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Veröffentlicht am 18.02.2019

Louisa Clark in New York! Eine weitere gelungene Fortsetzung der Reihe

Mein Herz in zwei Welten
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Um den Erwartungen ihres verstorbenen Freundes Will gerecht zu werden, wagt Louisa Clark den Sprung über den großen Teich. Sie lässt in England die Familie und ihren neuen Freund Sam zurück, um in New ...

Um den Erwartungen ihres verstorbenen Freundes Will gerecht zu werden, wagt Louisa Clark den Sprung über den großen Teich. Sie lässt in England die Familie und ihren neuen Freund Sam zurück, um in New York eine Stelle als Assistentin einer Millionärsgattin anzutreten. Der Job wird gut bezahlt, hat jedoch seine Tücken. Louisas Arbeitgeberin Agnes Gopnik ist eine junge und charmante, aber auch eine schwierige Frau. Louisas Geschick und Durchhaltevermögen sind aufs Äußerste gefragt. Sie lebt sich trotzdem gut ein und hat großen Spaß daran, die Stadt zu entdecken. Doch die Sehnsucht nach Sam macht ihr zu schaffen, zumal ein kurzes Wiedersehen nicht wie erwartet verläuft. Als dann noch Louisas Weihnachtsbesuch in England zu einem Desaster und ihr Arbeitsverhältnis vorzeitig beendet wird, scheint der Aufenthalt in Amerika in einer Katastrophe zu enden. Zum Glück bekommt sie Hilfe von Freunden und dann ist da noch der gutaussehende Josh, der Will ähnlich aussieht und von Louisa offenbar ganz angetan ist...

Da ich ein Fan der Louisa Clark – Reihe bin, habe mich schon sehr auf dieses Buch gefreut. Auch diesmal bin ich nicht enttäuscht worden. Jojo Moyes gelingt es erneut, das komplizierte Liebesleben der sympathischen Britin und ihre Probleme auf dem Weg zur Selbstverwirklichung mit genau der richtigen Mischung von Dramatik und Humor zu schildern, die bewirkt, dass Lesern wie mir das Herz aufgeht und die Laune sich schlagartig bessert. Wie bei den anderen Bändern war ich sofort in der Geschichte drin, habe mitgefiebert, mitgelitten und immer wieder geschmunzelt. Und am Ende konnte ich nicht anders als glücklich zu seufzen. Wäre ich ein Arzt, würde ich Bücher wie diese statt Antidepressiva verschreiben

Mein Fazit: Tolle Charaktere, interessante Handlung, sehr unterhaltsam und dazu noch mit einer wichtigen Botschaft - „Mein Herz in zwei Welten“ ist definitiv zu empfehlen!

Veröffentlicht am 29.01.2019

Manche Wunden heilen nie

Those Girls – Was dich nicht tötet
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Ein verschlafenes kanadisches Städtchen im heißen Sommer 1997: Nachdem ein Streit mit ihrem alkoholabhängigen und gewalttätigen Vater fürchterlich eskaliert beschließen drei Schwestern Dani (17), Courtney ...

Ein verschlafenes kanadisches Städtchen im heißen Sommer 1997: Nachdem ein Streit mit ihrem alkoholabhängigen und gewalttätigen Vater fürchterlich eskaliert beschließen drei Schwestern Dani (17), Courtney (16) und Jess (14) ihr Zuhause zu verlassen und heimlich nach Vancouver zu fahren, um sich dort ein neues Leben aufzubauen. Doch ihr Plan geht schief. Der Pick-up der Mädchen bleibt auf dem Weg liegen. Sie werden von zwei jungen Männern mitgenommen, die ihnen ihre Hilfe anbieten. Nur leider sind die beiden keinesfalls so freundlich wie sie tun und hecken einen perfiden Plan aus...

Seit der Lektüre von „That night – Schuldig für immer“ weiß ich, dass Chevy Stevens ihr Handwerk beherrscht. Und trotzdem hat mich ihr Schreibstil bereits nach den ersten Seiten wieder umgehauen: Sie schildert die Ereignisse so plastisch und mit solch ungeheurer Intensität, dass ich meine Umgebung sehr schnell ausblendete und mich mitten in der Geschichte befand. Und diese hat es in sich. Das Drama der drei Schwestern wird von der Autorin sehr einfühlsam beschrieben und die handelnden Personen werden so lebendig gezeichnet, dass ich sie quasi vor mir sah, mich in die Mädchen hineinversetzen, ihr Handeln nachvollziehen und ihr Leiden fast körperlich spüren konnte. Die wechselnde Erzählperspektive sorgt für Abwechslung, die Geschehnisse werden aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet und die Schilderung von Gefühlen der jeweiligen Protagonistin gewinnt dadurch noch mehr an Ausdrucksstärke. Von der Handlung möchte ich nicht zu viel verraten, außer dass es durchgehend spannend bleibt und Chevy Stevens mit einigen überraschenden Wendungen und einem starken Finale aufwartet.

Fazit: Ein fesselnder Psychothriller, der richtig unter die Haut geht – von mir eine klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 16.12.2018

Absolut fesselnd! Gelungene Fortsetzung der Reihe mit Detective Callanach

Die perfekte Unschuld
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In einem heißen Sommer wird Edinburgh Schauplatz von mehreren grausigen Morden: Ein junger Mann wird beim Besuch eines Musikfestivals mitten in der Menschenmenge erstochen, eine Krankenschwester brutal ...

In einem heißen Sommer wird Edinburgh Schauplatz von mehreren grausigen Morden: Ein junger Mann wird beim Besuch eines Musikfestivals mitten in der Menschenmenge erstochen, eine Krankenschwester brutal mit ihrer eigenen Kommode zu Tode gequetscht, einem Bibliothekar seine Gesichtshaut beim lebendigen Leib abgezogen, sodass er verblutet. Als man noch eine junge Lehrerin erdrosselt in einem Müllcontainer findet und das nächste Opfer entführt wird, ist die Stadt in Aufruhr und Callanach und seine Kollegen stehen bei ihren Ermittlungen unter einem enormen Druck. Es sieht aus, als würden gleich zwei Mörder ihr Unwesen treiben. Die Spur führt ins Darknet und Callanach folgt ihr, wohlwissend, dass er damit nicht nur seine Karriere, sondern auch seine eigene Sicherheit aufs Spiel setzt...

Da mich der erste Band der Reihe - „Die perfekte Gefährtin“ - sehr beeindruckt hat, waren meine Erwartungen an dessen Fortsetzung dementsprechend hoch. Ich muss gestehen, ich wurde nicht enttäuscht: Auch dieser Thriller bietet alles, was ich bei diesem Genre zu finden hoffe: interessante, auf einer guten Idee fußende Handlung, gut aufgebauten Spannungsbogen, vielschichtige, lebendig gezeichnete Charaktere, überraschende Wendungen und ein dramatisches Finale. Der geschickte Wechsel der Erzählperspektive sorgt für Abwechslung, zeigt die Geschehnisse aus unterschiedlichen Blickwinkeln und erlaubt es, in die Gedankenwelt des jeweiligen Protagonisten einzutauchen. Ich wurde perfekt unterhalten und würde ich bei spannender Lektüre Nägel kauen, hätte ich jetzt vermutlich keine mehr Ich freue mich jetzt schon auf einen weiteren Band der Detective Callanach – Reihe. Der sympathische Halb-Franzose wird übrigens langsam zu einer meiner Lieblingsfiguren und ich bin gespannt auf seine neuen Fälle und darauf, was sich Helen Fields in Bezug auf ihn noch alles einfallen lässt!

Mein Fazit: Packend und gut geschrieben – klare Empfehlung für alle Fans von Psychothrillern!

Veröffentlicht am 16.12.2018

Das Rätsel der verschwundenen Mädchen

Die Suche
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Nordengland: In der Hochmoor-Gegend um Scarborough wird die Leiche der 14-jährigen Saskia Morris gefunden, das ein Jahr zuvor spurlos verschwunden ist. Kurz danach verschwindet ein weiteres Mädchen, die ...

Nordengland: In der Hochmoor-Gegend um Scarborough wird die Leiche der 14-jährigen Saskia Morris gefunden, das ein Jahr zuvor spurlos verschwunden ist. Kurz danach verschwindet ein weiteres Mädchen, die ebenfalls 14-jährige Amelie Goldsby. Die Bewohner sind beunruhigt, die örtliche Polizei mit dem Detective Chief Inspector Caleb Hale arbeitet auf Hochtouren. Zufällig hält sich gerade Detective Sergeant Kate Linville von Scotland Yard in Scarborough auf. Sie will ihr Elternhaus verkaufen und steigt in einer Pension ab, die ausgerechnet den Eltern von Amelie gehört. Die verzweifelten Eltern tun ihr leid und sie versucht ihnen zu helfen. Doch damit begibt sie sich selbst in die höchste Gefahr...

Wie alle Bücher von Charlotte Link, die ich bisher gelesen bzw. gehört habe, hat mich auch ihr neuestes Werk nicht enttäuscht, im Gegenteil: Die Autorin bietet erneut spannende Unterhaltung auf höchstem Niveau. Es ist alles da, was ein Liebhaber von Kriminalromanen sucht: Eine packende, gut durchdachte Story, perfekte, etwas schaurige Atmosphäre (ich sage nur: englische Hochmoore!), überzeugende, komplexe Charaktere, jede Menge Spannung, überraschende Wendungen und ein furioses Finale. Man taucht schnell in die Geschichte ein und verfolgt gebannt verschiedene Handlungsstränge, die gekonnt miteinander verbunden werden und für Abwechslung sorgen. Sie erleuchten die Geschehnisse aus verschiedenen Perspektiven, sodass der Leser sowohl den Zugang zu der Gedankenwelt der Opfer als auch der Täter bekommt. Unbedingt zu erwähnen ist aus meiner Sicht noch der unverwechselbare, schlichte und doch sehr eindrucksvolle, irgendwie elegante Schreibstil von Charlotte Link, mit dem sie Leser wie mich dazu bringt, regelmäßig nach ihren Büchern zu greifen. Auch die beiden sympathischen Ermittler Caleb und Kate tragen dazu bei, dass man sich auf die Lektüre freut: Sie wachsen einem ans Herz und deren persönliche Probleme – von der Autorin einfühlsam geschildert - lassen einen nicht kalt.

Mein Fazit: Ein packender Kriminalroman mit viel Atmosphäre und überraschenden Wendungen, wunderbar vorgelesen von Claudia Michelsen – sehr zu empfehlen!

Veröffentlicht am 30.11.2018

Tragisches Schicksal einer russischen Familie – meisterhaft erzählt!

Der Geiger
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Moskau im Jahre 1948: Nach einem Konzert im Tschaikowsky-Konservatorium wird der gefeierte Geiger Ilja Wassiljewitsch Grenko heimlich festgenommen und in das berüchtigte Moskauer Gefängnis Lubjanka gebracht. ...

Moskau im Jahre 1948: Nach einem Konzert im Tschaikowsky-Konservatorium wird der gefeierte Geiger Ilja Wassiljewitsch Grenko heimlich festgenommen und in das berüchtigte Moskauer Gefängnis Lubjanka gebracht. Man beschuldigt ihn zu Unrecht des Staatsverrats und presst ihm ein falsches Geständnis ab, was für den Musiker katastrophale Folgen hat: Er verliert seine Freiheit, die geliebte Familie und seinen großen Schatz: die kostbare Stradivari-Geige, die einst ein Geschenk des Zaren an Iljas Ururgroßvater war.
Viele Jahre später versucht der in Deutschland lebende Enkel des Geigers Sascha den heimtückischen Mord an seiner Schwester aufzuklären. Er findet heraus, dass sie sich vor ihrer Ermordung mit der Geschichte der Grenko-Familie beschäftigt und nach dem Verbleib der berühmten Geige gesucht hat. Die Spuren führen nach Kasachstan und nach Moskau und Sascha macht sich auf den gefährlichen Weg, ohne zu ahnen, dass die Wahrheit, die er dort erfahren wird, seine ohnehin schlimmen Befürchtungen bei weitem übertrifft...

In ihrem Roman erzählt Mechtild Borrmann von dem erschütternden Schicksal einer russischen Familie, die ohne eigenes Verschulden zum Opfer des politischen Regimes und der menschlichen Grausamkeit und Habgier wird und an diesen zugrunde geht. Ihr Leiden und die Ungerechtigkeit dessen, was den Grenkos zustößt, sind in dem Buch so präsent, dass es dem Leser förmlich die Kehle zuschnürt. Durch die wechselnde Perspektive und ihre sehr einfühlsame, ohne jeglichen Pathos und doch sehr berührende Schreibart öffnet uns die Autorin den Zugang zu der Gedankenwelt der Protagonisten und bewirkt, dass man sich problemlos in sie hineinversetzt, mit ihnen leidet, hofft und bangt. Vor allem mit Ilja und Galina werden hier beeindruckende Charaktere gezeichnet; Menschen, die geradlinig und liebenswürdig sind und einem richtig ans Herz wachsen. Es ist dadurch schon fast schmerzhaft, ihre Lebenswege zu verfolgen und Zeuge ihres Unglücks zu sein.

Wie das auch in ihren anderen Romanen der Fall ist, so flechtet Mechtild Borrmann auch in diesem Buch äußerst geschickt mehrere Handlungsstränge zusammen und erzählt abwechselnd aus der Vergangenheit und aus der Gegenwart. Dabei wird jedes Mal ein weiteres Puzzlestück aufgedeckt und die Spannung steigt immer weiter bis schließlich das gesamte Ausmaß der Tragödie sichtbar und das Rätsel, das im Mittelpunkt des Romans steht, aufgelöst wird. Was am Ende bleibt ist die Fassungslosigkeit angesichts dessen, was Menschen in der Lage sind, anderen Menschen anzutun. Und doch gibt es da auch Hoffnung, dass die Gerechtigkeit früher oder später ans Licht kommt und dass das Böse nicht endgültig gewinnt.

Fazit: Ein spannender und sehr bewegender Roman, mit dem sich Mechtild Borrmann meines Erachtens erneut in die oberste Liga der deutschen Schriftsteller schreibt – klare Leseempfehlung!