Brüder unter sich
Dreck am SteckenWenn da nicht der Opa wäre, der ihnen eines Tages quasi zulief. Aber nun, wo die Mutter ihrem Leben ein Ende bereitete, müssen sie alleine klar kommen. Und mit dem Opa. Irgendwie klappt das - obwohl ihr ...
Wenn da nicht der Opa wäre, der ihnen eines Tages quasi zulief. Aber nun, wo die Mutter ihrem Leben ein Ende bereitete, müssen sie alleine klar kommen. Und mit dem Opa. Irgendwie klappt das - obwohl ihr Leben nicht das leichteste ist, machen sie alle etwas daraus, beziehungsweise lassen es machen. Jeder auf seine Art.
Vier Brüder, so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Nach Opas Tod finden sie wieder zu einander - und sich allesamt auf einer überaus merk- und denkwürdigen Beerdigung wieder.
Und dann gibt es noch weitere Informationen, die zeigen: Ja, Opa hatet Dreck am Stecken. Aber er hat es wenigstens kapiert, im Gegensatz zu so einigen anderen!
Ein Familienroman über Zusammenhalt, über das innere Entfernen voneinander - mehr noch über das Zueinanderfinden, über Akzeptanz und Toleranz - wenn auch auf sehr spezielle Art. Denn sind wir nicht alle gewissermaßen speziell?
Diesbezüglich bringt uns Autorin Alexandra Fröhlich klar auf den Boden der Tatsachen zurück - manchmal muss man etwas eigentlich Inakzeptables wagen, bzw. annehmen, um sich bewegen zu können.
Eine Art moderne Räuberpistole: Humor mit beklemmend realistischem historischen Hintergrund. Schießt manchmal über das Ziel hinaus, stellenweise sogar ziemlich weit! Dennoch sehr lesenswert, denn dieser Roman führt uns auf ziemlich spektakuläre Art recht unangenehmen Aspekten deutscher Geschichte zu. Ein Buch, das eine wunderbare Filmvorlage abgeben würde. Für die vier so unterschiedlichen (Halb)Brüder habe ich schon den ein oder anderen Darsteller im Blick - Sie vielleicht auch? Denn hier wird eine Geschichte erzählt, die zum Kopfkino verführt und ich kann mir nicht vorstellen, dass sich dem jemand entziehen kann!