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Veröffentlicht am 26.02.2020

ein Buch mit viel Gefühl

Happy Ever After – Wo das Glück zu Hause ist
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Nina lebt und liebt ihren Beruf. Als die Bücherei schließt, besteht für sie die Möglichkeit sich für den neuen Job im Mediencenter zu bewerben. Sie merkt gleich, dass das nicht das Richtige ist. Aber irgendwie ...

Nina lebt und liebt ihren Beruf. Als die Bücherei schließt, besteht für sie die Möglichkeit sich für den neuen Job im Mediencenter zu bewerben. Sie merkt gleich, dass das nicht das Richtige ist. Aber irgendwie muss sie doch Geld verdienen, um sich all die Bücher leisten zu können, die das Haus ihrer Mitbewohnerin vollkommen zustopfen. Mutig fasst sie einen Entschluss. Sie kauft von ihrer Abfindung einen Lieferwagen (oder vielmehr auf Umwegen, da der Verkäufer nicht an so ein zierliches Ding verkaufen möchte) und will einen fahrenden Buchladen einrichten. Nachdem sie den Wagen gekauft hatte, bekam sie aber leider in Birmingham keine Abstellgenehmigung und beim Kauf in Kirrinfief, in den schottischen Highlands, war man sichtlich enttäuscht darüber, dass es die fahrende Buchhandlung nicht dort geben sollte. Was passt also besser, den Lebensmittelpunkt in die Einsamkeit zu verlegen und im neuen Umfeld ein neues Leben aufzubauen? Nina ist mutig und wagt den Schritt. In einer umgebauten Scheune findet sie eine noble, aber günstige Wohnung. Der Vermieter (John Lennox) ist etwa in ihrem Alter, Landwirt, knurrig und wortkarg. Er lebt in Scheidung. Nach und nach lebt sich Nina ein. Schließt Kontakte, gibt einer Schülerin einen Aushilfsjob und merkt, dass diese zu Hause Probleme hat (die Schule vernachlässigt diese, da sie sich um die kranke Mutter und den jüngeren Bruder kümmert); Nina hilft – so wie der Rest des Dorfes. Zu ihren Freunden Griffin und Surinder in Birmingham hat sie weiterhin Kontakt. Als sie in Birmingham zu Besuch ist, merkt sie wie wohl sie sich auf dem Land fühlt. Surinder besucht sie und geht mit ihr auf ein Scheunenfest. Sie hält Kontakt zu zwei Lokfahrern (Jim und Marek), die ihr zu Beginn der Geschichte das Leben retteten, als sie mit dem Lieferwagen auf den Gleisen stehen blieb und diese beherzt den Zug stoppten. Mit Marek knüpft sie eine Freundschaft. Er transportiert ihr Bücher aus der alten Heimat in die neue, hinterlässt ihr Gedichte an einem Baum und ist für sie da. Nach einem Kuss erfährt Nina, dass er in seiner Heimat Freundin und Kind hat. Sie wendet sich von ihm ab und meidet den Kontakt. Nach dem Mitsommerfest kommt sie mit ihrem Vermieter zusammen. Sie vermittelt zwischen seiner Nochehefrau (die eigentlich den Hof verkaufen wollte) und ihm. Die Geschichte endet für beide mit einem Happy End …. Ich hätte das Buch noch Stunden weiterlesen können. Potential hat die Geschichte allemal. Ich würde mich auf eine Fortsetzung freuen. Jenny Colgan vermittelt in ihrem Buch wahnsinnig viel Gefühl. Sie hat die Geschichte sehr lebendig und real geschrieben. Ich spürte beim Lesen, wie sich die Protagonistin weiterentwickelt, unabhängig und selbstbewusst wird. Durch das Buch habe ich auch eine andere Sichtweise auf Bücher bekommen. Das merkt auch der kleine schottische Ort, denn die Protagonistin bringt scheinbar jeden zum Lesen.

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Veröffentlicht am 16.02.2020

Wer bin ich? Wo will ich hin?

Was wir sind
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„Was wir sind“ handelt von drei befreundeten Frauen aus London und Umgebung Mitte 30 – Hannah, Lissa und Cate.

Hannah ist beruflich erfolgreich, verheiratet und wünscht sich nichts sehnlicher als ein ...

„Was wir sind“ handelt von drei befreundeten Frauen aus London und Umgebung Mitte 30 – Hannah, Lissa und Cate.

Hannah ist beruflich erfolgreich, verheiratet und wünscht sich nichts sehnlicher als ein Kind. Trotz künstlicher Befruchtung will es nicht klappen.

Lissa ist Schauspielerin, dabei nicht sonderlich gefragt und Single. Von ihrer künstlerisch orientierten Mutter fühlte sie sich als Kind im Stich gelassen.

Cate wurde schwanger, hat geheiratet und wirkt mit dem Leben überfordert. Sie fühlt sich im Haus nicht wohl und fühlt sich von ihrem Mann nicht verstanden.

Alle 3 Frauen sind an unterschiedlichen Punkten im Leben angekommen und stellen sich die Frage, wie es weitergeht und wie es weitergehen kann. Sie sind befreundet und kennen sich schon sehr lange. Alle 3 sind so unterschiedlich, aber doch wieder gleich: am Zweifeln, am Hinterfragen,…

Die Geschichten werden in wechselnden Perspektiven und unterschiedlichen Zeitebenen erzählt, Mal 1990, dann wieder 2004. Die Rückblenden in die Vergangenheit (also in die Kindheit und Jugend der Frauen) verwirren etwas. Als ich das Buch an einem Stück lass, viel es mir leichter, die Handlung und die Perspektivwechsel nachzuvollziehen. Wenn ich es nur 1-2x die Woche zur Hand nahm, viel es mir schwerer, der Handlung zu folgen. Da hätte ich mir einen chronologischen Aufbau gewünscht.

Nichtsdestotrotz fand ich die drei Figuren sehr authentisch. Die Geschichte ist realitätsnah und verständlich dargestellt. Das macht es leichter, den Gefühlen von Cate, Hannah und Lissa zu folgen. Anna Hope hat mit diesem Roman eine einfühlsame Geschichte geschaffen, die mich selbst und das was ich sein will ins Grübeln brachte.

Das Cover fand ich zunächst etwas sonderbar. Nach Ende der Geschichte fand ich das Bild der verschwommenen Frau als passend zum Buch des Inhalts.

Für mich löste die Geschichte die Fragen "Wer bin ich? Wo will ich hin? aus.

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Veröffentlicht am 09.09.2019

Ein tolles Buch

Meistens kommt es anders, wenn man denkt
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Ich habe dieses Buch im Urlaub förmlich verschlungen. Ich hab gelacht und mit den Protagonisten geweint. Das Buch ist so mitfühlend geschrieben, ich konnte es nicht bei Seite legen und wollte unbedingt ...

Ich habe dieses Buch im Urlaub förmlich verschlungen. Ich hab gelacht und mit den Protagonisten geweint. Das Buch ist so mitfühlend geschrieben, ich konnte es nicht bei Seite legen und wollte unbedingt wissen, wie es weiter geht. Nele und Claas sind ein tolles Paar. Die Geschichte zieht auch immer wieder Verknüpfungen zu den vorherigen Büchern von Petra Hülsmann. Damit meine ich nicht nur Knut und Irina, sondern auch Annika, Sebastian und Kai - die Mitbewohnerin bzw. die Nachbarn/ Freunde. Ich finde es schade, dass offen bleibt, ob Lenny das Praktikum bekommt, Claas in der Agentur bleibt und ob Kai mit seinem Kumpel zusammenkommt. Stoff für die Fortsetzung?

Veröffentlicht am 27.02.2026

Musikalische Denkanstöße für moderne Arbeitswelten

Work Life Remix.
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Das Buch greift viele Themen auf, die unsere Arbeitswelt aktuell prägen: New Work, Homeoffice-Erfahrungen seit Corona, veränderte Erwartungen und der Einfluss von KI. Vieles davon fühlt sich beim Lesen ...

Das Buch greift viele Themen auf, die unsere Arbeitswelt aktuell prägen: New Work, Homeoffice-Erfahrungen seit Corona, veränderte Erwartungen und der Einfluss von KI. Vieles davon fühlt sich beim Lesen sehr nah an der eigenen Realität an.
Die musikalische Bildsprache (Mischpult, Takt, Remix) macht das Modell anschaulich und lädt zur Selbstreflexion ein. Besonders der Gedanke des „Feintunings“ statt eines kompletten Neustarts erscheint mir praxisnah. Gleichzeitig zeigt sich: Nicht alles ist beliebig remixbar. Viele Ideen stoßen in bestehenden Strukturen, gesetzlichen Vorgaben oder Teamrealitäten an Grenzen. Gegen Ende geht es mir etwas schnell und manche Impulse bleiben eher theoretisch.
Gestalterisch ist das Buch hochwertig: Softcover, etwas größer als A5, mit rauer Oberfläche. Das dominante Blau und der Kassettenrekorder auf dem Cover wecken 80er-Assoziationen und passen gut zum Remix-Gedanken.
Der Preis von 39 € ist allerdings ambitioniert.
Insgesamt ein zeitgemäßes, gut strukturiertes Buch mit starken Denkanstößen – mit leichten Abzügen in Praxisnähe und Preis.

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Warmherziger Familienroman mit Spannung und kleinen Schwächen

Das letzte Kind hat Fell
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Das letzte Kind hat Fell von Tessa Hennig erzählt vom Neuanfang in Portugal und vom Aufeinandertreffen dreier Generationen. Angelika und Hans wandern nach Faro aus, Tochter Sandra und Enkel Finn kommen ...

Das letzte Kind hat Fell von Tessa Hennig erzählt vom Neuanfang in Portugal und vom Aufeinandertreffen dreier Generationen. Angelika und Hans wandern nach Faro aus, Tochter Sandra und Enkel Finn kommen zu Besuch – und bringen ihre ganz eigenen Themen mit.
Besonders gelungen finde ich die wechselnden Erzählperspektiven von Angelika, Sandra und Finn. Dadurch werden die unterschiedlichen Sichtweisen und inneren Konflikte greifbar. Angelikas Angst vor Einsamkeit, Sandras harter Schutzpanzer – der in der Begegnung mit Alexander langsam Risse bekommt – und Finns Orientierungslosigkeit zwischen Trotz, Unsicherheit und dem Wunsch nach einem eigenen Weg werden nachvollziehbar geschildert. Gerade Finn bleibt für mich eine spannende, wenn auch nicht immer ganz greifbare Figur.
Mit Fellina kommt nicht nur Wärme in die Geschichte. Gegen Ende zieht das Tempo deutlich an, und aus dem leichten Familienroman wird zeitweise fast ein kleiner Krimi. Manche Entwicklungen wirken nicht ganz rund, und ein kurzer Epilog hätte offene Fragen schön abrunden können.
Das Cover finde ich ganz nett: Es passt gut zum Titel und hat einen Wiedererkennungswert zu den vorherigen Büchern. Das Rosa ist zwar nicht ganz mein Fall – ich hätte mir eher eine typisch portugiesische Farbe gewünscht – aber die ungewöhnlich weiche Haptik gefällt mir.
Insgesamt ein Buch, das man gut zwischendurch lesen kann: unterhaltsam, warmherzig und mit einigen kleinen Ungereimtheiten.

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