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Veröffentlicht am 13.12.2016

Noch mal Hagebutte oder doch lieber Kräuter? Mein Leben war dermaßen Rock’n’Roll!

Im Sommer wieder Fahrrad
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Lea ist eine lebensfrohe junge Frau – bis sie plötzlich mit gerade mal 30 Jahren an Krebs erkrankt. All die Pläne oder Dinge, die um sie herum geschehen (Hochzeit, Kinder, Weltreisen und Co.) kann sie ...

Lea ist eine lebensfrohe junge Frau – bis sie plötzlich mit gerade mal 30 Jahren an Krebs erkrankt. All die Pläne oder Dinge, die um sie herum geschehen (Hochzeit, Kinder, Weltreisen und Co.) kann sie plötzlich nicht mehr so wahr nehmen. In ihre Erinnerung kommt ihr immer wieder ihre Großmutter Ellis, genannt „Mütterchen“, eine durchsetzungsstarke Schauspielerin, die viel gereist ist. Gedanken an sie geben Lea die Kraft all das durchzustehen, wobei ihr aber natürlich auch ihr Freund bzw. Lebensgefährte Paul sowie ihre Mutter und die Tante immer zur Seite stehen und Hilfe anbieten.

Die Geschichte des Buches klang für mich durchaus interessant, so dass ich wirklich gespannt war, was mich hier erwarten würde, welche Art und Weise von Roman.

Direkt zu Beginn hat sich für mich bestätigt, dass mir die Art und Weise wie Lea Streisand schreibt sehr gefällt. Sie hat einen Stil, der mir wirklich zusagt, einerseits ist es erzählend, wenn die Rede von ihrer Großmutter Ellis, genannt Mütterchen, ist, dann wird es wieder noch persönlicher, wenn sie von ihrer eigenen Erkrankung schreibt. Die Mischung wie sie abwechselnd über ihre Großmutter und ihr eigenes Leben schreibt finde ich sehr gelungen. Vom Schreibstil her war für mich hier alles wirklich gut lesbar, verständlich, kein komplizierter Satzbau, sondern schöner Satzbau, wunderbare Wortwahl. Gerade bei manchen Dingen hat mir das wirklich gut gefallen, es wirkt oftmals nahezu poetisch, was ich durchaus gerne mag. Eine sehr angenehme Sprache. Auch die Art Gleichung mit dem Beispiel der Kartoffel hat mir gut gefallen, wie man sie gleich zu Beginn des Buches findet. Ebenso erging es mir mit der Aussage „Die ältesten Erinnerungen bleiben am längsten. (Seite 192).

Inhaltlich hat mich das Buch sehr berührt, die Krebserkrankung ist einfach heftig und man merkt, wie Lea auch in gewisser Weise „schwach“ wird – nicht nur körperlich, sondern auch psychisch, wie die Kräfte nachlassen, sie in gewisser Weise an ihrer Krankheit verzweifelt. Hier war es schön zu lesen wie sich Paul, ihr Freund, Lebensgefährte, wie auch immer, wirklich liebevoll um sie kümmert – wie es die beiden wohl auch noch näher zusammen gebracht hat. (Da kam mir sowas wie „Paul, wer ist eigentlich Paul?“ bzw. „Jeder sollte einen Paul haben“ in den Sinn. Paul sehe ich hier sinnbildlich für einen Partner, der einen wunderbar begleitet – in guten wie in schweren Tagen…)

Mir hat das Buch gut gefallen, wobei ich mir schwer tue, dass es mir gefallen hat – denn die Tatsache so zu erkranken natürlich alles andere als gut ist. Aber die Art und Weise wie Lea Streisand das Buch geschrieben hat, sich hier anhand der Lebensgeschichte ihrer Oma vielleicht selbst zu eigener, neuer Stärke verholfen hat, den gesamten Umgang mit der Erkrankung, all das finde ich wunderbar. (Ich hoffe man versteht, was ich meine!). Ich habe lange kein so emotionales Buch wie dieses mehr gelesen und musste mich dann durchaus zusammen reißen als ich es in der Straßenbahn sitzend gelesen habe.

Wie man unschwer erkennen kann kann ich dieses Buch wirklich nur empfehlen. Von mir gibt es dafür 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 07.12.2016

Bilderbuch – nicht nur für Erwachsene.

Megalife
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Der Franzose Samsofy setzt in diesem Buch Legomännchen in Szene. Seine Werke nennt er „Legographys“ – und hier erlebt man die Legofiguren dann mal in einer völlig anderen Perspektive, einfach verblüffend, ...


Der Franzose Samsofy setzt in diesem Buch Legomännchen in Szene. Seine Werke nennt er „Legographys“ – und hier erlebt man die Legofiguren dann mal in einer völlig anderen Perspektive, einfach verblüffend, Ideen auf die man so gar nicht kommt.

Bücher mit Bildern oder Photographien sind etwas, was ich selbst eigentlich selten zur Hand nehme, denn meist möchte ich ja doch durch eine Geschichte unterhalten werden. Nun aber habe ich mal „Megalife“ „gelesen“ bzw. eben vielmehr angesehen.

Im Buch findet man die unterschiedlichsten Photographien von Samsofy, so setzt er einmal einen kleinen Lego-Spiderman in Szene, indem er ihn wohl auf einem Klettergerüst-Seil auf dem Spielplatz platziert hat. Nicht allein das dortige Platzieren der Figur macht den Reiz des Fotos schon aus, auch der Blickwinkel des Photographen ist absolut wichtig für das Ergebnis.

Ein andermal steht ein Legomännchen auf einer kleinen Palette um eine Kameralinse zu säubern. Einfach super gemacht solch ein Foto – vor allem weil das Größenverhältnis eben auch einfach interessant ist. Es kommen immer wieder auch amüsante Gegenstände zum Einsatz, so findet man ein Bild in dem ein Legomännchen als Detektiv im Museum ermitelt – hier sind Kekse mit Schokoladenoberseite mit verschiedenem Motiv als Bilder an der Wand zu sehen – und bei einem Bild fehlt folglich das Schokoladenmotiv, man nimmt nur Schokoladen“geschmiere“ wahr. Sehr lustig gemacht, wie ich finde.

Meiner Ansicht nach ist dies ein tolles Buch für Klein und Groß, ich denke mit Kindern ab fünf Jahren kann man hier die Photos wirklich wahr nehmen und entdecken, wo ein Bild entstanden ist bzw. was hier als echter Gegenstand „gedient“ hat, ich finde das wirklich spannend und interessant, was man da finden kann. Ebenso kann man sich natürlich zu jedem Bild eine eigene kleine Geschichte ausdenken und erzählen, jeder wie er mag.

Wer Sinn für Schönes und Kurioses hat, für tolle Photographien und interessante Darstellungsweisen, dem kann ich dieses Buch wirklich nur empfehlen. Von mir gibt es dafür 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 06.12.2016

Die Petersburger Schlittenfahrt.

Du mich auch
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Beim 25-jährigen Abitreffen treffen drei langjährige Schulfreundinnen aufeinander. Evi, die Hausfrau und Mutter, Beatrice, als Creative Director ständig auf Achse, und Katharina, die Staatssekretärin im ...

Beim 25-jährigen Abitreffen treffen drei langjährige Schulfreundinnen aufeinander. Evi, die Hausfrau und Mutter, Beatrice, als Creative Director ständig auf Achse, und Katharina, die Staatssekretärin im Familienministerium. Erst gaukeln sich die drei vor, wie toll ihr geführtes Leben doch wäre, doch dann zeigt sich, dass dies leider gar nicht so ist. So hält das alle Dreiergespann - Evi Forever, Bella Beatrice und Katharina die Große - wieder fest zusammen, denn sie stellen fest, dass sie alle von ihren Männern betrogen werden. Es werden Rachepläne geschmiedet was das Zeug hält...

Hach, was klang schon der Buchtitel gut. "Rache-Roman" hat was, was mich total angesprochen hat. Und erst die Geschichte dann... Am Anfang hab ich noch gedacht, hoffentlich kommt das Buch gleich in Fahrt, auf den ersten paar Seiten tut sich noch nicht so viel bzw. es ist noch nicht so spannend und unterhaltsam geschrieben wie es dann noch wird. Als sich die drei Frauen dann jedoch verbünden und Rachepläne schmieden, aus der hausmütterlichen Evi eine richtig fesche Dame im Porsche wird, da ist das Buch dermaßen unterhaltsam und fesselnd, dass man es erst gar nicht mehr aus der Hand legen möchte.

Entsprechend schnell habe ich dieses Buch gelesen, es lässt sich so wunderbar lesen und notfalls kann man es an fast jeder Stelle auch kurz unterbrechen zu lesen. Aber eigentlich sollte man gleich weiterlesen. Die Rachepläne der Damen sind sehr präzise geplant und wirklich raffiniert, die Autorin hat sich hier wirklich eine gute Story einfallen lassen, was ich ansichts ihres Erstlingswerks, das es ja wohl ist, sehr beeindruckend , gar faszinierend finde. Der Schreibstil gefällt mir gut, natürlich sind manche Dinge sehr ausschmückend umschreiben, das muss hier einfach so sein, das passt wirklich gut. Man kann auch regelrecht mitfühlen, wie es den Damen manchmal wohl so gehen mag.

Ich habe mich bei diesem Buch, das ich als typische Frauenliteratur einordnen würde (wenn Mann es auch liest, fände ich das sehr komisch!), sehr gut unterhalten gefühlt, habe sehr viel gelacht, bin vom Buch fast nicht losgekommen. Und habe sogar einen Fehler entdeckt.

Im Buch erzählt Evi mal vom "Hugo" (S. 260), dem neuen Drink mit "Holunderbeersirup". Holunderbeeren sind meiner Ansicht nach jedoch die Früchte vom Holunder, entsprechend wäre der Sirup ja dunkelrot-lila. Es handelt sich hier jedoch um Holunderblütensirup. Einen leicht gelblichen, durchsichtigen Sirup, der sehr lecker schmeckt.

Für mich war dies wirklich Lesegenuss pur, ich habe mich mega gut amüsiert, bin wirklich gut unterhalten worden, das Buch war leicht und schnell zu lesen, ich wünsche mir nun einen ähnlichen Folgeroman von der Autorin.

Entsprechend vergebe ich hier 5 von 5 Sternen und spreche eine Empfehlung aus.

Veröffentlicht am 06.12.2016

Kein Diätratgeber.

Dreißig Kilo in drei Tagen
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Vicky liebt Süßes, nascht immer wieder mal was, leider jedoch sammeln sich sämtliche Kalorien gleich auf der Hüfte an - und verschwinden nicht so schnell. Sie meint, dass alles ganz anders wäre, wenn Bauch ...

Vicky liebt Süßes, nascht immer wieder mal was, leider jedoch sammeln sich sämtliche Kalorien gleich auf der Hüfte an - und verschwinden nicht so schnell. Sie meint, dass alles ganz anders wäre, wenn Bauch flacher, Beine straffer und Hintern kleiner wären. In drei Tagen hat sie nun ein Date und möchte dafür in dieser Hinsicht perfekt sein - denn anders kriegt sie ihren Traummann wohl kaum ins Bett. Also muss Vicky abnehmen, egal wie, hauptsache ganz schnell.

Ja, genauso hatte ich mir dieses Buch vorgestellt. Kurzweilige typische "Frauenliteratur", die mich gut unterhalten hat, locker-leichte Lesekost, die dennoch nicht abgedreht sondern realistisch ist. Wobei mich eins immer wieder etwas genervt hat: Vicky wiegt im Buch bei 1,65m 70kg und möchte am Liebsten natürlich gleich mal ordentlich abnehmen, wobei ich der Meinung bin, dass man mit dieser Konstellation noch "normal" aussieht, eben vielleicht mal hier ein kleines Röllchen hat, aber eben nicht gaaaaaaaaaaaaaanz schnell abnehmen muss, weil man ja "ach so unansehnlich ist".

Nun ja, wenn das ne Frau mit perfekten Maßen liest, die sieht das wohl wieder anders als ich. ;) Alles in allem hatte ich dieses handliche Taschenbuch wirklich mal schnell durchgelesen, ich wurde hier sehr gut unterhalten, die restliche Story war auch realistisch, da die Protagonistin Vicky auch noch keine 30 Jahre alt ist, konnte ich mich also auch teilweise mit ihr identifizieren, so weltfremd war mir das alles also nicht. Im Buch gibts neben ganz tollem Humor natürlich auch ein wenig Herzschmerz, klar, es geht ja auch um die Liebe.

Wer mal eben schnelle, lockere-leichte Lektüre braucht, dem kann ich dieses Buch wirklich nur ans Herz legen. Von mir gibts hier 5 von 5 Sternen und natürlich eine Empfehlung.

Veröffentlicht am 06.12.2016

So stell ich mir den Himmel vor...

Die zehn besten Tage meines Lebens
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Alex, noch nicht mal dreißig Jahre alt, wird in L.A. mit ihrem Pocket Beagle überfahren. Sie kommt in den Himmel - in den siebten Himmel. Dort hat sie alles, was sie sich je erträumt hat, vom begehbaren ...

Alex, noch nicht mal dreißig Jahre alt, wird in L.A. mit ihrem Pocket Beagle überfahren. Sie kommt in den Himmel - in den siebten Himmel. Dort hat sie alles, was sie sich je erträumt hat, vom begehbaren Kleiderschrank mit Designerkleidung bis hin zur Traumfigur - denn auch Cellulite gibt es dort nicht. Doch ihr Schutzengel Deborah gibt ihr die Aufgabe, einen Aufsatz über die zehn besten Tage ihres Lebens zu schreiben, denn Alex muss erst "beweisen", dass sie im siebten Himmel richtig aufgehoben ist, dass sie noch ein erfülltes Leben gehabt hätte, wäre sie nicht so jung gestorben. Alex zerbricht sich den Kopf, was sie schreibt und trauert schon um den siebten Himmel und Adam, den sie dort kennengelernt hat...

Die Geschichte des Buchs klang für mich gut, als ich mit einer Freundin so darüber gesprochen habe. Also hat sie es mir auch ausgeliehen, und ich hab gleich angefangen es zu lesen. Es lässt sich sehr gut lesen, der Schreibstil gefällt mir sehr gut, es ist locker, leicht zu lesen, finde ich. Und auch gut unterhalten wurde ich. Man erfährt immer wieder was über Alex' Leben, aber auch über ihr neues "Leben" dort im Himmel. Ich finde generell die Idee, wie hier der Himmel geschildert wird, eine sehr tolle Vorstellung. Und auch den Rückblick, den Alex' so auf ihr Leben "begeht", finde ich interessant. Das Buch hat mich wirklich sehr gut unterhalten, ich wollte immer wieder wissen, wie es weiter geht, ob sie es schafft, im siebten Himmel bleiben zu können. Auch wenn wahrscheinlich jedem ab der Hälfte schon klar ist, wie dies so ausgeht. Vieles im Buch ist ziemlich gut beschrieben, sehr ausschmückend geschildert. Meist ist es doch humorvoll, es gibt aber dennoch Stellen, da wird es eher emotional.

Für mich war dies ein tolles Buch, ich bin gut unterhalten worden, die Vorstellung vom Himmel finde ich nach wie vor toll, wenn gleich es im Leben nicht nur um materielle Dinge geht und mir das dann auch eher egal wäre (Nein, muss kein Porsche sein, auch auf die Designer-Roben verzichte ich gerne.)

Entsprechend kann ich hier gut und gerne 5 von 5 Sternen vergeben und empfehle euch das Buch.