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Veröffentlicht am 12.02.2020

Fellinger unter Verdacht

Hirschhornharakiri
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Wie der Klappentext schon verrät, stolpert der Protagonist Fellinger diesmal nicht zufällig in einen Mordfall hinein, sondern er wird selbst verdächtigt, einen Mord begannen zu haben.

Diesen Ausgangspunkt ...

Wie der Klappentext schon verrät, stolpert der Protagonist Fellinger diesmal nicht zufällig in einen Mordfall hinein, sondern er wird selbst verdächtigt, einen Mord begannen zu haben.

Diesen Ausgangspunkt fand ich sehr spannend, denn so stand Fellinger unter Druck, um seiner selbst Willen den Fall zu lösen. Allerdings muss ich gestehen, dass die Umsetzung nicht ganz so gelungen war. Denn als Mordverdächtiger selbst nach dem wahren Mörder suchen zu können, war dann doch etwas weit hergeholt.

Wenn man das aber ausblendet, ist es ein schöner und unterhaltsamer Krimi. Wie schon im Vorgänger hat mir vor allem das Verhalten der Hauptfigur gefallen: Er ist einfach ein netter Charakter, manchmal etwas aufbrausend, aber dann doch ein guter Kerl. Außerdem zeigt er einen großen Spürsinn und hat Augen für Details, sodass er doch recht schnell auf die richtige Spur kommt.

Auch als Leser kann man sehr gut miträtseln, auch wenn der geübte Leser doch das ein oder andere bereits voraussehen kann. Das fand ich nicht so schlimm, denn da es sich um einen gemütlichen Cosy-Krimi handelt, steht bei mir die Spannung erst an zweiter Stelle.

Natürlich wird auch hier wieder mit vielen Klischees und Übertreibungen gearbeitet. Das passt zum Setting und zum Fall - hat mir deswegen gut gefallen. Authentisch sind auch die vielen dialektalen Ausdrücke, die man aber auch verstehen kann, wenn man kein Bayrisch spricht. Für den Notfall gibt es aber am Ende des Buches auch noch Übersetzungshilfen.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen und ich wurde unterhalten. Allerdings fand ich es im Vergleich zum Vorgänger etwas schwächer, deswegen gibt es von mir diesmal nur 3 Sterne. Die Reihe werde ich aber auf jeden Fall weiter verfolgen.

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Veröffentlicht am 19.01.2020

Verschwundene Kinder

Sandgrab
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Krimis, in denen es um Kinder geht, finde ich immer besonders schlimm. Irgendwie kann ich es leichter ertragen, wenn Erwachsenen etwas passiert. Trotzdem habe ich mich an dieses Buch herangewagt und kann ...

Krimis, in denen es um Kinder geht, finde ich immer besonders schlimm. Irgendwie kann ich es leichter ertragen, wenn Erwachsenen etwas passiert. Trotzdem habe ich mich an dieses Buch herangewagt und kann schon mal vorwegnehmen, dass hier keine Misshandlungen oder ähnliches stattfinden. Hier geht die Autorin sehr behutsam vor und schafft es, dieses schwierige Thema von verschwundenen Kindern so zu beschreiben, dass es zwar immer noch sehr traurig ist, aber nicht unnötig ausgeschlachtet wird. Leichte Kost ist es deshalb aber natürlich trotzdem nicht unbedingt.

Gleich zu Beginn lernt man Amelie kennen, die schon ein Kapitel später verschwunden ist. Einen direkten Einstieg finde ich immer sehr gut, da man direkt im Geschehen ist, ohne dass man erst viele unnötige Details erhält. Leider geht das für meinen Geschmack aber nicht so weiter: Die Aufklärung des Falls schreitet nur sehr langsam voran, es gibt kaum Hinweise oder Fortschritte, dafür aber viel Drumherum.

Dazu gehört auch die Protagonistin Embla Nyström, die mit dem Fall der verschwundenen Amelie und eines weiteren Jungen übernimmt. Meiner Meinung nach zeichnet sie sich in weiten Teilen nicht gerade durch eine geschickte Ermittlungsarbeit aus, sondern mehr durch ihr Privatleben. Das hat mich wirklich gestört, denn mich haben ihre Techtelmechtel nicht interessiert. Vielleicht ist das anders, wenn man den ersten Band gelesen hat und die Ermittlerin schon kennengelernt hat. So blieb sie für mich aber relativ blass.

Dafür, dass die Ermittlungen doch sehr lange stocken, wird es im letzten Drittel des Buches doch noch spannend. Hier kommen Details ans Licht, mit denen ich überhaupt nicht gerechnet habe und die der Geschichte spannende Wendungen geben. Das hat mir gut gefallen. Das Ende ist dann fast schon etwas unspektakulär, aber deswegen nicht weniger erschreckend. Es hat sehr gut gepasst und es bleiben keine Fragen offen. Für mich ein versöhnlicher Abschluss.

Insgesamt hat das Buch für mich einige Schwächen gehabt, aber es hat mich alles in allem gut unterhalten und das Ende macht dann einiges wett. Deswegen gibt es von mir 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 20.12.2019

Die sechste Schwester...

Die Sonnenschwester
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Für mich war es das erste Buch der Schwestern - und das war im Nachhinein vielleicht ein Fehler. Denn anfangs fiel es mir doch etwas schwer, in das Buch hineinzukommen. Ich weiß nicht, ob mir hier Informationen ...

Für mich war es das erste Buch der Schwestern - und das war im Nachhinein vielleicht ein Fehler. Denn anfangs fiel es mir doch etwas schwer, in das Buch hineinzukommen. Ich weiß nicht, ob mir hier Informationen gefehlt haben oder ob ich einfach nur den Eindruck hatte, weil ich wusste, dass es schon Vorgänger-Bände gab.

Elektra als Protagonistin war mir zuerst auch nicht wirklich sympathisch. Sie kommt sehr kalt rüber, scheint sich vor allem um ihr Luxusleben zu kümmern und ist niemand, den ich als Freundin haben wollen würde. Das ändert sich dann zum Glück im Laufe des Buches und sie lässt andere Seiten an ihr durchscheinen, sodass man ihr ihr Verhalten vom Beginn verzeiht. Trotzdem konnte sie mich nicht vollends für sich gewinnen.

Sehr gut gefallen hat mir auch der Schreibstil. Er ist sehr lebendig, flüssig und leicht zu lesen. Außerdem schreibt sie Autorin sehr anschaulich, nicht nur, wenn es um das Setting oder die Handlung geht, sondern auch bei den Gefühlen. Ein kleiner Nachteil: Manchmal ist es dann etwas zu ausschweifend, wodurch die Story etwas langatmig scheint.

Schön fand ich den Bruch zwischen New York und Ostafrika, wenn der Schauplatz des Buches wechselt. Hier war alles so gut beschrieben, dass es wie ein kleiner Urlaub in ein fernes Land war.

Insgesamt war es ein schöner Roman mit einer komplexen Story. Trotzdem gab es meines Erachtens einige Schwächen. Ich denke, ich werde dennoch die Reihe weiterverfolgen, aber mit dem ersten Teil anfangen. Für "Die Sonnenschwester" gibt es von mir 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 16.11.2019

Jane Austen in der Gegenwart

Jane Austen bleibt zum Frühstück
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Wer will nach dem Lesen des Klappentextes nicht sofort dieses Buch in die Hand nehmen? Ich fand die Grundidee, Jane Austen in die Zukunft zu schicken, nämlich einfach super. Da muss es ja zwangsläufig ...

Wer will nach dem Lesen des Klappentextes nicht sofort dieses Buch in die Hand nehmen? Ich fand die Grundidee, Jane Austen in die Zukunft zu schicken, nämlich einfach super. Da muss es ja zwangsläufig zu witzigen - aber auch romantischen - Situationen kommen. Allerdings verrät der Klappentext schon ziemlich viel. Am Anfang lernt man Jane nämlich noch in ihrer eigenen Zeit kennen. Das war sehr geschickt gemacht, denn so wurde der Kontrast nach der Zeitreise nur noch deutlicher.

Neben Jane Austen gibt es noch eine weitere Hauptperson, nämlich Penny. Sie ist frisch getrennt, sehr unglücklich und ein riesiger Fan von Jane Austen. Penny fand ich sehr sympathisch, wenn auch etwas naiv. Denn meiner Meinung nach hätte sie gar nicht so in Liebeskummer versinken müssen, wäre sie mal über ihren Schatten gesprungen... Aber da bin ich auch immer kritisch, denn ich bevorzuge starke, selbstbewusste Protagonistinnen.

Grundsätzlich ist die Geschichte einfach witzig, denn alles ist für Jane Austen so anders und neu. Es kommt deswegen immer wieder zu lustigen Szenen. Was mich allerdings gestört hat war, dass sich manches fast ein bisschen wiederholt hat. Jane Austen ist total verwundert, dass es Autos gibt. Es entspinnt sich ein Dialog über die neue Technologie und wie praktisch das sei. Das gleiche gibt es dann nochmal mit Flugzeugen, Computern, Handys und so weiter. Das hätte man etwas kürzen können, denn die eigentliche Intention kam ja rüber.

Ähnlich ging es mir auch mit einigen anderen Textstellen. Gerade gegen Ende war einiges für mich einfach zu übertrieben und zu sehr auf Zufällen aufgebaut. Die Autorin spielt ihr auch mit Klischees, was an sich ja nicht schlimm ist, mir aber manchmal ein Augenbrauen-Runzeln entlockt hat.

Überraschungen gibt es in der Geschichte nicht wirklich. Das hat mir auch nicht unbedingt gefehlt. Es is eine schöne Story fürs Herz, der man gemütlich auf der Couch folgen kann - aber leider eben auch nicht mehr. Mir hat das gewisse Etwas gefehlt. Insgesamt gibt es deswegen von mir 3 Sterne!

Veröffentlicht am 14.08.2019

Dem Entführer entflohen...

Wenn ich tot bin
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Das Buch steigt mit einer Ich-Perspektive und einer Art Prolog ein, den man nicht direkt zuordnen kann. Es geht um einen Ben und ein gemeines "Spiel", was in meinem Kopf erstmal für einige Fragezeichen ...

Das Buch steigt mit einer Ich-Perspektive und einer Art Prolog ein, den man nicht direkt zuordnen kann. Es geht um einen Ben und ein gemeines "Spiel", was in meinem Kopf erstmal für einige Fragezeichen gesorgt hat. Aber auch dafür, dass ich sofort weiterlesen wollte.


Anschließend gibt es dann einen Zeitsprung - sechs Monate in die Zukunft. Jetzt geht es um die Geschichte, die man vom Klappentext her erwartet. Diese wird in unterschiedlichen Perspektiven erzählt, immer mit dem jeweiligen Namen überschrieben. Zum einen gibt es Susan, die Mutter der entführten Madelin, zum anderen Kate, der Ermittlerin in dem Fall und Amy, einer Person, die anscheinend auf der Flucht ist.


Die Abwechslung hat mir sehr gut gefallen, allerdings hat mir manchmal der rote Faden zwischen den einzelnen Perspektiven gefehlt. Denn eine richtige Verbindung scheint anfangs nur zwischen Susan und Kate zu bestehen. Erst mit der Zeit lässt sich auch Amy einordnen, was zwar zur Spannung beiträgt, aber trotzdem etwas schade war. Bei ihr hat mich außerdem der mystische Aspekt gestört: Ich mag es nicht, wenn in einer realgehaltenen Story auf einmal Geistwesen oder ähnliches auftauchen - und sei es nur bei der einen Protagonistin, die sich diese vielleicht bzw. wahrscheinlich nur einbildet.


Etwas irritiert hat mich anfangs der Schreibstil. Die Sätze sind sehr kurz, teilweise wirkt es etwas abgehackt. Allerdings habe ich mich relativ schnell daran gewöhnt und positiv daran ist, dass es nie zu ausschweifend wurde. Gerade bei Amys Perspektive ist alles sehr gedanklich, es gibt kaum Dialoge, was natürlich auch der Situation geschuldet ist und deswegen sehr passend war.


Spannung ist wie gesagt auf jeden Fall vorhanden, was an den unterschiedlichen Perspektiven liegt. Etwas gefehlt haben mir dafür die Emotionen, die Handlungen und Beschreibungen wirken teilweise sehr sachlich, obwohl es ja sehr emotionale Geschehnisse sind.


Was mir gefehlt hat, war die Möglichkeit, mehr mitzurätseln. Klar gibt es für den Leser Raum, sich eigene Gedanken zu machen, aber oft muss man warten, bis es durch die Autorin aufgelöst wird. Das war vor allem am Schluss der Fall. Dieser wurde meines Erachtens dann etwas zu schnell abgehandelt.


Insgesamt war es ein solider Thriller mit einem schönen Setting. Er hat Spannung, verschiedene Perspektiven, eine taffe Ermittlerin und ein Ende, das den Leser zufrieden stellt. Trotzdem gab es für mich den ein oder anderen Kritikpunkt. Deswegen gibt es von mir 3 Sterne!