Eine Reise nach Norwegen
Das Geheimnis der Fjordinselmacht die junge Rike aus Ostfriesland im Jahr 1980, nachdem sie nach dem Tod ihres geliebten Großvaters Fiete, bei dem sie aufgewachsen ist, Bahnbrechendes erfahren hat, das die Sicht auf ihre Familie ...
macht die junge Rike aus Ostfriesland im Jahr 1980, nachdem sie nach dem Tod ihres geliebten Großvaters Fiete, bei dem sie aufgewachsen ist, Bahnbrechendes erfahren hat, das die Sicht auf ihre Familie komplett verändert.
Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen und so gibt es gleich zwei Protagonistinnen: die junge Norwegerin Johanne, der wir im Jahr 1926 in der Kleinstadt Horten begegnen und eben Rike.
Wie auch Rike muss Johanne gleich zu Beginn einen Todesfall verkraften und zwar den ihre Vaters, der für den Unterhalt der gesamten Familie aufkam. Rike muss nicht nur dessen Alkoholhandel regeln - ein schwieriges Unterfangen in Zeiten der teilweisen Prohibition in Norwegen - sondern auch die Familie zusammenhalten. Zudem erscheinen die Todesumstände des Vaters bald schon ziemlich undurchsichtig.
Vor allem im weiter zurückliegenden Erzählstrang gestaltet sich die Handlung ausgesprochen abenteuerlich - es geht um Schmuggelei und weitere hochkriminelle Delikte. Und natürlich wieder und wieder um die Liebe!
Der Leser wird durchgehend mit Sprüngen zwischen Gegenwart (also der Gegenwart im Roman) und Vergangenheit konfrontiert - die Kapitel beleuchten abwechselnd die Geschicke von Rike im Jahr 1980 und die von Johanne im Jahr 1926. Ein Wechsel, der durchaus gelungen ist. Vor allem über die Umstände, aber auch über den Zeitgeist, der in der Zwischenkriegszeit vor allem in Norwegen herrschte, erfährt man so einiges. Autorin Christine Kabus hat wie immer hervorragend recherchiert und versteht sich perfekt darauf, in ihren Romanen eine Atmosphäre zu Schaffen, die den Leser zeitlich und räumlich in andere Gefilde entführt.
Für mich waren die Prioritäten an mancher Stelle etwas unpassend gesetzt - zu gern hätte ich mehr über Rikes wundervollen ostfriesischen Großvater, den Kapitän Fiete erfahren und ebenso über Johannes loyale Schwester Dagny.
Doch das ist Kritik auf hohem Niveau: Insgesamt ist dies ein packender und mitreißender Roman mit viel Herz, der Freunden und vor allem Freundinnen langer Schmökerabende - und natürlich auch Norwegenfans - herzlich zu empfehlen ist!