da ist was dran...
Männer sind auch nur MenschenDer Titel des Buches wirkt ein bisschen provokativ – vermutet man doch gleich beim Lesen des Titels, dass es eine „Hetzkampagne“ gegen das vermeintlich „starke Geschlecht“ werden würde. Aber dem ist nicht ...
Der Titel des Buches wirkt ein bisschen provokativ – vermutet man doch gleich beim Lesen des Titels, dass es eine „Hetzkampagne“ gegen das vermeintlich „starke Geschlecht“ werden würde. Aber dem ist nicht so. Das verrät auch schon der Einband. Frau Staudinger führt vor Augen, dass wir Frauen uns oft selbst gegenseitig im Weg stehen. Das vielfach gepredigte Netzwerken beherrschen wir einfach nicht so ausgeprägt wie unsere männlichen Mitbürger. Sind wir selber schuld? Manchmal schon: wir unterstützen uns zu wenig selbst (Krabbenkorbeffekt), reduzieren uns zu sehr auf „Kleinigkeiten“ (was ein schönes Kleid), wir brüten zu viel (hätte, könnte, wäre) und trauen uns zu wenig zu.
Das Buch wirkt für mich eine „Gedankenniederschrift“ von Frau Staudinger mit kurzen, aber prägnanten Titeln. Es umfasst „nur“ 217 Seiten. Durch den unterhaltsamen und schlüssigen Schreibstil war ich beim Lesen auch nach 3 Tagen durch. Ideale Lektüre für die nächste Zugfahrt. Manchmal ist Frau Staudinger etwas abschweifend (das merkt sie auch selbst). Das tut aber der Handlung keinen Umbruch. Sie startet mit einer kleinen Selbstvorstellung. Das hat mir gut gefallen, denn so hatte ich ein Bild von Frau Staudinger, auch ohne, dass ich bisher ihre Bücher gelesen habe. Mit der Eingangsanekdote gleich zu Beginn hat sich mein Interesse als Lesern gewegt, denn die geschilderte Situation kenne ich nur zu gut. Sie hatte in Teilen am Ende eines Kapitels ein paar Überlebensstrategien zusammengefasst – das fand ich ganz nett, v. a. vor dem Hintergrund, dass ich mit dem Lesen des Buches etwas „lernen“ will. Diese Zusammenfassung hätte ich mir stringent nach jedem Kapitel gewünscht.
Fazit: eine unterhaltsame und instruktive Literatur.