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Veröffentlicht am 11.07.2019

Die Leiden einer Frau im Iran

Im Schatten des Schleiers
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Maryam, eine junge iranische Frau, hat in Deutschland ein neues, freies Leben gefunden. Die 1980 geborene Frau gehört zu den Ahwazis, eine Minderheit, die im Süden Irans lebt.

Als Kind erlebt sie Benachteiligung ...

Maryam, eine junge iranische Frau, hat in Deutschland ein neues, freies Leben gefunden. Die 1980 geborene Frau gehört zu den Ahwazis, eine Minderheit, die im Süden Irans lebt.

Als Kind erlebt sie Benachteiligung und Verfolgung, weil sie nicht zum persischen Volk gehört. Ihre gebildeten, liberalen Eltern erzählen ihr von der Freiheit, die sie unter dem Schah erlebt hatten. Maryam muss als Kind miterleben, wie ihr älterer Bruder festgenommen wird und seine Frau ihr ungeborenes Kind verliert, weil eine Polizistin sie tritt.

Trotz allem genießt sie ihre Kindheit, die mit dem Eintritt in eine weiterführende Schule abrupt zu Ende geht. Die Schülerinnen im jungen Teenager-Alter werden vor der Schule untersucht. Sie dürfen sich nicht schminken oder modern kleiden. Körper und Haare müssen bedeckt sein. Wer sich nicht an die Regeln hält, wird bestraft.

Im Gegensatz zu den Jungen, haben Maryam und ihre Freundinnen keine Freiheit. Sie dürfen nicht in einen Park gehen, aber noch schlimmer ist, dass viele der jungen Mädchen entgegen ihrem Willen an alte Männer verheiratet werden.

Maryam verlässt schließlich die Schule und eröffnet einen Schönheitssalon. Da eine Frau sich nicht schönmachen soll, existieren solche Geschäfte eher im Verborgenen. Im Salon geht es nicht nur um die Körperpflege. Ehen werden vereinbart, Geschäfte vermittelt, vor allem aber versuchen die Frauen auf ungewöhnlichem Wege ihre vielen Probleme zu lösen.

Eine Hexe teilt nämlich mit Maryam das Geschäft. Maryam profitiert von dem Angebot der Zauberin, denn so finden Kundinnen den Weg in den Laden. Aber mit dieser Frau ist auch eine böse Präsenz im Salon. Ausführlich beschreibt Maryam verschiedene Aufträge, die sie gemeinsam mit der Hexe ausführt.

Von einer Kundin hört Maryam vom christlichen Glauben. Nach kurzer Zeit ist sie davon überzeugt, auch wenn sie von ihrem Glauben schweigt. Sie wird aber trotzdem verraten und muss ins Gefängnis. Besonders schwer ist für sie die Trennung von ihrem kleinen Sohn.

Als sie entlassen wird, sieht die Familie keinen anderen Ausweg als eine Flucht nach Deutschland, die am Ende des Buchs kurz beschrieben wird.

Die Erzählweise dieses spannenden Buchs ist ungewöhnlich. In kurzen Sätzen und einfacher Sprache schildert Maryam recht emotionslos bewegende Ereignisse. An vielen Stellen klingt die Erzählung poetisch und in guter Weise fremdartig, wie eine Erzählung aus tausendundeiner Nacht.

Die kurzen Kapitel sind leserfreundlich. Manches bleibt ungesagt, darum fällt es manchmal schwer der Erzählung zu folgen, und am Ende bleiben einige Fragen offen.


Fazit: Eine interessante Lebensgeschichte, die einen guten Einblick in das Leben von Frauen im Iran gibt. Es wird deutlich, welche schwerwiegende Konsequenzen es hat, wenn ein Moslem sich zum Christentum bekehrt. Ein wichtiges Zeugnis in unserer Zeit, in der viele iranische Christen Zuflucht in unserem Land suchen!

  • Einzelne Kategorien
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Veröffentlicht am 10.07.2019

Wenn Geld dem Glück im Wege steht

Crazy Rich Asians
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Rachel und Nick leben in New York und sind seit zwei Jahren zusammen. Beide unterrichten an der Universität. Als Nick zur Hochzeit seines besten Freundes eingeladen wird, nutzt er diese Gelegenheit, um ...

Rachel und Nick leben in New York und sind seit zwei Jahren zusammen. Beide unterrichten an der Universität. Als Nick zur Hochzeit seines besten Freundes eingeladen wird, nutzt er diese Gelegenheit, um Rachel seiner Familie vorzustellen. Die Reise in seine Heimat Singapur soll eine Traumreise sein, aber stattdessen erlebt Rachel dort die schlimmsten Tage ihres Lebens.

Rachel stammt aus China, hat aber fast ihr ganzes Leben mit ihrer alleinerziehenden Mutter in Amerika gelebt. Nick stammt aus Singapur. Nach seinem Studium entschloss er sich zuerst einmal in Amerika zu bleiben.

Was Rachel nicht ahnt ist, wie reich Nick und seine Familie sind. Nicks Familie und Freunde in Singapur sind überzeugt, dass Rachel nur wegen seinem Geld an Nick interessiert ist. Wird Rachel und Nicks Liebe die Turbulenzen in Singapur überstehen? Und wie viele dunkle Familiengeheimnisse müssen erst noch ans Licht kommen?

Dieser umfangreiche Familienroman beginnt mit einem Stammbaum, was auch wichtig ist, um die verwandtschaftlichen Zusammenhänge besser zu verstehen. Die Geschichte wird abwechselnd von verschiedenen Personen erzählt. Für den westlichen Leser ist dieser Ausflug in die Welt der Reichen Singapurs interessant. Es wird viel von der luxuriösen Lebensweise dieser Menschen erzählt. So wird die Hochzeit von Nicks Freund sehr ausführlich beschrieben, ebenso wie viele chinesische Lieblingsspeisen. Wer sich nicht dafür interessiert, stört sich vielleicht an manchen langen Erklärungen.

Die abwechslungsreiche Liebesgeschichte wird gut erzählt. Das Lesen dieses Buchs macht trotz einiger Längen einfach Spaß. Man spürt auch an den witzigen Fußnoten, wie gerne der Autor dem Leser diese Welt erklären will. Neben einigen Redewendungen, hier Speisen und Gebräuche erläutert.


Fazit: Dieses empfehlenswerte Buch gibt einen Eindruck von der Welt der Reichen Singapurs. Die Liebesgeschichte ist gelungen, und die Charaktere sind sympathisch. Es eignet sich als leichte, unterhaltsame Ferienlektüre und ist natürlich auch für alle interessant, die sich für fremde Kulturen interessieren.

Veröffentlicht am 08.07.2019

Die Auswirkungen von Vergewaltigungen auf nachfolgende Generationen

Wir Kinder der Gewalt
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Die Autorin und Historikerin Miriam Gebhardt untersucht in diesem Buch die Spätfolgen von Kriegsvergewaltigungen. Am Ende des Zweiten Weltkriegs war Deutschland von den Alliierten besetzt. Sehr viele Frauen ...

Die Autorin und Historikerin Miriam Gebhardt untersucht in diesem Buch die Spätfolgen von Kriegsvergewaltigungen. Am Ende des Zweiten Weltkriegs war Deutschland von den Alliierten besetzt. Sehr viele Frauen wurden von den dort stationierten Soldaten vergewaltigt. Dabei waren die Täter nicht nur Russen, wie allgemein angenommen; auch Franzosen, Briten und Amerikaner vergriffen sich an den Frauen in den Besatzungszonen.

Die betroffenen Frauen bekamen selten Unterstützung. Oft wurden sie dafür geächtet, dass sie mit dem Feind Umgang gehabt hatten, auch wenn es nicht freiwillig geschah. Die Soldaten wurden fast nie für ihre Tat bestraft. Und sehr viele Kinder wurden gewaltsam gezeugt.

Die Folgen für die Kinder und Enkel der betroffenen Frauen waren oftmals Depressionen und Bindungsstörungen, neben einem gestörten Verhältnis zur Liebe und Sexualität. Die Lebensgeschichten dieser Menschen, die das Gefühl hatten unerwünscht zu sein, und die sich ihr Leben lang nach Liebe und einer heilen Familie sehnten, sind bewegend. Das Aufwachsen ohne zu wissen wer der Vater war, oft getrennt von der ledigen Mutter, hinterließ tiefe Spuren im Leben dieser Nachkommen.

Miriam Gebhardt erzählt die Geschichten von vier Frauen und einem Mann, deren Mutter vergewaltigt wurden. Nicht alle wurden bei einer Vergewaltigung gezeugt, trotzdem wirkte sich das Erleben der Mutter auf ihren Umgang mit ihren Kindern aus. Neben diesen fünf Geschichten, untersucht die Autorin weitere dazugehörige Fragen, wie zum Beispiel die Härte in der damaligen Erziehung oder das Verhältnis zur Sexualität. Dabei befragt sie Zeitzeugen und gibt zeitgenössische Quellen wider.

Fazit: Gut recherchiert und bewegend geschrieben, erhält der Leser mit diesem Buch einen guten Einblick in ein vernachlässigtes Thema. Der abwechselnde Blick auf ein Einzelschicksal und auf allgemeine Fragen rund um das Gesamtthema lockert dieses Buch auf. Sehr zu empfehlen für alle, die sich für geschichtliche Zusammenhänge interessieren.

Veröffentlicht am 21.06.2019

Ohne Gewalt Terrorismus bekämpfen

Das Prinzip des Terrors
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Der Autor dieses Buchs, Tass Saada, wurde 1951 im Gazastreifen geboren. Er wuchs in Saudi-Arabien und in Katar auf, wo sein Vater arbeitete. Als Jugendlicher schloss er sich Arafat an und wurde Scharfschütze. ...

Der Autor dieses Buchs, Tass Saada, wurde 1951 im Gazastreifen geboren. Er wuchs in Saudi-Arabien und in Katar auf, wo sein Vater arbeitete. Als Jugendlicher schloss er sich Arafat an und wurde Scharfschütze. Viel später, als er in Amerika lebte, kam er zum Glauben an Jesus Christus. Wegen dieser Entscheidung brach seine Herkunftsfamilie den Kontakt zu ihm ab.

Als Araber, der 2001 bei den Terroranschlägen in Amerika lebte, spürte er die Ablehnung des Westens. In den letzten Jahren nehmen Terroranschläge aus religiösen Gründen weiter zu. In diesem Buch fragt Tass Saada warum Menschen den Terror wählen, wie versucht wird den Terror aufzuhalten, um schließlich eine neue Lösung auf das Problem des Terrors aufzuzeigen.

Der erste Teil des Buchs erklärt dem Leser, warum viele Menschen als letzten Ausweg nur den Terror sehen. Der Leser versteht anschließend das muslimische Denken besser, und erkennt, dass sehr viele Muslime den islamischen Extremismus ablehnen.

In einem zweiten Teil untersucht Saada Lösungen unserer heutigen Zeit. Angst und Sorge, eine Entgegnung mit Gewalt, und eine Aufteilung von Israel und Palästina gehören zu den Wegen, die heute eingeschlagen werden. Saada zeigt, warum diese Lösungen zum Scheitern verurteilt sind.

Im dritten Teil schlägt Tass Saada einen anderen Weg vor. Ausgehend von den beiden Brüdern, Isaak und Ismael, zeigt er, dass Gott sich auch um Ismael kümmert und ihn segnet. Der Weg dem Terror Einhalt zu gebieten liegt in der liebevollen Annahme des Anderen. Auch wenn der Leser selbst keinen Terroristen kennt, können seine liebevolle Taten Auswirkungen haben, die schließlich das Zentrum des Terrorismus erreichen. Und das ist gerade heute besonders einfach, da so viele arabische Flüchtlinge zu Nachbarn geworden sind.

Im vierten Teil stellt der Autor einige Projekte vor, in denen diese Werte gelebt werden. In Israel und Palästina wurden Kindergärten gegründet, in denen Kinder aus verfeindeten Völkern miteinander spielen und lernen. Das berührt auch die Eltern, und die ganze Umgebung erkennt, dass „die Anderen“ wertvolle Menschen sind. Durch Projekte wie diese wachsen Menschen auf, die lieben, und nicht kämpfen.

Dieses Buch ist sehr hilfreich, um Moslems besser zu verstehen. Es spornt an sie zu lieben, und ihnen so Jesus näherzubringen. Titel und Untertitel sind ein bisschen irreführend, da es in diesem Buch weniger um Terror geht, sondern vielmehr um ein friedliches Miteinander. Tass Saada verweist oft auf sein erstes Buch, in dem er näher erklärt, wie er als Terrorist gelebt hat und schließlich Jesus kennengelernt hat. Schöner wäre es, wenn dieses Buch für sich stehen würde.

Sehr schön sind die vielen praktischen Beispiele, die das Gesagte veranschaulichen. Der Weg des Friedens nimmt viel Raum ein in diesem Buch, was gut ist. Die vorgestellten Gedanken öffnen Augen für Muslime in unserer Umgebung, und zeigen ganz konkret wie eine Beziehung aufgebaut werden kann.


Fazit: Ein hilfreiches Buch, um den Islam und Moslems besser zu verstehen. Ein Buch, das herausfordert Muslime zu lieben und so den Terror zu bekämpfen. Sehr zu empfehlen!

Veröffentlicht am 05.06.2019

Wie sieht dein perfektes Leben aus?

Perfekt für dich
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Die fast vierzehnjährige Kim hat es nicht leicht. Sie soll die Sommerferien damit verbringen Mathe zu pauken. Klar, ein bisschen ist sie selbst an ihren schlechten Noten schuld. Sie hat alles drangesetzt ...

Die fast vierzehnjährige Kim hat es nicht leicht. Sie soll die Sommerferien damit verbringen Mathe zu pauken. Klar, ein bisschen ist sie selbst an ihren schlechten Noten schuld. Sie hat alles drangesetzt um den gutaussehende Danny als Nachhilfelehrer zu bekommen. Ein Mathe-Genie und ein paar Jahre älter, da hätte sich aus der Nachhilfe mit Danny auch mehr entwickeln können.

Stattdessen soll sie mit der langweilige Mila lernen, während ihre Eltern auf einer Kreuzfahrt sind. Zum Glück gibt es nicht nur die Mathe-Stunden, sondern auch ein Fußball-Camp, in dem täglich gemeinsam trainiert wird. Mit dabei ist der süß Lego, der leidenschaftlich gerne Lego-Modelle baut. Er scheint an Kim interessiert zu sein, aber ihre Träume drehen sich alle um Danny.

Unterhaltsam und spannend geschrieben, zeigt dieses Buch das typische Gefühlschaos der Teenie-Jahre. Kim trifft einige sehr schlechte Entscheidungen und enttäuscht ausgerechnet diejenigen, die ihr nahestehen. Zum Glück ist sie trotz allem umgeben von Menschen, die sie unterstützen und ihr Rat geben. Trotz ihrem Versagen, geben sie ihr eine neue Chance. In diesem Sommer lernt Kim einiges, und zwar nicht nur Mathe.

Im Großen und Ganzen sehr gut geschrieben, sind einige Passagen jedoch merkwürdig. So scheinen Kim und ihre Großmutter daran zu glauben, dass das Universum ihre Geschicke lenkt, dass ein Stein verliebte Gefühle erwecken kann, oder dass Träume die Zukunft vorhersagen. Komisch, dass solche Ansichten den Glauben an einen Schöpfergott verdrängen. Diese Vorstellungen wirken auf jeden Fall unlogisch, und es ist fraglich was sie in einer Geschichte wie dieser, die ansonsten einiges an Lebensweisheit vermittelt, zu suchen haben.

Abgesehen davon, ist diese Geschichte lesenswert. Der Leser wird Kim und ihre Familie und Freunde schnell ins Herz schließen und bei ihren schlechten Entscheidungen mitbangen. Junge Leser können einiges über das Erwachsenwerden lernen.

Fazit: Liebenswerte Charaktere, eine spannende Geschichte, und ein junges Mädchen, das den Mut hat zu ihren Fehlern zu stehen und daraus zu lernen. Abgesehen von einigen esoterischen Randgedanken, ein empfehlenswertes Teenie-Buch.