Profilbild von jamjam

jamjam

Lesejury Star
offline

jamjam ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit jamjam über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.09.2019

in Lebensbericht über ein Jahr voller sieben Herausforderungen für die Autorin - und Herausforderungen sind für jeden etwas anderes.

Leben wird aus Mut gemacht
0

Unten angekommen, klatschte die Inderin laut in die Hände, und ich zuckte zusammen. Sie drehte sich um und sagte zu mir: „Geschafft. Alles ist schwierig, bis man es einfach macht.“

Seite 151



Die 84jährige ...

Unten angekommen, klatschte die Inderin laut in die Hände, und ich zuckte zusammen. Sie drehte sich um und sagte zu mir: „Geschafft. Alles ist schwierig, bis man es einfach macht.“

Seite 151



Die 84jährige Emma kontaktierte die Autorin, um jemandem ihr Leben erzählen, alle Teile und nicht nur die einzelnen Fragmente, von denen manche ein wenig wussten.

Inspiriert durch ihre Lebensgeschichte beschloss Anika, sich ein Jahr lang ihren persönlichen Herausforderungen zu stellen und in sieben Geschichten darüber zu berichten.



Anika Landstein ist bekannt für ihren Reiseblog und ihren Podcast ÜberFrauen. Ich persönlich kannte sie noch nicht und war gespannt auf dieses Buch!

Was ich mir erwartete, war mehr über das Leben von Emma zu erfahren, die Beweggründe der Autorin, sich auf ihre eigenen Abenteuer zu begeben, eine Beschreibung, warum es genau jene sein sollten –und am Schluss ein wenig von dem Gefühl, es jetzt selbst auch anpacken zu wollen. Einen Kick, eine Motivation…

Zuerst sei gesagt, auch wir erfahren nur Eckpfeiler von Emmas Leben, da habe ich mir etwas mehr erhofft und erwartet, denn sie ist sicherlich eine bemerkenswerte Frau!

Auch warum es genau jene sieben Aufgaben wurden, war mir bis zum Ende hin nicht ganz klar.

Die ersten drei Herausforderungen waren, die Familiengeschichte erforschen, eine Reise nur für mich (also ohne viele Fotos und bloggen) und dem Tod ins Auge blicken… Das waren große Herausforderungen für mich zu lesen, da ich mir einerseits eben mehr von Emmas Leben erwartet habe – und andererseits mit den Aufgaben an sich nicht viel anfangen konnte. Irgendwie wirkten sie mir zu groß und zu klein in einem. Um das kurz zu erklären: Eine Reise ohne großartiges Teilen – das ist für mich jede. Die Reise führte zum Burning Man – organisatorisch und finanziell ein Ding der Unmöglichkeit, wohl nicht nur für mich. Nach diesen Abschnitten war ich kurz davor, das Buch abzubrechen – und bin froh, es nicht getan zu haben!

Denn das war der Moment, an dem ich das Buch bewusst aus der Hand legte und mich fragte, was das Wort „Herausforderung“ für mich bedeutet. Warum etwas für einen Menschen selbstverständlich und für den anderen schwierig ist. Und musste dabei für mich feststellen, dass es eher die mentalen Herausforderungen sind, die mich reizen - und das jeder Mensch seine eigene Geschichte hat, die ihm manches einfach und manches schwierig gestalten.

Die vierte Herausforderung, der sich Anika stellt, war eine Woche Schweigen im Ashram – und dieser Abschnitt hat mich regelrecht gefesselt! Von da weg hatte ich mich auf der eine Seite damit abgefunden, dass Emma eine Randfigur bleiben wird – und die Herausforderungen, denen sich die Autorin stellte, waren welche, die ich besser nachvollziehen konnte als die ersten. Und ihre Erkenntnisse daraus für mich dadurch auch verständlich und hilfreich.

Und so habe ich die zweite Hälfte des Buches dann doch noch genießen können, auch wenn es ganz anders war als erwartet!

Am Ende des Buches erwartet den Leser noch ein Mutmach-Manifest, das mir sehr gut gefallen hat!

Fazit: Ein Lebensbericht über ein Jahr voller sieben Herausforderungen für die Autorin - und Herausforderungen sind für jeden etwas anderes.

Veröffentlicht am 12.07.2019

Interessante Liebesgeschichte im Theatermilieu

Puccini zum Frühstück
0

„Für manche Menschen mochte der 15. Oktober 2017 ein ganz gewöhnlicher Tag sein. Für Charlotte Benedicte Katharina Sanders, die von allen Charlie genannt wurde, war es der Beginn einer neuen Ära.“

Charly ...

„Für manche Menschen mochte der 15. Oktober 2017 ein ganz gewöhnlicher Tag sein. Für Charlotte Benedicte Katharina Sanders, die von allen Charlie genannt wurde, war es der Beginn einer neuen Ära.“

Charly tritt ihren neuen Job in Marienburg an, als Dramaturgieassistentin, über 100 Kilometer von ihrem alten Leben und ihrer Familie, die sie gerne im Familienunternehmen gesehen hat, entfernt. Ich mochte sie von der ersten Seite weg, sie wirkt trotz ihres familiären Backgrounds wie das sympathische Mädchen von nebenan.
Als dann der Dramaturg kurz vor der Premiere ausfällt, hat sie die Chance, ihr Können unter Beweis zu stellen. Doch eine eigenwillige Regisseurin, technische Schwierigkeiten, personelle Ausfälle und nicht zuletzt ihre eigenen Gefühle stellen sich ihr in den Weg!

Charly ist eine ungewöhnliche junge Frau, die ihrer reichen Familie den Rücken gekehrt hat, um sich ihrer großen Leidenschaft, dem Theater zu widmen. Sie stellt sich mit Gespür und Selbstvertrauen ihren Aufgaben und scheut auch nicht davor zurück, sich selbst ins Abseits zu stellen, um das Stück voranzutreiben.
Doch dann begegnen ausgerechnet ihr, die noch nie verliebt war, zwei Männer, die sie jeder auf ihre eigene Art herausfordern.

Konstanze Harlan führt uns beim Lesen detailliert ins Theaterleben, man spürt ihre Liebe zu und ihre Erfahrung in dieser faszinierenden Welt! Ich habe mir vorher nie darüber Gedanken gemacht, was für eine große Planung und welches Timing erforderlich ist, um den Zuseher so ins Geschehen eintauchen zu lassen. Und welche riesigen Folgen ein kurzfristiger Ausfall auf den gesamten Ablauf hat!
Charlie übernimmt die Dramaturgie für „La Bohème“ und beim Lesen bekam ich große Lust, dieses wunderbare Stück wieder einmal zu erleben!

Dabei tritt die Liebesgeschichte ein wenig in den Hintergrund, die Protagonisten bleiben vor dieser enorm schillernden und für mich sehr exotischen Kulisse etwas flach und nicht immer „rund“. Schade, denn die Vergangenheit der Protagonisten gäbe einiges her!

Dennoch war es für mich eine interessante Geschichte, die mich fasziniert hat und bis zum Herzschlag-Finale über die nicht ganz ausgefeilten Charaktere hinweggetröstet hat!

Veröffentlicht am 09.07.2019

Eine berührende Geschichte über eine selbstbestimmte Frau, das Leben mit seinen Herausforderungen und die Liebe!

Mein Wunsch bist du
0

„Ab sofort bestand Schmetterlingsverbot, und wenn sie jedem dieser Nervensägen in ihrem Bauch die Flügel einzeln ausrupfen musste.“

Lilli hat sich ihren Traum von einem Kind erfüllt – mit einer anonymen ...

„Ab sofort bestand Schmetterlingsverbot, und wenn sie jedem dieser Nervensägen in ihrem Bauch die Flügel einzeln ausrupfen musste.“

Lilli hat sich ihren Traum von einem Kind erfüllt – mit einer anonymen Samenspende in Dänemark. Allein zieht sie ihren 5jährigen Sohn Emil groß. Doch als er immer öfter nach seinem Vater fragt, beginnt sie, mit Hilfe des Journalisten Patrick, nach ihm zu suchen.
Als sie ihn dann kennenlernt, besteht sofort eine Verbindung zwischen ihnen und auch Emil mag ihn sehr gerne. Doch Hannes hat ein eigenes Leben und eigene Verpflichtungen – und auch Lilli hat Geheimnisse, vor ihm und auch vor ihren Freundinnen.

Juli Summer hat mit Lilli eine kluge, selbstbestimmte Frau geschaffen. Als mit Mitte Dreißig der perfekte Mann noch nicht in Sicht ist, sucht sie nach einem Weg, ein Kind zu bekommen. Sie meistert ihre Lage hervorragend, ist Emil eine tolle Mutter. Doch irgendwann vermisst er einen Vater – und auch Lilli beginnt nachzudenken.
Die Suche ist erstaunlich schnell erfolgreich, nicht zuletzt durch Patrick. Der scheint selbst ein Geheimnis mit sich zu tragen. Warum hat er solches Interesse an Lilli, wird manchmal fast fordernd und emotional, wenn es um sie geht?
Lilli selbst kämpft mit ihren eigenen Dämonen - und steckt mir dabei etwas zu oft den Kopf in den Sand. Damit hatte ich beim Lesen ein wenig zu kämpfen. Vor allem vor einem Problem läuft sie so unverantwortlich lange davon, hier wurde mir der Bogen etwas zu sehr überspannt.
Der kleine Emil ist entzückend und nimmt Hannes dankbar an. Ich hätte gerne ein ausführliches Gespräch mit ihm erlebt, etwas Information über seine Gefühle.
Dennoch: Die Geschichte hat mich gepackt und gerührt, ich habe mit Lilli mitgefiebert und mir Sorgen um sie gemacht! Ich war nicht mit allen ihren Entscheidungen einverstanden, aber hey – es ist ihr Leben!
Fazit: Eine berührende Geschichte über eine selbstbestimmte Frau, das Leben mit seinen Herausforderungen und die Liebe!

Veröffentlicht am 03.06.2019

Regionalkrimi mit einer untypischen Ermittlerin

Hannas Leichen
0

„Leckt mich doch alle am Arsch!“, fluchte Karl senior.
„Geht nicht. Steckt ein Pfeil drin“, erwiderte Rosa.
Seite 280

Kurz nachdem Florian Bauer seinen Geschäftspartner mit seiner Frau Anne im Bett erwischt ...

„Leckt mich doch alle am Arsch!“, fluchte Karl senior.
„Geht nicht. Steckt ein Pfeil drin“, erwiderte Rosa.
Seite 280

Kurz nachdem Florian Bauer seinen Geschäftspartner mit seiner Frau Anne im Bett erwischt hat, werden beide tot in einem Swimming Pool aufgefunden, die Umstände mehr als mysteriös.
Hauptkommissarin Hanna Schmiedinger startet mit den Ermittlungen.

„Hannas Leichen“ ist ein eher untypischer Regionalkrimi. Denn im Gegensatz zu den Leberkässemmeln essenden und Bier trinkenden Ermittlern, die man sonst in diesem Genre findet, ist sie eine taffe, außergewöhnliche Protagonistin. Mit ihrer Vorliebe für schwarze Kleidung und ihrem knallroten Lippenstift fällt sie angenehm aus der Reihe. Auch ihre mehr als schrullige Familie kommt nicht zu kurz und wir bekommen einen runden Einblick in ihr Leben und Teile ihrer Vergangenheit.
Der Fall selbst scheint verzwickter, als es auf den ersten Blick aussieht, viele Verdächtige und diverse Spuren sorgen für Verwirrung. Und Hanna ist nicht nur mit ihnen, sondern auch mit ihren Gefühlen und internen Komplikationen auf dem Kommissariat gefordert.
Ich habe Alex Buchenbergers Buch über weite Teile sehr genossen. Auf den letzten Seiten überschlagen sich dann die Ereignisse, da wurde für mich zu viel zu schnell gelöst. Für mich hätten ein paar Dinge ungeklärt bleiben können oder auch auf eine Fortsetzung hinweisen können.
Auch erfüllte Hanna hier dann leider doch noch einige Klischees und überschreitet maßlos ihre Kompetenzen. Schade, das war für mich ein kleiner Bruch in dem ansonsten runden Roman!
Dennoch habe ich das Buch über so viele Seiten mitgerätselt und mitgelacht, dafür 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 02.06.2019

Eine nette Liebesgeschichte mit einem außergewöhnlichen Kater, die manchmal ein wenig Pepp vertragen hätte.

Eine Samtpfote zum Verlieben
0

„Achtung! Dieser Kater wird ihr Herz stehlen.“

Jamie hat durch das Erbe ihrer Mutter die Gelegenheit, sich ein Jahr Auszeit zu nehmen. Sie beschließt, diese Zeit im Storybook Court in L.A. in einem kleinen ...

„Achtung! Dieser Kater wird ihr Herz stehlen.“

Jamie hat durch das Erbe ihrer Mutter die Gelegenheit, sich ein Jahr Auszeit zu nehmen. Sie beschließt, diese Zeit im Storybook Court in L.A. in einem kleinen schnuckeligen Häuschen zu verbringen und herauszufinden, was ihr wirklich Spaß macht. Mit dabei ist ihr getigerter Kater, der Ausbrecherkönig MacGyver.
Für ihn ist sonnenklar, dass es Jamie nicht an einer neuen Beschäftigung fehlt, sondern einfach an einem Partner zum Liebhaben. Denn er riecht die Einsamkeit der Menschen um sich. Und so beschließt er, sie auf seine eigene Art zusammenzuführen… Da liegen dann schon mal Sportsocken, Tagebücher und BHs vor der Haustür. Und bei so viel verschwundenen und wiederaufgetauchten Gegenständen kann es nicht lange dauern, bis auch ein Hobby-Detektiv nach der Ursache dieser „Diebstähle“ sucht.

„Eine Samtpfote zum Verlieben“ erzählt uns erst Mal ein wenig von Jamies Vergangenheit, ihrem großen Verlust und davon, dass sie an ihrer Arbeit keine Freude mehr hat. Sie nutzt die große Chance und zieht in eine Gegend, die absolut außergewöhnlich ist.
Melinda Metz beschreibt die märchenhaften Häuser des Storybook Court so eindringlich, dass ich mir auch online ein Bild davon gemacht habe. Für mich ist die Gegend der eigentlich Star der Geschichte, Hobbit-Höhlen, Dornröschen-Häuser, eines schrulliger als das andere. Dazu noch eine absolut eigenwillige Gemeinschaft an Bewohnern…
Im Gegensatz dazu wiederholen sich Jamies Gedanken für mich einfach zu oft, eine Weile plätschert die Geschichte so dahin.
MacGyver ist ein wirklich unglaublicher Kater, der auch schon mal Kamine hochklettert um aus dem Haus zu kommen und seine Mission zu erfüllen. Auch wenn ich ein absoluter Katzenliebhaber bin, das war mir manchmal ein wenig zu viel, so entzückend der kleine Dieb und so unterhaltsam der alternde Detektiv-Schauspieler, der Jagd auf ihn macht auch sind.

Belohnt wurde ich mit einem zwar erwarteten aber schönen Happy-End!

Fazit: Eine nette Liebesgeschichte mit einem außergewöhnlichen Kater, die manchmal ein wenig Pepp vertragen hätte.