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Veröffentlicht am 02.01.2020

Empfehlenswertes Kinderbuch

Käthe, Band 1: Der Gorilla-Garten
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„...Veränderungen, Käthemädchen, müssen nicht schlecht sein. Im Gegenteil. Es ist völlig in Ordnung, wenn du deine Freunde und mich vermisst. Aber trotzdem solltest du neugierig bleiben auf Neues!...“

Käthe ...

„...Veränderungen, Käthemädchen, müssen nicht schlecht sein. Im Gegenteil. Es ist völlig in Ordnung, wenn du deine Freunde und mich vermisst. Aber trotzdem solltest du neugierig bleiben auf Neues!...“

Käthe wohnte bisher auf dem Apfelhof ihrer Oma in Pommeranzen. Heute aber sitzt sie im Auto nach Berlin. Dort wird ihr neues Zuhause sein. Ihr Vater hat eine Stelle an der Uni bekommen, und die Mutter arbeitet bei einer Zeitschrift.
Die Autoren haben ein stimmiges, realistisches und phantasievolles Kinderbuch geschrieben.
Die kleine Protagonistin wird gut charakterisiert. Sie ist aufgeschlossen und neugierig auf das, was auf sie zukommt. Aufmerksam registriert sie vom Auto aus die ersten Eindrücke der Stadt und vergleicht sie mit ihrer bisherigen Lebenswelt.
Der Schriftstil ist der Zielgruppe angepasst. Er ist kindgerecht und verständlich. Das klingt dann so:

„...Tiergarten nennt Mama den Park und biegt ab. Käthe atmet auf. Sie ziehen also in eine große Stadt mit hupenden Autos, vielen, eiligen Menschen und hohen Gebäuden. Aber auch mit einem Garten für Tiere...“

Gut gefallen mir die neu kreierten Wörter, zum Beispiel „Wichtigkoffer“ oder „Gemütlichkeitssessel“. Die meisten sind selbsterklärend, wenn nicht, folgt eine kurze Bemerkung dazu.
Gleich am ersten Tag wird Käthe von Amira, die mit ihrer Mutter zu Besuch kommt, über die Nachbarschaft aufgeklärt. Auch in der Schule findet Käthe einen Freund. Dabei lief ihr erster Schultag alles andere als glatt.
In dem Buch steckt eine Menge ein feinen Humor. Die Dialoge wirken frisch und ungekünstelt. Käthe kann andere überzeugen, hat gute Ideen, kann Tiere hören und lebt sich schnell in der Großstadt ein.
Hervorzuheben sind die vielen farbigen und phantasievollen Zeichnungen. Sie geben das Geschehen ausgezeichnet wieder und lassen Käthe und ihre Freunde lebendig werden.
Zu erwähnen wären noch die Sprüche ihrer Großmutter, die Käthe auch im neuen Leben begleiten.

„...Würmer im Garten sind gut für die Erde wie der Mist der Pferde...“

Diese Sätze sind fett hervorgehoben.
Das farbenfrohe Cover ist ein Hingucker, das Interesse an der Geschichte weckt.

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Veröffentlicht am 01.01.2020

Berührende Geschichte

Der Weihnachtswunsch
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„...Dann werde ich immer den Mann lieben, der er gewesen ist. Ich wünschte nur, ich hätte ihn retten können. Ich hätte alles dafür gegeben. Ich würde alles dafür geben, wenn ich den Mann zurückhaben könnte, ...

„...Dann werde ich immer den Mann lieben, der er gewesen ist. Ich wünschte nur, ich hätte ihn retten können. Ich hätte alles dafür gegeben. Ich würde alles dafür geben, wenn ich den Mann zurückhaben könnte, den ich geheiratet habe...“

Es ist ein Freitag drei Wochen vor Weihnachten, als der Immobilienentwickler James Kier in der Zeitung seine Todesnachricht liest. Angeblich ist er bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Er befindet sich gerade in der Pension Snowed Inn und wartet dort auf eine Freundin. Sein Handy funktioniert wegen eines Wasserschadens nicht. Außerdem ist ein Schneesturm angekündigt. Als ihn die Unterkunft Internet zur Verfügung stellt, liest er die Kommentare zu seinem Tod. Nur einer ist es, der ein gutes Haar an ihm lässt. Die Diskussion entwickelt sich so, dass er erkennt, dass dies seine Frau Sara ist. Er hat sie in ihrer schwersten Stunde allein gelassen und betreibt die Scheidung. Sara ist krebskrank und hat nicht mehr lange zu leben. Sein Sohn will von ihm nichts wissen. Er weigert sich sogar, ihn zu seiner Hochzeit einzuladen.
Es sind Saras Worte, die James zum Nachdenken bringen. Wieder zurück in der Firma bittet er seine Sekretärin, ihn eine Liste der Leute zusammenzustellen, denen er am meisten geschadet hat. Sechs Namen stehen auf der Liste.
Mittlerweile weiß er, dass es bei der Todesnachricht eine Verwechslung gab. Er geht zur Beerdigung seines Namensvetters und spricht dessen Sohn an. Die Antwort erschüttert ihn.

„...Er war mein bester Freund. Ich hatte Glück, dass er mein Vater war...“

Der Autor hat eine Weihnachtsgeschichte geschrieben, die in die Tiefe geht. Die Handlung hat mich schnell in ihren Bann gezogen.
Der Schriftstil passt zum Geschehen. Kurze Kapitel und schnell wechselnde Handlungsorte sorgen für eine permanente innere Spannung. Zum einen erfahre ich die Schicksale der Personen, die auf James` Liste stehen. James` Besuche bei den Betroffenen bringen ihn eine Reihe an Überraschungen. Er trifft auf Wut und Vergebung, muss erkennen, wo er zu spät kommt oder dass seine Wiedergutmachung nicht gewünscht ist.
Einen gekonnten Vergleich für James` Geschäftspraktiken findet seine Anwalt:

„...Hören sie, Kier, wenn sie Omelettes machen wollen, müssen Sie ein paar Eier zerschlagen. Und Sie, mein Freund, sind ein Meisterkoch...“

Sehr gut wird gezeigt, wie sich James ändert. Er hört seinen Mitarbeitern zu, gibt ihnen nach Fehlern eine neue Chance und zeigt Gefühle. Gleichzeitig erfahre ich, wie James zu dem Mann wurde, der er ist. Jetzt beginnt er auch, um seine Frau und seinen Sohn zu kämpfen.
Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es hat mich tief berührt.

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Veröffentlicht am 29.12.2019

Eine besondere Weihnachtsgeschichte

Die Nacht der Vergessenen
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„...Niki erinnert sich sehr genau an die ersten Abende in der roten Meile. Sie schob sich anfangs erst zögerlich, dann immer forscher durch die dunklen Gassen, an den Menschen vorbei, an Männern, Frauen ...

„...Niki erinnert sich sehr genau an die ersten Abende in der roten Meile. Sie schob sich anfangs erst zögerlich, dann immer forscher durch die dunklen Gassen, an den Menschen vorbei, an Männern, Frauen und Schaulustigen, unerschütterlich...“

Niki arbeitet in Zürich bei der Heilsarmee. Es ist Heiligabend, als sich Niki mit Heidi zusammen in die rote Meile aufmacht. Dort leben Obdachlose und Prostituierte. Niki und Heidi haben Geschenke für sie dabei. Doch seit langem hadert Niki mit ihrer Aufgabe und mit Gott. Es gelingt ihr nicht mehr, Frauen zum Ausstieg aus dem Milieu zu bewegen. Viele Türen bleiben ihnen verschlossen.
Die Autorin hat eine bewegende Weihnachtsgeschichte geschrieben. Sehr feinfühlig geht sie mit dem schwierigen Thema um.
Der Schriftstil ist dem Thema angemessen. Es ist eher ein leises Buch mit behutsamen und taktvollen Worten.
Schon Nikis Weg ging nicht gerade. Sie wuchs in einem wohlhabenden Elternhaus auf, hat sich mit dem Studium davon gelöst und erst nach Umwegen ihre Bestimmung gefunden. Ihr Mann Markus will nicht, dass sie an den Abend das Haus verlässt.
Die Unterschiede zwischen Niki und Heidi werden so formuliert:

„...Heidi ist der Klebstoff, der die Kontakte und Beziehungen zusammenhält, sie unterbricht alle im Satz, unüberlegt und intuitiv. Niki jedoch analysiert, interpretiert und versucht die Umstände,in denen sich die Frauen bewegen, mit scharfer Beobachtungsgabe zu durchschauen...“

Dann erzählt die Autorin die Schicksale verschiedener Frauen, die auf der Straße leben. Sie haben sich dieses Leben meist nicht ausgesucht. Mit ihrem Verdienst unterhalten die Familien, sei es in Moldawien oder in Brasilien. Aus den Worten der Frauen spricht die Sehnsucht nach den Eltern, nach den Kindern, nach Geborgenheit. Hart sind die Fälle, wo die Familie das Geld nimmt – und die Arbeit verachtet, wenn sie davon erfährt.
Und dann ist da Meta, die einem Bordell vorsteht und sich im Auftrag des Zuhälters um die Frauen kümmert. Sie hat für Ordnung gesorgt, entscheidet, wer Zutritt bekommt und hat die Ernährung und die Lebensverhältnisse der Frauen verbessert. Nur eines bleibt unverändert. Die Frauen dürfen das Haus nicht verlassen. Für dies Arbeit aber hat sie einen hohen Preis bezahlt.
Drei Mal versuchen Heidi und Meta in dieser Einlass in das Haus zu bekommen. Zwei Mal bleibt die Tür geschlossen. Dann geschieht ein Wunder.
Auch einer der Zuhälter wird in Buch beschrieben. Selbst hier gibt es kein gut oder Böse.Das Leben ist komplizierter. Er war nicht von Anfang an das, was er jetzt ist. Seine Familie weiß nichts von seiner Arbeit. Sie kennen ihn als Handwerker.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es mahnt uns, vorsichtig mit unserem Urteil und unseren Vorurteilen zu sein. Besonders eindrücklich wirkt das Buch, weil es auf einer wahren Geschichte beruht.

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Veröffentlicht am 28.12.2019

Riskante Rettungsaktion

Club der Heldinnen 4. Weihnachten im Internat
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„...Wir müssen an den Sommer und die Sonne denken. Du weißt doch, was Pina immer sagt: Suche die Wärme in dir, dann kann dir die Kälte nichts anhaben!...“

Als Flo obige Worte spricht, steckt ihr Pferd ...

„...Wir müssen an den Sommer und die Sonne denken. Du weißt doch, was Pina immer sagt: Suche die Wärme in dir, dann kann dir die Kälte nichts anhaben!...“

Als Flo obige Worte spricht, steckt ihr Pferd Eisenherz fast bis zur Brust im Schnee. Und der Schneesturm geht weiter. Wie kam es dazu?
Vor einiger Zeit ist ein Bus im Internat abgefahren, der die Kinder in die Weihnachtsferien bringen sollte. Mit dabei war Pina, Flos Freundin. Flo hatte ihr einen Brief für Luca, den Bäckerjungen im Dorf mitgegeben. Doch Lucas Anruf offenbarte ihr, dass der Bus nicht im Dorf angekommen war. Es existiert auch keine Handyverbindung mehr zu den Businsassen. Mittlerweile hat sich er Schneesturm zur Katastrophe entwickelt. Keine der von der Internatsleiterin angerufen Rettungskräfte sieht eine Chance, nach den Kindern zu suchen. Außerdem gilt für die Gegend Lawinenwarnstufe vier.
Die Autorin hat erneut ein spannendes Buch geschrieben. Es ist der vierte Teil der Internatsreihe.
Der Schriftstil ist ausgereift. Trotz der ernsten Lage bleibt Zeit für einen Blick auf die schneebedeckte Landschaft.

„...Bis zu den Bergen war das Tal von einer unberührten, glitzernden Schneeschicht bedeckt. Die Wolken waren für einen Moment aufgerissen, und der Mond tauchte die Landschaft in ein strahlendes weißes Licht...“

Die Internatsleitung weiß, dass ihr die Zeit davon läuft. Bei den gegenwärtigen Temperaturen sind die Überlebenschancen auf wenige Stunden begrenzt. Gleichzeitig sorgt ein Stromausfall dafür, dass nur irgendwann, vermutlich eher als erwartet, die Handynetze ausfallen werden. Der einzige Hoffnungsschimmer ist Pina, die als Indianerin weiß, wie man sich in kritischen Situationen verhalten muss und die ebenfalls mit Massen an Schnee vertraut ist.
Gekonnt gelingt es der Autorin, eine spannende Rettungsaktion zu kreieren und dabei den Spagat zwischen der Notwendigkeit der Hilfe und dem Eigenschutz im Auge zu behalten. Trotzdem gehen Flo und Bianca an mehreren Stellen eigene Wege. Allerdings gehören beide zu den besten Strategen des Internats und kennen sich in Risikoabwägung aus.
Währenddessen haben die Lehrer alle Hände voll zu tun, um die jüngeren Schüler zu beruhigen und sie darauf einzustellen, dass eine Weihnachtsfeier im häuslichen Kreis der Familie eventuell ausfallen muss. Es gilt, eine Weihnachtsfeier im Internat zu organisieren und die verschiedenen Gebräuche und Religionen in Einklang zu bringen.
Schön gestaltet mit vielen Sternen und einem kleinen Schwarz-Weiß-Bild ist der Beginn jedes Kapitels.
Das Buch enthält außerdem eine Zeichnung des Internatsgeländes.
Die Geschichte hat mir ausgezeichnet gefallen. Sie zeigt, was Freundschaft möglich macht und dass Menschen in Notsituationen über ihren Schatten springen können und plötzlich Herz beweisen.

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Veröffentlicht am 26.12.2019

Schöne historische Weihnachtsgeschichte

Das Weihnachtsmarktwunder
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„...Du kannst nicht reisen, niemals! Deine Stirn glüht, und der Husten klingt wie das Gebell des Höllenhundes!...“

In einem kleinen Dorf im Erzgebirge stellt die Familie des 15jährigen Martin Holzspielzeug ...

„...Du kannst nicht reisen, niemals! Deine Stirn glüht, und der Husten klingt wie das Gebell des Höllenhundes!...“

In einem kleinen Dorf im Erzgebirge stellt die Familie des 15jährigen Martin Holzspielzeug her. Die Reifentiere sind von hoher Qualität. Das Leben zu beginn des 19. Jahrhunderts ist hart. Die Arbeit eines ganzen Jahres muss zu Weihnachten verkauft werden, damit die Familie den Winter überleben kann. Bisher ist der erwartete Handelsagent nicht erschienen und es sind nur noch wenige Tage bis Weihnachten. Martin schlägt vor, dass sie einen Lastschlitten beladen und der Vater und er die Tiere nach Dresden bringen. Er freut sich auf seinen ersten Besuch der Stadt. Wie das Eingangszitat aber zeigt, erkrankt der Vater.
So macht sich Martin allein auf den Weg.
Der Autor hat eine berührende Weihnachtsgeschichte geschrieben und damit den Spielzeugmachern des Erzgebirges ein literarisches Denkmal gesetzt.
Der Schriftstil ist ausgefeilt und lässt sich angenehm lesen.
Martin ahnt nicht, welche Schwierigkeiten auf ihn warten. Doch immer finden sich Menschen, die den Jungen unter die Arme greifen, bis er endlich auf den Striezelmarkt in Dresden angekommen ist. Unterwegs erfährt Martin einiges Neues.

„...In gewöhnlichen Jahren erstreckt sich der Markt über drei tage. Doch in diesem Jahr Jahr fällt der dritte Tag auf einen Sonntag. Und wenn der Tag vor Heiligabend ein Sonntag ist, bleibt, der Markt geschlossen...“

Dadurch weiß er, dass ihm nur ein Tag für den Verkauf seiner Ware bleibt, denn die Spielzeugmacher dürfen erst am zweiten Tag verkaufen.
Die Stadt ist für Martin eine fremde Welt. Er kann schon selbst Tiere schnitzen und kennt sich mit den Verrichtungen im Dorf aus. Das aber nützt ihn in der Stadt nichts. Hier sind andere Fähigkeiten gefragt. Glücklicherweise trifft er Marie, eine Küchenmagd, der Mutter bei einem adligen Köchin ist. Sie ist clever und kennt die Fallstricke der Großstadt. Die Unterschiede zwischen beiden Lebenswelten werden an vielen Stellen thematisiert.
Schöne Illustrationen veranschaulichen die Geschichte.
Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen.

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