Schauderhaft
Die kleine Villa in ItalienLia Bathurst braucht dringend eine Auszeit.
Privat und beruflich steckt die Designerin in einer Sackgasse - warum also nicht den Sommer an der Amalfiküste verbringen?
Schon lange träumt sie davon, die ...
Lia Bathurst braucht dringend eine Auszeit.
Privat und beruflich steckt die Designerin in einer Sackgasse - warum also nicht den Sommer an der Amalfiküste verbringen?
Schon lange träumt sie davon, die weißen Sandstrände, das türkisblaue Meer und die italienische Küche zu genießen.
Aber niemals hätte sie geglaubt, dass sie hier ihrem leiblichen Vater begegnen könnte.
Einem Vater, von dem sie bis vor ein paar Wochen überhaupt nichts wusste!
Doch nun steht sie vor den Toren seiner hübschen Villa und hofft, endlich mehr über ihre Wurzeln zu erfahren.
Wenn da nur nicht der unausstehliche Mitarbeiter ihres Vaters wäre!
Raphael hält Lia für eine Erbschleicherin und ist entschlossen, sie zu entlarven.
Selbst wenn das bedeutet, dass er sie nicht mehr aus den Augen lassen darf und die beiden sich immer näherkommen...
Ich habe es wirklich, wirklich versucht!
Aber diese Story ist einfach nur schauderhaft.
Die Bücher aus der Romantic Escapes Reihe sind nach immer gleichem (und erwartetem) Schema gestrickt: Die Heldin der Geschichte findet nach verschiedenen Hindernissen, Rückschlägen und/oder Missverständnissen die Liebe ihres Lebens und ist ganz nebenbei auch beruflich super erfolgreich.
Das die Handlung zumeist extrem unrealistisch und mit sehr vielen glücklichen Zufälle gespickt ist - geschenkt.
Die Geschichten spielen stets an touristisch interessanten oder anderweitig angesagten Orten, was einen literarisch reisen und träumen lassen kann.
Und manchmal ist so ein "Heile-Welt mit Happy-End-Garantie" - Buch ja auch genau das richtige!
Nachdem ich "Das kleine Schloss im Schottland" noch als leicht kitschige Weihnachtsgeschichte habe durchgehen lassen, habe ich hier nach etwa der Hälfte aufgegeben.
Ich habe so auf (wenigstens etwas) charmanten Lokalkolorit der wunderbaren Amalfiküste gehofft - habe aber nur von einer großen Villa, teuren Autos, einer Yacht, Nobelrestaurants,... - und natürlich unglaublich schönen, perfekten und talentierten Menschen gelesen.
Kein Wunder, denn der stinkreiche Vater von Lia entpuppt sich als Hollywood-Star!
Raphael, der Stiefsohn vom nun "gefundenen" Papa, ist zuerst ein arroganter Schnösel und sofort ist klar, dass er Lias Mr. Darcy wird!
Aber ab dem Moment als Lia "plötzlich bewusst wird - sie ist in Raph verknallt", sinkt das sowieso schon flache Niveau ins bodenlose und ich war raus!
Von Beginn an fand ich dazu auch die betont artikulierende Art der Sprecherin Hanna Baus eher suboptimal, denn es wirkt unpersönlich und distanziert.
Ich mag leichte Rom-Com Geschichten ab und zu eigentlich ganz gern, und vielleicht hätte ich sogar noch im "Kleinen Hotel auf Island" eingecheckt, aber nach dieser Erfahrung mache ich zukünftig einen Bogen um die Autorin.