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Veröffentlicht am 30.07.2019

Überraschende Entwicklungen die an die Seiten fesseln

Bravelands - Jagende Schatten
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Inhalt:
Stachel, der Mörder und Tyrann, ist tot. Eigentlich sollte in der Savanne wieder Frieden herrschen. Aber bisher ist kein Tier als neuer Großer Anführer hervorgetreten. Das Schicksal von Bravelands ...

Inhalt:
Stachel, der Mörder und Tyrann, ist tot. Eigentlich sollte in der Savanne wieder Frieden herrschen. Aber bisher ist kein Tier als neuer Großer Anführer hervorgetreten. Das Schicksal von Bravelands und all seiner Bewohner ist weiterhin ungewiss.
Eine mysteriöse Gefahr lauert bereits mitten unter ihnen. Alle Tiere, die der Großen Herde angehören, alle, die Stachel gemeinsam besiegt haben, müssen erneut den richtigen Weg beschreiten oder sie werden das Ende von Bravelands besiegeln.

Meinung:
Nachdem Stachel nicht mehr lebt, müsste eigentlich Ruhe und Frieden in die Bravelands einziehen. Doch weit gefehlt, denn der neue Große Anführer ist noch nicht hervorgetreten. Und so geschehen im Dunkeln immer wieder grausame Morde. Die Tiere der Savanne sind in Aufruhr und die Stimmung droht zu kippen. Auch Aurora ist verunsichert und versucht auf eigene Faust den neuen Großen Anführer zu finden.

Stachel, der große Bösewicht der letzten drei Bände lebt nicht mehr. Dementsprechend neugierig war ich darauf, wie das Autorenteam diesen vierten Band gestalten würde. Natürlich gibt es eine neue Bedrohung, die die Bravelands unsicher macht. Diese ist noch dunkler, aber auch geheimnisvoller als Stachel es je war. So fiebert man auch in diesem Band wieder mit Dorn, Aurora und Heldenmut mit.

Wie bereits in den Vorgängerbänden wird auch diese Geschichte wieder aus der Sicht von Affe Dorn, Elefantendame Aurora und Löwe Heldenmut erzählt.

Normalerweise war Auroras Passage jedes Mal diejenige die mich am wenigsten begeistern konnte. Im vierten Band ändert sich dies. Denn Aurora bekommt ungewöhnlichen aber sehr süßen Zuwachs. Ich musste sie wirklich dafür bewundern, wie sie mit dieser außergewöhnlichen Situation umgeht und meistert. Trotz ihres jungen Alters merkt man, dass sie wirklich schon sehr reif ist.

Dafür mochte ich Heldenmuts Passagen in diesem Buch nicht wirklich. Viel mehr sein Handeln und Denken. An jeder Ecke sieht er Konkurrenz und Gefahr für seine Position als Oberhaupt des Heldenmutrudels. Dies trübt auch seine Beziehung zu seiner Schwester. Ich konnte nur noch teilweise mit ihm nachempfinden und hätte ihn gerne mal ein wenig durchgeschüttelt.

Auch nicht so begeistert war ich von Dorns anfänglichem Verhalten. Denn er akzeptiert nicht, dass er der neue Große Anführer ist und verweigert seine neue Rolle. Natürlich ist mir bewusst, dass das Autorenteam hier ein wenig die Spannung hochhalten wollte. Aber auch hier hätte ich mir ein anderes Verhalten gewünscht.

Trotzdem ich dieses Mal nicht so gut mit den Perspektiven von Dorn und Heldenmut klar gekommen bin, war die Geschichte wieder sehr interessant und spannend. Die Handlung entwickelt sich in eine Richtung, die ich nicht für möglich gehalten habe, die einen aber sehr zum Weiterlesen animiert. Es gibt Uneinigkeiten, offene Feindschaften und auch Kämpfe. Auf der anderen Seite ist es toll zu sehen wie Dorn, Aurora und Heldenmut sich immer wieder helfen und unterstützen und wie sie einander Vertrauen.

Fazit:
Ein vierter Band der Bravelands Reihe der mich aufgrund seiner Entwicklungen definitiv überraschen konnte. Ich mochte zwar nicht alle Dinge die passiert sind, dennoch kann ich am Ende sagen, dass mir auch dieses Buch wieder großen Spaß bereitet hat und gerade die angesprochenen Entwicklungen dem Buch ihren Reiz verleihen.
4 von 5 Hörnchen.

Veröffentlicht am 30.07.2019

Story hat noch Luft nach oben

Glück und los!
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Inhalt:
Wünsche in Erfüllung gehen zu lassen, das wär’s! Früher war Lina überzeugt, dass sie das kann und eine echte Glücksbringerin ist: Um sie herum gingen urplötzlich geheime Wünsche in Erfüllung. Doch ...

Inhalt:
Wünsche in Erfüllung gehen zu lassen, das wär’s! Früher war Lina überzeugt, dass sie das kann und eine echte Glücksbringerin ist: Um sie herum gingen urplötzlich geheime Wünsche in Erfüllung. Doch das ist schon lange her. Und was genau es war, das die Wünsche wahr werden ließ, hat Lina nie herausgefunden. Nun hat sie selbst einen riesengroßen Wunsch: Sie will sich endlich, endlich verlieben, mindestens auf den ersten Blick! Wild entschlossen versucht sich Lina wieder an der Sache mit den Wünschen. Leider enden all ihre Experimente im größten Chaos.

Meinung:
Lina ist 15 Jahre alt und seit kurzem Bestandteil einer Patchworkfamilie. Denn Linas Vater und seine neue Freundin Bea sind zusammengezogen. Diese bringt die Zwillinge Vincent und Arthur mit in die Familie, die alles andere als begeistert von ihrer neuen kleinen Schwester ist.
Lina muss sich allerdings noch mit anderen Problemen herumschlagen. Denn als Lina noch klein war, war sie davon überzeugt, dass sie Wünsche erfüllen kann und ein echter Glücksbringer ist. Lange sind diese Zeiten nun her. Doch seit kurzem hat Lina selbst einen riesigen Wunsch, nämlich sich endlich richtig zu verlieben. Doch wie hat die Sache mit den Wünschen damals nur funktioniert?

Die Zimt-Reihe von Autorin Dagmar Bach hat mich vor einigen Jahren wirklich gut unterhalten. Und so freute ich mich sehr darüber neuen Lesestoff aus diesem Universum vorgesetzt zu bekommen. Im Band „Zimt & verwünscht“ durfte ich Lina und ihre Familie bereits kennenlernen und war ganz angetan von ihnen. Daher freute ich mich nun sehr auf diesen Band, der nur von Lina handelt.

Dagmar Bach lässt sich zu Anfang Zeit und führt uns in die neuen Familienverhältnisse von Lina ein. Denn auch für Lina ist die Situation mit einer riesigen Gemeinschaftswohnung und zwei weiteren Brüdern etwas ungewohnt. Noch dazu kommt, dass Arthur und Vincent ziemlich gemein zu Lina sind. Dafür verstehen sie sich mit Linas Bruder Mats auf Anhieb prächtig.

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Protagonistin Lina. So werden wir als Zuhörer sehr stark in ihre Gedanken und Gefühle mit einbezogen.

Die Vertonung der Geschichte hat Christiane Marx übernommen, die eine sehr einfühlsame und ruhige Stimme hat. Zwar mochte ich ihre Stimme, allerdings hatte ich immer das Gefühl einer Erwachsenen und nicht einem 15-jährigen Mädchen zu lauschen. Da aber auch einige Erwachsene wichtige Rollen in der Geschichte einnehmen, passt ihre Stimmen dahingehend dann wieder perfekt.

Eine große Stärke von Autorin Dagmar Bach sind ihre Charaktere. Wie bereits in der Zimt-Reihe hat sie auch in ihrer neuen Reihe sehr erfrischende und liebenswerte Charaktere aufs Papier gezaubert.
Lina trägt dabei oft ihr Herz auf der Zunge. Sie redet furchtbar gerne und versucht in jedem Menschen das Gute zu sehen. Mir war sie manchmal ein wenig zu übersprudelnd, da sie oftmals einfach nur drauflos redet, ohne vielleicht vorher einmal nachzudenken.
Ihr Bruder Mats zeichnet sich durch seinen wahnsinnigen Beschützerinstinkt gegenüber seiner kleinen Schwester aus. Er findet es noch viel zu früh als das Lina sich verlieben oder gar einen Freund haben sollte. Dies führt teilweise zu sehr witzigen Situationen.
Die Brüder Vincent und Arthur sind dem Zuhörer zuerst ein Rätsel. Warum sind die Beiden gegenüber Lina so gemein und wenig hilfsbereit?
Hervorstechen tun auch die Großeltern der beiden Zwillinge, für die Wohlstand und ihr Adelstitel wahnsinnig wichtig sind. Darüber hinaus vergessen sie, dass auch Güte und Liebe in einer funktionierenden Familie wichtig sind. Für die beiden ist nur ihr eigener Vorteil das Wichtigste.

Wer die Zimt-Reihe kennt, darf sich über kurze Gastauftritte von Vicky und ihrem Freund Konstantin freuen. Auch überschneiden sich mehrere Szenen aus dem vierten Band der Zimt Reihe mit dieser Geschichte. Dies hat mir ausgesprochen gut gefallen, da dies beide Reihen noch mehr miteinander verknüpft.

Die Geschichte handelt im Großen und Ganzen davon sich das erste Mal zu verlieben. Aber auch Linas Wunschproblem ist ein wichtiger Teil der Handlung. Leider muss ich sagen, dass ich mich gerade durch die erste Hälfte ein wenig gequält habe. Die Geschichte lebt hauptsächlich von den genialen Charakteren und dem turbulenten Familienleben. Spannungstechnisch wird man hier enttäuscht. Zudem wurde die Geschichte mit den Wünschen für mich ein wenig zu lang gezogen und es kam für leider auch nie wirklich ein Spannungsgefühl auf.

Fazit:
„Glück & los“ von Dagmar Bach lebt in meinen Augen hauptsächlich von seinen liebenswerten und authentischen Charakteren. Die Handlung an sich konnte mich leider nicht so wirklich überzeugen und stellenweise fühlte ich mich doch gelangweilt. Die turbulente Patchworkfamilie sorgt zwar für schöne Hörstunden, dennoch wünsche ich mir mehr Handlung für den nächsten Band.
Sehr, sehr knappe 4 von 5 Hörnchen.

Veröffentlicht am 30.07.2019

Düster, dramatisch, packend und brutal

Das Labyrinth des Fauns
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Inhalt:
Spanien, 1944: Ofelia zieht mit ihrer Mutter in die Berge, wo ihr neuer Stiefvater mit seiner Truppe stationiert ist. Der dichte Wald, der ihr neues Zuhause umgibt, wird für Ofelia zur Zufluchtsstätte ...

Inhalt:
Spanien, 1944: Ofelia zieht mit ihrer Mutter in die Berge, wo ihr neuer Stiefvater mit seiner Truppe stationiert ist. Der dichte Wald, der ihr neues Zuhause umgibt, wird für Ofelia zur Zufluchtsstätte vor ihrem unbarmherzigen Stiefvater: ein Königreich voller verzauberter Orte und magischer Wesen.
Ein geheimnisvoller Faun stellt dem Mädchen drei Aufgaben. Besteht sie diese, ist sie die lang gesuchte Prinzessin des Reiches. Immer tiefer wird Ofelia in eine phantastische Welt hineingezogen, die wundervoll ist und grausam zugleich. Kann Unschuld über das Böse siegen?

Meinung:
Im Jahr 1944 zieht die junge Ofelia mit ihrer Mutter zu ihrem neuen Stiefvater. Dieser ist als General tätig und momentan mitten in Spanien stationiert, um eine Gruppe Rebellen zur Räson zu treiben. Ofelia merkt schnell, dass ihr neuer Vater es nur auf das ungeborene Kind im Bauch der Mutter abgesehen hat, Ofelia und ihre Mutter sind ihm total egal. Ofelia verirrt sich gleich an einem ihrer ersten Tage mitten im Wald in einem Labyrinth, wo sie auf den geheimnisvollen Faun trifft. Dieser teilt ihr mit, dass sie die lang gesuchte Prinzessin eines unterirdischen Reiches ist.

Vor gut 10 Jahren habe ich den Film „Pans Labyrinth“ gesehen und war damals sehr begeistert von diesem. Als ich nun erfuhr, dass dieser Film in Buchformat niedergeschrieben werden soll, wurde ich gleich hellhörig. Als ich dann auch noch den Namen des Autors las, war mir sofort klar, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss. Cornelia Funke zählt nämlich schon seit etlichen Jahren zu meinen Lieblingsautoren. Auch wenn mir die Reckless Reihe nicht so gut gefällt, aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Meine Erinnerungen an den Film waren nur noch sehr schwammig und so ging ich total unvoreingenommen an das Buch heran.
Die Geschichte ist ein spannender Mix aus Realität und Fiktion. Die Realität ist dabei so gemein, grausam und brutal, wie das echte Leben nun einmal sein kann. Aber auch die Fiktion verlangt Ofelia einiges ab. Und dem Leser wird schnell klar, dass es sich hier nicht um ein fröhliches Märchenbuch handelt.

Gut gefallen hat mir, dass Cornelia Funke zehn kurze Märchen aus dem Reich unter der Erde in die Geschichte eingebaut hat. Diese handeln nämlich versteckt oder auch offensichtlich von realen Handlungen aus der Welt der Menschen. Dieses Zusammenspiel ist perfekt und verwebt das märchenhafte mit unserer realen Welt noch einmal um ein vielfaches mehr.

Die Stimmung im Buch ist ab der ersten Seite sehr bedrückend und traurig. Man leidet mit Ofelias Mutter (die gar nicht merkt wie ihr böse mitgespielt wird) und Ofelia sehr mit. Immer wieder hofft man, dass Ofelia einen Ausweg aus ihrer Lage findet.
Als absolut böser Charakter steht über allem ihr Stiefvater, der General. Er besitzt eine große Spannbreite an Gewalttätigkeiten und schreckt vor nichts zurück.

Die Altersangabe ab 14 Jahre finde ich in Ordnung vielleicht etwas grenzwertig. Ich denke, hier muss jeder individuell betrachten, ob er sich an so eine Geschichte herantraut. Das Buch ist grausam und brutal. Hier sollte man selbst am besten einschätzen können, ob man in dem Alter schon bereit für so eine Geschichte ist. Freude und Glück sucht man hier an vielen Stellen vergebens.

In einem Leserbrief, der dem Buch beiliegt, richtet sich Cornelia Funke an ihre Fans und erläutert, warum dieses Projekt eine wahre Herzensangelegenheit für sie ist. Zudem erfährt man, dass sie ganze Dialoge aus dem Film übernommen hat. Ob ich dies nun gut oder schlecht finde, kann ich auch nach dem Lesen des Buches immer noch nicht abschließend sagen. Da ich kaum noch Erinnerungen an den Film habe, kann ich keine Aussage darüber treffen, wie viele Dialoge eins zu eins übernommen wurden.

Fazit:
Wer hier ein fröhliches Märchen, welches mit unserer realen Welt verwoben ist, erwartet, der wird enttäuscht. Das Labyrinth des Fauns ist düster, dramatisch, packend und emotional. Obwohl ich schon den Film kannte, hat mich dieses Buch emotional dennoch sehr mitgenommen. Der Mix aus Fantasie und Realität funktioniert in dieser Geschichte auf perfekte Art und Weise.
Am Ende bekommt Ofelia von mir sehr, sehr gute 4 von 5 Hörnchen.

Veröffentlicht am 17.07.2019

Geniale Geschichte mit interessanten Charakteren - das Gepiepse aufgrund der Schimpfwörter nervt allerdings extrem

Die Unausstehlichen & ich (Band 1) - Das Leben ist ein Rechenfehler
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Inhalt:
Die 11-jährige Enni hat Grund zu fluchen: Ihre Pflegeeltern haben sie ins Internat gesteckt. Vom ersten Tag an will sie nur so schnell wie möglich wieder weg und zurück zu ihrem Bruder. Anfangs ...

Inhalt:
Die 11-jährige Enni hat Grund zu fluchen: Ihre Pflegeeltern haben sie ins Internat gesteckt. Vom ersten Tag an will sie nur so schnell wie möglich wieder weg und zurück zu ihrem Bruder. Anfangs findet sie die anderen Internatsschüler unausstehlich. Doch Enni weiß, dass sie bei ihrem Ausbruch auf deren Hilfe angewiesen ist. Im Gegenzug fordern ihre Mitschüler auch Ennis Unterstützung. Sie wollen dem schüchternen Karan helfen, seine größte Angst zu überwinden: Durch eine heimliche, nervenzerfetzende Aktion.

Meinung:
Enni wurde von Pflegeheim zu Pflegeheim weitergereicht bis sie bei Noah und seinen Eltern landet. Noah und Enni verstehen sich von Anfang an. Als jedoch beide ziemlich großen Mist bauen und Enni die ganze Schuld auf sich nimmt, schicken ihre Pflegeeltern Enni in ein abgelegenes Internat in der Schweiz. Enni hat nur ein Ziel: So schnell wie möglich von hier verschwinden und ihren Bruder Noah wiederfinden.

Vanessa Walder hat mich vor einigen Jahren mit ihrer Reihe rund um das wilde Määäh sehr begeistern können und so stand für mich schnell fest, dass ich diese neue Geschichte aus ihrer Feder unbedingt lesen bzw. hören muss.

Der Einstieg wird dem Hörer dabei sehr einfach gemacht. Wir lernen die elfjährige Enni kennen und merken schnell, dass Wutanfälle und Schimpfwörter bei ihr zum ganz normalen Umgangston gehören. Blöd wird es für sie allerdings nur, als sie auf ein Internat geschickt wird, in dem für jedes Schimpfwort entweder eine Geldstrafe zu zahlen ist oder gemeinnützige Arbeit für die Schule übernommen werden muss. Enni findet dies alles andere als lustig.

Die Idee von einem Internat mitten in den Schweizer Bergen hat mich sofort angesprochen. Vanessa Walder beschreibt das Leben und die Leute in diesem Internat auf sehr authentische und einfühlsame Art und Weise. So lernt Enni nach und nach ganz besondere aber auch sehr außergewöhnliche Kinder im Internat kennen.

Der Hörer schlüpft in diesem Buch in die Rolle von Ennis Psychologen/Arzt und wird daher oftmals gesiezt, da Enni ihm ihre Geschichte erzählt. Dies ist für ein Kinderbuch doch recht ungewöhnlich. Ich mochte diesen Erzählstil aber ungemein gerne, da es dem Hörer das Gefühl gibt noch näher mit dabei zu sein.

In diesem Buch wird, wie oben bereits erwähnt, gehörig geflucht und mit Schimpfwörtern nur so um sich geschmissen. Prinzipiell habe ich nichts gegen diesen Umgangston, da er in diesem Fall einfach perfekt zum Charakter Ennis passt. Ich bin mir auch sicher, dass die Umsetzung im Buch (durchgestrichene Schimpfwörter) gut funktioniert. Bei der Hörbuchvariante fand ich die Umsetzung jedoch sehr nervtötend. Denn jedes Schimpfwort wird durch ein durchdringendes Piepen ersetzt. Natürlich ist mir mehr als bewusst warum man dies getan hat, mit der Zeit nervt dieses Gepiepe aber so dermaßen (denn Enni schimpft wirklich seeeeehr viel), dass ich ein wenig die Lust an der ansonsten genialen Geschichte verlor und zeitweise überlegt habe, das Hörbuch abzubrechen.

Zum Glück habe ich dies nicht getan, denn Vanessa Walder schafft es auch in dieser Geschichte mich abzuholen und zu begeistern. Die Gruppe Kinder rund um Enni ist äußerst ungewöhnlich, etwas schräg aber absolut liebenswert. Sei es der gutaussehende Dante, der mit seinem Charme jeden um den Finger wickelt und im Rollstuhl sitzt oder Lucky das Nesthäkchen der Gruppe, der unter „Diätis“ leidet und ziemlich aufgeweckt und quirlig ist. Aber auch der schweigsame Karan war für mich ein sehr interessanter Charakter. Immer wieder fragte ich mich, was für ein Geheimnis hinter ihm steckt.

Fazit:
Vanessa Walder konnte mich mit ihrem neuen Reihenauftakt sehr begeistern. Ich mochte das Setting und die außergewöhnlichen Charaktere des Buches sehr. Ein großer Wermutstropfen ist jedoch die Vertonung der Schimpfwörter. Natürlich ist mir klar, dass diese im Hörbuch durch einen Piepton ersetzt werden müssen, da Enni jedoch oft und gerne schimpft, gibt es seeeehr viele Pieptöne, die einem beim Zuhören doch recht schnell auf die Nerven geben. Lange habe ich daher überlegt, ob es drei oder vier Hörnchen von mir gibt. Am Ende finde ich jedoch, dass die Geschichte mindestens vier Hörnchen verdient hat.
Also 4 von 5 Hörnchen für Enni und ihren Schimpfmarathon.

Veröffentlicht am 17.07.2019

Wie immer witzig und sehr unterhaltsam - einfach eine tolle Reihe

Bitte nicht öffnen 4: Feurig!
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Inhalt:
Nemo hat einen Plan: Er will dem Päckchen-Verschicker eine Falle stellen! Ein guter Plan – eigentlich. Denn leider geht er schief. Und Nemo, Oda und Fred haben drei Probleme:
1. Drache Drago wird ...

Inhalt:
Nemo hat einen Plan: Er will dem Päckchen-Verschicker eine Falle stellen! Ein guter Plan – eigentlich. Denn leider geht er schief. Und Nemo, Oda und Fred haben drei Probleme:
1. Drache Drago wird lebendig.
2. Seine Spucke hat überraschende Nebenwirkungen.
3. Und die Einzige, die Drago in ein harmloses Stofftier zurückverwandeln kann, befindet sich am anderen Ende der Welt.
Also fasst Nemo einen neuen Plan. Einen guten Plan – eigentlich …

Meinung:
Nemo, Oda und Fred haben einen genialen Plan. Sie wollen dem Päckchen-Verschicker eine Falle stellen und kümmern sich daher seit Tagen um die kleine Marie und ihr Kuscheltier Drago – einen Drachen. Doch dann nutzt der Kuscheltierdieb einen unachtsamen Moment der Kinder aus und klaut Drago. Als nun das Paket bei Nemo eintrifft nehmen die drei Freunde Marie mit in den Tierpark, um dort das Paket zu öffnen. Nemo möchte sich den lebendigen Drachen jedoch noch einmal ganz genau angucken und dadurch geht so ziemlich alles schief, was nur schiefgehen kann. Nun brechen sehr heiße Tage für das Städtchen Boring an.

Die Bitte nicht öffnen Reihe zählt mittlerweile zu meinen liebsten Kinderbuchreihen. Ich finde die Idee einfach mega cool, dass süße Kuscheltiere oder Spielzeuge plötzlich zum Leben erwachen und des Öfteren dann gar nicht mehr sooo süß sind. Da Drachen zu meinen liebsten Fabelwesen zählen, freute ich mich ganz besonders auf diese Geschichte.

Das Cover verdient vorneweg gleich besondere Beachtung. Alle bisherigen Cover waren schon genial mit dem Guckloch und dem auf der nächsten Seite versteckten Spielzeug. So ist es auch in diesem Buch. Aus dem Paket guckt uns ein Kullerauge des süßen Drachen Dragos entgegen. Jedoch wurde das äußere des Buches nun noch mehr einem echten Holzpaket angepasst. Es fühlt sich rau und voller Kerben an. Ich war wirklich ganz begeistert, als ich das Buch zum ersten Mal in der Hand gehalten habe.

Wie in jedem Bitte nicht öffnen Band steuert auch hier Fréderic Bertrand die Bilder zur Geschichte bei. Ich kann mich nur wiederholen, aber ich liebe seinen Zeichenstil. Er steckt so voller Details und echtem Wiedererkennungswert. Ich finde, jedes Buch wird alleine schon durch die Zeichnungen von Fréderic Bertrand ungemein aufgewertet.

Die Handlung des Buches ist wie gewohnt unterhaltsam, witzig und wieder reichlich turbulent. Dieses Mal sorgt Nemo mit seinem Verhalten für ordentlich Wirbel im Städtchen Boring. Ich finde es super, wie jedes Mal aufs Neue ein anderer Schauplatz des kleinen Städtchens in den Vordergrund rückt.
Auch die Handlung bzgl. des Päckchen-Versenders wird weiter vorangetrieben. Es gibt neue Erkenntnisse und Verdächtigungen. Jedoch tappt man immer noch gehörig im Dunkeln wer hinter dem Ganzen steckt. Hier bin ich wirklich sehr auf die Auflösung gespannt.
Etwas schade fand ich es, dass der Drache nicht so im Fokus steht, wie dies noch bei den anderen Spielzeugen der Fall ist. Leider bekommt er durch seine Gefangenschaft wenig "Einsatzzeit".

Zudem hat mich dieses Mal so ein wenig das Verhalten der Kinder gestört. Personen, die nicht gespoilert werden möchten, sollten daher jetzt nicht weiterlesen.
Ich fand es etwas befremdlich, dass die Kinder die Eltern von Marie in große Schrecken versetzen, in dem sie sagen, dass Maries Großmutter schwer krank ist, obwohl sie das gar nicht ist. Daraufhin fahren die Eltern so schnell es geht den ganzen Weg von Sizilien nach Hause zurück.
Auch das "Einbrechen" der Kinder in ein fremdes Haus fand ich nicht ganz gelungen.

Fazit:
Ein neues, witziges und unterhaltsames Abenteuer erwartet Fans der Bitte nicht öffnen Reihe. Mit viel Charme und Witz verzaubert Autorin Charlotte Habersack den Leser mit dem süßen Drachen Drago. Dieses Mal kam ich allerdings mit ein paar Entscheidungen der Kinder nicht so ganz zurecht. Ansonsten kann ich das Buch bzw. die ganze Reihe aber jedem Leser von ganzem Herzen empfehlen!
Von mir gibt es feurige 4 von 5 Hörnchen.