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Veröffentlicht am 22.07.2019

Ein Weiser Mann schildert spannende Begegnungen

Die verspielte Welt
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Der ungarische Journalist und Autor Paul Lendvai ist dafür bekannt, dass er kein Blatt vor den Mund nimmt. Er ist bekannt für seine neutrale und subjektive Berichterstattung. Sein kritisches Buch zum derzeitigen ...

Der ungarische Journalist und Autor Paul Lendvai ist dafür bekannt, dass er kein Blatt vor den Mund nimmt. Er ist bekannt für seine neutrale und subjektive Berichterstattung. Sein kritisches Buch zum derzeitigen Ministerpräsidenten Ungarns war Anlass etlicher Drohungen und falscher Behauptungen. Das schreckt Herrn Lendvai in keiner Weise und auch in dem Buch

DieVerspielteWelt berichtet er über Stationen und Begegnungen während seines journalistischen Schaffens.

Als ungarischer Jude erlebte er den Holocaust hautnah mit. Wurden doch etliche Familienmitglieder und Bekannte durch Nazis ermordet. Im Buch

DieVerspielteWelt zeigt er die Anfänge des
Jugoslawienkrieges auf. Im Jahr 1961 besuchte er zum ersten Mal den Vielvölkerstaat. Danach schreibt er über die Situation in Albanien, den Menschenrechtsverletzungen im Kosovo und den tiefgreifenden Veränderungen im gesamten Osten Europas. Er erinnert sich an Gespräche mit führenden Politikern und den Werdegang etlicher Länder von damals bis heute.

Einigen Persönlichkeiten widmet er mehrere Seiten, indem er einen kurzen Lebenslauf schrieb. Darunter sind zum Beispiel Walter Laqueur und George Soros. Interessant war für mich, dass Orban als junger Mann nur studieren konnte, weil er durch die Soros-Stiftung Unterstützung erhielt. Heute ist es sein ärgster Feind und die schmutzigen Kampagnen und ständige Lügengeschichten nehmen kein Ende. Sowohl Soros als auch Lendvai sind ungarische Juden und flüchteten aus dem Land, in dem sie verfolgt wurden.

Der amtierende Präsident der USA findet ebenfalls Erwähnung und auch hier schreibt Herr Lendvai klar und deutlich, was ihm nicht gefällt. Er zitiert in

DieVerspielteWelt auch Helmut Schmidt:
„Charisma ist eine Gabe, die hatte auch Hitler. Ohne Moral und ohne Vernunft kann charismatische Ausstrahlung eine Gefahr sein.“ Wie recht er doch hat.

Das Buch werde ich mit Sicherheit mehrmals lesen. Es ist ein kluges Sachbuch, welches ganz ohne Dogmen und Pathos auskommt. Es ist auch keineswegs eine Aneinanderreihung von Fakten, sondern unterhaltsam geschrieben. Eines nehme ich aber mit: Die Furcht um unsere Demokratie in Europa und der Wunsch, dass die zerstörenden Kräfte nicht noch stärker werden.
Im Anhang ist ein Namensverzeichnis aufgeführt. Auf diese Weise ist es einfach die Seite zu finden, auf der der Name des Gesuchten steht.

Ich danke dem Verlag und

NetGalleyDE, dass ich das Buch lesen durfte.

Veröffentlicht am 17.07.2019

Der Wahrheit verpflichtet

Totenland
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#Totenland von Michael Jensen ist ein Kriminalroman, der in den Tagen Ende des Zweiten Weltkriegs spielt. Das Cover passt zur Story. Es ist düster und zeigt ein typisches Auto der damaligen Zeit, einen ...

#Totenland von Michael Jensen ist ein Kriminalroman, der in den Tagen Ende des Zweiten Weltkriegs spielt. Das Cover passt zur Story. Es ist düster und zeigt ein typisches Auto der damaligen Zeit, einen Horch.

Jens Druwe wurde schwer verwundet und war für das Militär nicht mehr zu gebrauchen. Er folgte nicht stumpf den Parolen des „Führers“ und kam als Polizist nach Schleswig Holstein. Das war zwar eine Degradierung, da er vorher Kripobeamter war, für ihn aber ein Glück. Er konnte sich zurückziehen und stand nicht mehr so sehr in der Schusslinie der Schergen Hitlers und Konsorten.

Auch wenn Druwe dachte, dass er in dem kleinen Ort Glücksburg eine ruhige Kugel schieben konnte, auch in dieser Gegend wurde gemordet. Schon bald muss Jens nach Kattrup eilen und dort als erster Ermittler einen Ermordeten in Augenschein nehmen. Der Tote ist ein „Goldfasan“. So wurden die Braunen Ordensträger heimlich genannt. „Kackbraune Uniform mit viel Glitzerkram und Lametta“. Der Tote war also ein hoher Funktionär bei der NSDAP und wurde in der Nähe des Hofes seines Bruders gefunden.

Leider darf Druwe den Fall nicht klären, es würde seine Kompetenz überschreiten. Er muss das den Männern aus Glücksburg überlassen. Diese haben sich schnell auf einen Täter geeinigt. Es ist der entflohene Häftling Ludwig Steinfeld, den die Kriminaler beim Bruder des Ermordeten aufspüren. Herr Steinfeld war nahezu 12 Jahre als „Schutzhäftling“ im KL Fuhlsbüttel. Grundlos und ohne ordentliches Gerichtsverfahren. Wer wäre wohl geeigneter als Täter als dieser bedauernswerte Mensch?

Jens Druwe will nur eines: Den wahren Täter finden und der Gerechtigkeit zum Erfolg helfen. Die Story ist spannend, hat aber zum Schluss hin einige Längen. Dennoch bin ich von dem Buch beeindruckt. Es zeugt von sehr ausführlicher Recherche und deckt Tatsachen auf, die noch nicht lange bekannt sind. Es ist eine Mischung aus Fiktion und Fakten und das macht das Buch so wertvoll. Der Autor schreibt im Epilog sehr genau, was historisch nachprüfbar ist und was seiner Phantasie entsprang. Ein Name fiel mir dabei auf: Dr. Karl Gebhardt. Der Mensch war damals im Sanatorium Hohenlychen tätig und unter anderem für Versuche an Menschen verantwortlich. Er wirkte ebenfalls in den Lagern Auschwitz und Ravensbrück. Zu meiner Beruhigung las ich, dass er bei den Nürnberger Ärzteprozessen verurteilt und hingerichtet wurde.

Nein, es gibt niemals zu viel Bücher über die Zeit des Nationalsozialismus. Wie der Autor schreibt, sobald die Betroffenen ein Gesicht bekommen, bleiben die Schicksale im Gedächtnis der Leser. Wir dürfen niemals schweigen und müssen die Überlieferungen an unsere Kinder und Enkel weiter geben. Nur dann können wir helfen, dass solche Zustände niemals wieder eintreten.

Veröffentlicht am 15.07.2019

Italien im Bürgerkrieg

Sterne über der Toskana
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Die Geschichte rund um das Weingut der Toskana geht weiter. Es sind etliche Jahre vergangen und dieses Mal ist es die Tochter Gianna, die eine der Hauptpersonen ist. Sie lebt mit ihren Brüdern auf dem ...

Die Geschichte rund um das Weingut der Toskana geht weiter. Es sind etliche Jahre vergangen und dieses Mal ist es die Tochter Gianna, die eine der Hauptpersonen ist. Sie lebt mit ihren Brüdern auf dem Weingut der Eltern dem Alberi d´Argento.

Direkt auf den ersten Seiten von #SterneÜberDerToskana ist eine Personenliste gedruckt. Sie macht es dem Leser leicht, sich in die Story hineinzufinden, auch wenn er die ersten beiden Bücher noch nicht las. Historische Personen sind hier extra gekennzeichnet.

Gleich zu Beginn wird der Leser auf die Probleme der damaligen Zeit aufmerksam gemacht. Die Zwillinge Tommaso und Guiseppe (Brüder von Gianna) reisen nach Pisa. Nur einer der beiden Brüder kommt zurück. Sie haben sich wohl einer Protestbewegung angeschlossen und wollen für ein freies Italien kämpfen. Tommaso kommt schwer verletzt wieder nach Hause und Guiseppe ist tot. Dass die beiden sich politisch auf der Gegenseite der Nachbarn befinden, lenkt auch das Schicksal von Gianna in eine neue Richtung. Ist sie doch mit dem Sohn dieser Nachbarn, den Besitzern von Tenuta Bandello, verlobt. Angelo, so heißt der junge Mann, lässt Gianna im Stich. Er hört auf seine Eltern und löst die Verlobung.

Gianna muss einige Abenteuer bis sie erkennt, wer sie tatsächlich von Herzen liebt. Es ist aber nicht die Story von Liebenden, welche das Buch zu einem Highlight macht. Auch die wechselvolle Geschichte Italiens wurde von der Autorin bestens recherchiert und aufgeschrieben. So findet unter anderem die Schlacht von Solferino Erwähnung und hier wiederum ebenfalls das Wirken Henry Dunants. Ohne ihn gäbe es das Rote Kreuz nicht und die beiden damals oft gebrauchten Wörter der Frauen, die verletzte Soldaten pflegten, ebenfalls nicht. Tutti Fratelli, das ist es, was leider in vielen Ländern noch immer nicht gilt.

Es ist das erste Mal, dass ich alle drei Bücher einer Reihe las. Meistens höre ich zur Mitte des zweiten Bandes auf. Warum das hier anders war? Karin Seemaier nahm mich an die Hand und sie hielt die unterhaltsame Spannung bis zum Ende des dritten Bandes. Die Beschreibung der Landschaft, die Zerrissenheit der Menschen bei den schrecklichen Gemetzeln, sowie die ausführliche Recherche, machten die Bücher für mich zu etwas ganz Besonderen. Sterne über der Toskana ist für mich ein Highlight des Lesejahres 2019.

Veröffentlicht am 12.07.2019

Ein literarischer Hochgenuss

All die unbewohnten Zimmer
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Einem besonderen und einzigartigen Ritual verdankt die Mordkommission ihren Spitznamen. Er lautet „Die zwölf Apostel“ und bezieht sich auf das gemeinsame Mittagessen der Crew. In dem Buch All die unbewohnten ...

Einem besonderen und einzigartigen Ritual verdankt die Mordkommission ihren Spitznamen. Er lautet „Die zwölf Apostel“ und bezieht sich auf das gemeinsame Mittagessen der Crew. In dem Buch All die unbewohnten Zimmer sind es vier Spezialisten, die zwei Morde aufklären möchten. Polonius Fischer, ein ehemaliger Mönch, dem niemand mehr seine ursprüngliche Mission anmerkt. Der extrovertierte und bereits im Ruhestand lebende Kommissar Jakob Franck, die „Fremde“ Fariza Nasri und Tabor Süden, der Fachmann für das Aufspüren vermisster Personen.

Jeder Ermittler ist auf seine Weise ein Original und hat seine sehr eigenen Methoden, um ans Ziel zu kommen. Sie sind zuweilen zwar nicht für jeden Leser nachvollziehbar, haben aber alle ihren verständlichen Ursprung. In All die unbewohnten Zimmer muss der Mord an einem Polizisten aufgeklärt werden. Und nicht nur das. Auch ein zweites Verbrechen, nämlich die Tötung einer Frau spielt ebenfalls eine Rolle. Es geht hin und her in dem Roman und wer nicht sehr aufmerksam liest, der verliert schnell den Faden.

Es war mein erstes Buch von Friedrich Ani und ich bin beeindruckt. Seine Sprache gefällt mir bestens und der Roman war ein literarischer Hochgenuss. Auch der Mut des Autors ist beachtenswert. Beschreibt er doch wie einfältig die Ansichten von Rechten sind und welche Meinung auf der Straße herrscht. Er zeigt uns den Spiegel und das zuweilen sogar mit Humor. Ja, es ist ein anspruchsvoller Roman und beim Lesen darf man sich nicht ablenken lassen. Und meiner Meinung nach wäre es vorteilhaft, wenn die vorherigen Bände der Reihe rund um die Kommissare bekannt sind. Das Lesen dieser Bücher werde ich sehr bald nachholen.

Veröffentlicht am 12.07.2019

Mit Füchsin Fidelia und Wildschwein Schorsch in die Sommerzeit

Gedichte und Geschichten zur Sommerzeit
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Wildschwein Schorsch, Füchsin Fidelia und Hase Hanno schmücken das Cover des Buches Gedichte und Geschichten zur Sommerzeit. Die Bilder sind kindgerecht gemalt und die Farben treffend ausgewählt. Wunderschöne ...

Wildschwein Schorsch, Füchsin Fidelia und Hase Hanno schmücken das Cover des Buches Gedichte und Geschichten zur Sommerzeit. Die Bilder sind kindgerecht gemalt und die Farben treffend ausgewählt. Wunderschöne Gedichte machen den Anfang. Das erste zeigt auch gleich, was die Kinder in den Sommerferien unternehmen können. Entweder fahren sie in den Urlaub, also in die Berge oder ans Meer, oder sie verleben die lange Freizeit mit ihren Freunden im Schwimmbad am Ort. Es gibt so viele Aktivitäten, dass keine Langeweile aufkommt.

Die Geschichten schildern eine Sommerparty im Sagawald aber auch, wie wichtig Hilfe und Freundschaft ist. Ein Büchlein, welches sich sowohl für Leseanfänger als auch Großeltern eignet. Die Zeichnungen sind sehr gut zum Ausmalen und es kommt nicht darauf an, ob die Jüngsten hier über den schwarzen Strich malen. Wichtig ist, dass sie Freude daran haben. Zum Schluss gibt es noch Schablonen zum Ausschneiden, Anmalen und Dekorieren.

Wieder ein schönes Buch, das von Ulrike Handwerker Illustriert und von Nele Handwerker geschrieben wurde. Aber nur die Geschichten. Die wunderschönen Gedichte reimte Gertraude Witschas. Es gibt weitere Bücher zum Thema und darauf sind unsere Enkel bereits sehr gespannt. Und nicht nur sie.