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Veröffentlicht am 19.07.2019

Find mich da, wo Liebe ist

Find mich da, wo Liebe ist
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Find mich da, wo Liebe ist, von Ansty Harris

Cover+ Titel:
Das Cover ist sehr romantisch, aber den Titel versteh ich nicht so recht, auch nicht, nachdem ich das Buch gelesen habe.

Inhalt:
Grace, eine ...

Find mich da, wo Liebe ist, von Ansty Harris

Cover+ Titel:
Das Cover ist sehr romantisch, aber den Titel versteh ich nicht so recht, auch nicht, nachdem ich das Buch gelesen habe.

Inhalt:
Grace, eine Instrumentenbauerin, lebt sehr zurückgezogen in einem englischen Dorf. Eigentlich hatte sie eine große musikalische Karriere vor sich.
In ihrem Leben dreht sich seit 8 Jahren, alles um David, ihre große Liebe. Doch der ist verheiratet und hat auch nicht vor seine Familie zu verlassen.
Durch einen Zufall kommt diese Affäre nun an die Öffentlichkeit und es passieren Dinge die alles infrage stellen.

Wird Grace einen Neuanfang wagen?

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich in sehr unterschiedliche Gefühlslagen gebracht.

Grace war mir von Anfang an eigentlich recht sympathisch.
Gleichwohl konnte ich sie eigentlich nie verstehen.
Erstens ihre Liebe und Hingabe zur Musik, die Phantasie und die Empfindungen die sie in die Musik legt und für die Musik empfindet, kann man wohl nur (nach)empfinden, wenn man selber ein Instrument spielt oder für Musik brennt.
Dann ihre Affäre.
Wie kann ich 8 Jahre lang immer nur auf dem Sprung sein und mich für einen Mann bereithalten, der sich so offenbar nicht von seiner Familie trennen will oder kann. Wie kann man sich nur so lange hinhalten lassen, damit verbaut man sich doch sein eigenes Leben.
Diesen Teil der Geschichte konnte ich nicht verstehen und nicht nachvollziehen, auch wenn die Autorin die Gefühlswelt von Grace sehr gut beschrieben hat.

Besser gefiel mir der zweite Teil der Geschichte, in dem es um selbstlose Freundschaft ging. Um das „Füreinander“ da sein, ohne auf Vorurteile oder auf die Gesellschaft zu schauen.

Autorin:
Die Autorin unterrichtet Kreatives Schreiben an der Canterbury Christ University. Einige ihrer Kurzgeschichten wurden veröffentlicht, sie wurde mit dem HG Wells Shorts Story Award ausgezeichnet. Sie lebt mit ihrem Mann, von dem sie alles über den Bau von Geigen gelernt hat, und zwei Hunden direkt am Meer in Kent, England.

Mein Fazit:
Auch wenn mir die Protagonistin unverständlich und fremd blieb, war doch der zweite Teil des Buches voller Wärme und die selbstlose Freundschaft und Hilfe, die jedem wiederum Wärme und Sicherheit brachte, hat mir sehr gut gefallen.
Deshalb von mir 4 Sterne.

Veröffentlicht am 16.07.2019

Schoofseggl - schwäbisch genial

Schoofseggl
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Schoofseggl, von Axel Ulrich

Cover:
Das Bild passt perfekt zur Geschichte.

Inhalt:
Alles beginnt mit dem Verkauf von Daten von Steuersündern die ihr Geld auf einer Schweizer Bank gebunkert haben.
Das ...

Schoofseggl, von Axel Ulrich

Cover:
Das Bild passt perfekt zur Geschichte.

Inhalt:
Alles beginnt mit dem Verkauf von Daten von Steuersündern die ihr Geld auf einer Schweizer Bank gebunkert haben.
Das zieht weite Kreise.
Ex-Anwalt Franz Walzer, der sich auf Geldwäsche spezialisiert hat wird mit hineingezogen.
Höchst kriminell und gefährlich wird es dann, als der Bordellbesitzer Kneller ins Spiel kommt.
Brutale Gewalt, Bestechung, Erpressung, Zwangsprostitution, ja sogar Mord kommen jetzt auf die Tagesordnung.

Meine Meinung:
Eine Kombination von Krimi und Humor!
Der schwäbische Dialekt ist ja nicht so das Highlight und den Dialekten, doch hier hat der Autor einen Schreibstil gefunden der einfach genial ist.

Zitat:
Ein dicker Ranzen, wie man im alemannischen Sprachgebrauch zu einem Bauch sagt.
„Mr unternemme äbbas“ Übersetzt: wir unternehmen etwas.

Ich habe Tränen gelacht, die Handlung ist intelligent konstruiert, wenn ich mich auch manchmal frage, warum die Datendiebe so offen mit ihrem Wissen umgehen. Steuerhinterziehung, Datenklau, Geldwäsche, Rotlichtmilieu, sind Themen, wobei ich bei der Geldwäsche nicht immer folgen konnte.
Es gibt recht ungewöhnliche Charaktere die ihren eigenen Kopf haben und das Ganze ist teilweise recht skurril und witzig überzeichnet.

Walzer ist eine Art „Robin Hood“, der super schlau ist, mit allen vernetzt, ob Gut oder Böse, und dem dann auch alles gelingt (das war mir fast ein bisschen zu viel, deshalb dafür 1 Stern Abzug).

Autor:
Axel Ulrich, geb. 1951, hat als Wirtschaftsjournalist und Unternehmensberater gearbeitet und ist seit langem in der IT-Branche selbstständig.

Mein Fazit:
Bei der Vielzahl an Regionalkrimis, ist dies für mich ein Lese-Highlight.
4 Sterne

Veröffentlicht am 14.07.2019

Im Freibad

Im Freibad
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Im Freibad, von Libby Page

Cover:
Ein Freibad aus der Vogelperspektive, so wie das, über das im Buch geschrieben wird.

Inhalt:
Rosemary hat ihr ganzes Leben (über 80m Jahre) in Brixton verbracht. Jetzt ...

Im Freibad, von Libby Page

Cover:
Ein Freibad aus der Vogelperspektive, so wie das, über das im Buch geschrieben wird.

Inhalt:
Rosemary hat ihr ganzes Leben (über 80m Jahre) in Brixton verbracht. Jetzt soll das Freibad in dem sie seit über 60 Jahren jeden Morgen schwimmt (und in dem so viele ihrer persönlichen Ereignisse stattgefunden haben) zu gemacht werden.
Kate, eine junge einsame Frau, soll als Journalistin über dieses Freibad schreiben.
Aus beiden Frauen werden Freundinnen und es wird ihr persönlicher Kampf um dieses Freibad.

Meine Meinung:
Das Buch beginnt sehr ruhig. Es liest sich wie einzelnen Kurzgeschichten über ganz unterschiedliche Personen und viele Einzelschicksale.
Ein sehr ausladender, umfangreicher und blumiger Schreibstil, wortgewaltige Be- und Umschreibungen der Personen, Handlungen und Orte.

Rosemarys ganz normales Leben wird durch immer wiederkehrende Rückblenden beschrieben und das besondere daran wird so nach und nach sichtbar. Ruhig und unaufgeregt – aber wir erkennen die ganz große Liebe, das große Glück im Kleinen.

Kate ist eine einsame graue Maus, sie entdeckt durch ihr Engagement (durch Rosemary) ihre Umgebung und finden Freunde und Freude am Leben.

Es wird deutlich wie wichtige Freundschaft und Zusammenhalt ist und welche Kraft daraus erwächst.
Nicht aufgeben ist die Devise um am Ende doch noch zu siegen.

Autorin:
Libby Page hat tagsüber im Marketing gejobbt und nachts auf ihrem Notebook ihren Debütroman geschrieben. Die studierte Journalistin hat für den Guardian, einen Online-Shop und eine Wohltätigkeitsorganisation gearbeitet. Neben dem Schreiben ist Schwimmen ihre zweite große Leidenschaft. Libby Page lebt in London und hat sich vorgenommen, alle Freibäder Londons auszuprobieren.

Mein Fazit:
Ein Buch der leisen Töne, aber mit einer gewaltigen Aussage zu Freundschaft, Zusammenhalt und Stärke einer Gemeinschaft.
4 Sterne.

Veröffentlicht am 08.07.2019

Aufbruch in ein neues Leben

Aufbruch in ein neues Leben
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Aufbruch in ein neues Leben, von Linda Winterberg

Cover:
Mit den drei Frauen in den nostalgischen Kleidern und Frisuren, passt es genau zum Buch.

Inhalt:
Berlin 1917:
Die Welt versinkt im Kriegs-Chaos, ...

Aufbruch in ein neues Leben, von Linda Winterberg

Cover:
Mit den drei Frauen in den nostalgischen Kleidern und Frisuren, passt es genau zum Buch.

Inhalt:
Berlin 1917:
Die Welt versinkt im Kriegs-Chaos, überall herrscht, Leid, Mangel und Elend, alle sehnen sich nach dem Ende des Kriegs und dem Frieden.
Drei junge Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten wählen eine Ausbildung in der Hoffnung und Glück sie für alles entschädigt, denn sie können jeden Tag neues Leben schenken.
Edith, Margot und Luise wollen Hebammen werden.

Meine Meinung:
Ich habe schon mehrere Bücher der Autorin gelesen.
Bei diesem hat es nun eine Weile gedauert bis der Funke übergesprungen ist.
Es kam mir zu „modern“, im Vergleich zu den anderen Büchern, die ich kenne und liebe. Die Tiefe, die Wärme, die Emotionen, die Not und das Leid sind bei mir erst spät angekommen, aber sie kommen an.
Zu schnell wird für jedes Problem eine Lösung gefunden.

Die drei Frauen sind wirklich klasse, sie haben ihre Ecken und Kanten, ihre Eigenheiten und lassen sich nicht verbiegen, trotz Zweifel und Angst, trotz große Hindernissen und Rückschlägen, gehen sie ihren Weg.

Hier treffen Sterben (Krieg und Not) und neues Leben (Geburten) jeden Tag aufeinander.

Dies ist der erste Teil der Hebammen-Sage.
Voll Spannung warte ich darauf, wie es mit Edith, Margot und Luise weitergeht.

Autorin:
Hinter Linda Winterberg verbirgt sich die erfolgreiche Autorin Nicole Steyer.
Sie lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern im Taunus.

Mein Fazit:
Drei Frauen, die einer schrecklichen Zeit trotzen, und jeden Tag aufs Neue in ihrem angestrebten Beruf das Glück finden.
4 Sterne.

Veröffentlicht am 01.07.2019

Marina, Marina

Marina, Marina
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Marina, Marina, von Grit Landau

Cover:
Passend zur Zeit, in der die Geschichte beginnt.

Inhalt:
Die Geschichte eines fiktiven Dorfes und einem Teil seiner Bewohner von 1960 bis 1980, mit einer Rückschau ...

Marina, Marina, von Grit Landau

Cover:
Passend zur Zeit, in der die Geschichte beginnt.

Inhalt:
Die Geschichte eines fiktiven Dorfes und einem Teil seiner Bewohner von 1960 bis 1980, mit einer Rückschau auf das Jahr 1944.

Meine Meinung:
Die Geschichte beginnt wie ein leichter Liebesroman. Der 13jährige Nino ist hoffnungslos in die Mutter eines Freundes verliebt.
Dann bröckelt diese Leichtigkeit immer mehr.
Denn wir schauen hinter die Kulissen. Wir erfahren von den Träumen, Hoffnungen von den geheimsten und unerfüllten Wünschen und Beziehungen der Beteiligten.
Wir erleben aber auch mit wie sich Lebensträume erfüllen, wenn man nur beständig daran glaubt und drauf hin zuarbeitet und sich von Rückschlägen nicht unterkriegen lässt.

Zitat: Das Leben geht weiter!

Wie ein Netz sind alle irgendwie miteinander verbunden ohne es teilweise zu wissen. Einige Geheimnisse gehen bis ins Jahr 1944 zurück und lassen die Personen einfach nicht los.

Es geht um Liebe, Leidenschaft, Lebensträume, Schuld, Freundschaft und so viel mehr.

Autorin:
Grit Landau, Jahrgang 1973, schreibt Romane und Erzählungen. Zuvor hat sie Geschichte studiert. Die Leidenschaft für Italien liegt der Autorin im Blut: Schon ihr Vater, ein Opernregisseur und Puccini-Experte, arbeitete mehrfach an der Mailänder Scala. Ihre Mutter krachte 1960 als Zwanzigjährige von einem Hotelbalkon bei Sanremo – quasi der Urknall einer lebenslangen Liebe zu Bella Italia. Die Autorin ist verheiratet und lebt mit ihrer Familie bei Bonn.

Mein Fazit:
Ein Buch über das Leben, wie es gelaufen sein könnte.
Es beginnt mit einer kindlichen ersten Liebe und entwickelt sich zur Tragödie für einige Beteiligte, vor allem beim Rückblick in die NS-Zeit, aber es gibt auch glückliche Enden.