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Veröffentlicht am 03.12.2019

Die Schafe ermitteln wieder, humorvoll, poetisch und melancholisch

Garou
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Inhalt:
Es ist Winter geworden in Frankreich und gemeinsam mit ihrer Schäferin Rebecca erleben die Schafe von Glennkill hautnah mit, dass scheinbar ein Werwolf sein Unwesen in den Wäldern nahe des geheimnisvollen ...

Inhalt:
Es ist Winter geworden in Frankreich und gemeinsam mit ihrer Schäferin Rebecca erleben die Schafe von Glennkill hautnah mit, dass scheinbar ein Werwolf sein Unwesen in den Wäldern nahe des geheimnisvollen Schlosses treibt. Die Schafe beginnen mit ihren Ermittlungen und bemerken bald, dass sie dieser Sache nur geschlossen als Herde und mit viel Köpfchen und Mut begegnen können. Einige Dinge scheinen nämlich wirklich sehr seltsam: Die sehr blutig im weissen Schnee drapierten Rehe, die geheimnisvoll vor sich hin quakenden Menschen - insbesondere der Schlossherr, der Gesichter macht - und die zerfetzten roten Kleidungsstücke ihrer Schäferin. Zum Glück verstehen die Ziegen auf der Nachbarweide das Quaken der Menschen und können auch sonst mit einigen Tipps und Tricks weiterhelfen, wo die Schafe im Dunkeln tappen.

Meine Meinung:
Vielleicht erinnert ihr euch noch an meine begeisterte Rezension zu "Glennkill", das ich vor ein wenig mehr als drei Jahren gelesen habe. Deshalb habe ich sofort zugegriffen, als ich vor einigen Monaten dann auch noch "Garou" auf einem Büchertisch gratis zum Mitnehmen vorfand und ich kann euch jetzt schon verraten, dass ich hin und weg war von dieser Fortsetzung. Zuerst einmal hat mir das Setting sehr gut gefallen: ein einsam gelegenes Schloss in Frankreich, ein Wald und eine Schaf-, sowie eine Ziegenweide. Sonst gibt es nur ein paar Anwohner, aber ansonsten bleibt alles sehr einsam, still und auch ein wenig unheimlich. Die Ruhe währt aber - klar - nur kurz und ein paar richtiggehend zerfetzte Rehe liegen plötzlich im weissen Schnee. Weiter hat mich überzeugt, wie die Schafe wieder die Ermittlungen übernehmen und dies sogar mit der aussergewöhnlich originellen Hilfe einer Ziegenherde. Es herrscht zwar eine spezielle Hass-Liebe zwischen den beiden Herden, aber schnell merken die Schafe, was sie alles von den Ziegen lernen können und umgekehrt. Enorm witzig, klug, poetisch und sprachgewandt wird hier eine Geschichte erzählt, in der die Franzosen Menschen sind, die in den Ohren der die Englische Sprache gewohnten Schafe "quaken", in der es einen Schlossherr gibt, der Gesichter machen kann, in der aber auch Menschen auftauchen, die Rehe jagen und die einen Garou in sich tragen.

Schreibstil:
Man stelle sich vor, man sei ein Schaf...schwierig, oder nicht? Aber es gelingt Leonie Swann auch in diesem Buch, sich mit viel Feingefühl, äusserst humorvoll und ein wenig philosophisch in ein Schaf hineinzuversetzen. Dinge, die für uns Menschen selbstverständlich sind, würden Schafe also ganz anders "benennen". Dinge, die für Schafe selbstverständlich sind, nämlich, wie man grast oder auch, dass man Zigarettenstummel nicht essen sollte, erscheinen den Menschen im Buch nicht wirklich als logisch. Anders als im Erstling der Autorin kommt in Garou eine ganz andere Stimmung auf. Die ist nicht düster, sondern melancholisch. Der Winter ist da, der Tod greift um sich und so tragen die Schafe nicht nur Vorfreude auf den nahenden Frühling, sondern auch einige Gedanken um das eigene Sterben und Vergehen mit sich. Vor allem die inneren Monologe des Leitwidders, des Winterlamms oder auch des Garous haben wir diesbezüglich wirklich sehr gut gefallen. Schade, dass bisher kein weiterer Schafskrimi der Autorin erschienen ist, ich würde das Buch sofort verschlingen. Nun werde ich mir halt bald die anderen beiden Krimis gönnen, die Leonie Swann in der Zwischenzeit geschrieben hat.

Meine Empfehlung:
Sehr gerne empfehle ich euch auch den zweiten Schafskrimi von Leonie Swann weiter. Ich bin mir aber sicher, dass es sehr sinnvoll ist, zuerst "Glennkill" und dann erst "Garou" zu lesen. Schliesslich hat die Herde in der Zwischenzeit eine grosse Entwicklung durchgemacht.

Veröffentlicht am 04.11.2019

Überraschend tiefgründig, sehr humorvoll und romantisch

Die Zeit der Weihnachtsschwestern
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Inhalt:

Einmal mehr erwacht unsere Protagonistin Suzanne schweissgebadet aus einem Alptraum. Die mütterliche, fürsorgliche und vor allem äusserst kreative Protagonistin des vorliegenden Buches hat eine ...

Inhalt:

Einmal mehr erwacht unsere Protagonistin Suzanne schweissgebadet aus einem Alptraum. Die mütterliche, fürsorgliche und vor allem äusserst kreative Protagonistin des vorliegenden Buches hat eine schwere Bürde zu tragen, die sie auch Jahre später noch bis in ihre Träume verfolgt. Gemeinsam mit ihrem Mann Stewart hat sie es zwar geschafft, den drei Schwestern Posy, Hannah und Beth ein Zuhause voller Liebe zu schaffen, aber die drei jungen Frauen gehen alle ganz unterschiedlich mit der Katastrophe um, die damals ihr Leben und ihre Familie in den Grundfesten erschüttert hat. So erstaunt es nicht, dass gerade die Weihnachtszeit eine Zeit voller trauriger Erinnerungen, unausgesprochener Erwartungen und gesagten oder gedachten Vorwürfen ist. Können die einzelnen Familienmitglieder endlich aufeinander zugehen und sich ihrer Vergangenheit stellen?


Meine Meinung:

Sarah Morgan kenne ich bereits von der Snow Crystal-Reihe (wenn ich auch davon lediglich die Winterbände gelesen habe) und vom Buch "Für immer und einen Weihnachtsmorgen, das ebenfalls der Abschloss einer Reihe ist.

Von "Die Zeit der Weihnachtsschwestern" habe ich deshalb eine eher leichte, romantische Komödie mit ein wenig Tiefgang und vor allem dem einen oder anderen ganz grossen Liebesgeständnis erwartet. Dem war zwar schon so, wenn auch Sarah Morgan sich hier ein Thema ausgewählt hat, das niemanden kalt lässt, eine Tragödie, welche das Leben einer ganzen Familie von einer Minute auf die andere nicht nur auf den Kopf gestellt, sondern auch kurzfristig komplett aus der Bahn geworfen, ewnn nicht sogar ein wenig zerstört hat. Es scheint, als wäre Sarah Morgans Stil erwachsener geworden. Gerade was den Tiefgang anbelangt, liest sich ihr Buch nämlich nicht nur leicht und flüssig, sondern es berührt und fesselt mit seiner dramatischen Geschichte. Aber natürlich kommt auch die Romantik nicht zu kurz, wenn auch Morgan hier einige wesentlich realistischere Beziehungsentwürfe gelungen sind, wie in den Büchern, die ich bisher von ihr gelesen habe. Mir hat dieses Buch deshalb ausserordentlich gut gefallen. Es hat mich begeistert, positiv überrascht, berührt und zum Lachen und Weinen gebracht.


Schreibstil:

Diese grosse Palette an Gefühlen gelingt Morgan sicherlich durch ihren einzigartigen Schreibstil, mit dem sie es nicht nur schafft, die wunderschön festlich dekorierten Räume im Hause McBride, sondern auch die einzigartigen Gerüche in der Luft, die eisigen Temperaturen und vor allem auch das Innenleben der Figuren äusserst detailliert und authentisch zu beschreiben. Das ist ihr im Buch "Die Zeit der Weihnachtsschwestern" sehr gut gelungen und zudem liest sich das Buch immer noch sehr flüssig und vor allem auch total humorvoll, auch wenn die einzelnen Themen deutlich genauer vertieft und eingebunden werden, was das Buch zu einer romantischen und sehr authentischen Komödie macht.


Meine Empfehlung:

Von mir gibt es für dieses berührende Buch, das dennoch ganz viel Weihnachtsstimmung aufkommen lässt und das eigentlich nach einer Fortsetzung schreit, weil ich unbedingt erfahren möchte, wie es mit den Weihnahtsschwestern weitergeht, eine sehr herzliche Leseempfehlung für ein paar entspannte Lesestunden bei kaltem Winterwetter.

Veröffentlicht am 20.10.2019

Bewegend, brutal, amüsant und zuweilen skurril

Ruth Tannenbaum
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Inhalt:

In den unruhigen Zeiten vor und während des zweiten Weltkrieges geht es im heutigen Kroatien brutal zu und her. In Zagreb nämlich, wo sich Menschen mit ganz unterschiedlichen Religionen und kulturellen ...

Inhalt:

In den unruhigen Zeiten vor und während des zweiten Weltkrieges geht es im heutigen Kroatien brutal zu und her. In Zagreb nämlich, wo sich Menschen mit ganz unterschiedlichen Religionen und kulturellen Hintergründen die Klinke in die Hand geben, ist die Stimmung angespannt, die Angst vor Hitler greift mehr und mehr um sich und wird vor allem in der jüdischen Bevölkerung immer stärker. Selbstjustiz, Bösartigkeiten, Prügeleien und andere kleine und grössere Gewaltverbrechen schüren das Misstrauen zwischen den Menschen und als die kleine Ruth Tannenbaum begleitet von ihrer Ziehmutter Amalija ein Vorsprechen für eine Rolle am Kroatischen Nationaltheater gewinnt, verändert sich das Leben der jüdischen Familie Tannenbaum von einer Sekunde auf die andere. Arrogant und ignorant machen sich die Tannenbaums immer mehr Feinde, wecken die Eifersucht in ihren Mitmenschen und verkennen die Zeichen des sich anbahnenden Völkermordes. Das geht so weit, bis die Tannenbaums beginnen, nicht nur ihre eigene Religion zu verleugnen, sondern ihren Hass auch verbal und physisch gegen ihre Religionsbrüder und -schwestern zu richten.



Meine Meinung:

Schon lange einmal wollte ich unbedingt ein Buch von Miljenko Jergović lesen und habe mit "Ruth Tannenbaum" gleich zu einem feinsinnigen, spannenden Roman mit zugleich bedrohlichen und humorvoll-bizarren Untertönen gegriffen. Es gelingt Jergović auf einzigartige Weise, die Geschichte der kleinen Ruth Tannenbaum - die übrigens vom Schicksal des Kinderstars Lea Deutsch angeregt worden ist - und ihrer Familie zugleich packend zu erzählen und ausserdem das Schicksal einer ganzen Region und deren Bewohner einfliessen zu lassen. Auch sind nur schon die Mitglieder der Familie Tannenbaum einen genaueren Blick wert. Das wären Ruths Grossvater Abraham, der den stoischen, weisen Juden gibt, ihr Vater Salomon, der unbeirrbar, ohne grosse Wellen zu schlagen und auch naiv seinen Weg geht und ihre Mutter Ivka, die mit ihrer Angst vor der leicht verrückten Nachbarin Amalija, die vor Jahren ihren Sohn verloren hat und seither eifersüchtig auf das scheinbare Familienglück der Tannenbaums schielt und trotzdem immer mehr und mehr Zeit mit Ruth verbringt, für eine humorvolle Komponente sorgt. Immer wieder aber sind es brutale Ereignisse in der kunterbunten Stadt, welche die harten Zeiten erkennen lassen und die um sich greifende Angst und das Schwinden der Menschlichkeit und Selbstkontrolle fassbar machen. Dieser Angst werden eine naive Arroganz und ein enormer, triefender Stolz gegenübergestellt, welche die Familie Tannenbaum blind machen für die Ereignisse, welche unweigerlich auf sie und alle anderen Juden Zagrebs zukommen werden.


Meine Empfehlung:

"Ruth Tannenbaum" bietet Einblicke in die damalige Theaterwelt und Vorkriegsstimmung, die Diktatur des Ante Pavelić und das Leben weiterer politisch und kulturell angesehener, geschätzter und gefürchteter Persönlichkeiten, die Jergović teilweise unter ihrem echten Namen einbindet, sowie die Foltermethoden der sich bekämpfenden Gruppierungen in Zagreb. Immer wieder besteht dieses Buch aber auch aus einem zarten Erinnern an die eigentlichen menschlichen und religiösen Werte. Brutale, fesselnde und traurige Momente, und amüsante und kritisch-poientierte Szenen und Dialoge werden zu einer vielschichtigen Chronik vereint, die definitiv nicht kalt lässt und äusserst packend geschrieben ist. Es erstaunt nicht, dass Jergović als einer der ganz grossen Erzähler unserer Zeit gilt, "Ruth Tannenbaum" ist schliesslich nur ein Zeugnis seines schriftstellerischen Geschicks und ich bin mir sicher, dass ich bald weitere seiner Werke entdecken werde und spreche für dieses Buch eine herzliche Empfehlung aus.

Veröffentlicht am 15.10.2019

Eine tiefgründige und philosophische Erzählung

Blaubart
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Inhalt:
Der Arzt Felix Schaad wird verdächtigt, seine ehemalige Frau Rosalinde Z. erdrosselt zu haben. Als Hauptbeweisstück dient eine Krawatte, welche als Tatwaffe gedient hat und zweifelsfrei Felix ...

Inhalt:
Der Arzt Felix Schaad wird verdächtigt, seine ehemalige Frau Rosalinde Z. erdrosselt zu haben. Als Hauptbeweisstück dient eine Krawatte, welche als Tatwaffe gedient hat und zweifelsfrei Felix Schaad gehört. Ausserdem hat er Rosalinde Z., mit der ihn immer noch ein freundschaftliches Verhältnis verbindet, am Tag der Tat noch besucht. Da war er allerdings nicht der Einzige, Rosalinde Z. war nämlich eine Prostituierte. Dass Felix Schaad freigesprochen wird, hat seiner Meinung nach mit dem Mangel an Beweisen zu tun, obwohl dies so nie gesagt wird. Dies lässt ihn noch einmal über den ganzen Prozess und die Verhöre mit seiner Familie, eventuellen Zeugen und seinen ehemaligen Frauen, sowie seiner momentan siebten Ehefrau nachdenken. In seinem Kopf nimmt der Prozess aber immer grössere und wichtigere Dimensionen an und das Verhör des Staatsanwaltes geht immer weiter und wird sogar so weit gesponnen, bis Felix Schaad Dinge erfährt, die er vorher noch gar nicht wusste...


Schreibstil und Handlung:
Schaads Gedanken scheinen ein Eigenleben zu entwickeln und werden so weit gesponnen, dass gedanklich sogar das Mordopfer verhört wird, was eindrücklich und auch ein wenig beängstigend wirkt. Auch wird die zunehmende Vereinsamung von Schaad und die Ächtung durch die Gesellschaft sehr eindrücklich dargestellt. Überall fühlt er sich beobachtet und seine Praxis ist fast immer leer. Neben diesen übergeordneten Erinnerungen und weiterführenden Ideen befasst sich aber Felix Schaad ganz grundsätzlich mit der Frage nach Schuld und was es eben genau heisst, nur "aus Mangel an Beweisen" frei gesprochen worden zu sein. Gibt es Menschen ohne Schuld? Und ab wann ist jemand schuldig? Und hat er doch eine gewisse Teilschuld am Tod seiner Frau, auch wenn er selber nicht der Täter war?

Meine Meinung:
Dieses Buch von Max Frisch liest sich meiner Meinung nach viel leichter als "Homo faber" oder "Montauk". Es ist zwar teilweise verwirrend, weil sich immer wieder Gedankengänge, Teile des Verhörs und Erinnerungen des Protagonisten mischen, die Geschichte kann aber auch verstanden werden, ohne dass man sehr viele Informationen über Max Frisch und sein Gesamtwerk hat. Es ist, wie der Untertitel schon sagt, eine Erzählung und diese hat einen angenehmen Sprachfluss und ist zugleich ziemlich fesselnd und teilweise sogar sehr unterhaltsam geschrieben. Aber auch in diesem Werk von Frisch ist sein unverwechselbarer Schreibstil, seine sehr objektive Erzählstimme und das Interesse an philosophischen gesellschaftlichen Fragen anzutreffen und dies auf höchstem Niveau.

Veröffentlicht am 30.08.2019

Packend und zeitlos

Der Richter
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Inhalt:
Ray und Forrest, die beiden Söhne des schwer kranken Richters Atlee, werden von ihm zu sich nach Hause eingeladen, um gemeinsam das Testament zu besprechen. Beide haben sich vor langer Zeit mit ...

Inhalt:
Ray und Forrest, die beiden Söhne des schwer kranken Richters Atlee, werden von ihm zu sich nach Hause eingeladen, um gemeinsam das Testament zu besprechen. Beide haben sich vor langer Zeit mit ihrem Vater zerstritten. Ray, weil er sich nicht an die Pläne des Richters gehalten und nicht in dessen Kanzlei zu arbeiten begonnen hat und Forrest, weil er mit seiner langjährigen Alkohol- und Drogensucht den Ruf des Richters fast zerstört und dessen ganzes Geld verbraucht hat. Beiden Söhnen hat Richter Atlee nie verziehen und weil beide wissen, dass es mit ihrem Vater wohl bald zu Ende gehen wird, machen sie sich auf den Weg zu ihm. Ray betritt das Haus zuerst und findet seinen Vater tot auf der Couch liegend. Er liest das Testament durch und schaut sich dann ein wenig im Haus um. Zu seinem Entsetzen und seiner Überraschung findet er Geld, sehr viel Geld. Nur merkt er schon bald, dass er nicht der einzige ist, der von dem Geld weiss. Jemand versucht, ins Haus einzubrechen, jemand scheint ihn zu verfolgen und Ray bekommt Drohbriefe. Und bevor er noch Zeit hat, einen Entschluss zu fassen, befindet er sich bereits auf der Flucht. Auf der Flucht vor jemandem, den er nicht kennt, der ihn aber ganz genau zu kennen scheint.

Meine Meinung:
Die Süddeutsche Zeitung sagt über John Grisham: "Warum er so viel besser ist als die Anderen, bleibt sein Geheimnis."
Ich habe eine mögliche Erklärung gefunden, warum er so viel besser ist:
John Grishams Bücher heben sich stark vom teilweise sehr blutig und brutal gehaltenen Mainstream ab. Anstelle von Brutalität treten psychologisches Geschick, genau recherchierte Hintergründe und eine präzise Sprache. Dazu gehört sicher auch, dass er aus mehr als zehnjähriger Erfahrung als Anwalt berichtet. Er beschreibt in erster Linie nicht irgendwelche Gräueltaten, sondern erstellt Psychogramme von Tätern, Opfern und vor allem von Verfolgten und dies alles in einem ausserordentlich durchdachten und sinnvollen Kontext, der sich dem Leser erst am Ende der jeweiligen Geschichte erschliesst. Dies alles macht John Grisham zu einem Autor, welcher sehr zeitnah und zugleich zeitlos schreibt und ich werde auf jeden Fall weitere Bücher von ihm kaufen und lesen.