Interessant, spannend und ehrlich
Die geteilten Jahre
INHALT:
13. August 1961: Einen Tag, nur einen Tag kommen Wolfgang Leipold, seine Frau und ihr Sohn Marcus zu spät. Nun sind die Grenzen in den Westen dicht, eine Mauer versperrt ihnen den Weg in die Freiheit ...
INHALT:
13. August 1961: Einen Tag, nur einen Tag kommen Wolfgang Leipold, seine Frau und ihr Sohn Marcus zu spät. Nun sind die Grenzen in den Westen dicht, eine Mauer versperrt ihnen den Weg in die Freiheit und es gibt kein Entkommen mehr. Widerwillig müssen sie im Osten bleiben. Die Jahre vergegen und Marcus ist inzwischen verheiratet und hat eine kleine Tochter. In der ganzen Zeit ist auch in ihm der Wunsch entstanden, die DDR zu verlassen. Durch einen glücklichen Zufall gelingt es ihm , in den Westen zu gehen, allerdings ohne seine Familie. Nun muss er unbedingt einen Weg finden, auch seine Frau und seine Tochter nachzuholen. Bei einem Versuch, wird er verhaftet und plötzlich überschlagen sich der Ereignisse.
MEINE MEINUNG:
Ich bin in der DDR geboren und habe die Wende mit 16 Jahren erlebt. Daher interessiert mich dieses Thema besonders und so musste ich auch unbedingt das Buch lesen. Und es beginnt, mit dem Fluchtversuch 1961, auch gleich sehr spannend und fesselnd. Dann folgen die Jahre in der DDR und man merkt sofort, wie genau hier recherchiert wurde. Sehr ausführlich wird über das anstrengende und beengte Leben erzählt, über die Schwierigkeiten, sich alltägliche Dinge zu beschaffen und auch über die Einfallsreichtum und die Solidarität untereinander. Der Autor erzählt aus eigener Erfahtung und das merkt man auch. Viele Dinge sind mir beim Lesen auch wieder eingefallen und es wirkkt alles sehr authentisch. Die Hilflosigkeit, das Ausgeliefertsein und die Angst der Menschen kommt besonders gut zum Ausdruck. Jederzeit kann etwas passieren, jederzeit hört einer mit- das macht einfach nur mürbe. Man spürt beim Lesen förmlich den starken Willen der Menschen, ihre Träume und Sehnsüchte und ihr Fernweh. Oft bekam ich beim Lesen eine Gänsehaut und am Ende standen mir die Tränen in den Augen. So ergreifend, so nah und so echt. Heute noch der Wahnsinn.
FAZIT:
Sehr ehrlich, sehr eindrucksvoll, sehr emotional und sehr detailverliebt. Dieses Buch ist ein Muss und diese Zeit darf nicht vergessen werden. Und Matthias Lisse hat mit dieser wunderbaren und interessanten Geschichte dazu beigetragen.