Platzhalter für Profilbild

Gisel

Lesejury Star
online

Gisel ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Gisel über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.10.2019

Mörderische Variante des täglich wiederkehrenden Murmeltieres

Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle
0

Eine rauschende Ballnacht soll es werden, als Familie Hardcastle auf ihr Anwesen Blackheath einlädt. Doch die Hintergründe dazu sind bitter: Vor einigen Jahren wurde der Sohn des Hauses tot aufgefunden, ...

Eine rauschende Ballnacht soll es werden, als Familie Hardcastle auf ihr Anwesen Blackheath einlädt. Doch die Hintergründe dazu sind bitter: Vor einigen Jahren wurde der Sohn des Hauses tot aufgefunden, die Eltern gaben der Tochter die Schuld, die danach auf ein französisches Internat gebracht wurde. Nun soll ihre erzwungene Verlobung stattfinden, genau am Jahrestag des ermordeten Jungen. Doch der Abend endet mit dem Mord an ihr, inszeniert als Selbstmord. Aiden Bishop soll herausfinden, wer daran Schuld trägt, und dafür wiederholt sich in einer unendlichen Schleife immer wieder dieser Tag, den er täglich im Körper eines anderen Gastes verbringt. Erst wenn es ihm gelingt, den Mörder zu finden, wird sich diese Schleife auflösen und er kann in sein eigenes Leben zurück.

Der Autor Stuart Turton hat sich eine mörderische Variante des täglich wiederkehrenden Murmeltieres einfallen lassen. Indem Aiden Bishop immer wieder den Körper wechselt, kommen immer wieder neue Aspekte des Mordes ans Tageslicht. Dabei muss Bishop vorsichtig sein, wem er vertrauen kann, denn es gibt Gegner, die diese Auflösung mit allen Mitteln verhindern wollen. Das lässt eine düstere Atmosphäre entstehen und heizt die Spannung zusätzlich an. Sehr gelungen finde ich, wie die Personen ausgearbeitet wurden, so dass die Geschichte äußerst authentisch wirkt. Die Auflösung kommt äußerst überraschend, mit keinem Gedanken hätte ich diese erraten können, doch das passt zu diesem verschachtelten Buch, das mit jeder gelesenen Seite mehr fasziniert. Dennoch ist die Geschichte nicht ganz einfach zu lesen, so mancher wird davon vermutlich enttäuscht sein. Wer jedoch dabeibleibt, wird mit einer äußerst spannenden Variante eines Krimis im Gewand des täglich wiederkehrenden Murmeltieres beschenkt.

Mich hat das Buch gut fesseln und unterhalten können, deshalb empfehle ich es gerne weiter und vergebe alle fünf möglichen Sterne.

Veröffentlicht am 04.10.2019

Auf Mörderjagd im Urlaub

Das Grauen in dir
0

Profilerin Andrea Thornton ist mit ihrer Familie in Urlaub auf der schottischen Insel Skye. Da bittet ein Polizist sie um Mithilfe bei einem Fall, der ihn schon seit Jahren umtreibt: Jedes Jahr wird ein ...

Profilerin Andrea Thornton ist mit ihrer Familie in Urlaub auf der schottischen Insel Skye. Da bittet ein Polizist sie um Mithilfe bei einem Fall, der ihn schon seit Jahren umtreibt: Jedes Jahr wird ein Junge im Teenageralter vergewaltigt, nun schon seit 13 Jahren. Zwei der Jungs überlebten, die anderen hat der Vergewaltiger ermordet. Andrea ist sehr schnell dazu bereit und erstellt kurzerhand ein Täterprofil, das schnell zu einer Festnahme führt. Doch der Täter ist gerissen, so schnell will er sich nicht geschlagen geben…

Es ist jedesmal von neuem faszinierend, wenn Andrea aus den vorliegenden Informationen und einigen wenigen gezielten Fragen ein Täterprofil ausarbeitet, das in kürzester Zeit zum Auffinden des Täters führt. Auch diesmal ist das sehr gelungen dargestellt, der Fall wirkt insgesamt äußerst realistisch, sowohl von der Ermittlertätigkeit her wie auch vom Privatleben der Profilerin, das auch in diesem Band eine Rolle spielt. Spannend ist es, sich mit Andrea auf die Suche nach wichtigen Hinweisen zu begeben. Auch für gefährliche Momente ist gut gesorgt in diesem Band. Bedingt durch den Urlaub der Protagonistin werden beim Lesen Urlaubsgefühle wach, wenn die schottische Landschaft in das Geschehen mit eingebunden wird.

Diese interessante Verquickung von Urlaubsgefühlen und spannendem Thriller hat mir sehr gut gefallen, deshalb muss ich das Buch, besser aber die gesamte Reihe unbedingt weiter empfehlen und vergebe sehr gerne alle 5 möglichen Sterne.

Veröffentlicht am 28.09.2019

Das Mittelalter spannend erklärt

Geheimnisvolle Welt des Mittelalters
0

Das Leben im Mittelalter – viele Kinder haben schon etwas davon gehört: von Ritterturnieren und Burgfräuleins, von stolzen Burgen und Festungen, von den Wikingern, die sich auf Raubzüge auf das Meer begeben ...

Das Leben im Mittelalter – viele Kinder haben schon etwas davon gehört: von Ritterturnieren und Burgfräuleins, von stolzen Burgen und Festungen, von den Wikingern, die sich auf Raubzüge auf das Meer begeben haben. Dieses Buch gibt einen umfassenden und gleichzeitig kindgerechten Einblick in eine Zeit, die in vielem so ganz anders ist als unser heutiges Leben.

Viele Themen aus dem Mittelalter werden aufgegriffen: das Leben in der Stadt und auf dem Land, mit vielen Facetten, die Kinder interessieren wie z.B. welche Kleidung getragen wurde, ob Kinder zur Schule gingen, wie eine Kathedrale gebaut wurde und noch vieles mehr. Der Text wird ergänzt durch Fotos und vor allem durch Illustrationen, die teilweise wie Wimmelbilder erscheinen, man kann vieles darauf entdecken. Die Informationen der Autorin finden sich gut in den Bildern wieder. Das Verhältnis zwischen Text und Illustrationen ist gut ausgewogen und lädt dazu ein, sich in das Buch zu vertiefen. Zum Schluss des Buches gibt es einen Teil zum Ausprobieren, es gibt Anleitungen zum Fladenbrot backen, Stoffe färben und einen Lederbeutel basteln. Das kindliche Interesse wird zunächst gut gestillt, das Buch kann aber auch gut als Gesprächsaufhänger verwendet werden, um weitere Informationen von den Erwachsenen einzufordern.

Dieses informative und schön aufgemachte Buch gibt für Kinder ab 8 Jahren einen guten Einblick in das Mittelalter mit einem verständlichen Text und üppigen Illustrationen, die zum Lesen und Betrachten einladen. Sehr gerne empfehle ich dieses Buch weiter und vergebe begeisterte 5 Sterne.

Veröffentlicht am 26.09.2019

Unbedingt empfehlenswert!

Erziehen ohne Schimpfen
0

Wer Kinder erzieht, wird sich immer wieder beim Schimpfen ertappen. Und sich hinterher fragen, ob das wirklich nicht anders geht. Die Autorin Nicola Schmidt bietet Hilfe genau in den Situationen, wenn ...

Wer Kinder erzieht, wird sich immer wieder beim Schimpfen ertappen. Und sich hinterher fragen, ob das wirklich nicht anders geht. Die Autorin Nicola Schmidt bietet Hilfe genau in den Situationen, wenn Eltern glauben, es gäbe keine andere Möglichkeit mehr. Sie hilft, aus der Schimpf-Falle herauszukommen.

Was habe ich schon nach Ideen gesucht, wie ich selbst aus der Schimpf-Falle herausfinde! Dieses Buch ist für mich wirklich hilfreich, es gibt neue Ideen und Anstöße, so dass jeder seinen eigenen Weg finden kann, um ohne Schimpfen und in einem konstruktiven Miteinander umzugehen. Nicola Schmidt erklärt die Hintergründe dazu: Was in solchen Situationen passiert, warum Eltern ausrasten, warum wir eigentlich gar nicht gerne schimpfen möchten, dass es zur Kindererziehung „ein ganzes Dorf“ braucht und eine Kleinfamilie damit eigentlich überfordert ist, und sie zeigt auf, wie Kinder sich fühlen und reagieren, wenn sie beschimpft werden. Sie zeigt aber auch auf, welche Möglichkeiten es gibt, aus einer belasteten Situation wieder herauszufinden, bietet Alternativen zum Schimpfen und vergisst dabei nicht, dass es allen Beteiligten gut gehen muss. Einzelne Situationen werden beispielhaft dargestellt, wobei klar ist, dass Kinder mitbestimmen, aber nicht die Bestimmer sind. Das Buch bietet den theoretischen Hintergrund und ist auf die Praxis zugeschnitten.

Dieser Ratgeber wird für mich immer bereit liegen zum Nachschlagen, Drin-rum-Schmökern, Neue-Ideen-holen und Alte-gute-Ideen-wiederaufleben-lassen. Man kann gar nicht alles auf einmal verarbeiten, bei jedem Durchblättern holt man sich neue Anstöße zur Veränderung. Dafür vergebe ich begeisterte 5 von 5 Sternen und empfehle das Buch unbedingt weiter.

Veröffentlicht am 12.09.2019

Ewas Reise in die Erinnerung

Die vorletzte Reise der Ewa Kalinowski
0

Ewa hat Krebs, ihr bleibt nicht mehr viel Zeit. Die aber will sie nutzen, und deshalb verkauft sie ihre Wohnung, kauft sich dafür ein Wohnmobil und bricht mit ihrem Freund Lukas und ihrem Hund Zizou zu ...

Ewa hat Krebs, ihr bleibt nicht mehr viel Zeit. Die aber will sie nutzen, und deshalb verkauft sie ihre Wohnung, kauft sich dafür ein Wohnmobil und bricht mit ihrem Freund Lukas und ihrem Hund Zizou zu einer Tour durch Europa auf. Es sind Orte, die mit einer Erinnerung verknüpft sind, die sie bereisen möchte. Während der Fahrt erzählt Ewa aus ihrem Leben.

Ewa ist eine resolute und gleichzeitig äußerst sympathische Frau, die ihre Meinung vehement vertritt. In Polen hatte sie bereits eine steile Karriere hinter sich, als sie mit ihrem Mann nach Österreich in die Freiheit floh, um dort als Krankenschwester zu arbeiten. Die niederschmetternde Diagnose meistert sie (teilweise zwangsläufig) mit viel Humor, der auch mal in Sarkasmus ausartet. Lukas hingegen ist eher ziellos im Leben, nach seinem Studienabschluss hat er sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser gehalten. Die Reise hat allerdings ein vorgegebenes Ende, und so ist dies auch keine übliche Reisebeschreibung, es ist eine Reise in Ewas Erinnerungen, die sie mit ganz bestimmten Orten und Speisen verknüpft. Und gleichzeitig eine Reise in den Abschied. Ewa hinterlässt vermutlich überall einen Eindruck, und auch mich hat dieses Buch besonders berührt.

Es ist erstaunlich, mit welcher Leichtigkeit diese Geschichte über eine tödliche Erkrankung daherkommt. Diese außergewöhnliche Geschichte möchte ich mit 5 Sternen bewerten und unbedingt weiter empfehlen.