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Veröffentlicht am 03.08.2019

Rechtsmedizinerin Julia Schwarz

Mooresschwärze
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Rechtsmedizinerin Julia Schwarz gilt als Eislady. Niemand ahnt, dass sie selbst ein Trauma durchlebt hat und noch immer damit kämpft. Als sie im Moor zu einem Tatort gerufen wird, ist das erst der Anfang ...

Rechtsmedizinerin Julia Schwarz gilt als Eislady. Niemand ahnt, dass sie selbst ein Trauma durchlebt hat und noch immer damit kämpft. Als sie im Moor zu einem Tatort gerufen wird, ist das erst der Anfang einer Kette von Ereignissen, die vieles wieder hochholt. Das Verschwinden der Leiche stellt Julia vor ein Rätsel. Bei der Suche nach ihr findet sie jedoch eine andere Leiche und entdeckt, dass eine große Bedrohung rasche Ermittlungen erfordert …

Die Bücher von Catherine Shepherd sind für mich immer gerade so außer Reichweite der vollen Punkte. Immer fehlt etwas oder es ist etwas zu viel. Die Serie um Julia Schwarz startet etwas verhalten – aber warten wir mal ab, was die weiteren Bände so bringen.

Ein bisschen bitter stößt mir auf, dass die Rechtsmedizinerin wie die Ermittlerin Laura Kern aus einer anderen Serie der Autorin in der Kindheit ein Erlebnis hatte, das sie bis ins Jetzt prägt und eine Laufbahn im kriminalistischen Bereich ergreifen hat lassen. Das wird ein bisschen langweilig – vor allem, wenn auch hier von Band zu Band immer nur ein klein wenig mehr darüber erzählt wird. Klar, das soll Spannung aufbaue – bei mir schlägt das aber in Genervtheit um.

Die Charaktere sind gelungen, auch wenn sie teils wirklich überzogen und damit unrealistisch sind. Die Taten sind grausam und regelrecht krank (Ist Mord das nicht immer? Ich denke aber, man versteht, was ich meine.). Als Leser mit gesundem Menschenverstand kann man einfach keinen Sinn darin erkennen.

Die Perspektivwechsel sind gelungen. Hannahs Faden hält alles zusammen und erklärt so viel, wie der Leser wissen muss, um bei der Sache zu bleiben. Der Stil ist unaufgeregt und einfach, aber gerade das macht das Buch zur idealen Entspannungslektüre. Fesselnd und spannend, aber nicht so sehr anstrengend und gut genug, um abschalten zu können.

Mir ist wichtig, dass ich die Entwicklungen nachvollziehen kann und keine zu großen Wunder zur Lösung eines Thrilles führen. Man muss nachvollziehen können, was geschehen ist. Das wird mir hier gut geboten.

Svenja Pages hat ein weiteres Mal einen sehr guten Job gemacht und den Figuren gekonnt Leben eingehaucht. Man hört ihr gern zu und ihre Stimme passt zu Julias Part ebenso, wie zu dem von Hanna.

Grundsolide Unterhaltung, nicht perfekt, aber alles andere als Zeitverschwendung. Keine Weltliteratur, aber das verlange ich auch nicht von einem Thriller. Ich gebe vier Sterne.

Veröffentlicht am 30.07.2019

Alles andere als Standard und langweilig

Express-Abendessen
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Hildegard Möller stellt hier schnelle Rezepte vor, die noch dazu zum Teil recht ausgefallen sind. Auf keinen Fall sind sie langweilig oder alltäglich – es sind schon Highlights, möchte ich sagen. Die Zutaten ...

Hildegard Möller stellt hier schnelle Rezepte vor, die noch dazu zum Teil recht ausgefallen sind. Auf keinen Fall sind sie langweilig oder alltäglich – es sind schon Highlights, möchte ich sagen. Die Zutaten hat man auch nicht unbedingt so schon vorrätig. Einige muss man schon gezielt suchen gehen. Dennoch sollte der gut sortierte Supermarkt hier helfen können.

Es ist an jeden Geschmack gedacht und die Auswahl ist wirklich kunterbunt. Auch Stullen und Wraps werden vorgestellt und genau das finde ich klasse. Ein Brot belegen kann doch jeder? Klar. Aber ob es dann so toll schmeckt? Wohl kaum! Geben wir es doch zu – wenn wir an ein belegtes Brot denken, ist es selten mehr als Brot, Butter, Belag. Hier wird raffiniert belegt und in Kombinationen, die einfach herrlich schmecken.

Die Gerichte werden per Foto vorgestellt. Dazu gibt es die Zutatenliste und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung. Vegane Gerichte sind am Symbol des schwarzen Blattes auf den ersten Blick erkennbar. Alles ist sehr gut beschrieben und lässt sich entsprechend gut und einfach nacharbeiten.

Am Ende gibt es noch einige nützliche Informationen, Tipps und Tricks.

Das Buch gefällt mir, haut mich aber nicht so ganz vom Hocker, wie andere Kochbücher aus dem GU-Verlag. Vielleicht sind mir die Gerichte insgesamt doch zu exotisch und zu wenig bodenständig. Auch wenn sie wirklich gelungen sind und auch für Gäste geeignet, hatte ich ein wenig andere Vorstellungen.

Dennoch – ich finde das Buch gelungen und modern. Dafür gebe ich vier Sterne.

Veröffentlicht am 20.07.2019

Neustart

Das gute Glück
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Michaela Brohm-Badry überlebt nicht zuletzt dank der Hilfe ihres „Problemhundes“ Nike ein geplatztes Aneurysma im Kopf. Dieses Erlebnis ist quasi eine Initialzündung und sie begibt sich auf die Suche nach ...

Michaela Brohm-Badry überlebt nicht zuletzt dank der Hilfe ihres „Problemhundes“ Nike ein geplatztes Aneurysma im Kopf. Dieses Erlebnis ist quasi eine Initialzündung und sie begibt sich auf die Suche nach dem wahren Glück im Leben.

Eigentlich sagt die Kurzbeschreibung des Buches tatsächlich schon alles, was man über dieses Buch wissen muss. Die Mischung aus Forschungsbefunden und Assoziationen aus Musik, Geschichte und Literatur eng verwoben mit autobiografischen Passagen ergibt ein vielschichtiges Buch. Man erfährt, was uns hindert, glücklich zu sein, wie wir uns selbst Steine in den Weg legen und wo wir uns selbst dabei unterstützen können, das bereits vorhandene Glück zu sehen und noch auszubauen. Vieles davon ist wissenschaftlich erklärbar, ein wenig auch etwas esoterisch angehaucht.

Mir persönlich haben die autobiografischen Teile am besten gefallen. Teils war das Buch etwas trocken, wenn es zu wissenschaftlich wurde. Ein bisschen wurde auch wiederholt oder ähnelte sich einfach stark. Doch ist es nicht so, dass man durch Wiederholung Wissen festigt?

Ich würde mir wünschen, dass dieses Buch mithilft, ein wenig Ruhe ins Leben zu bringen. Zu entschleunigen. Den Lesern zu zeigen, dass das Glück schon da ist und gar nicht erst gefunden werden muss.

Gerade wenn Brohm-Badry über den Unterschied von harmonischer und obsessiver Leidenschaft spricht, legt sie den Finger tief in die Wunde, die so ziemlich jeder von uns hat. Wo fängt Leidenschaft an, Leiden zu schaffen? Wenn man diesen Punkt identifiziert, ist es der erste Schritt, das wahre Glück zu finden.

Das Buch ist interessant zu lesen und es bringt zum Nachdenken. Schon allein das ist nicht so einfach hinzubekommen. Mithilfe von Schaubildern und Fragekatalogen wird der Leser involviert. Die persönliche Anrede mit „du“ verstärkt diesen Effekt noch.

Vielleicht könnte man sagen, dass die Kernaussage gut zu Achtsamkeit passt. Auf alle Fälle ergänzen sich beide prima. Ich gebe vier Sterne.

Veröffentlicht am 15.07.2019

Jagdfieber

Der Blütenjäger
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Laura Kern ermittelt im Fall eines offensichtlichen Serientäters. Junge Frauen in Abendkleidern, von hinten direkt ins Herz geschossen, mit einem Foto und einer Blume im Wald liegend. Was hat der Täter ...

Laura Kern ermittelt im Fall eines offensichtlichen Serientäters. Junge Frauen in Abendkleidern, von hinten direkt ins Herz geschossen, mit einem Foto und einer Blume im Wald liegend. Was hat der Täter vor? Was sollen die Blumen sagen? Laura zieht die Psychologin Dr. Niemeyer hinzu. Kann sie ihr helfen, weitere Morde zu verhindern und den Täter zu fassen?

Dies ist nun der vierte Fall für Laura Kern. Wer die Reihe verfolgt hat, weiß, dass sie selbst traumatisiert ist und die Erinnerungen immer wieder hochkommen an das, was sie nur mit knapper Not als Kind überlebt hat. Fast möchte ich sagen, dass ihre Vergangenheit ihr manchmal hilft, aktuelle Fälle zu lösen. Dennoch ist es der Autorin gelungen, sehr schön zu transportieren, in welchem Zwiespalt ihre Protagonistin steckt. Statt wegzulaufen, wie sie gerne möchte (und natürlich nicht kann), stellt sie sich ihren Ängsten und setzt alles daran, Täter an ihren Plänen zu hindern.

Die Idee zu „Der Blütenjäger“ ist gleichsam raffiniert, wie auch abstoßend. Außer Laura haben noch andere Traumata zu verarbeiten. Der eine schafft es relativ gut, der andere gar nicht und wieder andere verdrängen ihre Ängste durch die Berufswahl – im Grunde eigentlich, wie es auch Laura tut.

Die einzelnen Erzählstränge lesen sich sehr angenehm und reißen nicht aus dem Lesefluss. Man weiß und spürt und ahnt, dass sie sinnvoll ineinander passen. Das ist längst nicht bei jedem Thriller so. Die Ereignisse in der Vergangenheit sind in diesem Fall auch für den Leser auf spezielle Art miteinander verbunden. Die Spannung wird dadurch noch mehr erhöht.

Lauras Privatleben kommt auch zur Sprache. Diese Parts passen sich gut in die Story ein. Man wird auch hier nicht aus dem Lesefluss gerissen. Shepherd hat die Dosierung wunderbar hinbekommen. Lauras Unsicherheit kommt deutlich heraus, dennoch wirkt sie nicht wie ein „schwaches Weibchen“. Die berufliche Beziehung zu ihrem Kollegen Max und die private zu Taylor langweilen an keiner Stelle.

Die Entwicklung der Figuren, die man von den vorherigen Bänden kennt, ist in sich stimmig und weder zu rasant, noch zu lahm. Realistisch eben. Je mehr man als Leser Laura kennenlernt, desto stärker fühlt man sich ihr verbunden. Es ist, als würde man mit einer guten Freundin mitfiebern und mitermitteln.

Da ich die Bücher der Autorin bisher als Hörbuch genossen hatte, war es ein neues Erlebnis, diesmal zuerst das Printbuch zu lesen. Den ersten Band „Krähenmutter“ liest Dana Geissler. Das hat mir weniger gut gefallen. Beate Rysopp ist mir zwar für historische Romane noch viel lieber, aber ihre Art, die Hörbücher einzusprechen, gefällt mir einfach besser, liegt mir mehr. Bei „Der Blütenjäger“ habe ich ja den direkten Vergleich zu Print/Hörbuch und kann Beate Rysopp nur in höchsten Tönen loben, denn sie gibt der Story noch mehr Leben, als sie ohnehin schon hat. Für mich ist das Hörbuch sogar noch ein bisschen besser als die Printversion!

Die Serie gefällt mir durchgehend gut. Es gibt ein paar kleine Ungereimtheiten, ein paar Stellen, die ich weniger gelungen fand, aber insgesamt hatte ich spannende und fesselnde Unterhaltung, beim Print ebenso, wie beim Hörbuch – und auch der „zweite Durchgang“ war nicht weniger spannend! Dafür gebe ich vier Sterne!

Veröffentlicht am 14.07.2019

Brote für jeden Geschmack – auch süße!

Brot backen mit Christina
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Selbst gebacken ist einfach immer leckerer als gekauft, ganz klar. Sogar dann, wenn die Optik nicht perfekt ist, schmeckt man doch die Liebe und Mühe, die im Gebäck steckt – sei es nun ein Brot oder ein ...

Selbst gebacken ist einfach immer leckerer als gekauft, ganz klar. Sogar dann, wenn die Optik nicht perfekt ist, schmeckt man doch die Liebe und Mühe, die im Gebäck steckt – sei es nun ein Brot oder ein Kuchen. Doch ist Brot backen immer ein ganz besonders intensives Erlebnis. Nichts schmeckt besser, als ein gelungenes selbst gebackenes Brot!

In diesem Buch finden sich 50 Rezepte von Hefebroten über Sauerteigbrote bis zu süßen Broten und „ausgefallenen“ Broten. Hier findet ganz sicher jeder etwas für sich. Mein erstes Brot war das „einfache Milchbrot“ – und das habe ich direkt in mein Repertoire übernommen, denn es ist einfach herrlich! Eine meiner besten Freundinnen probierte es und wollte sofort das Rezept. Zudem hat sie das Bananenbrot, das ich meinem Mann zuliebe gebacken hatte, verkostet, ebenso den Schokokranz. Alle Rezepte stammen aus diesem Buch. Und alles fand ihr großes Lob! Meinem Mann gefiel das Bananenbrot nicht ganz so gut, wie das nach unserem erprobten Rezept gebackene. Aber Geschmäcker sind ja verschieden!

Beim Backen stellte sich heraus, dass manche Angaben etwas ungenau sind oder auch auf den eigenen Backofen nicht zutreffen. Mir fehlen beispielsweise öfter Hinweise, auf welcher Schiene gebacken wird. Beim unfassbar leckeren vegetarischen Fladenbrot sind auf dem Foto Champignons zu sehen, aber im Rezept nicht erwähnt. Die Backzeiten und Temperaturen stimmen nicht immer bzw. müssen gut im Auge behalten werden, damit die Ergebnisse nicht zu dunkel werden.

Für Sauerteig-Fans sind ebenfalls Rezepte vorhanden. Noch dazu lernt man, wie man auf sehr leichte und einfache Weise einen Sauerteig selbst ansetzt und weiterführt. Was hier fehlt, ist der Hinweis, dass ein Sauerteig besser wird, je älter er ist. Die „Übersetzung“ der österreichischen Mehltypen in deutsche ist auf Seite 14 „versteckt“. Da fände ich eine herausnehmbare Tabelle sehr praktisch, die man zum gerade genutzten Rezept legen könnte.

Manche der Teige wirken sehr nass und klebrig, sehr flüssig. Das erschreckt zunächst, aber bisher sind alle Gebäcke, die ich nach den Rezepten gearbeitet habe, dennoch gelungen und haben sehr geschmeckt (klar – wer keinen Sauerteig mag, dem schmeckt das Sauerteigbrot nicht so sehr. Aber dafür habe ich auch an Freundinnen verkostet, die es mögen). Das Buch ist eine Bereicherung in meinem Regal mit Koch- und Backbüchern, das auf alle Fälle.

Die einzelnen Rezepte sind übersichtlich gestaltet. Neben der Zutatenliste gibt es immer eine Schritt-für-Schritt-Anleitung. Manche Rezepte sind bis auf kleine Abwandlungen identisch (beispielsweise der Schokokranz und der Nussstrudel). Hier wurden die Zutaten nur in einer anderen Reihenfolge aufgeführt. Da hätte ich mir gewünscht, dass die Rezepte als Varianten angegeben worden wären, nicht als eigenständige. Ein bisschen nervig ist für mich auch, dass bei den Rezepten öfter 40 Gramm Hefe benötigt werden – bei uns hat ein Hefewürfel 42 Gramm!

Insgesamt aber ist es ein tolles Backbuch, doch eher für jene geeignet, die schon recht sicher beim Backen sind und sich zu helfen wissen. Für Anfänger dürften manche Vorgänge etwas schwierig zu machen sein. Trotz meiner Kritikpunkte gebe ich aber vier Sterne, denn ich habe auf Anhieb viele Rezepte in mein Repertoire übernommen. Das ist nicht immer so – oft nehme ich aus einem Buch nur ein oder zwei Rezepte in meinen Alltag auf. Hier sind es bisher schon sechs und ich habe noch so einige Rezepte markiert, die ich zumindest mal ausprobieren möchte. Das ist ein super guter Schnitt, finde ich. Und meine KitchenAid ist im Dauereinsatz!