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Veröffentlicht am 05.12.2019

Schön illustriertes und gut strukturiertes Sachbuch, das auch Erwachsenen noch neue Informationen bietet

Hallo, Frau Elefant!
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„Hallo, Frau Elefant!“, ein Sachbuch für Kinder ab drei Jahren, stellt verschiedene Tiere der Savanne vor. Auf den Seiten finden sich sehr kurze Informationstexte zu Nashorn, Zebra, Gnu, Löwe, Nilpferd, ...

„Hallo, Frau Elefant!“, ein Sachbuch für Kinder ab drei Jahren, stellt verschiedene Tiere der Savanne vor. Auf den Seiten finden sich sehr kurze Informationstexte zu Nashorn, Zebra, Gnu, Löwe, Nilpferd, Krokodil, Gepard, Elefant, Giraffe und Geier. Zusätzlich bieten die gut strukturierten Abschnitte noch Entdeckerklappen zum Öffnen, hinter denen weiteres Spezialwissen verborgen ist. Zum Schluss sind auf einem Bild noch einmal alle Tiere versammelt und sollen von den Kindern gesucht und benannt werden

Ich habe das Buch meinen Kindern (vier und sechs Jahre ) und dem dreijährigen Neffen vorgelesen. Die großen farbenfrohen Bilder haben ihnen sehr gut gefallen, auch ich war recht angetan von den dekorativen, aber nicht überladenen Illustrationen und der interessanten Maltechnik. Das Buch ist liebevoll und hochwertig aufgemacht. Die Klappen und Seiten sind von der Qualität für das angegebene Alter in Ordnung, könnten aber noch etwas dicker und stabiler sein, um auch die Angriffe kleinerer Geschwister schadlos zu überstehen.

Die Auswahl, was inhaltlich zu den einzelnen Tieren erzählt wird, ist für mich toll getroffen. Zunächst werden die exotischen Tiere ganz simpel in Fleisch- und Pflanzenfresser unterteilt. Aber dann erfahren auch erwachsene Vorleser noch viel Neues über sie, zum Beispiel, dass Zebras eigentlich schwarze Haut haben oder dass Gnus schon fünf Minuten nach ihrer Geburt neben ihrer Mutter herrennen können. (Mein Sohn hat dafür immerhin 15 Monate gebraucht ) So ist das Buch auch für Ältere noch interessant und lehrreich.

Eine gute Idee fand ich zudem, dass die Tiere zuerst immer direkt von den Lesern (z.B. mit den Worten „Hallo Frau Nashorn!“ ) begrüßt werden sollen. So werden die kleinen Zuhörer zum Mitsprechen aufgefordert, gerade das hat meinen Kindern großen Spaß gemacht.

Mein sechsjähriger Sohn war etwas irritiert, dass der Titel des Buchs „Hallo, Frau Elefant!“ lautet, im Text aber „Herr Elefant“ begrüßt wird. Auch ist er nach wie vor davon überzeugt, dass die Zungen der Giraffen blau und nicht wie im Buch geschrieben „fast schwarz“ sind.

Von diesen beiden Punkten abgesehen, hat uns Sam Boughtons Buch aber sehr gut gefallen. Wir können es für alle kleinen Tierliebhaber und wissensdurstigen Entdecker ab frühestens zweieinhalb Jahren nur empfehlen.


  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.12.2019

Brandaktueller Krimi, recht spannend umgesetzt

Das Floriansprinzip
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Als der ehemalige Bankenrevisor Mark Malecki von seiner Freundin und früheren Kollegin Sarah gebeten wird, ihr bei der Aufklärung eines Versicherungsbetrugs zu helfen, findet er eine Leiche. Kurze Zeit ...

Als der ehemalige Bankenrevisor Mark Malecki von seiner Freundin und früheren Kollegin Sarah gebeten wird, ihr bei der Aufklärung eines Versicherungsbetrugs zu helfen, findet er eine Leiche. Kurze Zeit später wird Sarah gar selbst entführt. Auf eigene Faust beginnt Mark zu ermitteln und stößt auf einen hochkriminellen Müllschieberring, der auch vor Mord nicht zurückschreckt.

Erschreckend realistisch und grausam, was in der Geschichte da ans Tageslicht kommt. Getreu dem Floriansprinzip „Heiliger Florian verschone mein Haus, zünde lieber das Dach des Nachbarn an“, produziert die Wohlstandsgesellschaft tonnenweise Müllberge, weigert sich aber, selbst die Konsequenzen dafür zu tragen. Der Müll wird stattdessen in die Dritte Welt verschifft, sollen die Leute dort doch unter den Folgen unseres Müllwahns leiden. Obwohl der Roman schon etwas älter ist, ist das brisante Thema angesichts der Klimaschutzdebatte gerade so aktuell wie selten zuvor. Hauptfigur Mark Malecki weigert sich zunächst, tiefere Nachforschungen anzustellen. Auch ihm ist bewusst, dass es so nicht weitergehen kann. Er will aber erstmal trotzdem nichts an seinem Verhalten ändern oder Anstrengungen unternehmen, dem kriminellen Netzwerk das Handwerk zu legen. 

Überhaupt präsentiert Malecki sich eher als Anti-Held. Von früheren unangenehmen Erfahrungen des Lebens gezeichnet, ist er unfreundlich und abweisend, stur, nimmt wenig Rücksicht, schlägt immer mal wieder über die Strenge und verhält sich manchmal unvernünftiger und verantwortungsloser als seine beiden Kinder. Aber unter der harten Fassade verbirgt sich dann doch ein weicher Kern. Letztendlich riskiert er für seine Lieben gar sein Leben. Mark erzählt die Geschichte als Ich-Erzähler in rauem, lässigen Ton, er kommentiert oft bissig ironisch. Daher wirkt das Ganze stellenweise mehr wie ein amerikanischer Thriller als ein deutscher Krimi. Der Fall ist recht spannend und nimmt rasant an Fahrt auf.
Sprecher Simon Jäger macht seine Sache sehr gut, wenn er die Hauptfigur spricht. Manche Charaktere wie z.B. Daniel, Marks Sohn, stellt er nicht ganz so gelungen dar. Er lässt ihn ziemlich nervig und penetrant wirken, was für mich seinem Charakter gar nicht entspricht.

Auch wenn ich den Fall zunächst nicht ganz so interessant fand -mir persönlich sind klassische Krimis mit Einzeltätern eigentlich lieber- hat mich die Geschichte rasch gefesselt. Dass Maleckis privates Umfeld, seine Familie, im Geschehen eine größere Rolle spielt, empfand ich als positiv. Dadurch wurde „der harte Hund“  Malecki menschlicher und ein wenig nachvollziehbarer. Autorin Gable kenne ich eigentlich nur als Verfasserin von historischen Romanen. Dass sie auch Krimis schreibt und das gar nicht mal schlecht, hat mich überrascht.  Alles in allem ist ihr hier ein solider, kurzweiliger und spannender Krimi gelungen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstimme
  • Handlung
  • Charaktere
  • Spannung
Veröffentlicht am 28.11.2019

Anleitung zum Glücklichsein

How to be glücklich
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Wir alle streben in unserem Leben nach Glück, das liegt in unserer Natur. Aber oft genug stehen wir uns dabei auch selber im Weg. Daher beschäftigen wir uns immer wieder mit der Frage: Was muss ich tun, ...

Wir alle streben in unserem Leben nach Glück, das liegt in unserer Natur. Aber oft genug stehen wir uns dabei auch selber im Weg. Daher beschäftigen wir uns immer wieder mit der Frage: Was muss ich tun, um glücklich zu werden?
Christine Wunsch widmet diesem Thema mit „How to be glücklich“ ein ganzes Buch.
Die Autorin möchte darin den Lesern zeigen, wie sie glücklich werden und bleiben. Dazu hat sie viele Sachtexte zu unterschiedlichen Gebieten wie Glücksmomente, Entspannung, Träume etc. verfasst, die alle direkt oder indirekt auf irgendeine Weise mit unserem Glück zusammenhängen. Nach der jeweiligen Lektüre des „inspirierenden“ Abschnitts ist der Leser selbst gefordert und soll eine eigene persönliche Liste mit 10 Punkten erstellen: „Welche 10 kleinen Glücksmomente kann ich in meinem Alltag finden? “ heißt es da oder nenne „10 Möglichkeiten, wo und wann ich am besten entspannen kann“,

Ich habe die meisten Listen gerne ausgefüllt und bin mir dabei über einiges klar geworden. Bestimmt werde ich das Buch immer mal wieder zur Hand nehmen, etwas ergänzen oder das Geschriebene noch einmal lesen und aktuell überdenken, z.B. wenn ich gerade unzufrieden bin. Die meisten Punkte, die Christine Wunsch anspricht, empfinde ich als sehr schlüssig und nachvollziehbar. Einige Stellen, wie z.B. die erste Liste, „Dinge oder Situationen, die ich einfach mal aus einem anderen Blickwinkel betrachten kann,“ sind mir persönlich etwas zu unkonkret.

In ihrem Nachwort fasst Christine Wunsch treffend zusammen, wie „ glücklich du in deinem Leben bist, ist kein Zufall, sondern eine Folge der richtigen Gedanken und Handlungen: Glücklich zu sein, ist eine Entscheidung!“ Das ist auch mir beim Lesen des Buchs deutlich geworden. Selbstverständlich ist das Leben nicht immer Friede, Freude Eierkuchen. Wir werden immer wieder mit Situationen, Schicksalsschläge oder Personen konfrontiert, die ohne unser Zutun unser Glück mehr oder weniger stark beeinflussen. Davor ist niemand gefeit. Aber es kommt auf uns an, wie wir mit diesen Angriffen und Herausforderungen umgehen. Thomas Edison wird der Satz zugeschrieben „Ich habe nicht versagt, ich habe nur 1000 Wege gefunden, wie es nicht funktioniert“. Wir sollten uns also nicht entmutigen lassen, sondern versuchen, immer auch das Positive zu sehen. Und davon gibt es in meinem - und jedem anderen- Leben eine ganze Menge, wie Wunschˋ Buch anschaulich vor Augen führt.

Veröffentlicht am 25.11.2019

Abwechslungsreiches Mitmachbuch

Weltenfänger: Braucht der Maulwurf eine Brille?
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„Braucht der Maulwurf eine Brille?“ ist ein Mitmach-Sachheft über heimische Tiere aus der Duden-Reihe Weltenfänger. Der dicke Pappumschlag und die etwas festere Papierqualität machen es stabiler als gewöhnliche ...

„Braucht der Maulwurf eine Brille?“ ist ein Mitmach-Sachheft über heimische Tiere aus der Duden-Reihe Weltenfänger. Der dicke Pappumschlag und die etwas festere Papierqualität machen es stabiler als gewöhnliche Aktiv- und Rätselbücher. (So hält es auch einen unsanfteren Umgang problemlos aus.) Auf zahlreichen unterschiedlich gestalteten Seiten lernen die Leser die Tiere aus unserer näheren Umgebung besser kennen. Es wird viel geboten: Rätselseiten, Suchbilder, Bastelanregungen, Forscher- und Beobachtungsaufträge, Aus- und Weitermalbilder, sogar ein Spiel und vorne ein zusätzliches Tierexpertenheft im DIN A 5 Format. Auf der letzten Seite befindet sich ein großes Kuvert, in dem alle einzelnen Materialen wie Spielfiguren aufbewahrt werden können. Ein wirklich umfangreiches Angebot an vielfältigen Aufgaben.

Ich stelle immer wieder fest, dass Kinder über großes Wissen zu Sachthemen wie Dinosaurier oder Dschungel verfügen, sich aber in der hiesigen Tierwelt kaum auskennen. Vielleicht sind ihnen diese Tiere einfach zu langweilig und alltäglich. Gut also, dass sich dieses Buch einmal den weniger exotischen Tieren widmet und das alles andere als langweilig aufgearbeitet.

Ich habe das Buch zusammen mit meinen Kindern, vier, sechs und acht Jahren angeschaut und ausgefüllt. Trotz der Altersangabe ab vier, hat auch die Achtjährige einige für sie interessante Seiten entdeckt, sie war z.B. Feuer und Flamme für das Regenwurmbeobachtungsglas. Nicht alle Aufgaben sind schon für Vierjährige durchführbar, sie haben sehr unterschiedliche Schwierigkeitsgrade. Den größten Spaß am Buch hatte in unserer Familie der Sechsjährige.

Die meisten Seiten finde ich sehr gelungen. Mir gefallen die Illustrationen und besonders die Kombination von Zeichnungen und Fotos, die das Buch zum echten Hingucker machen. Für unsere Familie mit Kindern unterschiedlichen Alters ist das Buch ideal. Die Idee des Spiels fand ich an sich gut, die Umsetzung nicht ganz so gelungen. Die Spielfiguren ließen sich für Kinderhände schwer ausschneiden und waren dann für den Spielplan einfach zu groß. An manchen Stellen hätte ich mir noch ein bisschen mehr tiefergehendes Spezial- und eine Erweiterung des Vorwissens gewünscht.

Alles in allem ein empfehlenswertes Buch mit großem Spaßfaktor für alle Kinder, die gerne rätseln, basteln, sich für Tiere interessieren und selber gerne in der Natur forschen.

Veröffentlicht am 16.11.2019

Superhelden mal anders

Voll super, Helden (1). Einer muss den Job ja machen
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Anfangs freut sich Julian auf die Sommerferien, die er zum ersten Mal ohne Eltern im Hotel seines Onkels am Meer verbringen darf. Doch als er dort ankommt, hat der Spaß ziemlich schnell ein Loch. Statt ...

Anfangs freut sich Julian auf die Sommerferien, die er zum ersten Mal ohne Eltern im Hotel seines Onkels am Meer verbringen darf. Doch als er dort ankommt, hat der Spaß ziemlich schnell ein Loch. Statt am Meer zu spielen, Comics zu lesen und sich zu erholen, soll er als Junge für alles im Hotel arbeiten. Zu allem Überfluss muss er auch noch die Gesellschaft seiner dreisten schokoladensüchtigen Cousine Jenny ertragen, die lieber Sprüche klopft anstatt zu helfen. Schnell merkt Juli, dass Seltsames im Hotel vorgeht. Von außen sieht es schäbig aus, innen ist es supermodern und luxuriös. Die wortkargen Gäste liegen nur faul am Pool rum und irgendwie kommen sie dem Comicfan Juli ziemlich bekannt vor. Und als die Schokoladenvorräte aufgebraucht sind, lässt sich nirgends Ersatz auftreiben, denn sämtliche Schokolade ist ausverkauft. Plötzlich finden sich Julian und Jenny in Südamerika wieder und müssen die Welt vor einem fiesen Superbösewicht retten.

Ich habe das Buch meinen Kindern, sechs und acht Jahre alt, vorgelesen. Meiner Meinung nach ist die Geschichte für dieses Alter zum Vorlesen gut geeignet, die Achtjährige könnte es durchaus auch schon selber lesen. Die Kinder haben gebannt zugehört, immer neue rätselhafte Details entdeckt, interessante Fragen gestellt, viel gelacht und mit Juli mitgefiebert. Heribert Schulmeyers passende, witzige Illustrationen haben wir alle gerne dazu angeschaut.
Der Roman liest sich flüssig und angenehm mit kurzen, aber nicht zu einfachen Sätzen und abwechslungsreicher Wortwahl. Hauptfigur Juli fanden wir sehr sympathisch, mit Angeberin Jenny hatten wir dagegen unsere Schwierigkeiten. Am Ende wurden fast alle unsere Fragen beantwortet. Mir persönlich ging es aber dann doch etwas zu schnell und glatt mit der Auflösung. Liegt aber vielleicht auch daran, dass mein Kopf etwas langsamer funktioniert und nicht so schnell wie Julis, der arbeiten kann wie „ein Klärwerk in der Pause eines Länderspiels“ . Die Kinder hat das kurze Finale jedenfalls nicht gestört. Meine Tochter, die bisher wenig Erfahrung mit Comics hatte, fand die Geschichte so spannend, dass sie am liebsten gleich die Fortsetzung lesen wollte. Alles in allem also können wir das Buch nur weiterempfehlen und freuen uns schon auf den nächsten Teil.