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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.08.2019

Engagierte Meeresnixen

Der Club der Schwimmerinnen
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Ich habe das Buch im Urlaub gelesen, wo ich jeden Tag entweder im Hotelpool oder im Meer geplanscht habe. Im relativ warmen Ägäischen Meer mit Sandstrand, im Hochsommer. Das ist keine große Kunst. Vor ...

Ich habe das Buch im Urlaub gelesen, wo ich jeden Tag entweder im Hotelpool oder im Meer geplanscht habe. Im relativ warmen Ägäischen Meer mit Sandstrand, im Hochsommer. Das ist keine große Kunst. Vor täglichem Schwimmen im viel kühleren Atlantik, auch im Frühjahr und Herbst und vor allem in aller Herrgottsfrühe oder um Mitternacht, je nachdem wie die Gezeiten gerade sind, habe ich wirklich eine Hochachtung! Und auch wenn ich diese Leidenschaft von Maisie und Deb nicht ganz nachvollziehen konnte (und mich eigentlich auch sonst nicht sehr mit ihnen identifizieren konnte) waren mir ihre Charaktere recht nah und vertraut.

Der Konflikt mit den Bebauungsplänen für ihren geliebten West Beach hätte noch mehr in die Tiefe gehen können, vielleicht wäre das aber auch zu Lasten der anderen Handlungsstränge gegangen. Im Original erschien das Buch anscheinend in 3 eher kürzeren Büchern. Da finde ich es schon besser, dass hier alles zusammen ist und die Gesamtlänge überfordert auch niemanden. Die Autorin hätte aber angesichts der ursprünglich 3 einzelnen Bücher sehr wohl einiges noch ausbauen können.

Aber auch so ist es eine unterhaltsame Lektüre mit recht ernsten Untertönen (wobei auch hier leider nur an der Oberfläche gekratzt wird). Das Ende ist stimmig und ein guter Abschluss.

Veröffentlicht am 21.08.2019

Mutiger Held gegen düstere Welt

Secret Keepers 1: Zeit der Späher
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"Secret Keepers" hält, was das wirklich toll gestaltete Cover verspricht. Man bekommt ein sehr spannendes Jugendbuch (ich empfehle 10+ Jahre), umso mehr wenn man den Umschlagtext nicht liest (oder so wie ...

"Secret Keepers" hält, was das wirklich toll gestaltete Cover verspricht. Man bekommt ein sehr spannendes Jugendbuch (ich empfehle 10+ Jahre), umso mehr wenn man den Umschlagtext nicht liest (oder so wie ich wieder vergessen hat, wenn man endlich dazu kommt, das Buch zu lesen). Dann ist man nämlich immer nur genau so schlau wie unser Held Ruben, der sich in einer eher 'düsteren' Welt durchschlagen muss und bei seinen Streifzügen auf etwas Altes und sehr Geheimnisvolles stößt.

Leider wird für die Leser nicht erklärt, in was für einem Paralleluniversum unserer Zeit die Geschichte spielt und welche Regeln da gelten. Es herrscht jedenfalls eine gewisse Art von Armut, mafiöse Schutzgelderpressung ist an der Tagesordnung und 11jährige haben keine Handys. Dafür eine ganze Menge Mut. Und so folgen wir Rüben bei seinem Abenteuer, dass dann leider aufhört ohne beendet zu sein. Man muss also unbedingt auch Teil 2 lesen um zu wissen, wie alles ausgeht.
Im Original ist alles in einem Buch erschienen, was auf den ersten Blick die bessere Variante ist. Andererseits hätte wohl ein 550 Seiten dickes Buch viele Leser aus der Zielgruppe abgeschreckt, und dann wäre ihnen wirklich was entgangen!

Veröffentlicht am 18.08.2019

Nicht denken, nur lesen!

Meistens kommt es anders, wenn man denkt
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Einmal mehr hat Petra Hülsmann einen schönen Frauenroman fabriziert, bestehend aus einer Liebesgeschichte, einem interessanten beruflichen Setting (PR-Agentur), netten Nebenfiguren inkl. Sally dem Hund ...

Einmal mehr hat Petra Hülsmann einen schönen Frauenroman fabriziert, bestehend aus einer Liebesgeschichte, einem interessanten beruflichen Setting (PR-Agentur), netten Nebenfiguren inkl. Sally dem Hund (auch Knut der Taxifahrer kriegt wieder seinen Auftritt und darf Lebensweisheiten zum Besten geben) und einer familiären Nebenhandlung, die man derart auch selten liest. Und das Ganze spielt wieder mal im wunderschönen Hamburg.

Die Nebenhandlung betrifft hier Neles Bruder Lenny, einem 20jährigen Mann mit Down Syndrom, der hart dafür kämpft auf eigenen Füßen stehen zu dürfen. Der Anteil dieser Geschichte am gesamten Buch war mir manchmal etwas zu groß (allerdings fand ich das Thema an sich gut, und man merkt dass es auch der Autorin ein wichtiges Anliegen ist), andererseits gab gerade Lenny der Figur von Nele (und sogar auch Claas) viel mehr Tiefe & Charakter. Ohne diese Nebenhandlung wären die beiden Charaktere sowie die restliche Geschichte wohl eher etwas langweilig geraten, denn wie die Liebesgeschichte sich entwickeln und vor allem ausgehen wird war schon von Weitem abzusehen. Aber wie immer in diesem Genre ist ja der Weg das Ziel, und der war 'landschaftlich sehr schön', wenn allerdings auch weniger spritzig & witzig als ich es von Petra Hülsmann gewohnt bin.

Auch die anderen Nebenfiguren, die ich aus "Wenn's einfach wär würd's jeder machen" schon kenne, blieben diesmal erstaunlich blass. Das war umgekehrt im anderen Buch nicht so.
Alles in allem aber ein sehr schön zu lesender Roman, der sich dennoch lohnt!

Veröffentlicht am 11.08.2019

Für Fans von Mhairi McFarlane

Die Liebe kommt selten allein
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Eine liebe Geschichte, die zur Abwechslung mal im schönen Dublin spielt! Leider 'sieht' man von der Stadt fast nichts, aber das Pub-Setting fand ich auch gut und man spürt auf jeden Fall den irischen Flair ...

Eine liebe Geschichte, die zur Abwechslung mal im schönen Dublin spielt! Leider 'sieht' man von der Stadt fast nichts, aber das Pub-Setting fand ich auch gut und man spürt auf jeden Fall den irischen Flair etwas (auch im Vergleich zu britischer Chick-Lit).

Vom Stil her erinnerte mich das Buch an Mhairi McFarlane. Vielleicht aber auch nur, weil ich erst vor einigen Monaten mit "Sowas kann auch nur mir passieren" ein Buch im selben Setting gelesen habe? Es war auf jeden Fall genauso angenehm zu lesen, mit sehr sympathischen Charakteren.
Die Liebesgeschichte steht eindeutig im Hintergrund, was fast ein bisschen schade ist. Bei nur 304 Seiten hätte die Autorin hier ruhig etwas mehr investieren können, sowohl in den Beginn der Lovestory (das ging mir viel zu rasch) als auch zum Ende des Buches hin. Auch andere Dinge gelingen der Protagonistin immer gleich ohne großen Kampf und Rückschläge. Das war ein bisschen zu gradlinig.

Dennoch ist es eine runde Geschichte, die Spaß gemacht hat zu Lesen und die sogar Potential für eine Fortsetzung hat. Nur bei der Übersetzung des Titels bzw. einer Neufindung sollte man sich mehr Mühe geben. "Die Liebe kommt selten allein" ist so nichtssagend und irgendwie auch gar nicht so richtig passend. Im Original heißt das Buch "I'm still standing", was viel besser passt.

Veröffentlicht am 18.06.2019

Multi-Tasking in Helsingborg

10 Stunden tot
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Im vierten Teil der Krimireihe um Polizeikommissar Fabian Risk steht noch weniger als bereits im letzten Teil unser 'Titelheld' wirklich im Mittelpunkt des Geschehens oder wenigstens der Ermittlungen. ...

Im vierten Teil der Krimireihe um Polizeikommissar Fabian Risk steht noch weniger als bereits im letzten Teil unser 'Titelheld' wirklich im Mittelpunkt des Geschehens oder wenigstens der Ermittlungen. Anderen Mitgliedern des Kommissariats von Helsingborg wird hier ebenso viel Platz eingeräumt.
Und wie es auch im echten Leben ja oft so ist, arbeiten die Ermittler auch an drei Fällen gleichzeitig. Während sich Fabian zusätzlich noch mit Geschehnissen aus dem letzten Buch beschäftigen muss...

Diese parallelen Ermittlungen und damit verbundenen häufigen Szenen- und auch Perspektivwechsel konnte ich zwar ganz gut auseinander halten, doch bricht mit jedem Schnitt auch immer wieder die gerade erst aufgebaute Spannung ab. Obwohl es ja an anderer Stelle oft nicht minder spannend weitergeht und man keine Minute zum durchatmen hat, die ich als Leser doch ab und zu brauche. Meist fiebert man ja mit einer Person mit, fürchtet um ihr Leben oder will, dass sie den Fall aufklärt (und freut sich auf Szenen zum 'verschnaufen'). Hier brennt es gleich an mehreren Stellen und man hat überall Angst um jemanden und hofft, dass er/sie das Ende des Romans noch erleben wird. Das kann auch anstrengend werden beim Lesen.

Der im Klappentext angeteaserte Fall um den 'Würfelmörder' nimmt auf den gut 500 Seiten dann aber am allerwenigsten Platz ein, was mich doch sehr enttäuscht hat da ich gerade diesen Ansatz für einen Fall ziemlich spannend fand. Doch er wird fast stiefmütterlich behandelt, und wie es auch bereits im Klappentext steht (ich aber vorher gar nicht genau gelesen habe) wird er noch nicht einmal innerhalb dieses Buches gelöst. Dafür muss man dann doch bitte auch noch Teil 5 kaufen.
Im übrigen würde ich empfehlen, vor "10 Stunden tot" unbedingt auch Teil 3 zu lesen, sonst blickt man bei einigen Erzählsträngen gar nicht durch. Am idealsten wäre es zwar, eh alle Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Aber "18 Grad Minus" kann man gerade noch so auch eigenständig lesen. Bei "10 Stunden tot" ist das dann nicht mehr so, man wäre wohl an einigen unverständlichen Stellen nur frustriert. Zartbesaitet sollte man auch nicht sein, denn es geht hier definitiv heftiger zu als in einem gemütlichen "Alpenkrimi".