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Veröffentlicht am 10.02.2017

Das Ende des Teufelsfürsten

Das Ende des Teufelsfürsten
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Der neue historische Roman von Silvia Stolzenburg „Das Ende des Teufelsfürsten“ ist der finale Band einer Trilogie. Die Vorgänger tragen die Titel „Der Teufelsfürst“ und „Das Reich des Teufelsfürsten“. ...

Der neue historische Roman von Silvia Stolzenburg „Das Ende des Teufelsfürsten“ ist der finale Band einer Trilogie. Die Vorgänger tragen die Titel „Der Teufelsfürst“ und „Das Reich des Teufelsfürsten“. Man kann den dritten Band ohne wesentliche Schwierigkeiten lesen, auch wenn man die Vorgänger nicht kennt. Dennoch würde ich aufgrund der charakterlichen Entwicklung von Vlad Draculea empfehlen, diese vorher zu lesen.

Inhaltsangabe (Quelle: Klappentext ):
Buda, März 1463: Als die vierzehnjährige Bojarentochter Floarea bei einem Bankett am Hof des ungarischen Königs plötzlich dem Mörder ihres Vaters gegenübersteht, werden alte Alpträume lebendig. Vlad Draculea, der entmachtete Woiwode der Walachei, ist zwar des Hochverrats beschuldigt worden. Doch seine Hinrichtung lässt auf sich warten. Anstatt ihn wie einen gemeinen Verbrecher zu behandeln, hat ihn der König unter Hausarrest gestellt und präsentiert ihn immer wieder als barbarische Attraktion an seinem Hof. Die Wut, der Hass und die Angst vor dem Ungeheuer, das über hunderttausend Menschen auf dem Gewissen hat, lassen Floarea den Entschluss fassen, den Woiwoden zu töten. Auch wenn sie dadurch ihr eigenes Todesurteil unterschreibt. Zur gleichen Zeit beschließt der fünfzehnjährige Carol, der Sohn von Vlad Draculea, endlich den Plan in die Tat umzusetzen, den er nach dem Fall seines Vaters geschmiedet hat: Er will herausfinden, ob seine ehemalige Spielgefährtin Floarea noch am Leben ist. Erbost über die Zustände am Hof seines Onkels Radu flieht er, als Sultan Mehmed ihn zum Befehlshaber seiner Armee von Panzerreitern ernennen will. Der Sultan setzt ein Kopfgeld auf ihn aus. Mit den Verfolgern auf den Fersen macht sich Carol auf zu einer Suche, die von Anfang an unter einem schlechten Stern steht...

Zuerst möchte ich die Gestaltung des Werkes positiv hervorheben. Ein Personenregister und eine hilfreiche Karte sind beigefügt wurden. Auch ein interessantes und aufschlussreiches Nachwort ist vorhanden. In diesem geht die Autorin nochmal auf das Leben von Vlad Draculea ein. Auch wird nochmal darauf eingegangen, warum aus der geplanten Dilogie eine Trilogie geworden ist und warum nach ein paar verstrichenen Jahren noch eine Fortsetzung geschrieben wurde. Ein kleiner Einblick in Fakten und Fiktion wird ebenfalls gewährt, welchen ich auch sehr lesenswert fand.
Der Schreibstil von Silvia Stolzenburg ist, wie ich es bereits aus vorherigen Büchern kannte, sehr angenehm. „Das Ende des Teufelsfürsten“ hat sich trotz entsprechender Thematik flüssig lesen lassen. Stolzenburg hat es geschafft, das Thema spannend, bildhaft und auch lebendig zu erzählen. Ich konnte mir die vergangene Zeit und auch Vlad Draculea gut vorstellen. Es wird packend erzählt, sodass man als Leser das Gefühl hat, dass man aktiv das Geschehen erlebt. Hierbei wird gekonnt die Fiktion mit den Fakten aus diversen historisch belegten Quellen verwebt. Nur zu oft habe ich mich gefragt, ob dies wirklich so hätte gewesen sein könnte – auch wenn oftmals fiktive Personen einen wesentlichen Anteil am Verlauf der Geschichte hatten.
Der Perspektivenwechsel wird gekonnt eingesetzt, um die Geschichte voranzutreiben und zusätzliche Spannung aufzubauen. Hierbei erzählt die Autorin aus verschiedenen Perspektiven, sodass der Leser einen umfangreichen Einblick in das Geschehen erlangt und auch dessen Gedankengänge nachvollziehen kann. Zum einen wird aus der Sicht der fiktiven Personen Floarea und Carol berichtet, auf der anderen Seite von der historischen Persönlichkeit Vlad Draculea. Diese Personen kennt man bereits aus den vorherigen Büchern und ist somit mit dessen Geschichte gut vertraut. Floarea musste unter der Herrschaft von Vlad Draculea einige schwere Schicksalsschläge erleiden und ist nur knapp mit dem Leben davongekommen. Sie versucht sich ein neues Leben aufzubauen und will dabei ihr altes hinter sich lassen und dieses überwinden oder vergessen. Als sie als Vorleserin an den ungarischen Hof der Königin eingestellt wird, ist dies ein Lichtblick für sie. Doch als dann Vlad Draculea auch an diesen Hof gebracht wird, beginnt sich ein Plan in ihr zu entwickeln. Mir gefällt es, dass Floarea durchaus nicht so perfekt dargestellt wird. Sie hat ihre Fehler und trotz harter Schicksalsschläge ist sie dennoch noch eine junge Frau, die ihre Erfahrungen erst sammeln muss. Ein weiter wichtiger Charakter ist der Sohn von Vlad namens Carol. Er flüchtet vor seinem Onkel und will ebenfalls an den ungarischen Hof. Er will Rache an seinem Vater und es ist interessant zu lesen, wie er flieht und wie er versucht, seinen Plan umzusetzen. Dabei muss er einige Hürden meistern. Dennoch fand ich seinen Erzählstrang am schwächsten, leider konnte er mich nicht so richtig packen. Dafür fand ich die Darstellung von Vlad Draculea umso gekonnter. Diese war meiner Meinung nach sehr gelungen. Man bekommt Einblicke in seine Gedankengänge, wenn aus seiner Perspektive berichtet wird und ich fand es echt interessant, wie er sich im Verlauf zu den vorherigen Büchern entwickelt hat. Vlad musste schon eine wirklich furchteinflößende und respektzollende Persönlichkeit gewesen sein.
Gut hat mir auch gefallen, dass der Leser einen kleinen Einblick in das damalige medizinische Wissen gewinnen konnte. Die damaligen Ansichten können wir heute vielleicht nicht immer ganz nachvollziehen, dennoch fand ich es sehr interessant. Auch die Kenntnisse über das damalige Weltbild haben mir gefallen.
Schade fand ich es, dass ein paar kleine Fragen unbeantwortet geblieben sind. Diese waren zwar nicht essentiell und es ist für den Verlauf der Geschichte nicht wesentlich gewesen, dennoch hätte ich mich einfach darüber gefreut. Leider hat mir persönlich auch der Erzählstrang um Radu etwas gefehlt, zu gerne hätte ich noch etwas über diesen Charakter gelesen. Der Fokus liegt in diesem Buch doch stark auf dem Hauptstrang, sodass wir als Leser nicht viel aus dem Orient erfahren.

Alles in allem ist „Das Ende des Teufelsfürsten“ von Silvia Stolzenburg ein gelungener Abschluss der Reihe rund um die historische Person Vlad Draculea. Das Buch ist spannend geschrieben und bietet noch ein paar Einblicke in das mögliche Leben dieser Persönlichkeit. Hierfür möchte ich 4 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 20.11.2016

Rabenkuss

Rabenkuss
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Der neue fantastische Jugendroman von Anja Ukpai namens „Rabenkuss“ ist der zweite und finale Band rund um den Teenager June und dem geheimnisvollen Rabenlord. Hierbei ist es sinnvoll, dass man bereits ...

Der neue fantastische Jugendroman von Anja Ukpai namens „Rabenkuss“ ist der zweite und finale Band rund um den Teenager June und dem geheimnisvollen Rabenlord. Hierbei ist es sinnvoll, dass man bereits den ersten Teil „Rabenherz“ gelesen hat, denn „Rabenkuss“ schließt nahtlos an den Vorgänger an.

Inhaltsangabe (Quelle: Klappentext):
June ist bis über beide Ohren in Jacob verliebt und kann es gar nicht abwarten, ihn endlich wieder in die Arme zu schließen. Als sie aber erneut von geisterhaften Erscheinungen heimgesucht wird, ist sie sich sicher, dass der Rabenlord wiedererwacht ist. Wie zornig er ist, zeigt sich, als einer von Junes Mitschülern sich plötzlich in Luft auflöst – nur eine Handvoll Federn bleibt zurück. June bekommt es mit der Angst zu tun. Sie muss herausfinden, wer der Rabenlord ist, bevor noch Schlimmeres geschieht. Doch welche Rolle spielt Jacob dabei? Ist er vielleicht sogar selbst in Gefahr?

Der erste Teil hat mich hin- und hergerissen. Die Grundidee hat mir wirklich gut gefallen, dennoch konnte mich dieser nicht vollständig überzeugen. Und auch bei der Fortsetzung bin ich zwiegespalten.
Der Schreibstil von Anka Ukpai ist leicht und jugendhaft. Der Jugendroman hat sich flüssig lesen lassen und auch diesmal fliegen die Seiten nur so dahin. Auch diesmal haben mir die Kapitelanfänge wieder gut gefallen. Diese sind zum Beispiel Einträge aus dem Tagebuch des Rabenlords, Passagen aus den Büchern des fiktiven Mediums Jadoo oder auch Zitate von Shakespeare. Diese haben gut zum Inhalt gepasst und haben das Werk noch zusätzlich interessant gemacht. Ukpai schafft es, das Buch permanent spannend zu halten. Viele unverhoffte Wendungen und Konflikte, die es zu lösen gilt, werden eingebaut. Auch die offenen Fragen aus dem ersten Band werden beantwortet. Zusätzliche Fragen werden aufgeworfen und ebenfalls beantwortet. Als Leser erfährt man endlich mehr über die Prophezeiung und den Fluch des Rabenlords. Ich finde, dass dies geschickt umgesetzt wurde. Denn diese Prophezeiung muss erst vollständig gefunden werden und wird gekonnt in den Verlauf der Geschichte eingebaut. Auch inhaltlich konnte mich die Prophezeiung überzeugen, ich fand diese durchaus gelungen und überzeugend.
Im zweiten Teil „Rabenkuss“ steht wieder June im Mittelpunkt. Sie ist die heimliche Stipendiatin des Internats Saint Gilberts. June ist über beide Ohren in den Neuling Jacob verliebt. Jedoch ist diese Verliebtheit ein Wechselbad der Gefühle. In der einen Situation küsst er sie, nur um am folgenden Tag mit Junes Rivalin Rachel zu flirten. Zwar wirkt June auf der einen reifer im Vergleich zum ersten Teil- sie will die Prophezeiung erfüllen und den Rabenlord finden und geht dabei auch Risiken ein. Dennoch wirkt sie auf mich immer noch recht naiv. Lässt sich nur zu gerne von ihren Gefühlen leiten. Leider ist sie für meinen Geschmack noch immer recht weinerlich, mir ist dies ein bisschen zu viel Teenager.
Die Aufklärung in Bezug auf den Rabenlord fand ich recht interessant und auch die Umsetzung, wie June zur Auflösung dieses Rätsels gelangt, hat mir gut gefallen. Meine Vermutung, wer denn der Rabenlord sein könnte, hat sich jedoch bestätigt. Die eingestreuten Hinweise kann man mit ein bisschen Aufmerksamkeit recht frühzeitig deuten und somit auch die richtigen Schlussfolgerungen ziehen. Aber dass sich meine Vermutung bestätigt hat, hat dem Lesevergnügen keinen Abbruch getan.
Schade finde ich es, dass die Nebencharaktere auf mich immer noch recht blass gewirkt haben. June wird recht ausführlich beleuchtet, doch ihre Familie und ihre besten Freunde wirkten auf mich recht eindimensional. Nur auf Tante Phoebe wird mehr eingegangen.
Außerdem finde ich, dass im zweiten Teil etwas die Atmosphäre verloren geht. In „Rabenherz“ fand ich die mystische Atmosphäre sehr gekonnt, fast spürbar. In „Rabenkuss“ hat mir diese etwas gefehlt. Ich kann hierbei gar nicht genau festmachen, woran dies liegt. Es gibt auch im zweiten Teil einige Szenen mit Geistern oder auch geheimnisvollen Raben, dennoch wird meiner Meinung nach keine überzeugende Atmosphäre aufgebaut.

Anja Ukpai hat mit „Rabenkuss“ eine spannende Fortsetzung geschrieben. Mir haben die Grundidee und auch der Schreibstil gut gefallen. Leider war mir die naive und weinerliche Art der Protagonistin June manchmal etwas zu viel. Hierfür möchte ich 3,5 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 20.11.2016

Wenn ihr schlaft

Wenn ihr schlaft
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Luke Delaney hat mit „Wenn ihr schlaft“ den dritten Teil rund um den Ermittler Sean Corrigan und dessen Team geschrieben. Dieser lässt sich auch gut ohne Vorkenntnisse aus den Vorgängern „Mein bist du“ ...

Luke Delaney hat mit „Wenn ihr schlaft“ den dritten Teil rund um den Ermittler Sean Corrigan und dessen Team geschrieben. Dieser lässt sich auch gut ohne Vorkenntnisse aus den Vorgängern „Mein bist du“ und „Für immer mein“ lesen.

Inhaltsangabe (Quelle: Klappentext):
Celia Bridgeman erlebt den Albtraum jeder Mutter: Eines Morgens liegt ihr kleiner Sohn George nicht mehr in seinem Bett. Sean Corrigan und sein Team werden auf den Fall angesetzt. Noch bevor erste Ermittlungsergebnisse vorliegen, verschwindet ein weiteres Kind. Auf den ersten Blick gibt es keine Verbindung zwischen den Familien der entführten Kinder, keine Spur, die zum Täter führen könnte. Doch Corrigan weiß: Er muss ihn stellen - bevor ein weiteres Kind in seine Fänge gerät.

Bisher kenne ich nur „Mein bist du“ von Luke Delaney. Daher war ich sehr gespannt, wie der Autor sich nach dessen Debütroman gewandelt hat und auch wie sich das Ermittlungsteam entwickelt hat.
Auch diesmal ist der Erzählstil von Luke Delaney wieder recht angenehm und temporeich, das Buch hat sich flüssig lesen lasen. Ich war gespannt, wie diesmal die Ermittlungsarbeiten laufen könnten, in welche menschlichen Abgründe wir diesmal entführt werden. Hierbei ist dieser Thriller recht unblutig und dennoch schafft es der Autor, Spannung aufzubauen. Leider empfand ich den Mittelteil etwas schwächer. Der Einstieg in das Buch ist recht interessant und spannend gestaltet. Man erfährt aus erster Hand, wie ein Kind aus dem Elternhaus entführt wird. Auch die Reaktion der Familie am nächsten Morgen, als das Verschwinden bemerkt wurde, erfährt man als Leser recht direkt. Ebenfalls werden die ersten Eindrücke des Tatortes ganz gut beschrieben. Meiner Meinung nach kann diese Spannung jedoch nicht permanent gehalten werden. Nach den ersten Ermittlungen drehen sich die Ermittlungen im Kreis. Durch die Perspektive aus der Sicht des Täters erhält der Leser kurze Einblicke in das Verhalten des Täters, jedoch ohne dass dessen Identität verraten wird. Erst ziemlich spät lernt der Leser diesen konkreter kennen, lernt dadurch den Täter und auch dessen Beweggründe besser zu verstehen. Erst auf den letzten hundert Seiten schafft es der Autor wieder mehr Fahrt aufzunehmen und die Spannung zu steigern. Die Überführung des Täters empfand ich jedoch als recht unspektakulär – irgendwie wirkte es auch mich unvollständig.
Was mir auch wieder gut gefallen hat: Auch in diesem Teil werden Irrwege im Verlauf der Ermittlungsarbeit aufgeführt. Nicht alle Indizien, die verfolgt werden, bringen das Team zum erhofften Erfolg. Zu Beginn des Thrillers versteift sich Corrigan auf einen Verdächtigen und glaubt recht lange, dass dieser der Täter sein könnte. Doch recht schnell wird klar, dass dies nicht der Fall ist. Sean Corrigan fängt an, an sich und auch an seiner Begabung zu zweifeln. Er glaubt, dass er diese verloren hat, dass er nicht mehr in die Täter hineinblicken kann und dessen seelischen Abgründe und die Beweggründe erkennen kann, so wie er es vorher konnte. Er fühlt sich ziemlich hilflos und verzweifelt immer mehr. Dadurch macht er Fehler, die er im ersten Teil bestimmt noch nicht gemacht hätte. Man merkt dessen innere Zerrissenheit. Auch hält er sich nicht immer an die Vorschriften, er bricht auch mal die Regeln, damit er den Täter überführen kann. Seine Entwicklung im Vergleich zum ersten Teil hat mich am meisten überzeugen können. Ich fand, dass dieser innere Konflikt gut dargestellt wurde. Ich finde es gut, dass ein Mann in diesem Beruf auch mal Schwäche zeigt. Dass ihn all dies, was er sieht und erlebt, nicht unberührt lässt. Auch Sally muss unter den Folgen der Polizeiarbeit leiden, jedoch wird ihr Konflikt nicht so sehr in diesem Buch ausgebaut.

Alles in allem ist „Wenn ihr schlaft“ von Luke Delaney ein gelungener Thriller, der sich flüssig lesen lässt. Jedoch konnte er mich nicht hundertprozentig überzeugen. Und im Gegensatz zum ersten Teil hat er meiner Meinung nach leider ein paar kleine Längen. Daher kann ich nur 3,5 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 25.09.2016

Wedora

Wédora – Staub und Blut
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Markus Heitz hat mit „Wedora – Staub und Blut“ sein neustes fantastisches Werk veröffentlicht. Dies ist bisher ein Einzelband und lässt sich ohne Vorkenntnisse aus anderen Werken von Markus Heitz gut lesen.

Inhaltsangabe ...

Markus Heitz hat mit „Wedora – Staub und Blut“ sein neustes fantastisches Werk veröffentlicht. Dies ist bisher ein Einzelband und lässt sich ohne Vorkenntnisse aus anderen Werken von Markus Heitz gut lesen.

Inhaltsangabe (Quelle: Klappentext):
Im Mittelpunkt einer gigantischen Wüste liegt die schwer befestigte Stadt Wédōra. Sämtliche Handelswege der fünfzehn Länder rings um das Sandmeer kreuzen sich hier, Karawanen, Kaufleute und Reisende finden Wasser und Schutz. In diese Stadt verschlägt es den Halunken Liothan und die Gesetzeshüterin Tomeija. Die beiden kommen zum ungünstigsten Zeitpumkt in die Stadt, steht Wédōra doch kurz vor einem gewaltigen Krieg, denn die Grotte mit der unerschöpflichen Quelle, die die Stadt zum mächtigen Handelszentrum hat aufsteigen lassen, war einst das größte Heiligtum der Wüstenvölker. Nun rufen die geheimnisvollen Stämme der Sandsee zum Sturm auf die mächtige Stadt. Liothan und Tomeija geraten schnell in ein tödliches Netz aus Lügen und Verschwörungen, besitzen sie doch Fähigkeiten, die für viele Seiten kriegsentscheidend sein können.

Zuerst möchte ich die Gestaltung des Buches loben. Das Gesamtkonzept war einfach stimmig. Es sind hilfreiche Karten, Personenregister und ein umfangreiches Glossar beigefügt wurden. All dies sind Zusatzmaterialien, die ich beim Lesen gerne zur Hilfe genommen habe, um mich besser in Wedora oder Telonia zurechtzufinden. Auch die Covergestaltung hat zum Inhalt des Werkes gepasst.
Den detaillierten und bildhaften Schreibstil von Markus Heitz kenne ich bisher aus mehreren vorherigen Werken aus seiner Feder. Auch diesmal hat mir sein angenehmer Erzählstil wieder sehr gefallen und „Wedora“ hat sich flüssig lesen lassen. Heitz hat es auch diesmal wieder geschafft, mich mit seinem Werk in den Bann zu ziehen und in eine fremde Welt einzutauchen. Das Buch ist durchweg spannend gestaltet, es gibt einige Wendungen, die ich so nicht erwartet hätte. Der Autor Markus Heitz hat es sich auch diesmal nicht nehmen lassen, ein paar blutige Szenen mit einzuarbeiten. Diese sind teilweise nicht für Zartbesaitete geeignet. Die Wüstenstadt Wedora bzw. die Welt, die um diese Stadt herum aufgebaut wurde, fand ich sehr interessant und konnte mich überzeugen. Hier werden viele Kleinigkeiten eingearbeitet, welche diese Welt spannend gestaltet. Auch Telonia hat einiges zu bieten – ähnelt Walfor im Königreich Telonia eher einem Dorf in der Nähe eines Waldes zu Zeiten des Mittelalters, in der Witgos – also Hexer – so gut wie ausgelöscht wurden sind. Mir haben beide Atmosphären der jeweiligen Welten recht gut gefallen, wobei mir Wedora eher zugesagt hat. Diese Wüstenstadt hatte etwas Geheimnisvolles und exotisches. Telonia wirkte eher ruhig und in sich geruht auf mich. Der Gegensatz der jeweiligen Atmosphären der beiden Welten konnte mich überzeugen. Auf das Konzept von Wedora wird im Verlauf des Buches mehr eingegangen und so lernen wir einiges über die Entstehung der Stadt, aber auch über das Leben und dessen Gefahren dort. Dieses hat mir zugesagt. Am Anfang dachte ich noch, dass dieses eigentlich recht durchdacht wirkte. Doch im Verlauf der Geschichte musste ich immer mehr erkennen, dass dies eher Trug ist. In Wedora bröckelt es an einigen Stellen und nicht alles ist so verlockend, wie es auf den ersten Blick erscheinen könnte. Die Stadt birgt viele Geheimnisse und nicht alle stellen sich als positive Überraschungen heraus.
Der Autor Markus Heitz schafft es auch diesmal wieder, interessante und vielseitige Protagonisten zu erschaffen. Hierbei stehen der Holzfäller Liothan und die Gesetzeshüterin Tomeija, beide aus dem Königreich Telonia, im Mittelpunkt. Diese werden zu Beginn des Buches von einem Witgo in eine fremde Welt befördert. Beide gelangen in eine Wüste und müssen sich dort zurechtfinden – nach einigen Schwierigkeiten gelangen sie in die Wüstenstadt Wedora und müssen dort einige Hürden meistern. Recht schnell werden die beiden voneinander getrennt. Der Leser kann so anhand von zwei Erzählperspektiven die unterschiedlichsten Ecken von Wedora kennenlernen. Einige Abenteuer müssen gemeistert werden und nicht selten stehen die beiden Protagonisten vor einem großen Problem, welches unüberwindbar erscheint. Von den beiden Protagonisten hat mir Tomeija eher zugesagt. Sie ist eine clevere Frau, die kampferfahren ist und etwas Geheimnisvolles hat. Liothan kämpft zwar auch auf seine ganz eigene Art für das Recht, ist in seiner Welt so etwas wie Robin Hood, doch manchmal hatte er mir einfach mehr Glück als Verstand gehabt. Aber auch die Nebencharaktere konnten mich überzeugen. Viele wirkten auf mich durchaus durchdacht und waren auch für den Verlauf der Geschichte relevant. Es gab hier einige interessante Charaktere und auch Kreaturen. In einem dritten Erzählstrang wird das Geschehen in Telonia beleuchtet. Dieser ist meistens nicht so umfangreich. Dennoch fand ich das durchaus ausreichend. Nach diesem Erzählstrang wird meist ein kursives Zwischenkapitel eingefügt. Dieses berichtet aus Reisetagebüchern oder Stadtchroniken oder ähnlichen Werken. Als Leser erfährt man so Wissenswertes über Wedora und dessen angrenzenden Länder. Meist waren diese recht interessant, teilweise auch hilfreich. Andere jedoch fand ich überflüssig und haben eher den Lesefluss gestört.
Etwas schade fand ich, dass viele interessante Handlungsfäden angefangen werden, auch weitergesponnen werden, aber dann im Verlauf des Buches einfach fallengelassen werden. Nicht alle Geheimnisse oder Andeutungen werden aufgedeckt, ein paar offene Fragen bleiben bestehen. Es werden viele interessante Gedankengänge eingebracht, doch leider nicht alle zu Ende erzählt. Im Nachwort deutet Heitz an, dass „Wedora – Blut und Staub“ bisher ein Einzelband ist, er es sich aber offen hält, ob eine Fortsetzung erscheinen wird. Potential hierfür hat dieses Fantasy- Buch auf jeden Fall. Ebenfalls schade fand ich es, dass der Daremo, der Herrscher über Wedora, nicht näher beleuchtet wird. Es erfolgen viele Andeutungen, die alle recht nebulös sind, aber etwas Konkretes bekommt der geduldige Leser leider nicht.
Das Ende hat mich persönlich überrascht. Damit hatte ich eigentlich nicht gerechnet gehabt, ich hätte eine andere Richtung vermutet. Nach kurzer Überlegung meinerseits ist es jedoch stimmig und passt irgendwie zur Atmosphäre des Buches.

Ich möchte an das neuen Fantasy- Werk „Wedora – Staub und Blut“ von Markus Heitz vier Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Tödliche Berührung

Goddess of Poison - Tödliche Berührung
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Die Autorin Melinda Salisbury hat mit „Goddess of Poison – Tödliche Berührung“ ihr Debüt geschrieben. Dieses Buch ist ein Jugendroman mit leichten Fantasy- Elementen, welcher aber auch gut für Erwachsene ...

Die Autorin Melinda Salisbury hat mit „Goddess of Poison – Tödliche Berührung“ ihr Debüt geschrieben. Dieses Buch ist ein Jugendroman mit leichten Fantasy- Elementen, welcher aber auch gut für Erwachsene geeignet ist. Auch ist der der Auftakt einer Trilogie.


Inhaltsangabe (Quelle: Klappentext):
Ich bin die perfekte Waffe. Ich töte mit nur einer Berührung.
Twylla ist gesegnet. Die Götter haben sie dazu auserwählt. Einmal die Frau des Kronprinzen zu werden und an seiner Seite das Land zu regieren. Aber die Gunst der Götter hat ihren Preis: Unter Twyllas Haut fließt giftiges Blut. Wer bei der Königin in Ungnade fällt, den muss Twylla mit ihrer Berührung töten. Nur Lief, ihr neuer Wächter, blickt hinter Twyllas Fassade aus Angst und Pflichterfüllung und erkennt das Mädchen, das sie in Wahrheit ist. Doch die Wahrheit kann gefährlich sein und die Grundfesten eines ganzen Landes erschüttern…

Die Gestaltung des Buches hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Das Cover ist ansprechend und passt zum Inhalt des Buches. Auch eine hilfreiche Karte ist beigefügt wurden, sodass man über die Welt einen besseren Überblick erhält. Diese erfunden Welt ist recht vielseitig und ist interessant dargestellt wurden. Im Verlauf des Buches lernt man etwas über diese fremdartige Welt und dessen Länder, über deren Geschichten aber auch über dessen Mythen und Legenden und auch über die unterschiedlichen Religionen.
Der Erzählstil von Melinda Salisbury ist leicht und bildhaft, das Buch hat sich flüssig lesen lassen. Schnell ist man mitten in der Geschichte. „Goddess of Poison – Tödliche Berührung“ wird aus der Ich- Perspektive erzählt. Hierbei wird aus dem Blickwinkel der jungen Protagonistin Twylla berichtet. Als Leser erfährt man aus ihrer Sicht, was sie erlebt und wie sie zu den einzelnen Charakteren steht – auch was in ihrem Inneren vorgeht erfährt man als Leser aus dieser Perspektive.
Im Mittelpunkt des Buches steht eindeutig das Mädchen Twylla. Sie ist die Wiedergeburt der Daunen, der Tochter der angebeteten Götter. Twylla hat die Besonderheit, dass sie durch eine Berührung Menschen töten kann und sie sieht sich selber als der Scharfrichter der Königin. Denn sie wird von der Königin dazu benutzt, dass sie Hochverrätern mit einer Berührung den Tod bringt. Außerdem soll Twylla später den Kronprinzen heiraten und somit selber mal Königin über das Reich Lormere werden. Da Twylla wertvoll und gefährlich zugleich ist, lebt sie im königlichen Schloss. Daher lebt sie recht isoliert, die Menschen meiden sie und selbst ihre Wächter halten es nicht lange in die Position aus und wechseln daher öfters. Es ist nicht verwunderlich, dass Twylla durch ihr abgeschiedenes Leben meist noch recht naiv und weltfremd wirkt. Auch hat sie sich mit ihrer Position und damit auch mit ihrem Schicksal abgefunden. Selten hinterfragt sie ihre aktuelle Lage.
All dies ändert sich, als der Tregellaner Lief ihr neuer Wächter wird. Lief ist ein interessanter und vielseitiger Charakter, der durch seinen Charme besticht und mir sofort sympathisch war. Aber auch der Prinz Merek ist komplex dargestellt. Er hadert mit seinem Schicksal Zu Beginn der Geschichte bin ich nicht sofort mit ihm warm geworden, aber im Verlauf der Geschichte lernt man ihn und seinen Standpunkt besser kennen, kann seine Gedanken besser nachvollziehen und sich in ihn hineinversetzen. Der typische Bösewicht ist in diesem Werk eindeutig die Königin. Sie ist machthungrig und schnell fällt man bei ihr in Ungnade und wird des Hochverrates angezeigt.
Das Buch besticht durch einige Wendungen, wobei leider nicht alle so unvorhersehbar sind. Twylla gerät in eine Zwickmühle und muss eine folgenschwere Entscheidung treffen. Was mir aber gefallen hat, Twylla wächst an ihren Aufgaben und entwickelt sich im Verlauf der Geschichte. Am Ende des Buches wirkt sie definitiv reifer. Leider wird mir persönlich der Schwerpunkt manchmal zu sehr auf die Liebesgeschichte gelegt. Zu gerne hätte ich mehr von dem Drumherum gelesen. Da „Goddess of Poison – Tödliche Berührung“ jedoch der Auftakt zu einer Reihe ist, hoffe ich, dass dieses Potential in den folgenden Bänden genutzt wird. Enden tut dieses Werk mit einem bösen Cliffhanger, sodass man am liebsten sofort weiterlesen möchte, da man als Leser nur zu gerne wüsste, wie es wohl weitergehen wird.

Mir hat der Debütroman „Goddess of Poison – Tödliche Berührung“ von der Autorin Melinda Salisbury gut gefallen. Zu gerne würde ich lesen, wie es weitergeht und hoffe, dass das Potential in den nächsten Büchern genutzt wird. Auch bin ich auf die spätere charakterliche Entwicklung gespannt. Hierfür möchte ich 4 Sterne vergeben.