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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.11.2016

erst düster, dann kitschig, dann dramatisch - Wintermärchen für kalte Tage - 4,5 Sterne

Die silberne Königin
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Die 24-järhige Emma lebt in Silberglanz, einem Land, in dem dauerhaft Winter herrscht. Das Leben ist für die Menschen beschwerlich, nicht wenige finden im Schnee ihren Tod. Mit ihrer neuen Anstellung in ...

Die 24-järhige Emma lebt in Silberglanz, einem Land, in dem dauerhaft Winter herrscht. Das Leben ist für die Menschen beschwerlich, nicht wenige finden im Schnee ihren Tod. Mit ihrer neuen Anstellung in der Chocolaterie von Madame Weltfremd sichert Emma sich ihr Einkommen für warme Mahlzeiten. Als die Madame beginnt, ihr das Märchen der silbernen Königin und des Frostprinzen zu erzählen, sieht Emma ihr Land mit neuen Augen. Und schwebt plötzlich in großer Gefahr...

Die Geschichte beginnt eher ruhig. Aus der personalen Sicht von Emma erfährt der Leser, wie die Menschen in Silberglanz leben, wie sie ums Überleben kämpfen und wie Emma ihr Leben im ewigen Winter meistert. Es bilden sich die ersten offenen Fragen, große Spannung kommt aber noch nicht auf.
Dafür finde ich die entworfene Welt aber bereits unglaublich faszinierend. Die Stimmung ist düster, bedrohlich und ungemütlich. Was ist nur in diesem Land passiert, dass der Winter eingekehrt ist und die Menschen den Sommer nur noch aus Legenden kennen?

Mit Fortschreiten des Märchens, das Madame Weltfremd Emma erzählt, wird deutlich, dass es eine Verbindung zu Emmas Leben gibt. Plötzlich häufen sich mysteriöse Ereignisse. Und auch die Geschichte des Landes erscheint in einem neuen Licht. Nun beginnt auch die Spannung zu steigen, die Handlung zieht sich aber leider immer noch ein wenig.

Manche Ereignisse sind vorhersehbar, die unerwarteten Momente und Wendungen überwiegen allerdings. Spätestens ab der Hälfte konnte mich die Geschichte komplett fesseln – eigentlich sogar beide, denn in der märchenhaften Story wird ja ein weiteres Märchen erzählt und in beiden Geschichten darf man mitfiebern, wie es den Figuren ergehen wird und wie die Fäden am Ende zusammen laufen.
Dabei gibt es viele nachdenkliche Momente – über Familie, die Liebe, die Einsamkeit und was sie aus einem Menschen machen kann.

Leider nimmt die Handlung im letzten Drittel einen etwas kitschigen Verlauf, der nicht so richtig zur Atmosphäre passt und zum Glück mit einer großen Portion Dramatik, die danach folgt, wieder etwas in Vergessenheit gerät. Grade noch mal gut gegangen, ich hatte zwischenzeitlich mit einem Ausgang gerechnet, der mir gar nicht gefallen hätte.
Eine Kleinigkeit bleibt für mich dann am Ende leider trotzdem noch unaufgelöst, ansonsten werden beide Geschichten für mich zufriedenstellend abgeschlossen.

Spannendes Märchen im Märchen. Die silberne Königin erzählt zwei Geschichten, die zu einer verschmelzen und den Leser in eine düstere, faszinierende Welt entführen. Der Anfang hätte etwas spannender sein können, doch dann konnte mich das Buch fesseln.

Veröffentlicht am 02.11.2016

ereignisreiche Geschichte voller Überraschungen

Ormog
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Auf dem Planeten Magnus ist ein Kampf zwischen den Weißen Magiern und den Gorgul entbrannt. Ormog ist der letzte weiße Magier und wird von den Feinden erbarmungslos gejagt. Trotz seiner aussichtslosen ...

Auf dem Planeten Magnus ist ein Kampf zwischen den Weißen Magiern und den Gorgul entbrannt. Ormog ist der letzte weiße Magier und wird von den Feinden erbarmungslos gejagt. Trotz seiner aussichtslosen Lage versucht Ormog mit seinen Gefährten, den Meister der Gorgulzauberer zu vernichten. Kein einfaches Vorhaben... denn die Feinde sind ihm schon auf der Spur. Das Schicksal des ganzen Planeten liegt nun in seinen Händen.

Der Einstieg in die Geschichte fiel mit nicht ganz leicht. Ormog lebt auf dem fremden Planeten Magnus. Dem Leser eröffnet sich eine komplett unbekannte, magische Welt voller ungewöhnlicher Bewohner mit teilweise recht komplizierten Namen. Schade ist, dass es weder eine Karte zur Orientierung gibt, die es erleichtert hätte, Ländergrenzen und Reisewege zu verfolgen, noch einen Glossar mit kurzen Erklärungen, um welche Art von Wesen es sich beispielsweise bei der Tierwelt handelt.
So bleibt die Geschichte trotz vielfältiger Ideen für mich etwas blass. Denn leider fehlt es auch an bildhaften Beschreibungen, die Land und Leute lebendig werden lassen. Von Ormog kenne ich eigentlich nur die Augenfarbe. Im letzten Drittel wird er als junger Magier beschrieben, zuvor handelte es sich in meiner Vorstellung eher um einen älteren Mann.
Und so gab es dann auch ein paar Geschehnisse, die aufgrund zu knapper Beschreibungen für mich nicht nachvollziehbar wurden (Beispiel: Wie passt ein drei Handspannen großer Drache in eine Manteltasche...? Handelt es sich bei den Bewohnern von Magnus um Riesen mit entsprechend großen Taschen? Kann sich der Drache schrumpfen...?)

Die Handlung an sich konnte mich aber schnell fesseln. Die Geschichte bietet jede Menge Verrat und Intrigen, vorhersehbar ist die Handlung an keiner Stelle. Ormog und seine Gefährten müssen zahlreiche Gefahren überstehen, wobei sich ihnen immer neue Probleme in den Weg stellen. So jagt ein Ereignis das nächste, das Tempo ist insgesamt hoch, es gibt aber auch ein paar wenige ruhigere Szenen.
Das Ende konnte mich nicht ganz überzeugen, da mir der entscheidende Kampf etwas zu einfach gelöst ist. Es werden aber alle begonnenen Handlungsstränge zuende geführt, sodass sich dennoch ein stimmiger Abschluss ergibt.

Erzählt wird die Geschichte von einem Er-Erzähler, wobei Ansätze der personalen Erzählweise, die zwischen verschiedenen Figuren wechselt, vorhanden sind, aber nicht ganz konsequent durchgeführt werden. Aufgrund der vielen ungewöhnlichen Eigennamen liest sich der Text, der ansonsten mit einer flüssigen Sprache punkten kann, nicht immer ganz einfach.

Sehr beeindruckend finde ich übrigens, dass Autor Thomas Engel erst 16 Jahre alt ist.

Packende, immer wieder überraschende Story voller List und Intrigen, die die sympathischen Protagonisten auf eine ereignisreiche Reise schickt. Leider fehlt es an vielen Stellen an bildhaften Beschreibungen, die Figuren und Handlung im Kopf richtig lebendig werden lassen.

Veröffentlicht am 26.10.2016

viel Gefühl, weniger Spannung

Glutrot (Elfenblüte, Teil 3)
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Band 3 der Reihe - Vorwissen ist auf jeden Fall erfolderlich, da auf vergangene Ereignisse aufgebaut wird, Rückblicke gibt es kaum.

Die Geschichte von Lilly und Alahrian geht in die dritte Runde. Diesmal ...


Band 3 der Reihe - Vorwissen ist auf jeden Fall erfolderlich, da auf vergangene Ereignisse aufgebaut wird, Rückblicke gibt es kaum.

Die Geschichte von Lilly und Alahrian geht in die dritte Runde. Diesmal steht die Beziehung der sympathischen Figuren im Vordergrund. Die Annährung des Pärchens gestaltet sich nicht immer einfach, da beide sehr unsicher sind und sich in der Welt des anderen nur wenig auskennen. Trotzdem ist es total süß, ihr vorsichtiges Herantasten, das Zögern und Sich-Winden zu beobachten. Es gibt verhältnismäßig viele Gespräche und relativ wenig Handlung.

Insgesamt fehlt es ein wenig an spannenden oder dramatischen Szenen, dafür stehen die Emotionen im Vordergrund.
Erst zum Schluss gibt es doch noch ein wenig Aufregung und ein überraschendes Ereignis, das für weitere Fragen und Spekulationen sorgt.

Schön war der Blick in die Vergangenheit von Alahrian und vor allem Morgan, den man nun nochmal von einer ganz anderen Seite kennenlernt.

Nun fiebere ich aber den Antworten zu meinen Vermutungen entgegen!

Veröffentlicht am 25.05.2026

Funke wollte nicht recht überspringen

West of Wicked. Folge deinem Verlangen
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Ein Sturm bringt Dorothy von ihrem Zuhause in Kansas in ein magisches Land. Dorothy gelingt dort das Unmögliche – sie tötet eine Hexe. Dadurch gerät sie in den Fokus verschiedener Bewohner von Oz – die ...

Ein Sturm bringt Dorothy von ihrem Zuhause in Kansas in ein magisches Land. Dorothy gelingt dort das Unmögliche – sie tötet eine Hexe. Dadurch gerät sie in den Fokus verschiedener Bewohner von Oz – die einen feiern sie als Heldin, die anderen wollen sie tot sehen. Und Dorothy? Die möchte eigentlich nur nach Hause…

Kaum hatte ich das Buch begonnen, ist mir bewusst geworden, wie schlecht ich den Zauberer von Oz kenne. Dementsprechend kann ich nicht allzu viele Vergleiche zwischen dem Original und West of Wicked ziehen.

Vom Verlag wird es angepriesen als düstere und sexy Version. Das eine mag zutreffen, über das andere lässt sich wohl streiten.

Die Geschichte wird aus zahlreichen Perspektiven geschildert, teilweise in der Ich-Perspktive, teilweise in der personalen Perspektive. Die unterschiedlichen Ereignisse an verschiedenen Orten und Gedanken der einzelnen Figuren haben mir gut gefallen. Trotz der oft kurzen Kapitel und vielen Wechsel fügen sich die Passagen problemlos zusammen.

Mit Dorothy hatte ich meine Schwierigkeiten. Verständlicherweise ist sie nach ihrer Ankunft in Oz verwirrt und überfordert. Sie sucht nach Hilfe und Unterstützung. Diese erhält sie von „der Vogelscheuche“ – einem Mann ohne Erinnerungen, den sie verletzt findet. Die zwei schließen sich zusammen und bestreiten den Weg gemeinsam. Sie haben kaum Zeit miteinander verbracht, da ist Dorothy bereits bereit, ihm blind zu vertrauen. Zudem ist er sooo gutaussehend, dass sie direkt zu schwärmen beginnt und eifersüchtig auf andere Frauen wird. Hier soll wohl der „sexy“-Teil der Umsetzung beginnen. Ich empfand Dorothys Verhalten eher als naiv und konnte die plötzlich aufkommenden Gefühle nicht nachempfinden.

Für mich hatte das Buch ein paar Längen. Gleichzeitig gibt es aber auch immer wieder spannende Momente, häufig auch aus den unterschiedlichen Perspektiven resultierend, die Absichten einzelner Figuren offen legen, und dabei gleichzeitig zahlreiche Fragen aufwerfen.
Zum Ende hin nehmen Spannung und Dramatik immer weiter zu. Einige der Wendungen habe ich nicht kommen sehen.
Allerdings bleiben am Ende auch unglaublich viele Fragen offen bzw. werden über das Buch hinweg bisher kaum welche überhaupt beantwortet.

Fazit

Die Magie und Geheimnisse sowie Intrigen und Verrat bringen Spannung in der Geschichte, die durch vorhandene Längen ausgebremst wird. Dorothys Verhalten konnte ich dabei nicht immer nachvollziehen.

Veröffentlicht am 12.04.2025

Schwächer als Teil 1

Die Elite von Ashriver - Broken Lies
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Achtung: 2. Band. Inhaltliche Spoiler zum Vorgänger vorhanden. Zwar steht ein neues Pärchen im Mittelpunkt, die Figuren sind aber alle bereits bekannt und vorherige Handlungsstränge und Konflikte werden ...

Achtung: 2. Band. Inhaltliche Spoiler zum Vorgänger vorhanden. Zwar steht ein neues Pärchen im Mittelpunkt, die Figuren sind aber alle bereits bekannt und vorherige Handlungsstränge und Konflikte werden fortgeführt.

Riley war im ersten Band nicht gerade eine Sympathieträgerin. Daher war ich tatsächlich ein wenig skeptisch, dass sie nun die Hauptfigur des zweiten Bandes sein soll. Aber ich wurde positiv überrascht. Sie hat einen ziemlichen Wandel durchgemacht und bereut zumindest einen Teil ihres zurückliegenden Verhaltens.

Ezra fand ich schon im ersten Teil recht rätselhaft. Einerseits war er nett, andererseits hat er Jade, Protagonistin von Band 1, viele schräge Dinge tun lassen, wobei man gemerkt hat, dass mehr dahinter steckt. Daher ist es interessant, seine Beweggründe nun weiter zu ergründen.

Es gab ein paar Momente, in denen das Verhalten der beiden für mich nicht so recht nachvollziehbar war. Zwar müssen sie in ihrer jeweiligen Position verschiedene Dinge bedenken, dennoch gab es Situationen, wo mir ihre Entscheidungen nicht sehr schlau erschienen.
Auch gibt es ein paar Szenen im Kontakt mit anderen Figuren, die ich als schräg oder zu einfach gelöst empfand.

Darüber hinaus enthält das Buch aber auch viele spannende Momente. Beide Figuren sind von zahlreichen Geheimnissen und Intrigen umgeben, deren Ausdeckung sie nach und nach näher kommen, aber nicht ohne dabei gewissen Gefahren ausgesetzt zu sein.

Die Gefühlsentwicklung von Ezra und Riley geht langsam vonstatten. Von anfänglicher Abneidung entwickelt sich eine Art Freundschaft, die mit der Zeit umschlägt. Dabei sind die beiden von so vielen Dramen umgeben, dass sie untereinander zum Glück mit weniger künstlichem Drama auskommen.

Während ich nach Band 1 das Gefühl hatte, dass viele Handlungsstränge abgeschlossen sind, bleibt hier am Ende absolut alles offen, auch die ganz persönlichen Angelegenheiten der beiden, was ich ein wenig schade finde, wenn man bedenkt, dass es im nächsten Band wieder neue Hauptfiguren gibt, sodass ihre Geschichte vermutlich (?) nur im Hintergrund fortgeführt werden kann.

Fazit

Zahlreiche Geheimnisse und Intrigen sorgen für spannende Szenen, es gab für mich aber auch ein paar unstimmige Ereignisse und einige Längen. Insgesamt konnte mich Band 1 etwas mehr fesseln, dennoch bin ich gespannt auf die Auflösungen im letzten Teil.

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