Profilbild von bookworm72

bookworm72

Lesejury Star
offline

bookworm72 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit bookworm72 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.12.2019

Spannende Unterhaltung mit viel Atmosphäre

Schattengrund
0

Die 17-jährige Nicola wird aus heiterem Himmel zum Notar bestellt und erfährt, dass sie von ihrer verstorbenen Tante Kiana "Schattengrund", ein Haus im Harz geerbt hat. Doch an die Erbschaft sind merkwürdige ...

Die 17-jährige Nicola wird aus heiterem Himmel zum Notar bestellt und erfährt, dass sie von ihrer verstorbenen Tante Kiana "Schattengrund", ein Haus im Harz geerbt hat. Doch an die Erbschaft sind merkwürdige Bedingungen geknüpft. Nico muss Aufgaben lösen, mit denen sie nichts anfangen kann. Verstörend ist auch die Reaktion ihrer Eltern: Sie sind kategorisch dagegen, dass sie das Erbe annimmt. Nico bekommt mit, dass sie Angst um sie haben und dass sie etwas Schlimmes vor ihr verbergen. Kurz entschlossen und ohne Wissen der Eltern macht sie sich an einem Wochenende auf den Weg, um das geerbte Haus mit eigenen Augen zu sehen. Doch der Aufenthalt in Siebenlehen, einem abgelegenen Dorf, an dessen Rand Schattengrund liegt, wird zu einem Alptraum. Nico wird von ihrer Vergangenheit eingeholt, es kommen nach und nach Sachen ans Licht , die sie als Kind verdrängt hat. Und es gibt dort jemand, der ihr offenbar alles andere als wohlgesonnen ist und vor nichts zurückschreckt, sodass Nico um ihr Leben bangen muss...

Das Buch macht bereits mit dem Cover auf sich aufmerksam. Das düstere Bild einer Landschaft mit einem einsamen Haus, vor dem sich kontrastvoll die leuchtend rote Kinderschaukel abhebt und die ebenfalls roten, leicht verwischten Titelbuchstaben lassen den Leser ein schlimmes Geheimnis ahnen. Ich war neugierig, noch bevor ich mit dem Lesen angefangen habe. Das Cover verspricht nicht zu viel, im Gegenteil: Der Roman hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen und verzauberte mich mit seiner Atmosphäre. Ich konnte mir lebhaft ein verschneites Dorf mitten im Harz vorstellen, spürte fast die Kälte und hörte den Schnee unter den Schuhen guietschen... Elisabeth Herrmann gelingt es meisterhaft, die Spannung aufzubauen und bis zum Schluss aufrechtzuerhalten. Auch die Romanfiguren sind gut entworfen und realistisch. Man kann sich sie sehr gut vorstellen und in manche sogar hineinversetzen. Die Protagonistin ist sehr sympathisch und man kann nicht anders, als mit ihr zu fiebern und zu bangen. Auch den Schluss fand ich glaubwürdig und gelungen.

Alles in allem ist "Schattengrund" ein toll geschriebener und packender Thriller, den ich wärmstens empfehlen kann! Mein Tipp: Lesen Sie ihn an einem kalten Abend, warm eingekuschelt auf dem Sofa, am besten wenn draußen ein Unwetter herrscht - ein Genuss

Veröffentlicht am 28.08.2019

Die Kraft der Resilienz

Aufleben!
0

Ich bin durch Zufall auf dieses kleine Buch gestoßen und bin richtig froh darüber! Die Autorin Monika Gruhl präsentiert darin zahlreiche Tipps und Anregungen, die uns Lesern helfen können, unsere Resilienz ...

Ich bin durch Zufall auf dieses kleine Buch gestoßen und bin richtig froh darüber! Die Autorin Monika Gruhl präsentiert darin zahlreiche Tipps und Anregungen, die uns Lesern helfen können, unsere Resilienz zu stärken und glücklicher, entspannter zu leben. Mit der Resilienz (der Begriff kommt von dem lateinischen Wort „resilire“: zurückspringen, abprallen) ist die innere Stärke und die Fähigkeit gemeint, Hindernisse und Widrigkeiten zu meistern, ohne daran zu zerbrechen. Der kurzen Anmerkung zum Buch entnahm ich, dass Monika Gruhl eine Expertin auf diesem Gebiet ist, sie gründete das „Resilienzzentrum Osnabrück“ und arbeitet als Trainerin und Coach. Der Leser kann von ihrer Erfahrung wirklich profitieren: Die Denkanstöße im Buch sind interessant und verständlich formuliert und die vorgeschlagenen Übungen erfordern keinen großen Aufwand und lassen sich wunderbar in den Alltag integrieren. Und das Wichtigste: Es funktioniert! Schon bei der Lektüre wurde ich entspannter und ausgeglichener und die Umsetzung so manches Tipps in die Praxis brachte tatsächlich positive Effekte mit sich. Ich bin begeistert!

Ein großes Lob verdient meines Erachtens auch die graphische Gestaltung des Buches, die ich sehr ansprechend und einfach nur liebevoll finde. Das Cover ist in seiner Schlichtheit sehr schön und der warme orangene Farbton vermittelt sofort ein positives Gefühl. Auch die bunt und kreativ gestalteten Seiten gefallen mir sehr. Es macht einfach Spaß, das Buch in die Hand zu nehmen, darin zu blättern, bei einer schönen Zeichnung oder einem interessanten Zitat zu verweilen... Definitiv von Vorteil ist auch das kleine Format – man kann es wunderbar in die kleinste Handtasche stecken. Ich hatte dieses Büchlein schon im Zug und in einer Arztpraxis dabei gehabt und statt mich zu ärgern, dass es mal wieder lange dauert, konnte ich genüsslich darin schmökern

Mein Fazit: Ein tolles Buch für alle, die für ihre innere Stärke etwas tun und mit mehr Freude und Gelassenheit durchs Leben gehen wollen! Kann ich nur empfehlen!



Veröffentlicht am 25.08.2019

Fesselnd!

Sag, es tut dir leid
0

Kurz vor Weihnachten wird der Psychologe Joe O'Loughlin von der Polizei um Hilfe gebeten: In einem Bauernhaus wurde ein Ehepaar brutal ermordet und der Verdächtige leidet unter einer psychischen Störung, ...

Kurz vor Weihnachten wird der Psychologe Joe O'Loughlin von der Polizei um Hilfe gebeten: In einem Bauernhaus wurde ein Ehepaar brutal ermordet und der Verdächtige leidet unter einer psychischen Störung, was das Verhör und die Ermittlung erheblich erschwert. In derselben Nacht gibt es noch eine weitere Tote: In einem zugefrorenen See wird die Leiche einer jungen Frau entdeckt. O'Loughlin vermutet eine Verbindung zu einem älteren Vermisstenfall, bei dem das spurlose Verschwinden von zwei 15-jährigen Mädchen untersucht wurde. Ist die Tote aus dem See tatsächlich eine der damals vermutlich entführten „Bingham Girls“? Hängen die drei Todesfälle zusammen? Was passierte vor drei Jahren mit Piper Hadley und Natasha Mc Bain? Es beginnt eine dramatische Suche nach Spuren und Beweisen, die dem Psychologen alles abverlangt...

Michael Robotham weiß genau, wie man gute Psychothriller schreibt. In diesem Buch stimmt einfach alles. Der Autor erzählt eine interessante und bewegende Story und nimmt den Leser gleich mit der ersten Seite, ja mit dem ersten Satz gefangen, so dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Es gibt überraschende Wendungen und die Spannung hält bis zum Schluss an. Der Plot ist perfekt durchdacht und die Charaktere vielschichtig und überzeugend. Mein persönlicher Favorit ist Joe O'Loughlin, den ich bereits aus anderen Büchern der Reihe kannte. Robotham hat mit ihm einen sehr interessanten Protagonisten erschaffen, der mich mit seiner Weisheit, Einfühlsamkeit für die Mitmenschen und seiner Energie, die er trotz der schweren Krankheit an den Tag legt, sehr beeindruckt.

Alles in allem eine packende Lektüre, bei der man als Thriller-Fan definitiv auf seine Kosten kommt. Von mir fünf Sterne!


Veröffentlicht am 10.09.2019

Harte Kost

Die Stadt der Blinden
0

In einer namentlich nicht genannten Stadt bricht urplötzlich eine seltsame und zutiefst beängstigende Epidemie aus: Einer nach dem anderen werden fast alle Einwohner blind. Nur die Frau eines Arztes behält ...

In einer namentlich nicht genannten Stadt bricht urplötzlich eine seltsame und zutiefst beängstigende Epidemie aus: Einer nach dem anderen werden fast alle Einwohner blind. Nur die Frau eines Arztes behält ihr Augenlicht. Sie verschweigt dies jedoch, da sie nicht von ihrem Mann getrennt werden möchte. Die Blinden werden nämlich auf Befehl der Regierung in eine verlassene Irrenanstalt einquartiert, wo sich bald fürchterliche Szenen abspielen. Denn das schwere Unglück setzt den Menschen zu, macht sie hilflos und abhängig von Anderen, die noch sehen können und beraubt sie ihrer Würde. Manche gehen daran zugrunde, es gibt aber auch welche, die aus dieser schrecklichen Situation eigene Vorteile ziehen. Die Lage spitzt sich immer mehr zu, da stets neue Transporte mit Erblindeten kommen und der Platz bald nicht mehr ausreicht. Als dann noch die Versorgung mit Proviant unterbrochen wird, kommt es zu einem Aufstand...

Es ist definitiv keine leichte und unterhaltsame Urlaubslektüre, die uns der berühmte portugiesische Schriftsteller Jose Saramago mit diesem Roman bietet. Es ist eher ein Alptraum, der zumindest mich immer wieder schaudern ließ. Ich las trotzdem weiter, denn das Buch übt eine seltsame Kraft aus: Es ist wie ein Sog, der einen reinzieht und immer weiter lesen lässt, ungeachtet der Tatsache, dass der Inhalt schockiert und entsetzt. Die langen Sätze erlauben auch kaum, einen Zwischenstopp einzulegen. Es gibt keine kurzen Kapitel, die man sich einteilen kann. Ich hatte nicht zuletzt dadurch wie bei kaum einem anderen Buch das Gefühl, ich darf einfach nicht stoppen, ich muss in dieser entsetzlichen Geschichte drin bleiben, bis zum Ende. Das tat ich auch und ich stelle fest, es hat sich gelohnt. „Die Stadt der Blinden“ ist ein grandioser Roman, eine meisterhafte Studie des menschlichen Verhaltens in Angesicht einer schweren Krise. Einfühlsam und in einer Schreibart, die dem Leser unter die Haut geht, schildert der Autor, wie unterschiedlich die Menschen darauf reagieren. Während viele am Unglück zerbrechen, erweisen sich Andere als Überlebenskünstler. Manche mutieren zu wahren Monstern, die – obwohl selbst betroffen – die Not ihrer Nächsten ausnutzen, diese quälen und demütigen. Es stehen in diesem Roman Passagen, die nichts für Zartbeseitete sind und einen sprachlos vor Entsetzen machen. Und doch scheint Saramago den Glauben an den Menschen nicht verloren zu haben. Denn solange es Personen wie die Frau des Arztes gibt, die im Unglück über sich hinauswachsen, tapfer bleiben und anderen helfen, gibt es Hoffnung. Dies ist meines Erachtens die Botschaft, die in diesem Buch steckt. Solange wir zusammenhalten und handeln, über eigenes nicht das Wohl unserer Mitmenschen vergessen und den Machtmissbrauch von Seiten den Dritten nicht dulden, bewahren wir unsere Menschlichkeit, mögen die Zeiten noch so schwer sein.

Fazit: Wer sich von der Thematik nicht abschrecken lässt und sich an diesen nicht einfachen Roman traut, wird reichlich belohnt - „Die Stadt der Blinden“ ist ein beeindruckendes Buch und eine wichtige Lektion in Sachen Humanität, von mir eine klare Leseempfehlung!



Veröffentlicht am 29.04.2019

Eine originelle Idee, filmreif umgesetzt

Zwanghafte Gier
0

Frankie Barnes ist keine gewöhnliche Putzfrau. Sie leider unter Waschzwang und Schmutzphobie und kann gar nicht anders, als ihre Umgebung und sich selbst immer wieder übertrieben zu reinigen. Und dann ...

Frankie Barnes ist keine gewöhnliche Putzfrau. Sie leider unter Waschzwang und Schmutzphobie und kann gar nicht anders, als ihre Umgebung und sich selbst immer wieder übertrieben zu reinigen. Und dann ist da noch diese zwanghafte Neigung, Dinge haben zu wollen, die ihr gefallen und zwar obwohl sie anderen Menschen gehören. So geht es ihr mit dem schönen Cottage von Alex Lewin, einer jungen Sprachtherapeutin, bei der Frankie die Putzstelle übernimmt. Um das Objekt ihrer Begierde zu bekommen, schreckt sie vor nichts zurück. Die nichtsahnende Alex ist in großer Gefahr, denn Frankie hat bereits Menschenleben auf ihrem Gewissen...

Ich kannte bis dato keine Bücher von Hilary Norman, das Buch habe ich durch Zufall in einem Antiquariat entdeckt und ich muss sagen, es war ein echter Glückstreffer. „Zwanghafte Gier“ ist ein hochspannender Krimi, dem eine interessante Idee zugrunde liegt. Die Hauptperson ist eine im Grunde bemitleidenswerte Frau, die aber durch ihre Krankheit und traumatische Ereignisse in der Vergangenheit zu einem skrupellosen Monster geworden ist. Die Autorin schafft es meisterhaft, eine von Zwängen gesteuerte Person zu schildern, gewährt uns erschreckende und doch faszinierende Einblicke in deren Alltag und Gedankenwelt. Es gelingt ihr auch ausgezeichnet, Spannung aufzubauen und diese durchgehend aufrechtzuerhalten, bis sie schließlich in einem filmreifen Finale gipfelt. Überhaupt liefert das Buch meines Erachtens eine tolle Vorlage für einen Film und der hätte gewiss Potenzial, ein richtiger Armlehnen-Kraller zu werden. Hilary Norman schreibt so spannend und lebendig, dass ich mir die Personen und Ereignisse mühelos vorstellen und den Roman kaum aus der Hand legen konnte. Ich bin schon sehr gespannt auf die anderen Bücher dieser Autorin!

Fazit: Klasse Psychothriller – ein guter Plot und packend bis zum Schluss, von mir eine klare Leseempfehlung!