Kratzt an der Oberfläche
Mut beginnt im HerzenDie Autorin nimmt uns hier mit auf die Reise einer Frau, die selbstfürsorglich das Zepter der Heilung ihrer Angststörung selbst in die Hand nimmt. Es werden gehbare Wege aufgezeigt und ihr gelingt es ziemlich ...
Die Autorin nimmt uns hier mit auf die Reise einer Frau, die selbstfürsorglich das Zepter der Heilung ihrer Angststörung selbst in die Hand nimmt. Es werden gehbare Wege aufgezeigt und ihr gelingt es ziemlich schnell umzudenken und ihr Leben in den Griff zu bekommen.
Angststörungen - ein weitreichendes Thema, das m. E. in diesem Buch nur an der Oberfläche kratzt. Ich könnte mir vorstellen, dass es bei Betroffenen die Hoffnung schüren könnte, dass deren Behandlung gar nicht so schwer ist, man muss nur den Anfang machen (was im Prinzip ja auch stimmt). Dem ist nicht so. Der Kampf mit den inneren Dämonen ist m. M. nach hier nicht ansatzweise erkennbar. Die Hürden der Therapieplatzsuche, die Problematik der Medikamentengabe, das Unverständnis vieler Mitmenschen, die Hilflosigkeit der Angehörigen und das eigene Öffnen anderen gegenüber kommen hier viel zu kurz.
Da ich mich als Betroffener an jeden Strohhalm klammere, hat das Buch meine Erwartungen nicht erfüllen können.
Der Eindruck entstand, weil das Genre des Buches nicht klar definiert ist. Darf ich es als helfenden Ratgeber interpretieren oder als fiktive Geschichte? Vielleicht ist genau das der Punkt. Das Thema ist einfach zu breit gefächert. Es hätte auf dem Klappentext deutlicher dargestellt werden können, wie sie gemeint ist.
Dennoch kann es Mut machen, erste Schritte in die richtige Richtung zu gehen. Der Schreibstil ist sehr angenehm, die Autorin hat wichtige Punkte angesprochen und es liest sich leicht.
Doch da ist und bleibt die Diskrepanz, wie man das Buch einstufen kann.
Das Cover ist sehr gelungen und ansprechend. Die Farbgebung ist toll.