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Veröffentlicht am 20.09.2019

Wundervolle Lesestunden!

Der größte Spaß, den wir je hatten
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"Der größte Spaß, den wir je hatten" hat mir wundervolle Lesestunden beschert und ich habe es so genossen, die Familie Sorensen kennenzulernen. Ich liebe dicke Wälzer, bei denen man die Gelegenheit hat, ...

"Der größte Spaß, den wir je hatten" hat mir wundervolle Lesestunden beschert und ich habe es so genossen, die Familie Sorensen kennenzulernen. Ich liebe dicke Wälzer, bei denen man die Gelegenheit hat, die Charaktere richtig intensiv kennenzulernen, sie ins Herz zu schließen und ganz viel Zeit mit ihnen zu verbringen. Und genau das hat mir dieses Buch ermöglicht. Charaktere gibt es hier genug, aber sehr schnell ist es mir gelungen, sie auseinanderzuhalten und einzuordnen. Weil jeder Charakter seine eigenen Erzählabschnitte hat und sie allesamt so lebendig und bildhaft gestaltet sind, dass man sich schnell in dieser großen Familie zurechtfindet. Die Handlung entwickelt sich teils in der Gegenwart, teils in der Vergangenheit und am Ende ergibt alles ein Gesamtbild. Geheimnisse werden gewahrt und dann doch aufgedeckt. Es wird geliebt, gelacht, aber auch geweint und gelitten. Die Geschichte ist ein Auf und Ab der Gefühle, so wie das Leben. Ich war während des Lesens nicht nur ein Beobachter, sondern habe mich fast als Mitglied dieser bewegten Familie gefühlt, habe mit ihr mitgefühlt und wurde dabei großartig unterhalten. Es hat mir ein sehr intensives Lesevergnügen bereitet, jedes einzelne Familienmitglied kennenzulernen, in ihre Gefühlswelt abzutauchen und zu beobachten, wie sie sich in das Familiengefüge einfügt. Teilweise geht es sehr dramatisch zu, dann wieder fröhlich und gefühlvoll. Und durchweg wird die Geschichte so mitreißend erzählt, dass ich das Buch kaum zur Seite legen konnte. Ich habe das Lesen sehr genossen. <3

Veröffentlicht am 09.09.2019

So berührend!

Der lange Weg zu dir
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Was für ein unglaublich berührendes Buch! Es hat mich zutiefst bewegt und ich werde es wohl noch einige Male zur Hand nehmen, um in aller Ruhe die wundervollen Zeichnungen zu betrachten und die bewegenden ...

Was für ein unglaublich berührendes Buch! Es hat mich zutiefst bewegt und ich werde es wohl noch einige Male zur Hand nehmen, um in aller Ruhe die wundervollen Zeichnungen zu betrachten und die bewegenden Texte zu lesen. Obwohl sie sehr einfach gehalten und dadurch auch für junge Leser oder Kinder, die sich das Buch vorlesen lassen, geeignet sind, haben sie mich tief berührt. Und die Zeichnungen tun ihr Übriges. Sie passen so perfekt zum Inhalt, sind so ausdrucksstark und bewegend. Dazu stecken sie voller Details, die es zu erkunden lohnt. So viel lässt sich daraus entnehmen. Dieses Buch ist wirklich ein ganz besonderer Schatz. Es steckt so viel in diesen so besonderen Zeilen und den wunderschönen Bildern. Nicht nur für junge Leser lässt sich ganz viel mitnehmen.

Veröffentlicht am 05.09.2019

Einfach großartig!

Licht und Schatten
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Ich muss zugeben, ich mag nicht jedes Buch von Zoran Drvenkar. Aber "Licht und Schatten" hat mich total überzeugt. Vom Stil her hat es mich sehr stark an "DU" erinnert, das ich auch sehr geliebt habe. ...

Ich muss zugeben, ich mag nicht jedes Buch von Zoran Drvenkar. Aber "Licht und Schatten" hat mich total überzeugt. Vom Stil her hat es mich sehr stark an "DU" erinnert, das ich auch sehr geliebt habe. Nur ist "Licht und Schatten" auch für jugendliche Leser geeignet. Mit seiner bildhaften, fast schon poetischen und stellenweise märchenhaften Erzählsprache hat der Autor mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Ich liebe diese teilweise unheilschwangeren Sätze, mit denen er für eine unfassbar spannende Atmosphäre sorgt. Gleichzeitig schwingt ein so toller Humor und fast schon eine Leichtigkeit mit, bevor auf der nächsten Seite wieder großes Unheil droht. Dieses Wechselbad der Gefühle bietet ein großartiges Lesevergnügen. Dazu sind die Charaktere alle so wundervoll herausgearbeitet, dass "die guten" mir sofort ans Herz gewachsen sind und "die bösen" heftigen Widerstand in mir ausgelöst haben. Und so habe ich mich mit großem Lesespaß zusammen mit Vida auf ein Abenteuer begeben und hoffe sehr auf eine Fortsetzung. <3

Veröffentlicht am 29.07.2019

So wundervoll!

Mein Leben als Sonntagskind
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"Mein Leben als Sonntagskind" ist einer dieser Wälzer, bei denen man gar nicht merkt, wie die Seiten verfliegen, und sich am Ende wünscht, das Buch hätte noch ein paar hundert Seiten mehr. Der ...

"Mein Leben als Sonntagskind" ist einer dieser Wälzer, bei denen man gar nicht merkt, wie die Seiten verfliegen, und sich am Ende wünscht, das Buch hätte noch ein paar hundert Seiten mehr. Der Leser begleitet die Protagonistin und Ich-Erzählerin Jasmijn durch ihre Kindheit und Jugend und sieht dabei die Welt durch ihre Augen. Und die scheint voller Probleme zu sein, die bereits in der Vorschule damit beginnen, dass Jasmijn mit fremden Kindern spielen soll, mit einer fremden Frau reden muss. Oft weiß sie sich dann nicht anders zu helfen, als davonzulaufen, und versteht nicht, warum ihre Eltern dann böse werden. Was Jasmijn glücklich macht, sind Tage am Strand, ihre Hünding Senta und Musik. Besonders die von Elvis. Und so vergehen die Jahre, in denen Jasmijn vor allem mit den zwischenmenschlichen Beziehungen hadert, da niemand sie zu verstehen scheint und sie genauso wenig versteht, was alle anderen von ihr wollen. Bis sie Elliot kennenlernt. Zwischen ihnen entwickelt sich eine ganz besondere Art von Beziehung und dabei macht Jasmijn es Elliot nicht immer leicht.

Jasmijn wächst in den 80er und 90er Jahren auf, als noch nicht viel über die Krankheit Autismus bekannt war. Sie muss selbst lernen, zu verstehen, warum sie die Welt anders sieht als andere Menschen. Warum sie Panik bekommt, wenn es zu laut um sie herum ist, oder warum Gespräche mit anderen sie so sehr erschöpfen, dass sie Migräneanfälle bekommt. Besonders faszinierend finde ich, dass die Autorin selbst erst im Erwachsenenalter erfahren hat, dass sie das Asperger-Syndrom hat. Umso wundervoller gelingt es ihr, die Gefühlswelt ihrer Ich-Erzählerin zu beschreiben.

Den Schreibstil empfand ich als ungemein fesselnd und lebendig, auch wenn er sehr geradlinig und direkt ist. Aber damit passt er nur umso besser zur Ich-Erzählerin und ich finde es sehr authentisch, wie die Autorin ihre Protagonistin zu Wort kommen lässt. Es entsteht ein sehr starker Sog und die Seiten fliegen nur so dahin. Für mich war es überaus spannend, in die Gedankenwelt der Ich-Erzählerin abzutauchen und die Welt durch ihre Augen zu sehen.

Veröffentlicht am 09.11.2025

Eindringlich und bleibend

Da, wo ich dich sehen kann
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Wow – dieses Buch ist intensiv. Schon der Klappentext und die Leseprobe haben es angekündigt, aber das tatsächliche Lesen ist noch einmal eine ganz andere, eindrückliche Erfahrung. Es fällt mir schwer, ...

Wow – dieses Buch ist intensiv. Schon der Klappentext und die Leseprobe haben es angekündigt, aber das tatsächliche Lesen ist noch einmal eine ganz andere, eindrückliche Erfahrung. Es fällt mir schwer, meine Gedanken in Worte zu fassen, weil dieses Buch so viel in mir auslöst. Ich habe das Gefühl, beim Lesen nicht nur zu verstehen, sondern zu fühlen – auch das, was zwischen den Zeilen mitschwingt. Vielleicht ist das schon mein erster Leseeindruck: wie voll dieses Buch ist. Voll an Emotionen, an Tiefe, an Ungesagtem, das dennoch spürbar bleibt.

Ein wenig fühlt es sich an, als käme man zu spät in einen Kinofilm und sehe nur noch den Abspann – alles Schlimme ist bereits passiert, und was bleibt, sind die Nachwirkungen. Die Figuren leben mit dem, was geschehen ist, tragen es, verarbeiten es, brechen daran oder wachsen daran. Diese Erzählweise ist für mich einzigartig und besonders. Die eigentliche Tat steht gar nicht im Zentrum, sondern das, was danach kommt: die Spuren, die sie hinterlässt. Und genau darin liegt die große Stärke dieses Buches.

Die vielen Perspektiven verleihen der Geschichte eine außergewöhnliche Tiefe. Sie machen spürbar, dass ein solches Ereignis nicht nur Einzelne betrifft, sondern Kreise zieht, das Leben vieler verändert. Es ist der Autorin auf beeindruckend feinfühlige Weise gelungen, jeder Figur ihre eigene Stimme, ihre eigene Art, zu trauern, zu schweigen, zu schreien, zu erinnern zu geben. Die kurzen Kapitel, die Rückblicke, die parallelen Ebenen – all das fügt sich zu einem dichten, stimmigen Erzählgeflecht.

Es ist ein feines, feinfühliges, kluges, gewaltiges, leises und zugleich lautes Buch. Ich bin tief beeindruckt von der Empathie, dem Sprachgefühl und der Wahrnehmung der Autorin. Viele Sätze bleiben lange nachhallend im Herzen, weil sie so ehrlich und so wahr sind.

Das Lesen war keine leichte Erfahrung – eher eine, die an die Substanz geht. Dieses Buch macht nicht unbedingt Freude, aber es berührt zutiefst. Es fordert heraus, weil es so echt und nah ist. Und gerade das zeigt, wie meisterhaft die Autorin die Emotionen und inneren Welten ihrer Figuren erfasst hat. Jede Figur ist einzigartig, und doch sind sie alle auf eine tiefe Weise miteinander verbunden.

Das Ende hat mich mit gemischten Gefühlen zurückgelassen. Gleichzeitig war ich dankbar für den zarten Hoffnungsschimmer, der bleibt. Auf den letzten Seiten wird spürbar, dass all das Leid nicht vergeblich war – dass etwas daraus erwachsen kann: mehr Stärke, mehr Offenheit, mehr Mitgefühl.

Insgesamt war diese Lektüre eine intensive, fordernde und bewegende Erfahrung. Ich wollte das Buch lesen – und zugleich wollte ich es nicht lesen. Es hat mich zutiefst berührt und nachdenklich gemacht. Ich bin beeindruckt vom Erzähltalent der Autorin, von ihrer Feinfühligkeit und ihrem Mitgefühl. Und ich empfinde dieses Buch als wichtig – als mehr als nur einen Roman. Es ist Aufklärung, Mahnung und Hoffnung zugleich. Ein stilles, starkes Ausrufezeichen.

Ich bin dankbar, es gelesen zu haben.

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