für das Schiff, quasi Worte, die sehr doppeldeutig sind - aber echt genial geschreiben. Später dann zieht es sich eher hin, manches wirkt für mich beschönigend beschrieben bzw. auch sehr übertrieben.

So wirklich stellt er keine Schauspielerkollegen des Films vor, ich habe mir anschließend allerdings einen kleinen Trailer angesehen - so sind beispielsweise Anja und Gerit Kling mit an Bord, außerdem Harald Schmidt (er wird von ihm erwähnt), jedoch spricht er öfter mal von einer Christiane, die wohl "auseinander gegangen ist" (breit wie hoch) und zahlreiche Piercings hat. Wer das sein soll - ich weiß es nicht.

Zum Teil fand ich die Wortwahl recht interessant, man merkt auch, dass er hinter Stromberg steckt, denn er wählt Worte aus, die man im normalen, täglichen Sprachgebrauch nicht verwendet. (Klar, jetzt finde ich die Stelle im Text leider nicht mehr...) Insgesamt hatte ich mir ein unterhaltsameres, witzigeres Buch vorgestellt, ich wurde zwar gut unterhalten, es hätte jedoch noch besser sein können, ich bin hier schon ein wenig enttäuscht.

Wobei ich einfach generell sagen muss: Christoph Maria Herbst ist einfach eher ein "Männertyp" - fast jeder Mann, den ich so kenne, findet "Stromberg" absolut toll. Ich bin da nicht so der Fan davon - vielleicht auch, weil ich Herbst schon live erlebt habe? Ich habe ihn zweimal bei Lesungen von Tommy Jaud-Büchern erlebt, er macht dies sehr toll, als er allerdings von der Bühne ging, fing er draußen an zu meckern - blöderweise war das Mikrofon noch eingeschaltet. Tja... ich bin mir inzwischen ziemlich sicher, dass dies keine "Show" war, sondern echt war...

Ich habe mir vom Buch mehr erwartet - mehr an lustigen Infos über das Traumschiff, mehr witzige Infos, ja. Leider wurde ich da eher enttäuscht, wohingegen es mich überrascht hat, dass doch gar nicht soviel im Buch zensiert werden musste...

Hier kann ich lediglich 2 von 5 Sternen vergeben, bleibe jedoch dermaßen unentschlossen.

Veröffentlicht am 06.12.2016

"Weiß jemand wo Genezareth ist?" "Bei Gelsenkirchen?"

Echt easy, Frau Freitag!
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Im Buch schildert die Lehrerin Frau Freitag den durchaus kuriosen Schulalltag mit ihren Schützlingen.

Ja, ich war durchaus gespannt auf dieses Buch. Eigentlich hab ich ja gedacht es handelt sich um "Chill ...

Im Buch schildert die Lehrerin Frau Freitag den durchaus kuriosen Schulalltag mit ihren Schützlingen.

Ja, ich war durchaus gespannt auf dieses Buch. Eigentlich hab ich ja gedacht es handelt sich um "Chill mal, Frau Freitag", ich hab einfach nicht registriert, dass es das dritte Buch dieser Reihe ist. Als ich mir das Buch dann zum Lesen aber aus dem Regal geholt hab, hab ich es beim Titel festgestellt. Aber gut, meiner Ansicht nach ist die Reihe nicht unbedingt aufeinander aufbauend, so dass man die Bücher auch unabhängig voneinander lesen kann. Gesagt, getan. Vom Schreibstil her lässt sich das Buch gut lesen, keine großartigen Fremdwörter, keine schwierige Wortwahl, alles gut nachvollziehbar. Eher der Jugendslang ist immer wieder "interessant", aber auch die vermeintlich fehlenden Buchstaben, die falsche Ansprache, etc., da hat es mir echt so ein bißel den Atem geraubt... "Lebt Ihr Mutter noch?" - oder "Das mit die Adjektive?" - es geht hier um eine siebte bzw. achte Klasse einer Gesamtschule... da sollte man so etwas doch auch schon können? Oder wünsche ich mir das bloß?

Manche geschilderten Begebenheiten fand ich schon recht krass, andere dagegen irgendwie nicht sonderlich erwähnenswert, nun ja, war eben so mein Eindruck. Generell war es mal wieder interessant über den Lehrerberuf zu lesen, der ja soooooo anstrengend ist. (Wegen der Vorbereitung, etc.) Ja, mag sein, dass der Job anstrengend ist, aber andere Berufe sind das verdammt nochmal auch... dieses Jammern auf hohem Niveau fand ich einfach ein bißchen ätzend... zumal Frau Freitag im Buch dann auch zugibt, dass es in ihrer gesamten Wohnung nach Rauch riecht - entsprechende Schülerunterlagen, die sie bei sich zuhause hatte, tun das dann entsprechend eben auch. Finde ich ehrlich gesagt nicht so schön... Ggf. kann man ja zumindest im womöglich vorhandenen Arbeitszimmer mal nicht rauchen? Oder während der Korrektur nicht rauchen? Nun ja...
Man hört auch oft raus, wie es Frau Freitag egal ist, was wie an der Schule bzw. mit ihren Schülern passiert. Natürlich steht ihr das in gewissem Maß auch zu, vor allem wenn man sich für manche Schüler schon ordentlich rein kniet, aber für mich klingt das eben teilweise einfach so nach "scheiß egal".

Was ich immerhin so ganz nett fand ist die Tatsache, dass die vier Buchabschnitte in kleinere Geschichten unterteilt sind. So kann man immer mal schnell nur eben eine Geschichte lesen und ist nicht gezwungen das komplette Buch zu lesen. (Ich hab das Buch aber dennoch komplett gelesen.)

Manche Geschichten sind lustig, andere machen einfach fassungslos, nicht jede Geschichte hat mich so wirklich begeistert.
Alles in allem war es mal ein interessanter Einblick, den ich aber nicht so ganz ernst nehme, ein wenig zwiegespalten bin ich hinsichtlich der Bewertung - ich bin zwischen 2 und 3 Sternen hin- und hergerissen, generell würde ich hier 2 Sterne geben.
Entsprechend lege ich mich mal auf 2 von 5 Sternen sowie ein unentschlossen hinsichtlich der Empfehlung fest.

Veröffentlicht am 01.12.2016

Für mich leider ein „rotes Buch“ – im wahrsten Sinn…

Mein Herz und andere schwarze Löcher
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Durch ein Online-Portal lernen sich Roman und Aysel kennen. Ein Portal in dem es darum geht, jemanden zu finden, der das Leben auch beenden möchte. Denn das ist Aysels großes Ziel mit gerade mal 16 Jahren, ...

Durch ein Online-Portal lernen sich Roman und Aysel kennen. Ein Portal in dem es darum geht, jemanden zu finden, der das Leben auch beenden möchte. Denn das ist Aysels großes Ziel mit gerade mal 16 Jahren, sie möchte nicht mehr leben. Bevor sie ihren Plan allerdings umsetzt möchte sie noch ein paar Dinge erledigen – und dabei soll ihr Roman helfen. Doch was ist das plötzlich mit Roman? So was wie Liebe vielleicht?

Generell war ich sehr auf das Buch gespannt, denn man hatte mir wirklich begeistert davon erzählt. Allein schon das Cover hat mir gut gefallen, wobei ich den selbst nicht zur Hand hatte, der Buchumschlag ist nämlich recht bunt gestaltet. Das Buch selbst ist dann rot. (Allerdings ist ein Buchumschlag ja nicht wirklich nötig, wenn man das Buch lesen will, da kommt es ja auf den Inhalt an…)

Die Schilderung der Geschichte klang für mich gut und interessant, leider hat es sich beim Lesen dann für mich anders dargestellt. Die Geschichte kommt für mich nicht so richtig in Gang, es dauert und dauert und hat mich noch nicht so richtig in seinen Bann gezogen, das Buch. Der Schreibstil ist soweit in Ordnung, nichts großartig kompliziert vom Satzbau her, von den Worten her, alles lesbar, aber nicht so, dass es für mich super überzeugend ist.

Aysel, die Hauptperson im Buch ist schon wirklich ziemlich labil, was wohl an einer Geschichte liegt, die sich in ihrer Vergangenheit ereignet hat. Hier war es so, dass sich das alles wirklich hingezogen hat, bis man mal ein bißchen mehr erfährt – und sowas finde ich einfach sehr nervig. Ich habe gut die Hälfte des Buches gelesen um es dann zur Seite zu legen, einfach weil ich nicht länger gewillt war etwas zu lesen, was einfach so lahm dahin plätschert. Gut unterhalten werden möchte ich, wenn ich lese. Nichtsdestotrotz fand ich die Geschichte an sich eigentlich gut gemacht – nur die Umsetzung halt leider nicht. Ich hätte mir hier weniger Länge gewünscht, mehr Inhalt der auf den Punkt kommt.

Natürlich mag ich gerne spannende Bücher, ich mag aber auch Tiefe, die passt. Hier ist es mir zu gefühlsduselig, zu unangenehm-emotional. Lustige Szenen kommen im Buch nicht wirklich viele vor.

Entsprechend kann ich hier weder eine Empfehlung noch eine Nicht-Empfehlung aussprechen, ich bleibe absolut unentschlossen. Mich hat das Buch leider eher enttäuscht, ich hätte mir mehr davon erwartet. (Wobei es mir oft so geht, dass ich dem allgemeinen Hype, dass ein Buch sooooo toll ist, nicht folgen kann.) Ich vergebe hier 2 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 26.10.2016

Ich hätte es dann auch gelesen. Unnötigerweise.

Alle sieben Wellen
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Im Vorgänger-Roman "Gut gegen Nordwind" lernen Emma, genannt Emmi, und Leo Leike sich durch eine falsch geschickte Email (Tippfehler) kennen und wollen sich treffen. Nachdem es mit dem Treffen wohl nicht ...

Im Vorgänger-Roman "Gut gegen Nordwind" lernen Emma, genannt Emmi, und Leo Leike sich durch eine falsch geschickte Email (Tippfehler) kennen und wollen sich treffen. Nachdem es mit dem Treffen wohl nicht geklappt hat und Leo nun lange Zeit in Boston war, schreibt Emmi ihm wieder Emails. Und alles geht quasi von vorne los. Doch ob es nun bei einem - nachgeholten - Treffen bleibt?

Ja, ich wusste nicht wirklich, was mich bei diesem Buch mit dem durchaus netten Cover (und der wunderbar hellgrünen Innenseite) erwartet. "Gut gegen Nordwind" war doch nun schon einige Zeit her, entsprechend musste ich mich nochmal einlesen, was aber schnell ging. Irgendwie habe ich mir diesmal anfangs recht schwer getan zu sehen, wer gerade die Email schreibt.

Eine Unterscheidung in der Schriftart fände ich super - oder irgendein anderer Vermerk, denn nicht immer unterschreiben Leo oder Emmi mit ihrem Namen, manchmal schreibt auch (wie bei der Leseprobe) Emmi mal mehrere Mails hintereinander.

Inhaltlich war ich gespannt wie die Geschichte weitergeht, jedoch bewegen sich die beiden vom Schreiben her absolut im Kreis. Es geht ständig um das selbe, alles wird schon sehr philosophisch ausgelegt, die Gefühle interpretiert, mir war das alles einfach viel zu lange, viel zu umständlich. Ich bin jemand, der auch gerne mal ne Email schreibt - noch lieber jedoch einen Brief. Dass dies heutzutage ja eher "out" ist, ist mir klar. Und auch ich schätze gewählte Wörter, genau das, was man beim Poetry Slam oft hört. Das fand ich im Buch mehr als übertrieben, da wurde vieles immer wieder "aufgewärmt", "die Katze stand wieder auf den alten Füßen", um es mal so zu sagen...

Entsprechend konnte mich dieses Buch nicht so wirklich überzeugen wie es der Vorgänger-Roman oder auch "Ewig dein" taten. Ich glaube ja ein bißchen, dass der Autor durch den Vorgänger-Roman hohe Erwartungen zu erfüllen hatte, wobei ich diese nun nicht wirklich hatte. Ich war lediglich gespannt, wie der Autor dies hier umsetzt. Und davon bin ich ein wenig enttäuscht. Vielleicht hätte es auch keinen weiteren Roman gebraucht - oder man hätte alles auch auf 135 Seiten schreiben können... Mir ist dieses Buch einfach viel zu gefühlsduselig, die künstlichen Längen nerven mich absolut.

Ihr merkt, mich hat dieses Buch nicht wirklich begeistern können. Ich bin hier absolut unentschlossen hinsichtlich einer Empfehlung, ich denke es muss jeder selbst für sich entscheiden, der "Gut gegen Nordwind" gelesen hat. Ich vergebe hier lediglich 2 von 5 Sternen.